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Das radikal Böse und der NSU

Die Theorien des Bösen bei Immanuel Kant und Hannah Arendt in Bezug auf Beate Zschäpes Selbstinszenierung

Título: Das radikal Böse und der NSU

Trabajo , 2016 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Elisabeth Kreutzer (Autor)

Política - Generalidades y teorías de la política internacional
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Die Frage danach, wie das Böse in der menschlichen Natur und der Anlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu erklären sei, zählt zu den Grundfragen der Philosophiegeschichte. Als Gegenbegriff zum Guten ist das Böse als Objekt der geisteswissenschaftlichen und philosophischen Untersuchungen bis in die Neuzeit von zentraler Bedeutung und die Frage nach seiner Natur ist im wissenschaftlich-philosophischen Diskurs ebenso kontrovers wie essentiell. Sie trifft das Herz des gesellschaftlichen Konstrukts durch seine stete Präsenz und unerklärliche Vielfalt immer wieder aufs Neue.

Wenn vom Bösen gesprochen wird ist es notwendig, diverse Arten des Bösen zu unterscheiden, um für den Zweck dieser Arbeit im wissenschaftlichen Diskurs ein differenziertes Bild zu erlangen. Mit Blick auf den heutigen medialen Diskurs ergibt sich eine recht klare Vorstellung davon, was als "Böse" anzusehen ist. In Bezug auf den nationalsozialistischen Untergrund (NSU) sind es offensichtlich die schrecklichen Morde an zehn Bürgern mit Migrationshintergrund. So lässt sich die öffentliche Meinung dessen, was als moralisch Böse anzusehen ist, in diesem Fall und aufgrund des immer noch ausstehenden Gerichtsurteil, mithilfe der medialen Berichterstattung, nachzeichnen.

Die großen deutschen Tageszeitungen titelten in Bezug auf den NSU beispielsweise "Das Böse ist eingefangen" oder "Das Böse verhält sich eigentlich ganz normal" und ließen jeglichen Zweifel an der Natur der Taten des NSU als "böse" außer Frage. Gleichzeitig gab eine kurzfristig Mitgefangene der Hauptangeklagten Beate Zschäpe in der JVA Stadelheim in einem Interview in diesem Jahr an, dass jene wie "ein Star gefeiert" würde und im Gefängnis Chemnitz der größte "Fanclub" von ihr sitze. Die niemals kongruenten Vorstellungen von dem, was als gut und was als böse zu konnotieren ist, geraten gerade bei ideologischen Taten wie jenen des NSU auf den Prüfstand.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Semantik des Bösen in der heutigen Gesellschaft

3. Das radikal Böse bei Immanuel Kant

3.1 Grundlinien der Kant’schen Moralphilosophie und die Anlagen des Menschen

3.2 Das radikal Böse

4. Hannah Arendts “Banalität des Bösen”

4.1 Die Banalität des Bösen

5. Erklärungsversuch: Zur Semantik des Bösen im 21. Jahrhundert. Beate Zschäpe und der NSU

5.1 Zum Selbstverständnis Beate Zschäpes: die gerichtliche Aussage.

5.2 Angst als Triebfeder. Zschäpe mit Kant.

5.3 Ein Blick aus der Arendt’schen Perspektive

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Einordnung des moralisch Bösen am Beispiel der Hauptangeklagten Beate Zschäpe im NSU-Prozess. Dabei wird hinterfragt, inwieweit Zschäpes Handeln oder Unterlassen durch die kantianische Theorie des radikal Bösen oder die arendtsche Banalität des Bösen erklärbar ist, um ein tieferes Verständnis für die moralische Verantwortung in ideologisch geprägten Strukturen zu gewinnen.

  • Philosophische Theorien des Bösen (Kant & Arendt)
  • Selbstbild und gerichtliche Inszenierung von Beate Zschäpe
  • Die Rolle von Angst, Loyalität und Entgrenzung des Subjekts
  • Vergleich zwischen individueller Verantwortung und struktureller Einbindung

Auszug aus dem Buch

3.2 Das radikal Böse

Die Frage was es mit dem “radikal Bösen” in der Kant’schen Moralphilosophie auf sich hat, lässt sich unter den Voraussetzungen des menschlichen freien Willens und dem Mensch als sinnhaftes Wesen, als die Priorisierung der falschen Triebfedern, also der Motivation die das Handeln als Grundlage hat, erklärt werden. Das Böse ist als radikal zu verstehen, da es tief im Wesen des Menschen verankert ist und ein jeder die Möglichkeit hat, schlechte Triebfedern als Handlungsmaximen zu wählen.

