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Jordanien. Stabilitätsanker oder "Failed State" im Nahen Osten?

Titre: Jordanien. Stabilitätsanker oder "Failed State"  im Nahen Osten?

Dossier / Travail de Séminaire , 2018 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Armin Groenewold (Auteur)

Politique - Région: Proche-Orient
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der Politikwissenschaft ist entweder von stabilen oder "Failed States" die Rede. Gerade im Nahen Osten zeigt sich aber, dass es auch den Staatszustand der Fragilität geben kann. In dieser Arbeit wird anhand von Theorie und auch anhand von 2018 tagesaktuellen Presseberichten und politischen Handlungen untersucht, ob Jordanien darunter zu subsumieren ist und was für eine (unterschätzte) Rolle die nationale Identität eines Staates bei einer solchen Bewertung einnehmen kann.

Um eine Analyse über die Fragilität von Staaten vornehmen zu können, müssen zwei Fragen geklärt werden. Die erste Frage lautet: Was ist Staatlichkeit? Die zweite Frage ist die schwierige und beinhaltet, in welchem Zustand von einem fragilen Staat gesprochen werden kann. Nach dieser grundlegenden theoretischen Einführung erfolgt im nächsten Teil der Arbeit eine detailierte Untersuchung von Legitimität und Rechtstaatlichkeit in Jordanien, welche besonders die Aspekte des Neopatrimonialismus und der Elitenrotation in den Fokus stellt, bevor in diesem Zusammenhang schließlich auch die Aspekte der Wohlfahrt, Sicherheit und schließlich auch der nationalen Identität in Jordanien behandelt werden.

Abschließend werden die gesammelten Argumente nochmals zusammengefasst und ein Fazit in Bezug auf die Forschungsfrage gezogen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Grundlagen der Staatlichkeit

C. Legitimität und Rechtstaatlichkeit in Jordanien

I. Neopatrimonialismus

II. Elitenrotation

D. Die Wohlfahrt in Jordanien

E. Die Sicherheit in Jordanien

F. Die nationale Identität als vierte Staatsdimension

G. Fazit – Stabiles oder fragiles Jordanien?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Stabilität Jordaniens vor dem Hintergrund aktueller wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen und bewertet, ob das Land als fragiler Staat einzustufen ist. Dabei steht insbesondere die Analyse des neopatrimonialen Regierungssystems sowie der Einfluss externer Faktoren wie der Flüchtlingssituation und der regionalen Sicherheitslage im Zentrum der Betrachtung.

  • Analyse der Staatlichkeit im jordanischen Kontext
  • Untersuchung des neopatrimonialen Systems und der Elitenrotation
  • Bewertung von Wohlfahrt, Sicherheit und Legitimität
  • Die Rolle der nationalen Identität im Umgang mit gesellschaftlichen Spannungen
  • Diskussion des jordanischen Stabilitätsstatus unter externem Reformdruck

Auszug aus dem Buch

I. Neopatrimonialismus

Die patrimoniale Herrschaft geht auf Max Weber zurück und ist eine Form der traditionalen Herrschaft. Charakteristisch hierfür sind z.B. eine zentral - personalisierte Herrschaft, eine göttlich legitimierte Herrschaft, eine hohe Bedeutung traditioneller Loyalitäten und Bindungen. Diese Tatbestände lassen sich in dem praktischen Vollzug des politischen Systems von Jordanien wiederfinden. Dies gilt allerdings nicht ganz uneingeschränkt. Durch den Einzug von modernen Elementen in Politik, Ökonomie und Gesellschaft, wandelt sich die traditionale Herrschaftsform zu einem Neoptrimonialismus. Die patrimoniale Herrschaft wird also nicht gänzlich ersetzt, sondern lediglich durch Merkmale aus der Moderne ergänzt. Die traditionale Herrschaft wird durch den Einzug in die Moderne in sozialer, kultureller und politischer Hinsicht aufgebrochen. Es entstehen somit modifizierte und ergänzende Merkmale, die typischerweise in einem neopatrimonialen System erfüllt werden. So besteht das Machtzentrum nicht mehr lediglich aus einer einzigen unabänderlichen Position, sondern aus einer ganzen Herrschaftsclique.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle politische Situation Jordaniens ein, thematisiert Straßenproteste gegen Sparmaßnahmen und verdeutlicht die Abhängigkeit des Landes von internationaler Finanzhilfe sowie die fragilen nachbarschaftlichen Bedingungen.

B. Grundlagen der Staatlichkeit: Hier werden die theoretischen Kriterien für Staatlichkeit und Fragilität definiert, wobei insbesondere zwischen formaler Staatlichkeit und der tatsächlichen Erfüllung staatlicher Kernfunktionen wie Legitimität, Wohlfahrt und Sicherheit unterschieden wird.

