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Habituserwerb im Karate. Eine sportwissenschaftliche Untersuchung

Analyse verschiedener Rituale zum Erwerb karatespezifischer Verhaltensweisen

Titre: Habituserwerb im Karate. Eine sportwissenschaftliche Untersuchung

Dossier / Travail , 2014 , 13 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Tobias Elfert (Auteur)

Sport - Sociologie du sport
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Diese Arbeit untersucht den Habituserwerb im Karate. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Analyse verschiedener Rituale zum Erwerb karatespezifischer Verhaltensweisen.

In den Jahren von 1988 bis 1993 untersuchte der französische Soziologe Loic Wacquant in Amerika die sozialen Strategien von Jugendlichen im amerikanischen Ghetto. Im Zuge seiner Forschung knüpfte er auch Kontakte zu einem Woodlawn Boxclub, dem er schließlich auch beitritt. Der Boxsport übte dabei eine immer größere Faszination auf Wacquant aus, sodass er diese Sportart über 16 Monate intensiv ausübte. Seine Erfahrungen während dieser Zeit beschreibt Wacquant in seinem Buch "Leben für den Ring: Boxen im amerikanischen Ghetto".

Hier stellt sich nun die Frage, ob Rituale zum Erwerb eines bestimmten Habitus beitragen und wie diese bei Wacquant beziehungsweise Bourdieu eingeordnet werden können. Um dies beantworten zu können, soll zunächst der Ablauf eines "typischen" Karatetrainings skizziert und im nächsten Schritt die wichtigsten Rituale und Gesten herausgearbeitet werden. Darauf aufbauend werden diese unter ritualtheoretischen Blickwinkel betrachtet und mit den Theorien von Wacquant und Bourdieu in Verbindung gebracht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung eines typischen Karatetrainings

3. Analyse

4. Einordnung der Ergebnisse

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Ritualen und Gesten im Karatesport und deren Beitrag zum Erwerb eines spezifischen Habitus. Basierend auf soziologischen Theorien wird analysiert, wie diese Praktiken soziale Strukturen festigen und zur körperlichen Sozialisation beitragen.

  • Analyse der rituellen Abläufe im Karatetraining
  • Untersuchung der Funktionen von Ritualen und Gesten
  • Bezugnahme auf die Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu
  • Einordnung in die Forschung von Loic Wacquant
  • Körperlichkeit als Medium der Sozialisation

Auszug aus dem Buch

3. Analyse

In der Beschreibung der typischen Karatetrainingseinheit erkennt man bereits gut, wie sich viele Rituale und Gesten wie ein roter Faden durch die Trainingseinheit ziehen.

Eine gute Darstellung zur Abgrenzung von Gesten und Ritualen findet man bei Gebauer und Wulf (1998). Gesten werden hierbei als „körperlich symbolische Darstellungen von Emotionen und Intentionen“ definiert, während Rituale übergeordnet aus ständig wiederholten alltäglichen Handlungen bestehen, die vor allem durch ihre Selbstverständlichkeit geprägt sind. Rituale können demnach auch verschiedene Gesten beinhalten.

Bei der Beschreibung der Trainingseinheit fällt mit der kurzen Verbeugung an der Tür bereits vor dem eigentlichen Beginn des Trainings die erste Geste auf. Mit Bezug auf Gebauer und Wulf (1998) kann man die kurze Verbeugung beim Betreten des Trainingsortes als eine Art Verbindungsherstellung deuten. Dabei richtet sich die Geste nicht etwa an die anwesenden Karatekas, sondern gilt dem Karate als übergeordnete Instanz mit eigenen Regeln, Normen und Werten selbst. Durch die Verbeugung an der Tür bekräftigt der Sportler seine Zugehörigkeit zur Gruppe und verdeutlicht seine Akzeptanz der vom Karate vorgegebenen spezifischen Normen und Werte.

