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Zur Funktion ausgewählter Nebenfiguren in Theodor Fontanes Berliner Romanen

Título: Zur Funktion ausgewählter Nebenfiguren in Theodor Fontanes Berliner Romanen

Tesis de Máster , 2018 , 53 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Lisa Gutman (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Diskursanalyse, keine soziohistorische Betrachtung. Die Literatur und die in ihr behandelten Phänomene werden also als im Grundsatz eigenständig und nicht als bloße Spiegel realer Vorgänge in der Gesellschaft angesehen. Dennoch ist insbesondere die Verortung des Geschehens der hier ausgewählten Werke in Berlin – der Stadt to be Ende des 19. Jahrhunderts – nicht zufällig und schon gar nicht nebensächlich. Ähnlich wie es heute bei Gegenwartsromanen einen Unterschied macht, ob der junge Protagonist durch ein nächtliches Neukölln streift oder durch Castrop-Rauxel, so bestimmt der Ort auch bei Fontanes Werken den Grundton der Erzählung und die Lebenswelt der Figuren. Weil aber nicht allein durch die Nennung der Stadt eine lebendige Kulisse entsteht, muss Personal her – und zwar diejenigen, die unumgänglich sind und unvermeidbar zum Alltag in einer Großstadt gehören: Vermieter und ihre neugierigen Gattinnen, Hausmeister, Nachbarinnen, Dienstboten und Mägde.

Theodor Fontanes Berliner Romane erzählen Geschichten aus dem wilhelminischen Berlin kurz vor der Jahrhundertwende. Die bei dieser Arbeit im Zentrum stehenden Werke "Irrungen, Wirrungen", "Stine" und "Mathilde Möhring" schildern Alltagsgeschichten: Eine Liebesbeziehung und ihr Ende, einen Todesfall und eine bürgerliche Karriere. "Es ist nichts Aufregendes, der Inhalt wäre schnell rekapituliert" (Tanzer 5), will man sagen. Aber "Fontanes Texte sind Kunstwerke, da sie neben einer leicht zugänglichen Oberfläche" (Tanzer 5) eben noch mehr bieten, was eine Betrachtung der Texte immer wieder lohnend erscheinen lässt. Fontane propagierte "die ungeschminkte Widergabe des wirklichen Lebens bis zu dem Punkt hin, wo das Hässliche beginnt, das […] nicht in die Kunst gehört" (Jolles 48) und schaffte so Portraits der wilhelminischen Gesellschaft.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Struktureller Aufbau der Arbeit

1.2 Forschungsstand

1.3 Werkauswahl – Berliner Romane

1.3.1 Irrungen, Wirrungen (1887)

1.3.2 Stine (1890)

1.3.3 Frau Jenny Treibel (1892)

1.3.4 Mathilde Möhring (unvollendet, posthum 1906)

1.4 Siglen

2 Die Art der Figurendarstellung

2.1 Die Bedeutung des „Vielheitsromans“ für die Nebenfiguren

2.2 Individuell oder typisch?

2.3 Direkte und Indirekte Charakterisierungen

3 Die gesellschaftlichen Milieus in der Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts

3.1 Das Kleinbürgertum

3.2 Spießbürger

3.3 Bildungsbürgertum

3.4 Großbürgertum

3.5 Aristokratie

4 Die Nebenfiguren in aller Kürze

4.1 Frau Dörr: Die Gärtnersfrau (IW)

4.2 Herr Dörr: Der Gärtner (IW)

4.3 Pauline Pittelkow: Die Schwester (ST)

4.4 Frau Polzin: Die Vermieterin (ST)

4.5 Herr Polzin: Der Vermieter (Stine)

4.6 Adele Möhring: Die Mutter (MM)

4.7 Die Runtschen: Die Haushaltshilfe (MM)

4.8 Rechnungsrat Schulze: Der Vermieter (MM)

4.9 Frau Schulze: Die Vermieterin (MM)

5 Die Eigenschaften der Nebenfiguren

5.1 Bigotterie – Schein und Sein

5.2 Bildung – und der Mangel daran

5.3 Sprache und Sprechweisen

5.4 Aussehen und Auftreten

5.5 Tradition, Gewohnheit, Starre

5.6 Namen und Benennung

6 Die Funktionen der Nebenfiguren

6.1 Sozialer Kontext und Kommentarfunktion

6.2 Kontrast von Beziehungen

6.3 Erzählinstanz

6.4 Kritik am Bürgertum

6.5 Sonstige Funktionen

6.5.1 Buffer zone

6.5.2 Comic relief

6.5.3 Romantisierung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die literarische Funktion ausgewählter Nebenfiguren in den Berliner Romanen von Theodor Fontane, mit einem besonderen Fokus auf deren Rolle als soziale Kontrastfolie für die Protagonistinnen sowie als Träger der Milieuzeichnung.

  • Diskursanalyse literarischer Figurenkonstellationen
  • Die Darstellung und Bedeutung der großstädtischen Umgebung im wilhelminischen Berlin
  • Das Spannungsverhältnis zwischen Schein und Sein in bürgerlichen Milieus
  • Die Rolle der Nebenfiguren als Kommentarinstanz und „Stimme der Vernunft“
  • Kontrastierung von Typisierung und individueller Charakterzeichnung

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des „Vielheitsromans“ für die Nebenfiguren

Zunächst gilt zu klären, was der Anspruch des „Vielheitsromans“ ist, um dann zu prüfen, welche Rolle die Nebenfiguren dafür spielen, also inwiefern die Nebenfiguren utilisiert werden, um dem formulierten Anspruch gerecht zu werden.

