Grundlagen und Anwendungsgebiete von Persönlichkeitstheorien und Intelligenzforschung


Term Paper, 2019
28 Pages, Grade: 1,0

Excerpt

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1. Eigenschaften und Zustände
1.1 Grundlagen zu „States“ und „Traits“
1.2 Die Konsistenzdebatte
1.3 Relevanz der Differenzierung von „States“ und „Traits“

2. Intelligenz
2.1 Intelligenzmodelle im Vergleich
2.2 Intelligenzmessung im Alltag
2.3 Intelligenztests in der Personalauswahl

3. Persönlichkeitstypologien und dimensionale Ansätze im Vergleich
3.1 Unterscheidung von typologischen und dimensionalen Ansätzen
3.2 Anwendung von Persönlichkeitstests im arbeitspsychologischen Kontext

Anlagen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Das Trichtermodell zur Verbindung von Situation, Eigenschaft und Verhalten

Abb. 2: Transsituative Konsistenz von Ängstlichkeit bei starker Situationsabhängigkeit von Angst

Abb. 3: Spearmans Zwei-Faktoren-Modell

Abb. 4: Vereinfachtes hierarchisches Intelligenzmodell nach Cattell

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Primärfaktoren des Temperaments im 16-PF

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Persönlichkeitstypen nach Jung

1. Eigenschaften und Zustände

1.1 Grundlagen zu „States“ und „Traits“

Die Persönlichkeitspsychologie bzw. Differentielle Psychologie beschäftigt sich mit der Persönlichkeitsforschung. Genauer gesagt widmet sich dieses Teilgebiet der Psychologie folgenden grundlegenden Aufgaben. Persönlichkeitspsychologen versuchen menschliches Erleben und Verhalten, zu beschreiben, zu verstehen und zu erklären. Dies dient zusätzlich der Vorhersage und der Änderung des menschlichen Erlebens und Verhaltens, wobei allgemein ein besonderes Augenmerk auf interindividuelle Unterschiede gelegt wird.1

Eine Persönlichkeitseigenschaft (engl. trait) ist ein „für einen bestimmten Menschen typisches Verhaltens- und Veranlagungsmuster, das sich in seiner Art zu fühlen und zu handeln ausdrückt“. (Myers, D. G., 2014, S. 14) Eigenschaftstheoretiker, wie zum Beispiel Allport, versuchen die Persönlichkeit anhand von grundlegenden Eigenschaften zu beschreiben, da die Persönlichkeit u.a. die Gesamtheit aller Eigenschaften beinhaltet. Mit Hilfe des Trichtermodells kann man sich Traits auch als Bindeglied zwischen Situationen und Reaktionen vorstellen.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das Trichtermodell zur Verbindung von Situation, Eigenschaft und Verhalten (eigene Darstellung; in Anlehnung an: Schütz, A., Rüdiger, M., Rentzsch, K., 2016, S. 88)

Eigenschaften müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllen, um die Persönlichkeiten von Menschen sinnvoll beschreiben zu können. Die größte Bedeutung tragen hierbei die transsituative Verhaltenskonsitenz und die temporäre Stabilität.

Die transsituative Verhaltenskonsistenz ist gegeben, wenn sich eine Person in unterschiedlichen Situationen ähnlich verhält, also das Verhalten konsistent ist. Hierbei kann man zwischen absoluter und relativer Verhaltenskonsistenz differenzieren. Bei absoluter Konsistenz müsste eine gewisse Verhaltensweise einer Person unabhängig von der Situation sein, sodass diese stets gleich bleibt. Allerdings ist diese Annahme sehr unrealistisch, da beispielsweise das Ausmaß an Aggressivität oder Freundlichkeit von der jeweiligen Situation und Lage beeinflusst wird. Die relative Konsistenz berücksichtig genau diese Situationseinflüsse. Das heißt, dass Situationen das Verhalten von verschiedenen Personen im gleichen bzw. ähnlichen Verhältnis beeinflussen müssen. Die situationsabhängigen Verhaltensunterschiede zwischen unterschiedlichen Menschen verlaufen im Idealfall also proportional zu einander. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, wie bereits genannt, die temporäre Stabilität. Verhaltensweisen müssen also dauerhaft bestehen. Auch hier existiert eine absolute und eine relative Definition. Absolute Stabilität setzt voraus, dass das Verhalten einer Person über die Zeit vollständig unverändert bleibt. Sinnvoller ist auch hier wieder die relative Sichtweise, die lediglich eine gewisse zeitliche Stabilität der Verhaltensunterschiede von Person zu Person fordert.3

