Mit dem in dieser Arbeit dargestellten Unterricht möchte ich versuchen, die Planungskompetenz der SchülerInnen dahingehend zu fördern, dass sie dafür sensibilisiert werden, ihr Handeln und ihre Arbeit zu strukturieren und planvoll vorzugehen.
Um ein möglichst breites Spektrum gastronomischer Tätigkeitsfelder abzudecken und den SchülerInnen darüber hinaus auch die Gelegenheit zu geben, ihre Planungen in unterschiedlichen beruflichen Lernsituationen anwenden zu können, erstreckt sich die gesamte Unterrichtssequenz über mehrere Veranstaltungen, im Rahmen derer einzelnen Planungen durchgeführt beziehungsweise erprobt werden sollen und somit auch durch eine stete Wiederholung die Planungskompetenz der SchülerInnen gefördert werden soll.
In gastronomischen Berufen ist das Planen und Vorbereiten ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit. Einzelne Arbeitsabläufe, unterschiedliche Mitarbeiter, aus unterschiedlichen Bereichen, müssen immer wieder so koordiniert werden, dass möglichst effektiv gearbeitet werden kann. So nimmt die Planung von unterschiedlichen Arbeitsabläufen z.B. in vier Lernfeldern im Ausbildungsberuf Koch einen wesentlichen Teil ein.
Dabei soll die Förderung der Planungskompetenz bei den SchülerInnen des Berufsvorbereitungsjahres nicht ausschließlich dazu dienen, fachliche Abläufe zu planen und zu gestalten, sondern sie vielmehr dazu befähigen, auch in außerschulischen (privaten oder gesellschaftlichen) Bereichen, ihr Vorgehen bzw. Handeln so zu planen, dass sie an sie gestellte Anforderungen bewältigen können. Gerade bei der Flut an unterschiedlichen Reizen, Informationen und Herausforderungen, die in der heutigen Zeit auf die Jugendlichen einströmen, ist es wichtig, über die Kompetenz zu verfügen diese bündeln, selektieren und einordnen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Schülerinnen und Schüler der Berufsvorbereitung
2.2 Selbststeuerung
2.3 Planungskompetenz
2.3.1 Was ist Planungskompetenz?
2.3.2 Bedeutung der Planungskompetenz für ein strukturiertes Arbeiten
2.4 Planvolles Handeln als Grundlage einer vollständigen Handlung
2.5 Förderung der Planungskompetenz im Unterricht
2.6 Hypothesen
3. Planung der Unterrichtssequenz
3.1 Planungsrelevante Faktoren
3.1.1 Schülerbezogene Faktoren
3.1.2 Lehrerbezogene Faktoren
3.1.3 Organisatorische Faktoren
3.2 Entscheidungen
3.2.1 Grundsätzliche Absichten
3.2.2 Ziele
3.3 Tabellarische Darstellung der Unterrichtssequenz
4. Darstellung und Reflektion der Unterrichtsphasen
4.1 ‚Plätzchenbacken’
4.1.1 Einstiegs- und Planungsphase
4.1.2 Anwendungsphase
4.1.3 Evaluation
4.2 Vertiefungsphase ‚Á la carte’
4.3 Vertiefungsphase ‚Menü’
4.3 Vertiefungsphase ‚Buffet’
4.5 Evaluation der gesamten Unterrichtssequenz
5. Evaluation einzelner Phasen durch die Schüler
6. Gesamtevaluation der Unterrichtssequenz vor dem Hintergrund der gestellten Hypothesen
7. Schlussbetrachtung und Ausblick
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Planungskompetenz von Schülerinnen und Schülern im Berufsvorbereitungsjahr Gastronomie durch die gezielte Initiierung selbstgesteuerter, produktorientierter Lernhandlungen zu fördern. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch ein strukturiertes Vorgehen – exemplifiziert an gastronomischen Veranstaltungen – die Fähigkeit zur eigenen Arbeitsplanung und Strukturierung nachhaltig entwickelt werden kann.
- Förderung der Planungskompetenz als Teil der Methodenkompetenz
- Einsatz von Arbeitsablaufplänen als Instrument zur Selbststeuerung
- Theorie-Praxis-Verknüpfung im gastronomischen Fachunterricht
- Bedeutung von Motivation durch produktorientiertes Arbeiten
- Reflexion und Evaluation von Lernprozessen durch die Lernenden
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Einstiegs- und Planungsphase
Die Einstiegs- und Planungsphase des ersten Unterrichtstages sollen hier gemeinsam dargestellt werden, da diese an einem Unterrichtstag durchgeführt wurden und so ineinander übergingen, dass eine genaue, nach einzelnen Stunden aufgeschlüsselte Trennung nur schwer möglich ist.
In den vorangegangenen Wochen hatten die SchülerInnen immer wieder den Wunsch geäußert, in der Vorweihnachtszeit Plätzchen zu backen. Mit der Realisierung dieses Unterrichtsthemas, versuchte ich diesem Schülerwunsch nachzukommen. Diese Phase umfasste insgesamt 12 Unterrichtsstunden. Im ersten Teil dieser Phase (4 U-Std.) habe ich zuerst den SchülerInnen das neue Thema ‚Plätzchenbacken’ vorgestellt. Die später hergestellten Plätzchen sollten auch verkauft werden, so dass die SchülerInnen diesbezüglich planen mussten, wie sie z.B. die Plätzchen verpacken wollen, welche Plätzchen sie backen wollen, wie schwer eine Plätzchentüte sein soll und wie viel Geld sie dafür verlangen sollten.
