Die vorliegende Forschungsarbeit widmet sich der städtischen beziehungsweise räumlichen Verantwortungsübernahme durch die Digitalwirtschaft vor dem Hintergrund struktureller gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungsprozesse.
Anhand der Plattformen Airbnb und Uber ist aufgezeigt, ob und inwieweit Corporate Urban Responsibility (CUR) zum Einsatz kommt und welche Instrumente bzw. Vorgehensweisen dabei von zentraler Bedeutung sind. Entsprechend der stark von Stadträumen abhängigen Geschäftsmodelle (Wohnen/Tourismus bzw. Mobilität), steht vor allem die Art & Weise unternehmerischer Verantwortungsübernahme im Fokus – es gilt zu prüfen, inwieweit Relationen zwischen Kerngeschäftsfeldern und getätigtem (urbanen) Engagement erkennbar sind.
Da sozialräumliche Bezüge der der Plattformen primär unmittelbar an den Firmenstandorten selbst vorliegen, die mitunter gravierenden Auswirkungen der Geschäftsmodelle jedoch nahezu weltweit vorhanden sind, stellt sich zudem die Frage, ob und wie sich unternehmerisches Engagement diesbezüglich räumlich niederschlägt? Nach Einordnung zugehöriger Konzepte sowie der wesentlichen Bestandteile moderner unternehmerischer Verantwortungsübernahme, ist das meist digital kommunizierte Engagement der Plattformen systematisch analysiert und operationalisiert – hierfür sind die potenziellen Aktivitäten gesellschaftlicher bzw. urbaner Verantwortungsübernahme von Airbnb bzw. Uber entsprechend relevanter Bestandteile in einem Faktorraster festgehalten, um die unübersichtliche und nicht einheitliche Datenlage verständlich abbilden zu können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Methodik
1. Wandel
2. Unternehmensverantwortung
2.1 Corporate Social Responsibility und zugehörige Konzepte
2.2 Corporate Urban Responsibility
2.2.1 Modifizierte CUR-Definition
2.2.2 Zentrale Wirkungssegmente von CUR
2.3 Instrumente
2.4 Kommunikation als Instrument
3. Digitale Plattformunternehmen
3.1 Digitalwirtschaft
3.2 Digitale Plattformwirtschaft
3.3 Unternehmensprofil - Airbnb, Inc.
3.4 Unternehmensprofil - Uber Technologies, Inc.
4. Exemplarische Analyse
4.1 Faktorraster (Analysewerkzeug)
4.2 Analyse (Einordnung und Vorgehen)
4.2.1 Airbnb, Inc.
4.2.2 Uber Technologies, Inc.
5. Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Unternehmen der digitalen Plattformökonomie, am Beispiel von Airbnb und Uber, Corporate Urban Responsibility (CUR) wahrnehmen und integrieren. Ziel ist es, die Auswirkungen dieser Geschäftsmodelle auf den urbanen Raum zu beleuchten und zu klären, inwieweit eine kausale Verbindung zwischen unternehmerischem Kerngeschäft und gesellschaftlichem Engagement im städtischen Kontext besteht.
- Analyse der digitalen Plattformökonomie und deren Einfluss auf Städte.
- Konzeptualisierung von Corporate Urban Responsibility (CUR).
- Erarbeitung eines Faktorrasters zur Bewertung von CUR-Maßnahmen.
- Exemplarische Untersuchung von Airbnb und Uber.
- Evaluation der strategischen Kommunikation und räumlichen Wirkung der Plattformen.
Auszug aus dem Buch
3.4 Unternehmensprofil - Uber Technologies, Inc.
Uber Technologies Inc., gegründet 2009 als uberCAB, ist eine eine digitale Plattform der Sharing Economy, die Transport- bzw. Mobilitätsdienste anbietet (vgl. Uber o.J. (1)). Uber ist in über 600 Metropolen in 65 Ländern tätig und vermittelt rund 15 Millionen Fahrten pro Tag – bisher wurden mehr als 10 Milliarden Fahrten absolviert (vgl. Uber o.J. (2)). Firmensitz ist San Francisco, jedoch existieren weitere Büros in den Amerika und Europa (vgl. ebd.). Zu Ubers’ größten Konkurrenten zählen Lyft, DiDi und einige mehr – sie konnten in der Vergangenheit Marktanteile streitig machen, jedoch bleibt Uber in vielen Regionen an der Spitze (vgl. Marshall 2018 (1); vgl. Chen 2015 2015 (2)).