An der fiktiven Person Miriam verdeutlicht, müssten also die oben genannten Voraussetzungen zutreffen, bevor man ihr eine gewisse Eigenschaft zuordnet. Miriams Arbeitskollegen würden sie beispielsweise als äußerst hilfsbereit und zuvorkommend beschreiben, da sie in der Arbeit stets gerne für andere einspringt oder anderen ihre Unterstützung anbietet. Leiht sie zudem seit Jahren häufig Gartengeräte an ihre Nachbarn, betreut gerne das Kind ihrer Schwester und zögert auch nie Fremden den Weg zu beschreiben, so kann man davon ausgehen, dass Hilfsbereitschaft eine konsistente und zeitstabile Eigenschaft von Miriam ist.

Oftmals als Synonym zu dem Begriff Eigenschaft wird der Begriff Disposition verwendet. Allerdings definiert man Dispositionen als Verhaltensregelmäßigkeiten. Der Unterschied zur Eigenschaft besteht darin, dass nur eine mittelfristige zeitliche Stabilität (wochen- bis monatelange Verhaltensregelmäßigkeiten) gegeben ist.4

Wenn ein transsituativ konsistentes Merkmal wiederum zeitlich instabil ist, spricht man von Zuständen (engl. states). Zu diesen States zählen beispielsweise Stimmungen und Gefühle. Wichtig ist, dass sie sich, abhängig von Einflüssen des Kontextes und der Situation, ändern. Zwar hängen States auch von der Persönlichkeit ab, doch ist es sehr wichtig zwischen Eigenschaften und Zuständen zu unterscheiden.5

Wenn Miriam einen enorm stressigen Tag durchlebt, an dem sie in mehreren Bereichen stark überfordert ist, kann es vorkommen, dass sie eine Bitte einer Person prompt ablehnt. Dabei spielt es keine Rolle für Miriam ob es sich um einen Kollegen, eine Freundin oder einen Unbekannten handelt. Für diese Person mag Miriam zu jenem Zeitpunkt weniger hilfsbereit erscheinen. Doch steht in diesem Fall fest, dass sich die sonst sehr hilfsbereite Miriam nur vorübergehend unkollegial verhält, weil die momentane Situation ihre Verhaltensweise beeinflusst. Der zeitlich begrenzte Zustand der Überforderung hindert Miriam schließlich daran Hilfsbereitschaft zu zeigen.

1.2 Die Konsistenzdebatte

Lange Zeit wurde kontrovers diskutiert, ob und inwieweit Konsistenz und Stabilität als Voraussetzung des Eigenschaftsmodells tatsächlich erfüllt sind. Die sog. Konsistenzdebatte drehte sich hauptsächlich um die Frage, ob das Verhalten einer Person zu einer bestimmten Messgelegenheit durch die Persönlichkeit des Menschen oder durch die Situation der Messgelegenheit determiniert ist. Kritisiert wurde darüber hinaus, dass Eigenschaftstheoretiker ihren Nutzen verfehlten, sofern durch eine mangelnde Konsistenz und Stabilität keine sinnvollen Verhaltensvorhersagen oder-erklärungen getroffen werden können.6

Wenn man Miriam hinsichtlich ihres Kommunikationsverhalten beobachten würde, könnte man ebenfalls von einem Mangel an Konsistenz ausgehen. In einer Gesprächsrunde unter Freunden zeigt sie sich sehr offen und gesprächig und übernimmt auch in einer öffentlichen Diskussion zum Thema Umweltschutz gerne das Wort. Doch in Situationen, in denen ihre persönliche Leistung im Vordergrund steht, z.B. in einem Bewerbungsgespräch oder einer mündlichen Prüfung zeigt sich eher das Gegenteil. Miriam verhält sich eher schweigsam und spricht nur so viel wie nötig. Allerdings klärt sich in den folgenden Abschnitten, dass dieser Befund nur einen scheinbaren Mangel an transsituativer Verhaltenskonsistenz impliziert.

