Diese Arbeit untersucht folgende Fragen: Wie stark ist die Kompetenzentwicklung in den Naturwissenschaften abhängig von der Herkunft? Haben Schüler und Schülerinnen ohne Zuwanderungshintergrund von Grund auf bessere Chancen, als solche mit Zuwanderungshintergrund?
In der heutigen technisierten Gesellschaft ist es von besonderer Bedeutung naturwissenschaftliche Kompetenzen aufzuweisen, um am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzuhaben. Die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben findet sich in der PISA-Studie im Literacy Konzept wieder. Die Leistungstests in PISA basieren auf diesem Konzept, welches am besten mit "Grundbildung" übersetzt werden kann. Seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ist die Gesellschaft in Deutschland immer wieder durch Einwanderung geprägt
worden. Jüngstes Beispiel hierfür ist die Einwanderungswelle seit 2014. Dies wirkt sich auf die Zusammensetzung der Gesellschaft in Deutschland aus. Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, wollen sich hier eine Zukunft aufbauen. Damit dies gelingt, müssen diese auch die entsprechenden Kompetenzen erwerben. Es stellt sich nun die Frage, wie Schüler und Schülerinnen (SuS), welche einen Zuwanderungshintergrund haben, erfolgreich an unserer Gesellschaft teilhaben können, um ein integrativer Bestandteil dieser zu werden.
Dabei soll zuerst auf den Zusammenhang zwischen Herkunft und Kompetenzerwerb eingegangen werden, auch unter Berücksichtigung anderer Faktoren, bevor dann die Entwicklung in Deutschland seit der
ersten PISA Studie aufgezeigt wird. Des Weiteren wird der Ländervergleich von 2012 herangezogen, um zu überprüfen, inwiefern die Ergebnisse aus dieser Erhebung die Ergebnisse von PISA 2015 bestätigen oder nicht. Dies soll dazu dienen, eine bessere empirische Basis zu haben, um dann abschließend die Fragestellung im Fazit zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zusammenhang zwischen Herkunft und Kompetenzerwerb unter Berücksichtigung weiterer Faktoren
2.1. Herkunft nach Generationen
2.2. Weitere Faktoren im Zusammenhang mit Kompezenzerwerb
2.3. Zusammenhänge zwischen den Faktoren und dem Kompetenzerwerb
3. Entwicklung seit 2006
4. IQB Ländervergleich 2012
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Herkunft auf die Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern im Bereich der Naturwissenschaften in Deutschland im Zeitraum von 2006 bis 2015. Dabei wird analysiert, inwieweit soziale Herkunft, Sprache und bildungsnahe Faktoren die Leistung Disparitäten beeinflussen und ob eine Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem gegeben ist.
- Analyse des Kompetenzerwerbs von Jugendlichen mit und ohne Zuwanderungshintergrund.
- Untersuchung des Einflusses von Sprache, sozioökonomischem Status und Bildungsniveau der Eltern.
- Vergleich der Entwicklungen anhand von PISA-Daten und IQB-Ländervergleichen.
- Bewertung der Chancengleichheit innerhalb des deutschen Bildungssystems.
- Differenzierung der Auswirkungen nach Generationsstatus (Erste/Zweite Generation).
Auszug aus dem Buch
2.1. Herkunft nach Generationen
Bevor auf das Thema eingegangen werden kann, muss geklärt werden, was unter dem Begriff Zuwanderungshintergrund verstanden wird. Da sich diese Arbeit auf die PISA-Studie fokussiert, soll die Definition, welche der PISA Studie zugrunde liegt, verwendet werden. Dazu zählen Jugendliche, die selbst zugewandert sind und deren Eltern auch im Ausland geboren wurden, welche als Erste Generation bezeichnet werden. Daneben gibt es noch die Gruppe, bei denen die Eltern im Ausland geboren wurden, die als Zweite Generation bezeichnet werden. Als dritte Gruppe werden dann noch die Jugendlichen hinzugerechnet, bei denen lediglich Ein Elternteil im Ausland geboren wurde. Dazu muss noch gesagt werden, dass an PISA nur diejenigen SuS teilnehmen, welche schon mindestens ein Jahr in Deutschland zur Schule gehen und über die notwendigen minimalen Deutschkenntnisse verfügen. Die eingangs erwähnten 27,8% an Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund verteilen sich wie folgt auf die drei Gruppen.
