Die vorliegende Arbeit untersucht den deutschen Wohnungsmarkt auf auffällige Veränderungen und Trends, die in Zukunft für deutsche Wohnungsgenossenschaften von Relevanz sein können. Ziel ist es somit, die wichtigsten Herausforderungen der Wohnungsbranche zu benennen und zu analysieren. Als Werkzeug hierzu dient die PESTEL-Analyse, die im folgenden Abschnitt beschrieben wird. Dabei wird insbesondere auf die einzelnen Segmente dieses Analysetools eingegangen. Anschließend werden die Ergebnisse der Literaturrecherche nach dem PESTEL-Schema analysiert, sodass die für die Branche relevanten Trends herausgearbeitet und bewertet werden können. Die Reihenfolge der verschiedenen Segmente weicht dabei von dem Schema ab, um eine logische Verknüpfung zwischen den einzelnen Einflussfaktoren herstellen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage – Die PESTEL-Analyse
3. Die PESTEL-Analyse zu Wohnungsgenossenschaften
3.1. Rechtliche Einflussfaktoren
3.2. Ökonomische Einflussfaktoren
3.3. Soziokulturelle Einflussfaktoren
3.4. Technologische Einflussfaktoren
3.5. Politische Einflussfaktoren
3.6. Ökologische Einflussfaktoren
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den deutschen Wohnungsmarkt, um wesentliche Veränderungen und Trends zu identifizieren, die für deutsche Wohnungsgenossenschaften zukünftig von Bedeutung sind. Ziel ist es, zentrale Herausforderungen der Branche mittels der PESTEL-Analyse zu strukturieren, zu bewerten und die spezifischen Auswirkungen auf Genossenschaften aufzuzeigen.
- Analyse des deutschen Wohnungsmarktes durch das PESTEL-Schema
- Untersuchung von Rechtsformen und Förderzwecken von Genossenschaften
- Bewertung demografischer Entwicklungen und deren Folgen für das Wohnangebot
- Digitalisierung als technologische Chance und Herausforderung
- Einfluss politischer Regulierungen wie der Mietpreisbremse auf die Wohnungsbranche
Auszug aus dem Buch
Ökonomische Einflussfaktoren
Betrachtet man die ökonomischen Einflussfaktoren, so sind insbesondere die folgenden für Wohnungsgenossenschaften von Bedeutung: Neben dem Bevölkerungswachstum in Bezug auf die allgemeine Wohnungsnachfrage und das Preisniveau ist zu klären, inwiefern sich das durchschnittliche Einkommen, die Kaufkraft sowie die Leitzinsentwicklung in Bezug auf Mietausgaben beziehungsweise Investitionen in Eigentum auswirken.
Zwischen den Jahren 2011 und 2016 nahm die Bevölkerung trotz durchschnittlichem Geburtenrückgang um knapp 2,5 Millionen Menschen zu. Dies lässt sich unter anderem auf die starke Zuwanderung sowie auf die demografische Alterung zurückführen. Experten schätzen, dass in Deutschland insgesamt rund 400.000 neue Wohnungen pro Jahr geschaffen werden müssten, um den Markt zu sättigen. Laut dem Wohnungsbauunternehmen Vonovia wurden im Jahre 2018 allerdings nur knapp 300.000 neue Wohnungen geschaffen. Der Mangel an Neubauten lässt sich insbesondere auf fehlende Baugrundstücke in Metropolregionen, die durch hohe Nachfrage steigenden Baupreise sowie Kapazitätsengpässe aufgrund von Fachkräftemangel zurückführen. Dennoch kann diesbezüglich kein direkter Rückschluss auf die Nachfrage erfolgen, da differenziert werden muss. Während urbanes Wohnen immer populärer wird und es insbesondere die junge Generation vermehrt in Großstädte mit vielfältigen Weiterbildungsangeboten zieht, steigt die Nachfrage lediglich in den Städten, nicht jedoch auf dem Land. Leerstände außerhalb ländlicher Regionen und Wohnraummangel in den Ballungszentren sind das Resultat. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen und folglich Genossenschaften in ländlichen Regionen herausfordern, ihre Wohnungen sowie das direkte Umfeld so mitzugestalten, dass ihnen ihre Mitglieder erhalten bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit setzt sich das Ziel, den deutschen Wohnungsmarkt mittels einer PESTEL-Analyse hinsichtlich relevanter Trends und Herausforderungen für Wohnungsgenossenschaften zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlage – Die PESTEL-Analyse: Dieses Kapitel erläutert das PESTEL-Modell als Werkzeug zur Untersuchung des Makroumfeldes von Unternehmen durch politische, ökonomische, soziokulturelle, technologische, ökologische und rechtliche Einflussfaktoren.