Insbesondere Walter Mischel löste die lang anhaltende Kontroverse aus. Grund dafür war eine Übersicht über empirische Befunde zur niedrigen transsituativen Konsistenz beobachteten Verhaltens.7 Mischel stellte seine Behauptungen allerdings auf der Basis eines Fehlschlusses auf. Denn die Situationsabhängigkeit des Verhaltens schließt die transsituative Konsistenz der zu Grunde liegenden Eigenschaft nicht aus. Wie bereits zur relativen Verhaltenskonsistenz erläutert, äußert sich die transsituative Konsistenz nicht in situationsunabhängigem und identischem Verhalten, sondern in den proportionalen Verhaltensunterschieden. Dies veranschaulicht Abb. 2 sehr verständlich. Es wird die Angststärke von vier Personen in zehn verschiedenen Situationen dargestellt, wobei die Angststärke von links nach rechts zunimmt. Ausschlaggebend ist, dass die Angststärke zwar von Person zu Person unterschiedlich hoch ist, aber dennoch die Rangfolge der Situationen nahezu identisch verläuft. Die Situationsprofile, welche in der Abbildung durch Grafen dargestellt sind, überschneiden sich demnach nicht. Mischel selbst zeigte 1994, dass trotz niedriger transsituativer Konsistenz zeitstabile individuelle Situationsprofile bestehen können, die als zeitstabile Eigenschaften interpretiert werden können. Somit wurde die Konsistenzdebatte Mitte der 1990er Jahre beendet.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Transsituative Konsistenz von Ängstlichkeit bei starker Situationsabhängigkeit von Angst (Quelle: Asendorpf, J., B., 2019, S. 22)

1.3 Relevanz der Differenzierung von „States“ und „Traits“

Bereits aus den schon geschilderten Alltagsbeispielen des fiktiven Charakters Miriam, erschließt sich die Bedeutung der Unterscheidung von States und Traits. Um die Relevanz der Differenzierung noch weiter zu verdeutlichen, wird im Rahmen eines Gedankenspiels auf mögliche Folgen und Risiken eingegangen, die mit einer Gleichstellung von Zuständen und Eigenschaften einhergehen.

Angenommen Miriam verabredet sich zu einem Abendessen mit ihrem neuen Arbeitskollegen Christian. Da sie seit vielen Jahren alleinstehend ist, merkt man Miriam ihre Unsicherheit beim Abendessen deutlich an. Aus Nervosität verhält sie sich äußerst ungeschickt und verklemmt, was letztendlich dazu führt, dass ihr Gegenüber einen falschen Eindruck erhält. Ihre sonst sehr offene und selbstsichere Art kommt in der für sie ungewohnten Situation kaum zum Vorschein. Da Christian sie erst seit kurzem kennt, geht er davon aus, dass Unsicherheit und Verschlossenheit zu den zentralen Eigenschaften Miriams zählen, obwohl ihr gezeigtes Verhalten deutlich der Situation zuzuschreiben ist. Aufgrund der vorschnellen Schlüsse zu Miriams Persönlichkeit, bricht Christian den privaten Kontakt ab. Für die anstehende Projekt-Präsentation in der Firma hält er sie außerdem für ungeeignet und teilt dies ebenso seinen Kollegen mit. Die Folgen in diesem Gedankenspiel lassen sich offensichtlich immer weiter spinnen.

Dieses Szenario ist ein typisches Alltagsbespiel, das betonen soll, wie schnell Menschen dazu neigen Vorurteile auf der Basis von States zu bilden. Vor Allem beim Kennenlernen von neuen Personen ist es deshalb wichtig sich stets die Unterscheidung von Eigenschaften und Zuständen vor Augen zu halten. Um sich ein wahrheitsgetreues Bild einer Persönlichkeit zu machen ist es immer nötig den Charakter in unterschiedlichen Situationen über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Des Weiteren kann man daraus schlussfolgern, dass den Betroffenen durch die Verwechslung von States und Traits Chancen genommen werden. Die Personen, dessen Verhaltensweisen falsch interpretiert werden leiden schließlich darunter.