Erste Generation: 3,7%
Zweite Generation: 13,1 %
Ein Elternteil im Ausland geboren: 11%
Der größte Teil besteht also aus Jugendlichen, die selbst in Deutschland geboren wurden, aber deren Eltern zumindest zum Teil, im Ausland geboren wurden und nach Deutschland zugezogen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz naturwissenschaftlicher Kompetenzen für die gesellschaftliche Teilhabe ein und formuliert die Forschungsfrage zur Abhängigkeit dieser Kompetenzen von der Herkunft.
2. Zusammenhang zwischen Herkunft und Kompetenzerwerb unter Berücksichtigung weiterer Faktoren: Hier werden Definitionen des Zuwanderungshintergrunds geklärt und der Einfluss weiterer Variablen wie Sprache, Bildungsniveau der Eltern und sozioökonomischer Status auf den Kompetenzerwerb analysiert.
3. Entwicklung seit 2006: Dieses Kapitel vergleicht die PISA-Ergebnisse ab 2006 und untersucht, ob sich die Disparitäten zwischen Jugendlichen mit und ohne Zuwanderungshintergrund im Zeitverlauf signifikant verändert haben.
4. IQB Ländervergleich 2012: Es werden Ergebnisse des IQB-Ländervergleichs herangezogen, um die PISA-Befunde zu validieren und den Einfluss von Hintergrundmerkmalen in einer größeren Stichprobe zu prüfen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Herkunft weiterhin eine zentrale Rolle beim Kompetenzerwerb spielt und bisher keine grundlegende Veränderung der Chancengleichheit in Deutschland stattgefunden hat.
Schlüsselwörter
Naturwissenschaften, Kompetenzentwicklung, Zuwanderungshintergrund, PISA-Studie, IQB-Ländervergleich, Chancengleichheit, Bildungsniveau, Migrationshintergrund, Bildungsdisparitäten, Sozioökonomischer Status, Sprachkompetenz, Regressionsanalyse, Leistungsunterschiede.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Einfluss der Herkunft auf die naturwissenschaftliche Kompetenzentwicklung von Schülern in Deutschland zwischen 2006 und 2015.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Auswirkungen von Zuwanderungshintergrund, sozioökonomischem Status, Elternhaus und sprachlichen Fähigkeiten auf schulische Leistungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie stark die Kompetenzentwicklung in den Naturwissenschaften von der Herkunft abhängt und ob Chancengleichheit im Bildungssystem besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse genutzt?
Der Autor stützt sich auf eine Sekundäranalyse von Daten der PISA-Studien sowie des IQB-Ländervergleichs, wobei insbesondere Regressionsmodelle zur Identifikation von Einflussfaktoren genutzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung der Herkunftsdefinitionen, die Analyse der Einflussfaktoren auf Kompetenzwerte und den historischen Vergleich der Leistungsdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Naturwissenschaftliche Kompetenz, Zuwanderungshintergrund, Bildungsdisparitäten und Chancengleichheit im deutschen Schulsystem.
Wie unterscheidet die PISA-Studie die verschiedenen Generationsgruppen?
Die Studie unterscheidet zwischen der "Ersten Generation" (selbst zugewandert), der "Zweiten Generation" (Eltern im Ausland geboren) und Jugendlichen, bei denen nur ein Elternteil im Ausland geboren wurde.
Welche Rolle spielt die Sprache nach den Ergebnissen des Autors?
Die zuhause gesprochene Sprache ist ein zentraler Mediator für den Bildungserfolg; wer zuhause nicht Deutsch spricht, weist oft Lernrückstände auf, da sprachliche Voraussetzungen für das fachliche Verständnis fehlen.
- Citar trabajo
- Daniel Balle (Autor), 2019, Herkunftsbedingte Unterschiede des Bildungsstandes im Bereich der Naturwissenschaften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495771