Im Rahmen dieser Facharbeit soll folgende Fragestellung untersucht werden: Was versteht man unter Kinderarmut und wie können Kinder aus von Armut betroffenen Verhältnissen, mit einer Resilienzförderung in einer Kindertageseinrichtung gefördert werden? Welche Möglichkeiten bieten sich und wo sind die Grenzen der Resilienzförderung.
Um die Lebenssituation der von Armut betroffenen Kinder genauer zu beschreiben, wird im ersten Abschnitt das Phänomen Kinderarmut mit den Lebenslagen der Kinder genauer untersucht. Im nächsten Abschnitt wird das noch relativ neue Resilienzkonzept genauer in den Blick genommen, um zu erläutern wie die Ansätze in der Resilienzförderung sind und durch welche Faktoren es beeinflusst wird.
Im dritten Teil wird beschrie-ben, welche Möglichkeiten ein Resilienzkonzept in der Praxisarbeit einer Kindertagesstätte bietet, wo aber auch die Grenzen und vielleicht die Schwierigkeiten der Resilienzförderung liegen. Abschließend erfolgt ein Fazit der Facharbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Phänomen Kinderarmut in Deutschland
2.1 Armut in Deutschland – Lagebericht
2.2 Armut im Ressourcen- und Lebenslagenansatz
3 Das Resilienzkonzept
3.1 Der Resilienzbegriff
3.2 Resilienzkonzept – Grundlagen und Forschung
3.3 Risiko- und Schutzfaktoren
3.3.1 Risikofaktoren
3.3.2 Schutzfaktoren
3.4 Resilienzmodelle: Zusammenwirken von Risiko- und Schutzbedingungen
4 Ein Konzept zur Resilienzförderung von Armut betroffener Kinder
4.1 Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen
4.2 Resilienzförderung Ressourcenorientiert
4.3 Die Bedeutung der pädagogischen Fachkräfte in der Resilienzförderung
4.4 Ansatzpunkte zur Resilienzförderung von Kindern
4.5 Umgebungsbezogene Schutzfaktoren (Elternarbeit und Netzwerke)
4.6 Reflexion des Resilienzkonzeptes
4.7 Kritik am Resilienzkonzept
4.8 Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen der Facharbeit
Die vorliegende Facharbeit untersucht, wie Kinder aus von Armut betroffenen Verhältnissen durch ein gezieltes Resilienzförderungskonzept im Elementarbereich gestärkt werden können, wobei die Möglichkeiten und Grenzen dieser pädagogischen Intervention kritisch reflektiert werden.
- Analyse des Phänomens Kinderarmut in Deutschland unter Nutzung des Lebenslagenansatzes.
- Erläuterung des Resilienzkonzepts, der zugehörigen Forschung sowie zentraler Risiko- und Schutzfaktoren.
- Untersuchung von Resilienzmodellen und deren Anwendung in der pädagogischen Praxis.
- Identifikation konkreter Ansatzpunkte zur Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit und den Grenzen von Resilienzförderung bei Armutslagen.
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der pädagogischen Fachkräfte in der Resilienzförderung
Grundlage für die Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen ist eine professionelle Handlungskompetenz der Fachkräfte. Neben der Fachkompetenz und Methodenkompetenz über die Zusammenhänge von Kinderarmut, den Lebenslagen und verschiedener Durchführungsmethoden sind in der Resilienzförderung die personalen Kompetenzen sehr wichtig.
Die Haltung der Pädagog*innen sollte von Wertschätzung, Empathie und Kongruenz geprägt sein, da alle Förderkonzepte eine dem Kind und seiner individuellen Lebenslage gegenüber offene und von Sicherheit und Zuneigung geprägte Umgebung benötigt (vgl. Fröhlich-Gildhoff et al. 2016, S. 31).
Eine positive Beziehung zwischen der pädagogischen Fachkraft und dem Kind wird in der Resilienzforschung als ein elementarer Schutzfaktor angesehen (siehe Interaktionsmodell). Besonders bei Kindern bei denen die Eltern keine warme, emotionale Beziehung bieten können, ist eine enge Beziehung zur Fachkraft notwendig (vgl. Rönnau-Böse und Fröhlich-Gildhoff 2010, S. 46).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Kinderarmut in Deutschland und Vorstellung der Fragestellung zur Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen.
2 Phänomen Kinderarmut in Deutschland: Theoretische Einordnung der Kinderarmut unter Berücksichtigung des Ressourcen- und Lebenslagenansatzes.
3 Das Resilienzkonzept: Erläuterung der Grundlagen der Resilienzforschung sowie der Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren.
4 Ein Konzept zur Resilienzförderung von Armut betroffener Kinder: Darstellung praktischer Ansätze für Kitas und kritische Reflexion des Konzepts hinsichtlich seiner Wirksamkeit und politischen Grenzen.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Resilienz, Resilienzförderung, Kindertageseinrichtung, Lebenslagenansatz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Pädagogische Fachkraft, Selbstwirksamkeit, Armutsprävention, Sozialkompetenz, Elementarbereich, Ressourcenorientierung, Stressbewältigung, Kindesentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Kinder, die in Armut aufwachsen, durch pädagogische Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen unterstützt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Kinderarmut im deutschen Kontext, der theoretischen Herleitung des Resilienzbegriffs sowie der praktischen Umsetzung von Resilienzförderung in Kitas.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte Ressourcen bei von Armut betroffenen Kindern identifizieren und durch gezielte Förderung stärken können, bei gleichzeitiger kritischer Betrachtung der Grenzen dieser Maßnahmen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Facharbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Anwendung des Lebenslagenansatzes sowie existierender Resilienzkonzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Armutslagen und des Resilienzmodells sowie eine praxisbezogene Beschreibung, wie Resilienzfaktoren wie Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung und soziale Kompetenz gefördert werden können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kinderarmut, Resilienz, Elementarbereich, Schutzfaktoren, Ressourcenorientierung und die Rolle der pädagogischen Fachkraft.
Warum betont der Autor die Notwendigkeit der Ressourcenorientierung?
Da von Armut betroffene Kinder häufig mit vielfältigen Defiziten und Risikofaktoren konfrontiert sind, ist ein "Defizitblick" nicht hilfreich; stattdessen ermöglicht die Ressourcenorientierung die Stärkung vorhandener Potentiale.
Welche Rolle spielen externe Netzwerke und Elternarbeit?
Da Armut oft mit einer Überforderung der Eltern einhergeht, sind sozialräumliche Netzwerke und eine enge Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtung, Eltern und Institutionen als wichtiger Schutzfaktor essenziell.
Wie kritisch bewertet der Autor die Resilienzförderung in Bezug auf Armut?
Der Autor betont, dass Resilienzförderung keine Armutsprävention ersetzen kann, da Armut ein politisches und ökonomisches Problem ist, das nicht allein durch pädagogische Programme gelöst werden kann.
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- Oliver Adami (Author), 2019, Resilienzförderung für von Armut betroffene Kinder im Elementarbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497489