Die SchülerInnen wurden mittels eines informierenden Unterrichteinstieges von mir über den Ablauf des Unterrichtstages in Kenntnis gesetzt. Anschließend sollten sie, um ihnen die Gelegenheit zu geben, sich dem neuen Thema anzunähern, in Gruppen (in denen sie auch später beim Backen zusammen arbeiten wollten), drei Fragestellungen bearbeiten und diese anschließend dem Rest der Klasse vorstellen. Dies diente einerseits dazu, das Vorwissen zum Themenbereich Weihnachtbäckerei der SchülerInnen zu aktivieren, aber andererseits auch dazu, wie bereits erwähnt, den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, sich dem Thema anzunähern und ihr Interesse auf die neue Aufgabe zu lenken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel erläutert die Problemstellung der mangelnden Planungsfähigkeit bei Jugendlichen im Berufsvorbereitungsjahr und definiert die Zielsetzung der Arbeit zur Förderung dieser Kompetenz.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die Lernvoraussetzungen der Zielgruppe, der Begriff der Selbststeuerung und die Definition der Planungskompetenz als Teil der Handlungskompetenz erörtert.
3. Planung der Unterrichtssequenz: Dieses Kapitel beschreibt die schülerbezogenen, lehrerbezogenen und organisatorischen Faktoren, die den Rahmen für das Unterrichtskonzept bilden.
4. Darstellung und Reflektion der Unterrichtsphasen: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung und Reflexion des Projekts ‚Plätzchenbacken’ sowie der Vertiefungsphasen ‚Á la carte’, ‚Menü’ und ‚Buffet’.
5. Evaluation einzelner Phasen durch die Schüler: Hier werden die Ergebnisse der von den Schülern ausgefüllten Fragebögen ausgewertet, um deren Perspektive auf den Lernprozess darzustellen.
6. Gesamtevaluation der Unterrichtssequenz vor dem Hintergrund der gestellten Hypothesen: Die Arbeit überprüft abschließend die aufgestellten Hypothesen hinsichtlich der Wirksamkeit der gewählten Strukturen für selbstgesteuertes Lernen.
7. Schlussbetrachtung und Ausblick: Der Autor resümiert den Erfolg der Unterrichtssequenz und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit fächerübergreifender Förderung.
8. Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Materialien.
Schlüsselwörter
Planungskompetenz, Berufsvorbereitungsjahr, Gastronomie, Selbststeuerung, Handlungskompetenz, Projektunterricht, Arbeitsablaufplan, Methodenkompetenz, Produktorientierung, Lernhandlungen, Unterrichtsreflexion, Berufliche Bildung, Schüleraktivierung, Didaktik, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die Planungskompetenz von Schülern im Berufsvorbereitungsjahr Gastronomie durch selbstgesteuerte und produktorientierte Lernprozesse gezielt gefördert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft theoretische Ansätze zur Handlungskompetenz mit der praktischen Umsetzung im Bereich der gastgewerblichen Ausbildung, wobei die Strukturierung von Arbeitsprozessen im Mittelpunkt steht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Befähigung der Jugendlichen, ihre Arbeitsprozesse in verschiedenen beruflichen und privaten Situationen eigenständig, zielgerichtet und planvoll zu strukturieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe, die durch eine begleitende Evaluation mittels Fragebögen, Blitzlichtern und einer Zielscheiben-Bepunktung durch die Lernenden analysiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung, die konkrete Planung der Unterrichtssequenz inklusive der Rahmenbedingungen sowie die detaillierte Dokumentation und Reflexion der durchgeführten Phasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Planungskompetenz, Selbststeuerung, Berufsvorbereitung, Handlungskompetenz und der Arbeitsablaufplan als zentrales methodisches Instrument.
Warum wurde das Projekt "Plätzchenbacken" als Einstieg gewählt?
Das Projekt bot einen hohen Motivationsanreiz, da der Wunsch nach dem Backen von den Schülern selbst geäußert wurde und es einen gut fassbaren, produktorientierten Rahmen für die erste Anwendung eines Arbeitsablaufplans darstellte.
Welchen Nutzen ziehen die Schüler laut Auswertung aus der Planung?
Die Schüler berichteten, dass sie durch die im Vorfeld erstellten Pläne ihre Arbeit in der Gruppe besser koordinieren konnten, ein klares Verständnis für die benötigten Ressourcen hatten und sich in der Ausführung der Aufgaben sicherer fühlten.
Inwiefern hat die Lehrperson ihre Rolle im Unterricht angepasst?
Die Lehrperson agierte primär als Lernberater, der bei Bedarf unterstützte, aber den Schülern den notwendigen Freiraum zur Selbststeuerung ließ, um eigene Erfahrungen im Planungs- und Durchführungsprozess zu ermöglichen.
- Citation du texte
- Sören Meyer (Auteur), 2008, Förderung der Planungskompetenz im Berufsvorbereitungsjahr Gastronomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496478