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Genetische Erklärungsansätze in der Soziologie zwischen Erkenntnisgewinn und Determinismusvorwurf

Título: Genetische Erklärungsansätze in der Soziologie zwischen Erkenntnisgewinn und Determinismusvorwurf

Ensayo , 2018 , 11 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Martin Radtke (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Durkheim postulierte im Jahr 1895, dass für die Soziologie gelte, Soziales nur mit Sozialem zu erklären. Bei ungenauer Betrachtung kann daraus nur all zu leicht geschlussfolgert werden, dass lediglich die Soziologie zur Erklärung des Sozialen befähigt sei, wodurch jedoch unterschlagen werden würde, dass das Soziale möglicherweise auch durch weitere, nicht-soziale, Faktoren erklärt werden könnte. Die Soziologie hat sich demnach zwar der Erklärung des Sozialen verschrieben, jedoch hat sich das Soziale dadurch nicht automatisch allein der Erklärung durch die Soziologie hingegeben. [...]Erinnerungen an frühere Entwicklungen des Sozialdarwinismus und der zum Teil darauf zurückführbaren verheerenden wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Ereignisse – exemplarisch seien hier nur Eugenik und die nationalsozialistische Vorstellung der Rassenhygiene genannt – scheinen im Kontext des Einbezugs genetischer Erklärungsansätze in Bezug auf soziale Fragestellungen wachgerüttelt zu werden. Zumindest werden in Bezug auf Ergebnisse der Verhaltensgenetik, Verhaltensendokrinologie, Soziobiologie, Molekularbiologie und der Neurowissenschaften Thesen des genetischen Determinismus sowie die (mangelnde) Berücksichtigung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse diskutiert oder gleich von einer gescheiterten Biologisierung der Soziologie gesprochen.
Die zentrale Frage, welche dieser Arbeit zugrunde liegen soll, lautet daher: Inwiefern führt die Berücksichtigung genetischer Erklärungsansätze in Bezug auf soziale Fragestellungen zu ei nem Erkenntnisgewinn für die Soziologie oder zu einem biologisch-deterministischen und unterkomplexen Verständnis des Sozialen?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Erkenntnisgewinn vs. Determinismusvorwurf

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen soziologischen Perspektiven und genetischen Erklärungsansätzen bei der Deutung sozialen Verhaltens. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die Einbeziehung genetischer Faktoren für die Soziologie einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn darstellt oder lediglich in ein reduktionistisches, biologisch-deterministisches Verständnis des Sozialen mündet.

  • Genetische vs. soziale Erklärungsmodelle
  • Die Debatte um genetischen Determinismus
  • Gen-Umwelt-Interaktionen in der Verhaltensforschung
  • Historische Kontexte und Vorbehalte gegenüber Biologisierung
  • Interdisziplinäre Ansätze zwischen Soziologie und Naturwissenschaften

Auszug aus dem Buch

II. ERKENNTNISGEWINN VS. DETERMINISMUSVORWURF

Um einer möglichen Antwort auf die gestellte Frage näher zu kommen, muss diese zunächst in entsprechende Unterfragen aufgebrochen werden. Zu Beginn wäre es zunächst ratsam zu umreißen, was unter genetischen Erklärungsansätzen verstanden werden kann und wie diese auf das Soziale Bezug nehmen. Genetische Erklärungsansätze sind dabei selbst nur ein Teil der biologischen Ansätze zur Erklärung sozialer Fragestellungen. Udry stellte bereits 1995 (vgl.: 1268ff.) die Soziobiologie, die Verhaltensendokrinologie und die Verhaltensgenetik als zentrale Disziplinen heraus, die sich neben der Soziologie, sozialen Fragestellungen widmen. In der genannten Reihenfolge werden die aufgeführten Disziplinen in ihren Erklärungsansätzen fortwährend kleinteiliger. So werden im Rahmen der Soziobiologie evolutionstheoretische Mechanismen (z.B. natürliche Selektion) zur Erklärung sowohl tierischen als auch menschlichen Sozialverhaltens herangezogen (vgl. ebd.: 1268ff.). In der Verhaltensendokrinologie wird hingegen der Einfluss von Hormonen auf das soziale Verhalten untersucht (vgl. ebd.: 1274ff.), während die Verhaltensgenetik der Frage nachgeht, inwiefern genetische Dispositionen einen Einfluss auf das Verhalten haben (vgl. ebd.: 1270ff.).