Das ursprüngliche Geschäft ähnelt klassischen Taxidiensten, basiert jedoch auf der technologiegestützten Vermittlung zwischen Passagieren und Fahrern, wobei teils nur ein Führerschein und Volljährigkeit vorausgesetzt werden, um als Fahrer tätig zu werden (vgl. Uber o.J. (4)). Fahrer können u.U. sogar ihren eigenen PKW nutzen (UberPOP), jedoch sind meist subventionierte Mietwagen im Einsatz (UberX, UberBlack, UberVAN) (vgl. Uber o.J. (5)). 2014 wurde zudem UberPOOL gestartet, wobei Fahrten bzw. Fahrzeuge tatsächlich geteilt werden (vgl. Lawler 2014). Uber verdient durch eine Gebühr die vom Fahrgast bezahlt wird, zudem sind verschiedene Preismodelle vorhanden, die sich mitunter der aktuellen Nachfrage anpassen (vgl. Uber o.J. (6)). Anzumerken ist, dass Uber bis heute keinerlei Gewinne erwirtschaftet – 2017 lag der Verlust bei 4,5 Mrd. USD, 2018 noch bei 1,8 Mrd. USD (vgl. O'Brien 2019). Dennoch wird Uber zwischen 72 und 120 Mrd. USD bewertet – in weniger als zehn Jahren wurde Uber doppelt (!) so wertvoll wie General Motors oder Ford (vgl. Forbes Magazine 2018 (2); vgl. Chen 2015 (1)).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wandel: Das Kapitel skizziert den allgemeinen Kontext der Arbeit, insbesondere globale Wandlungsprozesse wie Urbanisierung und den Einfluss der Digitalisierung auf Wirtschaft und städtischen Raum.
2. Unternehmensverantwortung: Hier werden theoretische Grundlagen zu Corporate Social Responsibility und dem spezifischen Konzept der Corporate Urban Responsibility (CUR) erläutert, inklusive einer modifizierten Definition.
3. Digitale Plattformunternehmen: Dieses Kapitel führt in die digitale Plattformökonomie ein und stellt die Unternehmensprofile von Airbnb und Uber detailliert vor.
4. Exemplarische Analyse: Anhand eines eigens entwickelten Faktorrasters werden die CUR-Aktivitäten von Airbnb und Uber systematisch untersucht, kategorisiert und in ihrem städtischen Kontext bewertet.
5. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, bewertet das methodische Vorgehen und leitet abschließend Empfehlungen für eine zukünftige CUR-Integration ab.
Schlüsselwörter
Corporate Urban Responsibility, CUR, Digitale Plattformökonomie, Airbnb, Uber, Corporate Social Responsibility, CSR, Stadtentwicklung, Urbane Governance, Sharing Economy, Standortfaktoren, Stakeholder-Kommunikation, Räumliche Wirkung, Digitalisierung, Unternehmensverantwortung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Unternehmen der digitalen Plattformökonomie gesellschaftliche und räumliche Verantwortung übernehmen, und untersucht dies anhand des Konzepts Corporate Urban Responsibility (CUR).
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die digitale Plattformökonomie, städtische Entwicklungsprozesse, CSR-Konzepte sowie die Analyse des konkreten Engagements von Unternehmen wie Airbnb und Uber.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, inwieweit Corporate Urban Responsibility bei den betrachteten Plattformunternehmen Anwendung findet und welche Instrumente sowie Wirkungszusammenhänge zwischen Kerngeschäft und städtischem Engagement bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Untersuchung, bei der ein theoretisches Faktorraster entwickelt und zur systematischen Analyse der kommunizierten Maßnahmen der Unternehmen angewendet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu unternehmerischer Verantwortung und Plattformökonomie sowie eine empirische, exemplarische Analyse der Aktivitäten von Airbnb und Uber im urbanen Raum.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Schlagworte sind Corporate Urban Responsibility, Plattformökonomie, urbane Governance, Stakeholder-Management und städtische Nachhaltigkeit.
Welche Rolle spielt das von Ihnen entwickelte "Faktorraster" konkret?
Das Faktorraster dient als operatives Analysewerkzeug, um komplexe und oft uneinheitlich kommunizierte Maßnahmen der Unternehmen zu ordnen und ihre Wirkungssegmente, räumliche Ebene und Intention vergleichbar zu machen.
Welche generelle Schlussfolgerung zieht der Autor für die Plattformökonomie?
Die Analyse zeigt, dass eine direkte bewusste Integration von CUR oft fehlt, viele Maßnahmen jedoch kausal auf geschäftliche Interessen reagieren und eine strategische Nutzung kooperativer Partnerschaften für die städtische Akzeptanz entscheidend ist.
- Quote paper
- Johannes Griem (Author), 2019, Wie gelingt Plattformökonomie in urbanen Räumen? Corporate Urban Responsibility in der Digitalwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496907