Neben dem Ausdruck der Verbundenheit und der Unterwerfung der geltenden Konventionen kann diese Verbeugung an der Tür aber auch als Ritual gesehen werden, das nach van Gennep (1986) den Übergang von einem Ordnungssystem in ein anderes darstellt. Es markiert somit den zeitlichen-, oder im diesem Fall auch den räumlichen Punkt an dem bestimmte Verhaltensweisen neu bewertet werden müssen, da sie nun in einem von den „alltäglichen“ gesellschaftlichen Normen und Werten abweichenden Kontext ausgeführt werden. Beispielhaft für diese Neubewertung ist der Umgang mit körperlichen Angriffen auf andere Personen, die unter dem „alltäglichen“ gesellschaftlichen Wertesystem negativ bewertet werden und dementsprechend auch unter Strafe stehen, während es im Kontext des Karate-Wertesystems als unabdingbare Komponente akzeptiert, ja sogar gefordert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung durch einen Vergleich zwischen Wacquants Box-Studien und eigenen Erfahrungen im Karate, um die Rolle von Ritualen theoretisch zu hinterfragen.

2. Beschreibung eines typischen Karatetrainings: In diesem Kapitel wird der Aufbau eines Karatetrainings von der Begrüßung bis zum Abschluss detailliert geschildert, um die rituellen Abläufe des Sports greifbar zu machen.

3. Analyse: Das Kapitel analysiert die im Training identifizierten Gesten und Rituale mithilfe soziologischer Konzepte, insbesondere zur Abgrenzung von Gesten und Ritualen nach Gebauer und Wulf.

4. Einordnung der Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse mit den Theorien von Bourdieu und Wacquant verknüpft, um zu klären, wie Rituale den Habitus-Erwerb und die körperliche Sozialisation fördern.

5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Funktionen der Rituale zusammen und unterstreicht die wechselseitige Beziehung, in der Rituale sowohl Produzent als auch Produkt des Habitus sind.

6. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis enthält alle für die Arbeit herangezogenen Quellen und soziologischen Standardwerke.

Schlüsselwörter

Karate, Habitus, Rituale, Gesten, Bourdieu, Wacquant, Körpersoziologie, Sozialisation, Training, Inkorporierung, Sozialkapital, Disziplinierung, Kampfkunst, Erziehung, Ordnungssysteme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Analyse von Ritualen und Gesten im Karatesport und deren Funktion im Kontext des Habitus-Erwerbs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Strukturierung des Trainings durch Rituale, die körperliche Sozialisation sowie die theoretische Verknüpfung mit den Konzepten von Pierre Bourdieu und Loic Wacquant.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob und wie die im Karatetraining praktizierten Rituale zur Bildung eines spezifischen Habitus bei den Ausübenden beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die auf der eigenen Sportlererfahrung des Autors und der theoretischen Fundierung durch klassische und moderne soziologische Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Trainingsabläufe, eine Analyse der darin enthaltenen Rituale und eine theoretische Einordnung der Ergebnisse in bestehende Habitus-Diskurse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Habitus, Rituale, Körpersoziologie, Bourdieu und Karate charakterisieren.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einer Geste und einem Ritual?

Der Autor stützt sich auf Gebauer und Wulf: Gesten werden als körperlich-symbolische Darstellungen von Emotionen und Intentionen definiert, während Rituale übergeordnete, ständig wiederholte Handlungen sind.

Welche Rolle spielt die Verbeugung im Karate laut der Analyse?

Die Verbeugung dient als Verbindungsherstellung zur übergeordneten Instanz des Karate, als Ausdruck der Zugehörigkeit sowie als Übergangsritual, das den Sportler in einen spezifischen Wertekodex überführt.

Warum wird die „ständige Wiederholung“ als zentral erachtet?

Die Wiederholung ist ein Kernmerkmal von Ritualen und laut Bourdieu entscheidend für die Inkorporierung von Strukturen, die letztlich zur Bildung und Reproduktion des Habitus führen.

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Résumé des informations

Titre
Habituserwerb im Karate. Eine sportwissenschaftliche Untersuchung
Sous-titre
Analyse verschiedener Rituale zum Erwerb karatespezifischer Verhaltensweisen
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Sportwissenschaft)
Note
1,7
Auteur
Tobias Elfert (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
13
N° de catalogue
V494808
ISBN (ebook)
9783346005113
ISBN (Livre)
9783346005120
Langue
allemand
mots-clé
Karate Habitus Sport Soziologie Rituale Verhalten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Elfert (Auteur), 2014, Habituserwerb im Karate. Eine sportwissenschaftliche Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494808
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