Das gleiche Prinzip lässt sich auf unendlich viele Bereiche anwenden. Auch im beruflichen Kontext ist es enorm wichtig Eigenschaften von Zuständen abzugrenzen. Bedenklichen Einfluss üben States beispielsweise auf die Personalauswahl aus. Deshalb soll im Folgenden genauer auf die Absicht und die Funktionsweise von Assessment Centern (AC) eingegangen werden. Diesbezüglich werden ebenso mögliche Probleme aufgezeigt.

„Ein Assessment Center ist eine heterogene Klasse diagnostischer Verfahren und eine Sequenz aus Einzel- und Gruppensituationen, die diverse Fähigkeiten, insbesondere soziale Kompetenzen, zum Zweck der Personalauswahl oder Personalentwicklung erfassen sollen.“ (Asendorpf, J. B., 2015, S. 91) Das AC umfasst bis zu vier Kategorien, u.a. Beobachtungen on the job, Verhaltenssimulationen, Persönlichkeitsfragebögen und -tests, sowie die Auswertung der Berufsbiografie mithilfe von Interviews.9

In der Regel werden den Teilnehmern eines AC bestimmte Eigenschaften zugeordnet, um interindividuelle Unterschiede festzustellen. Relevante traits sind beispielsweise „Selbstdisziplin“ und „Dominanz“. Die gewonnenen Ergebnisse dürfen lediglich als Festlegung der Ausprägungsgrade verstanden werden, da die beobachtbaren traits nur Konstrukte sind. Von absoluter Wichtigkeit ist hierbei die zeitliche Stabilität der Konstrukte, sodass eine Vorhersagen auf Basis der interindividuellen Unterschiede für den späteren Berufsalltag getroffen werden können. Daraus lässt sich schließen, dass nur bestimmte, eindeutig abzugrenzende Eigenschaftsausprägungen für AC’s geeignet sind. Die Ermittlung von Konstrukten, die leicht veränderbare oder erlernbare Aspekte beinhalten (z.B. „Teamwork“ oder „Kundenorientierung“) ist dementsprechend unangemessen und nicht zielführend.10

Miriam nimmt an einem AC teil. Aufgrund eines plötzlichen und brennenden Hautausschlags im Gesicht fühlt sie sich äußerst unwohl und möchte am liebsten keinem auffallen. In Einzelgesprächen meidet sie folglich den Augenkontakt zu anderen Personen und hält sich in Gruppendiskussionen zurück um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Obwohl Miriam sonst sehr selbstbewusst auftritt und gerne in den Mittelpunkt rückt, um sich zu beweisen, verhält sie sich an diesem Tag äußerst unsicher und unruhig, da sie sich für ihr momentanes Erscheinungsbild schämt.

Es ist wahrscheinlich, dass die Beobachter, Miriams Auftreten fehlerhaft interpretieren. Ihre momentanen Verhaltensweisen (states), welche überwiegend von situativen Einflüssen geprägt sind, werden in diesem Zusammenhang für Eigenschaftsausprägungen gehalten. Bei der Auswertung entsteht ein verzerrtes Persönlichkeitsbild von Miriam.

Allgemein spielt die Validität in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Validität ist gegeben, wenn ein Instrument das gültig erfasst, was es erfassen soll. Wenn bei einem AC states mit traits verwechselt werden oder situative Einflüsse das Verhalten einer Person übermäßig beeinflussen, kann man nicht von einer validen Vorgehensweise sprechen.

Die wohl häufigste Ursache für Abweichungen zum gewöhnlichen Verhalten der Teilnehmer eines AC’s sind Nervosität und Stress. Die ungewohnte Situation setzt die Bewerber unter extremen psychischen Druck, welcher durch Zeitnot und Konkurrenz noch verstärkt wird. Denkblockaden und Konzentrationsschwierigkeiten können als Folge auftreten. Allerdings reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf solche Situationen, sodass man diesen Aspekt eines AC’s nicht nur negativ betrachten sollte. Denn interindividuelle Unterschiede äußern sich ebenfalls im Umgang mit Stress und psychischem Druck. Insgesamt lässt sich sagen, dass situative Einflüsse unbedingt berücksichtigt werden müssen. Sowohl bei der Erstellung eines AC’s, als auch in der Durchführung und Bewertung der Teilnehmer ist eine Differenzierung zwischen states und traits sinnvoll.