3. Die PESTEL-Analyse zu Wohnungsgenossenschaften: Hier werden die sechs Segmente des Modells detailliert auf die spezifische Situation von Wohnungsgenossenschaften angewendet.
3.1. Rechtliche Einflussfaktoren: Der Fokus liegt auf der Definition der Genossenschaft im GenG und dem vorrangigen Förderzweck, der die Mitgliederzufriedenheit („MemberValue“) über reine Gewinnerzielung stellt.
3.2. Ökonomische Einflussfaktoren: Dieses Kapitel analysiert Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Wohnungsnachfrage, Einkommen und Zinsentwicklung sowie deren Auswirkungen auf den Neubau und die Bestandsverwaltung.
3.3. Soziokulturelle Einflussfaktoren: Untersucht werden demografischer Wandel, Armutsrisiko, Mobilitätsbedürfnisse und die Pluralisierung der Haushalte als maßgebliche Faktoren für zukünftige Wohnkonzepte.
3.4. Technologische Einflussfaktoren: Behandelt werden Chancen durch Digitalisierung, Building Information Modeling (BIM), Smart-Home-Technologien und neue Kommunikationswege zum Mieter.
3.5. Politische Einflussfaktoren: Analyse staatlicher Regulierungen wie der Mietpreisbremse und deren Auswirkungen auf Investitionen sowie der Bedeutung staatlicher Fördermittel.
3.6. Ökologische Einflussfaktoren: Thematisiert werden die Verschärfung von Klimaschutzzielen, energetische Sanierungspflichten und das „MieterInnen-VermieterInnen-Dilemma“ bei der Finanzierung.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit für Genossenschaften, auf unterschiedliche regionale und technologische Herausforderungen individuell zu reagieren, um den „MemberValue“ langfristig zu sichern.
Schlüsselwörter
Wohnungsgenossenschaften, PESTEL-Analyse, Wohnungsmarkt, MemberValue, Digitalisierung, demografischer Wandel, Mietpreisbremse, energetische Sanierung, Wohnraumförderung, Immobilienwirtschaft, soziale Nachhaltigkeit, Mieterkommunikation, Urbanisierung, Bauplanung, Investitionsbereitschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den deutschen Wohnungsmarkt und identifiziert Trends und Veränderungen, die für Wohnungsgenossenschaften in Zukunft von Bedeutung sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder leiten sich aus dem PESTEL-Modell ab: politische, ökonomische, soziokulturelle, technologische, ökologische und rechtliche Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die wichtigsten Herausforderungen der Wohnungsbranche zu benennen und durch die PESTEL-Analyse auf ihre Relevanz für Genossenschaften hin zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Als methodisches Werkzeug dient die PESTEL-Analyse, mit der das Makroumfeld systematisch untersucht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die sechs Dimensionen des PESTEL-Modells und deren spezifische Auswirkungen auf die Strategie und das operative Geschäft von Wohnungsgenossenschaften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wohnungsgenossenschaften, PESTEL-Analyse, MemberValue, Digitalisierung und demografischer Wandel sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Warum ist der sogenannte "MemberValue" für Genossenschaften so wichtig?
Im Gegensatz zu anderen Wohnungsbauunternehmen steht bei Genossenschaften nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Zufriedenheit der Mitglieder mit den Leistungen im Vordergrund, was als "MemberValue" bezeichnet wird.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung laut der Untersuchung?
Die Digitalisierung wird als Megatrend betrachtet, der Prozesse effizienter macht, die Kommunikation mit Mietern verbessert und neue Möglichkeiten in der Gebäudetechnik (z.B. Smart-Home) bietet, jedoch auch Herausforderungen beim Datenschutz mit sich bringt.
- Quote paper
- Celina Dunker (Author), 2019, Wichtige Herausforderungen und Chancen für Wohnungsgenossenschaften auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Ergebnisse einer PESTEL-Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492190