“Also muss der Unterschied ob der Mensch gut oder böse sei, nicht in dem Unterschiede der Triebfedern, die er in seine Maxime aufnimmt (nicht in dieser ihrer Materie), sondern in der Unterordnung (der Form derselben) liegen: welche von beiden er zur Bedingung der anderen macht.” (ebd. S.213f.)

Der Mensch trägt die Möglichkeit des Bösen von Grund auf in sich, es ist deshalb radikal, da es in ihm und allen seinen potentiellen Möglichkeiten liegt. Doch die Entscheidung die falschen Triebfedern über die des moralischen Gesetzes zu stellen, welches im Sinne des Philosophen nichts anderes ist als der kategorischen Imperativ, den er in der “Grundlegung der Metphysik der Sitten” im Jahr 1785 formulierte: “Ich soll niemals anders verfahren als so, daß ich auch wollen könne, meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die philosophische Fragestellung ein und bettet den aktuellen Diskurs um den NSU-Prozess in den Kontext der Frage nach dem moralisch Bösen ein.

2. Die Semantik des Bösen in der heutigen Gesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet, wie das Böse gesellschaftlich und rechtlich definiert wird und dass keine universell gültige philosophische Definition existiert.

3. Das radikal Böse bei Immanuel Kant: Hier werden Kants anthropologische Grundlagen und seine Theorie des radikal Bösen als eine Fehlpriorisierung der Triebfedern gegen den kategorischen Imperativ erläutert.

4. Hannah Arendts “Banalität des Bösen”: Das Kapitel expliziert Arendts These, nach der das Böse aus der Entfremdung des Individuums und einer Gedankenlosigkeit resultiert, die keine moralischen Grenzen mehr kennt.

5. Erklärungsversuch: Zur Semantik des Bösen im 21. Jahrhundert. Beate Zschäpe und der NSU: Dieses Kapitel wendet die zuvor erarbeiteten philosophischen Theorien auf den Fall Beate Zschäpe und das NSU-Umfeld an.

6. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass beide Theorien unterschiedliche, aber ergänzende Perspektiven auf das Handeln und die Verantwortlichkeit von Beate Zschäpe bieten.

Schlüsselwörter

Böses, Immanuel Kant, Hannah Arendt, NSU, Beate Zschäpe, radikal Böses, Banalität des Bösen, Moralphilosophie, Triebfedern, kategorischer Imperativ, Schuld, Gedankenlosigkeit, Selbstinszenierung, Verantwortung, Handlungsmaximen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert philosophisch das Konzept des moralisch Bösen und wendet es auf die Rolle von Beate Zschäpe im NSU-Prozess an.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Moralphilosophie, der Fall NSU, die Täterforschung sowie der Vergleich zwischen kantianischen und arendtschen Ethikmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob Beate Zschäpes Handeln durch philosophische Definitionen des Bösen als bewusste Entscheidung oder als Resultat struktureller Entfremdung gedeutet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive philosophische Analyse, bei der theoretische Konzepte auf aktuelle empirische Ereignisse (die Aussagen von Zschäpe im Prozess) angewendet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ausarbeitung der Begriffe des radikalen Bösen (Kant) und der Banalität des Bösen (Arendt) sowie deren Transfer auf den spezifischen Fall des NSU.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören radikal Böses, Banalität, Triebfedern, moralische Verantwortung und die Person Zschäpe.

Wie bewertet Kant das Verhalten von Beate Zschäpe?

Kant würde Zschäpes Handeln als böse bewerten, da sie ihre egoistischen Triebfedern (wie Angst vor Einsamkeit) über das moralische Gesetz gestellt hat.

Kann man Zschäpes Taten laut Arendt als banal bezeichnen?

Unter der Bedingung, dass man ihrer Selbstdarstellung der Unwissenheit Glauben schenkt, ließe sich ihr Handeln als Banalität durch Gedankenlosigkeit und Selbstvergessenheit interpretieren.

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Detalles

Título
Das radikal Böse und der NSU
Subtítulo
Die Theorien des Bösen bei Immanuel Kant und Hannah Arendt in Bezug auf Beate Zschäpes Selbstinszenierung
Universidad
LMU Munich  (Politikwissenschaft)
Calificación
1,0
Autor
Elisabeth Kreutzer (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
18
No. de catálogo
V496358
ISBN (Ebook)
9783346010599
ISBN (Libro)
9783346010605
Idioma
Alemán
Etiqueta
böse zschäpes beate bezug arendt hannah kant immanuel bösen theorien selbstinszenierung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elisabeth Kreutzer (Autor), 2016, Das radikal Böse und der NSU, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496358
Leer eBook
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Extracto de  18  Páginas
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