C. Legitimität und Rechtstaatlichkeit in Jordanien: Dieses Kapitel untersucht das jordanische politische System als parlamentarische Erbmonarchie und analysiert, inwiefern Machtstrukturen, Klientelismus und die Rolle des Parlaments die demokratische Teilhabe und Rechtsstaatlichkeit beeinflussen.

I. Neopatrimonialismus: Der Abschnitt erläutert die Transformation der traditionalen Herrschaft zu einem neopatrimonialen System, in dem persönliche Beziehungen, Patronage und die Versorgerfunktion des Staates das politische Handeln und den Zugang zu Ressourcen dominieren.

II. Elitenrotation: Es wird dargelegt, wie das Regime durch den gezielten Austausch von politischen Eliten versucht, Machtansprüche auszubalancieren, Loyalitäten zu sichern und das Überleben des Systems in einem Wettbewerb zwischen verschiedenen Gruppen zu gewährleisten.

D. Die Wohlfahrt in Jordanien: Der Text beleuchtet die wirtschaftliche Abhängigkeit Jordaniens als Allokationsstaat, die durch Ressourcenknappheit geprägt ist und das Land zwingt, externe Hilfen gegen oftmals unpopuläre Reformvorgaben abzuwägen.

E. Die Sicherheit in Jordanien: Dieses Kapitel analysiert das Gewaltmonopol des jordanischen Staates sowie dessen Fähigkeit, trotz einer instabilen regionalen Umgebung und der Bedrohung durch Terrorismus ein vergleichsweise hohes Maß an innerer Sicherheit zu gewährleisten.

F. Die nationale Identität als vierte Staatsdimension: Es wird die Bedeutung einer gemeinsamen nationalen Identität untersucht, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen der jordanischen Bevölkerung und dem hohen Anteil an Palästinensern sowie syrischen Flüchtlingen.

G. Fazit – Stabiles oder fragiles Jordanien?: Das Fazit zieht die Bilanz, dass Jordanien trotz idealer Bedingungen für eine Fragilität als stabiles Land zu bewerten ist, was vor allem auf ein hohes diplomatisches Geschick in der Führung und die Geduld der Bevölkerung zurückzuführen ist.

Schlüsselwörter

Jordanien, Fragile Staatlichkeit, Neopatrimonialismus, König Abdullah II, Politische Stabilität, Legitimität, Wohlfahrt, Sicherheit, Elitenrotation, Patronage, Demokratisierung, Regionale Instabilität, Flüchtlinge, Nationale Identität, Allokationsstaat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Stabilität und Fragilität des Haschemitischen Königreichs Jordanien unter Berücksichtigung sozioökonomischer und politischer Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das neopatrimoniale Regierungssystem, die wirtschaftliche Lage, die Sicherheitsarchitektur des Landes und die gesellschaftliche Identitätsfrage im Kontext regionaler Krisen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, warum Jordanien trotz hoher struktureller Fragilität als vergleichsweise stabiler Akteur im Nahen Osten wahrgenommen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse der Staatsfunktionen und nutzt dabei Konzepte der Fragilitätsforschung sowie die Theorie des Neopatrimonialismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Legitimität, Rechtsstaatlichkeit, der ökonomischen Situation als Rentierstaat, der Sicherheitslage und der nationalen Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Fragilität, Neopatrimonialismus, Stabilität, Jordanien, politische Teilhabe und Ressourcenmanagement.

Wie beeinflusst die hohe Zahl an Flüchtlingen die Stabilität?

Die Aufnahme der Flüchtlinge belastet das ohnehin knappe Ressourcenangebot (Wasser, Arbeit, Wohnraum) und führt zu sozialen Spannungen, erfordert jedoch gleichzeitig hohe externe Unterstützung, die das System stabilisiert.

Welche Rolle spielt der König in diesem System?

Der König fungiert als zentraler Akteur, der durch seine Abstammung, seine Versorgerrolle und diplomatisches Geschick bei der Einbindung verschiedener Interessengruppen die Balance im neopatrimonialen System hält.

Ist Jordanien laut dieser Arbeit ein gescheiterter Staat?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Jordanien nicht fragil ist, da der Prozess der Herstellung von Staatlichkeit trotz erheblicher Herausforderungen noch hinreichend intakt ist.

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Résumé des informations

Titre
Jordanien. Stabilitätsanker oder "Failed State" im Nahen Osten?
Université
University of Erfurt
Note
1,3
Auteur
Armin Groenewold (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
23
N° de catalogue
V492187
ISBN (ebook)
9783668986305
ISBN (Livre)
9783668986312
Langue
allemand
mots-clé
Jordanien Fragilität internationale Politik Naher Osten Neopatrimonialismus Konflikte internationale Politik Naher Osten Staatlichkeit Staatswissenschaften wasta
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Armin Groenewold (Auteur), 2018, Jordanien. Stabilitätsanker oder "Failed State" im Nahen Osten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492187
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Extrait de  23  pages
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