2. Intelligenz

2.1 Intelligenzmodelle im Vergleich

Den Begriff Intelligenz zu definieren ist eine komplizierte Angelegenheit. Psychologen beschreiben und definieren den Begriff oft unterschiedlich. Sie kann z.B. als „eine sehr allgemeine geistige Fähigkeit, die unter anderem die Fähigkeiten zum schlussfolgernden Denken, zum Planen, zum Problemlösen, zum abstrakten Denken, zum Verstehen komplexer Ideen, zum raschen Auffassen und zum Lernen aus Erfahrung einschließt“, verstanden werden. (Gottfredson, 1997, S.13).11 Andere Definitionen beinhalten die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und Ereignisse zu erklären.12 Aber auch der Aspekt der Anpassungsfähigkeit an neue Situationen mithilfe von Wissen und Erfahrung wird häufig zum Spektrum der Intelligenz gezählt. Psychologen stimmen deshalb damit überein, dass Intelligenz ein Konstrukt ist und kein greifbares Objekt.13

„Intelligenz ist die am besten untersuchte Persönlichkeitseigenschaft überhaupt […]. (Neyer & Asendorpf, 2018). Gerade deshalb bereitet es heute so große Schwierigkeiten eine einheitliche Definition zu erarbeiten. Um das Konzept Intelligenz nachvollziehbar darzustellen, sollen zunächst drei verschiedene Intelligenzmodelle skizziert werden um sie anschließend auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu untersuchen. Dazu sollen die Theorien ebenfalls grob in das Spektrum der verschiedenen Intelligenzstrukturen eingegliedert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Spearmans Zwei-Faktoren-Modell (Quelle: Rauthmann, J., F., 2017, S. 192)

Eine relativ frühe Theorie der Intelligenzstruktur ist das sog. Zwei-Faktoren-Modell von Charles Spearman (1904). Er beobachtete, dass die Ergebnisse von verschiedenen Intelligenztests positiv miteinander korrelieren. Spearman vermutete deshalb die Existenz eines generellen Faktors, den er g-Faktor nannte.14 Je höher dieser Faktor ausgeprägt ist, desto besser schneidet die Person in verschiedenen Fähigkeitsbereichen ab. Der g-Faktor ist also die Ursache dafür, dass eine Person in unterschiedlichen Bereichen meist ähnlich gute Leistungen erbringen kann. Abweichungen in den Testergebnissen einer Person rechtfertigt Spearman mit speziellen (s-)Faktoren, welche im Vergleich zu dem g-Faktor nur eine geringere Rolle spielen.15

[...]


1 Vgl. Schmitt & Altstötter-Gleich (2010), S. 5-6

2 Vgl. Schütz, Rüdiger & Rentzsch (2016), S. 87-88

3 Vgl. Schmitt & Altstötter-Gleich (2010), S. 70-71

4 Vgl. Asendorpf (2019), S. 3

5 Vgl. Schmitt & Altstötter-Gleich (2010), S. 72

6 Vgl. Kelava & Schermelleh-Engel (2012), S. 364

7 Vgl. Asendorpf (2019), S. 21

8 Vgl. Asendorpf (2019), S.21

9 Vgl. Obermann (2018), S. 1

10 Vgl. Obermann (2018), S.299-300

11 Vgl. Gerrig (2015), S.341

12 Vgl. Gazzaniga, Heatherton & Halpern (2017), S. 470

13 Vgl. Myers (2014), S.401

14 Vgl. Rauthmann (2017), S. 192

15 Vgl. Salewski & Renner (2009), S. 120

Excerpt out of 28 pages

Details

Title
Grundlagen und Anwendungsgebiete von Persönlichkeitstheorien und Intelligenzforschung
College
SRH - Mobile University
Grade
1,0
Author
Year
2019
Pages
28
Catalog Number
V496116
ISBN (eBook)
9783346051431
Language
German
Tags
Persönlichkeit, Intelligenz, Eigenschaften und Zustände, Konsistenzdebatte, Inteligenzmessung, Intelligenztests, Intelligenzmodelle, Persönlichkeitstypologien, Dimensionale Ansätze, Persönlichkeitstests
Quote paper
Daline Ostermaier (Author), 2019, Grundlagen und Anwendungsgebiete von Persönlichkeitstheorien und Intelligenzforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496116

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