Es wird also zweierlei deutlich: Erstens zeigt sich bereits an dieser kurzen Auflistung ausgewählter biologischer Disziplinen, dass unterschiedliche biologische Forschungsansätze auf soziale Fragestellungen angewendet werden. Zweitens stellt sich heraus, dass das Soziale, auf das sich diese biologischen Erklärungsansätze im Allgemeinen und genetische Erklärungsansätze im Speziellen fokussieren, das soziale Verhalten ist. Konkret setzen sich derartige Studien beispielsweise mit dem Zusammenhang zwischen reproduktivem Verhalten, der sozialen Mobilität sowie dem Gesundheits- und Suchtverhalten und des Einflusses genetischer Dispositionen auseinander. Dazu werden unterschiedliche Studiendesigns verwendet. Zur Veranschaulichung seien hier u.a. genomweite Assoziationsstudien und Zwillings- bzw. Adoptivstudien genannt. Die genaue Funktionsweise der jeweiligen Studiendesigns ist für die weiteren Ausführungen nicht von Bedeutung, geht es doch im Kern darum, den genetischen Einfluss auf das entsprechend zu untersuchende Verhalten operationalisierbar und dadurch messbar zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein und hinterfragt, ob die Soziologie das Soziale ausschließlich mit Sozialem erklären kann, während gleichzeitig biologische Disziplinen zunehmend soziale Phänomene untersuchen.

II. Erkenntnisgewinn vs. Determinismusvorwurf: Hier werden genetische Erklärungsansätze definiert und die Kritikpunkte des Determinismus sowie die Argumente für eine interdisziplinäre Integration von Genetik und Soziologie mittels Gen-Umwelt-Interaktionen erörtert.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Entkräftung der Determinismusvorwürfe zusammen und plädiert für einen interdisziplinären Dialog, um soziale Phänomene adäquater beschreiben zu können.

Schlüsselwörter

Soziologie, Genetik, Determinisus, Sozialverhalten, Gen-Umwelt-Interaktion, Humangenetik, Verhaltensgenetik, Biologisierung, Soziobiologie, Erkenntnisgewinn, Sozialdarwinismus, Phänotyp, Genotyp, Interdisziplinarität, Sozialwissenschaften

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Spannung zwischen soziologischen Erklärungsansätzen und den zunehmenden Erkenntnissen der Genetik in Bezug auf menschliches Sozialverhalten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den zentralen Feldern gehören der historische Determinismusvorwurf, die Rolle der Humangenetik, das Konzept der Gen-Umwelt-Interaktion und die fachliche Abgrenzung zwischen Soziologie und Naturwissenschaften.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die Berücksichtigung genetischer Ansätze in der Soziologie zu einem echten Erkenntnisgewinn führt oder in einem unzulässigen biologischen Determinismus endet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die diskursanalytische Aspekte nutzt und aktuelle wissenschaftliche Debatten sowie Forschungsprojekte zusammenführt, um die Argumentationslinien zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie genetische Ansätze auf das Soziale wirken, identifiziert drei zentrale Narrative des Determinismusvorwurfs und entkräftet diese durch Konzepte wie die Gen-Umwelt-Interaktion.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Soziologie, genetischer Determinismus, Gen-Umwelt-Interaktion, Sozialverhalten und Interdisziplinarität.

Wie bewertet der Autor das "Entweder-oder-Narrativ" zwischen den Disziplinen?

Der Autor lehnt die strikte Trennung ab und schlägt vor, diese durch ein "Sowohl-als-auch" zu ersetzen, da die Kombination beider Ansätze eine adäquatere Wirklichkeitsbeschreibung ermöglicht.

Welche Bedeutung hat das Beispiel der Gen-Umwelt-Interaktion für die Argumentation?

Das Konzept zeigt, dass Gene nicht deterministisch wirken, sondern in wechselseitiger Beziehung zur Umwelt stehen, wodurch der Vorwurf des biologischen Determinismus entkräftet wird.

Final del extracto de 11 páginas  - subir

Detalles

Título
Genetische Erklärungsansätze in der Soziologie zwischen Erkenntnisgewinn und Determinismusvorwurf
Universidad
University of Rostock  (Institut für Soziologie und Demographie)
Curso
"Socio-Genomics": Neue Herausforderungen für die Sozialwissenschaften?
Calificación
1,0
Autor
Martin Radtke (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
11
No. de catálogo
V498030
ISBN (Ebook)
9783346013736
ISBN (Libro)
9783346013743
Idioma
Alemán
Etiqueta
Genetik Soziologie Essay Determinismus Biologismus Soziologismus Socio-Genomics Familiensoziologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Radtke (Autor), 2018, Genetische Erklärungsansätze in der Soziologie zwischen Erkenntnisgewinn und Determinismusvorwurf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498030
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