Diese Arbeit untersucht den Habituserwerb im Karate. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Analyse verschiedener Rituale zum Erwerb karatespezifischer Verhaltensweisen.
In den Jahren von 1988 bis 1993 untersuchte der französische Soziologe Loic Wacquant in Amerika die sozialen Strategien von Jugendlichen im amerikanischen Ghetto. Im Zuge seiner Forschung knüpfte er auch Kontakte zu einem Woodlawn Boxclub, dem er schließlich auch beitritt. Der Boxsport übte dabei eine immer größere Faszination auf Wacquant aus, sodass er diese Sportart über 16 Monate intensiv ausübte. Seine Erfahrungen während dieser Zeit beschreibt Wacquant in seinem Buch "Leben für den Ring: Boxen im amerikanischen Ghetto".
Hier stellt sich nun die Frage, ob Rituale zum Erwerb eines bestimmten Habitus beitragen und wie diese bei Wacquant beziehungsweise Bourdieu eingeordnet werden können. Um dies beantworten zu können, soll zunächst der Ablauf eines "typischen" Karatetrainings skizziert und im nächsten Schritt die wichtigsten Rituale und Gesten herausgearbeitet werden. Darauf aufbauend werden diese unter ritualtheoretischen Blickwinkel betrachtet und mit den Theorien von Wacquant und Bourdieu in Verbindung gebracht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Beschreibung eines typischen Karatetrainings
- Analyse verschiedener Rituale zum Erwerb karatespezifischer Verhaltensweisen
- Einordnung der Ergebnisse
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Rolle von Ritualen im Karate und untersucht, inwiefern sie zum Erwerb eines spezifischen Karatespezifischen Habitus beitragen. Die Analyse basiert auf der eigenen Sportlerbiografie des Autors und bezieht sich auf die Theorien von Bourdieu und Wacquant.
- Analyse der Rituale im Karatetraining
- Verbindung der Rituale mit den Theorien von Wacquant und Bourdieu
- Bedeutung des Habitus im Karate
- Einordnung der Ergebnisse im Kontext der Ritualtheorie
- Der Einfluss von Ritualen auf die Entwicklung des Karate-Habitus
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt den Forschungsgegenstand vor und begründet die Relevanz der Untersuchung anhand der eigenen Erfahrungen des Autors im Karate und den Theorien von Wacquant.
Beschreibung eines typischen Karatetrainings
Dieses Kapitel beschreibt den Ablauf eines typischen Karatetrainings, wobei der Schwerpunkt auf den Ritualen und Gesten liegt, die den Trainingsprozess prägen. Die Beschreibung basiert auf der eigenen Erfahrung des Autors.
Analyse verschiedener Rituale zum Erwerb karatespezifischer Verhaltensweisen
In diesem Kapitel werden die wichtigsten Rituale im Karate analysiert und unter einem ritualtheoretischen Blickwinkel betrachtet. Die Ergebnisse werden mit den Theorien von Wacquant und Bourdieu in Verbindung gebracht.
Einordnung der Ergebnisse
Dieses Kapitel ordnet die Ergebnisse der Analyse in den Kontext der einschlägigen Literatur ein und diskutiert die Implikationen für die Forschung zum Habitus im Karate.
Schlüsselwörter
Karate, Habitus, Rituale, Wacquant, Bourdieu, Sport, Training, Sozialisation, Verhaltensweisen, Tradition, Kultur, Praxis, Körper, Bewegung, Kampfkunst, Selbstdisziplin, Respekt, Disziplin, Tradition, Gemeinschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was wird unter dem Begriff „Habituserwerb im Karate“ untersucht?
Die Arbeit untersucht, wie durch spezifische Rituale und körperliche Praxis im Karate ein bestimmtes Verhaltens- und Einstellungsmuster (Habitus) erworben wird.
Welche soziologischen Theoretiker bilden die Grundlage?
Die Analyse stützt sich maßgeblich auf die Theorien von Pierre Bourdieu und Loïc Wacquant.
Welche Rolle spielen Rituale im Karatetraining?
Rituale und Gesten prägen den Trainingsprozess und dienen als Instrumente zur Sozialisation und Entwicklung von Disziplin, Respekt und Kampfkunst-Identität.
Was hat Loïc Wacquants Forschung zum Boxen mit dieser Arbeit zu tun?
Wacquants Studie über Boxclubs im Ghetto dient als methodisches und theoretisches Vorbild für die Untersuchung von Körperpraxis und Habituserwerb im Sport.
Wie ist ein typisches Karatetraining in Bezug auf den Habitus aufgebaut?
Die Arbeit skizziert den Ablauf eines Trainings, um die rituellen Elemente herauszuarbeiten, die zur Formung des Karate-Habitus beitragen.
Was ist das Ziel des Habituserwerbs im Karate?
Ziel ist die Verinnerlichung von Werten wie Selbstdisziplin, Tradition und spezifischen Bewegungsmustern als fester Bestandteil der Persönlichkeit.
- Quote paper
- Tobias Elfert (Author), 2014, Habituserwerb im Karate. Eine sportwissenschaftliche Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494808