Geht man davon aus, dass der Roman „die Gesamtheit unseres Lebens schilder[n]“ und „alle Klassen umfasse[n]“ (Hasubeck 23) soll, so ergibt sich, dass sich im Zentrum der Handlung mehrere Figuren unterschiedlicher sozialer Schichten befinden müssen. Steht auch meist eine Liebesbeziehung im Mittelpunkt, so gruppieren sich doch typische Mitglieder der zeitgenössischen Gesellschaft um sie herum. Dabei handelt es sich, wie erwähnt, nicht um eine homogenes Milieu und schon gar nicht nur um die „bessere“ Gesellschaft: „Fontane gestaltet Figuren des Adels, des Großbürgertums, des Militärs, der Geistlichkeit, des Künstlertums, des Bildungsbürgertums, des Kleinbürgertums, aber auch Hausmädchen, Diener Gärtner, ja selbst Kutscher“ (Hasubeck 223 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Fontanes Berliner Romanen im Kontext der wilhelminischen Gesellschaft vor und definiert das Ziel der Diskursanalyse, die Funktion von Nebenfiguren zu untersuchen.

2 Die Art der Figurendarstellung: Dieses Kapitel erörtert Fontanes poetologisches Selbstverständnis bezüglich des „Vielheitsromans“ und das Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Typisierung bei der Figurengestaltung.

3 Die gesellschaftlichen Milieus in der Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Hier werden die soziokulturellen Schichten des wilhelminischen Berlins – vom Kleinbürgertum bis zur Aristokratie – analysiert, um den sozialen Rahmen für die Nebenfiguren abzustecken.

4 Die Nebenfiguren in aller Kürze: Dieses Kapitel bietet eine kompakte Charakterisierung der für die Untersuchung ausgewählten Nebenfiguren aus den Romanen Irrungen, Wirrungen, Stine und Mathilde Möhring.

5 Die Eigenschaften der Nebenfiguren: Es folgt eine Analyse zentraler Charakterzüge der Figuren, insbesondere deren Verhältnis zu Schein und Sein, Bildung, Sprache und Erscheinungsbild.

6 Die Funktionen der Nebenfiguren: In diesem zentralen Analyseteil wird dargelegt, wie die Nebenfiguren als Kontrastfolien für die Protagonistinnen dienen und als Kommentarinstanzen das soziale Milieu reflektieren.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Nebenfiguren eine essenzielle Rolle für die diskursiven Spannungen und die realistische Milieudarstellung in Fontanes Romanwerk spielen.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, Berliner Romane, Nebenfiguren, Gesellschaftsroman, Vielheitsroman, Diskursanalyse, Kleinbürgertum, Milieudarstellung, Typisierung, Realismus, Soziale Kontraste, Literaturwissenschaft, Wilhelminisches Berlin, Figurenkonstellation, Charakterisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion und literarische Bedeutung von Nebenfiguren in Theodor Fontanes Berliner Romanen Irrungen, Wirrungen, Stine und Mathilde Möhring.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Milieudarstellung des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die Charakterisierung durch Sprache und Handeln sowie die Funktion von Nebenfiguren als Kontrastfolien zu den Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Nebenfiguren bei Fontane weit mehr als bloße Statisten sind, sondern essenzielle Funktionen bei der Abbildung gesellschaftlicher Normen und der Reflexion des "Vielheitsromans" übernehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die einen komparativen Längsschnitt durch die ausgewählten Werke vornimmt, um die Charakteristika der Nebenfiguren systematisch herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung soziokultureller Milieus, eine detaillierte Einführung der Nebenfiguren, die Analyse ihrer Eigenschaften (wie Bigotterie oder Sprache) und die Bestimmung ihrer narrativen Funktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Fontanes Realismus, soziale Hierarchien im wilhelminischen Berlin, Figurenkonstellationen, das Kleinbürgertum und die literarische Typisierung geprägt.

Warum spielen die "Vermieter" eine so zentrale Rolle im Text?

Vermieter und ihre Ehefrauen repräsentieren im Berliner Roman oft die prekäre Enge des Kleinbürgertums und dienen durch ihre Neugierde und ihr Handeln als Instanz, die den sozialen Druck auf die Hauptfiguren spürbar macht.

Inwiefern beeinflussen Namen die Charakterisierung bei Fontane?

Fontane nutzt häufig „sprechende Namen“, die entweder durch etymologische Anspielungen oder ironische Kontraste (wie bei der wohlbeleibten "Frau Dörr") eine zusätzliche Ebene der Bedeutung und Komik in die Figurendarstellung bringen.

Final del extracto de 53 páginas  - subir

Detalles

Título
Zur Funktion ausgewählter Nebenfiguren in Theodor Fontanes Berliner Romanen
Universidad
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Calificación
2,3
Autor
Lisa Gutman (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
53
No. de catálogo
V493595
ISBN (Ebook)
9783668979819
ISBN (Libro)
9783668979826
Idioma
Alemán
Etiqueta
Berliner Roman Fontane Stine Jenny Treibel Irrungen Wirrungen Vermieterin Mathilde Möhring Nebenfigur Bürger Kleinbürger Spießbürger Bildungsbürger Gesellschaft Berlin
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lisa Gutman (Autor), 2018, Zur Funktion ausgewählter Nebenfiguren in Theodor Fontanes Berliner Romanen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493595
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