Flexible Arbeitszeitmodelle. Überblick sowie Beitrag zur Attraktivität des Arbeitgebers


Hausarbeit, 2017

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlagen
1.1. Definition
1.2. Ursprung und Entstehung

2. Flexible Arbeitszeitmodelle
2.1. Vertrauensarbeit
2.2. Modelle mit flexiblen Arbeitszeitkonten
2.3. Modelle mit flexiblen Arbeitszeitblöcken
2.4. Ergänzende Modelle

3. Arbeitgeberattraktivität
3.1. Merkmale
3.2. Bedeutung der flexiblen Arbeitszeitmodelle

4. Bewertung
4.1. Chancen
4.2. Grenzen und Risiken

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildung sverzeichnis

Abbildung 1: Faktoren zur Bestimmung der Arbeitgeberattraktivität

Abbildung 2: Flexible Arbeitszeitmodelle nach Gestaltungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers

Einleitung

Seit mehreren Jahren steht die Ausgestaltung der Arbeitszeit, insbesondere die Dauer und die Verteilung, immer wieder im Mittelpunkt der tariflichen Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern.1

Heutzutage finden sich am Markt viele verschiedene Arbeitszeitmodelle – sowohl starre als auch flexible. Immer mehr Unternehmen und Arbeitgeber machen aus verschiedensten Gründen von flexiblen Arbeitszeitmodellen Gebrauch.2

Die Arbeitnehmer auf der einen Seite streben in diesem Zusammenhang nach einer bestmöglichen „Vereinbarkeit von Arbeit und Leben“3.

Für die Arbeitgeber auf der anderen Seite steht vor allem die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit beispielsweise durch zeiteffizientere Produktion, Planungssicherheit und Reaktionsgeschwindigkeit im Vordergrund.4

Die vorliegende Arbeit wird daher ausgehend von den notwendigen Begriffsdefinitionen die Entstehung der flexiblen Arbeitszeiten erläutern, um anschließend die daraus entstandenen gängigen Arbeitszeitmodelle vorzustellen.

Im dritten Kapitel werden zunächst die Merkmale der Arbeitgeberattraktivität beleuchtet, um anschließend eine Verknüpfung mit den verschiedenen Arbeitszeitmodellen vorzunehmen.

Die Schlussbetrachtung gibt dem Leser eine Zusammenfassung über Chancen und Risiken der flexiblen Arbeitszeitmodelle und stellt einen Bezug zur quantitativen Nutzung in Deutschland her.

1. Grundlagen

Im folgenden Kapitel werden die notwendigen Begriffsdefinitionen zur Arbeitszeitflexibilisierung vorgestellt und verschiedene Zielsetzungen diskutiert. Ausgehend von diesen Ausführungen werden anschließend die flexiblen Arbeitzeitmodelle vorgestellt.

1.1 . Definition

Die Arbeitszeit wird in der Literatur als die Zeit beschrieben, welche der Arbeitnehmer dem Unternehmen zur Verfügung stellt.5 Ergänzt werden diese Arbeitszeiten durch die arbeitsgebundene Zeiten wie Ruhepausen und Wegzeiten. 6

Der Begriff Flexibilisierung lässt sich in unterschiedliche Teilaspekte differenzieren:7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten8

Die Arbeitszeitflexibilisierung zielt demnach darauf ab, die zeitbindende und tatsächliche Arbeitszeit in mehreren Aspekten variabel zu gestalten. Die „[…]Kombination von Ausprägungen der Arbeitszeit“ 9 wird in der Literatur auch als Arbeitszeitsystem bezeichnet. Nach Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle durch den Arbeitgeber können die Arbeitnehmer demnach Gestaltungsspielraum in Bezug auf die von ihnen zu erbringende Arbeitszeit nutzen.10

Zu den relevanten Gestaltungskomponenten zählen die Länge und Lage der Arbeitszeit innerhalb einer Periode sowie dazugehörige und weitere Dispositionsmöglichkeiten. Neben der Dauer und Lage der Arbeitszeit kommt ebenfalls der Wahl des Arbeitsortes eine große Bedeutung zu.11

Im folgenden Verlauf der Arbeit wird somit vor allem auf die Aspekte der quantitativen, zeitlichen und lokalen Gestaltung Bezug genommen. Die qualitative Flexibilisierung sowie die Variation der Intensität beziehen sich gemäß Ansicht des Verfassers auf die Ausführung während der Arbeitszeit und spielen demnach im weiteren Verlauf eine untergeordnete Rolle.

1.2. Ursprung und Entstehung

Die ersten Analysen von Arbeitszeitsystemen gehen auf Teriet zurück. Er beschreibt bereits im Jahre 1976, dass die Arbeitszeit als gestaltbar gesehen werden kann und aus unterschiedlichen Merkmalen besteht.12 Seit mittlerweile mehreren Jahrzenten beschäftigen sich auch in Deutschland verschiedene Interessengruppen mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit. So wurde in Deutschland die Forderung nach Flexibilisierung der Arbeitszeit erstmalig im Jahr 1984 als Reaktion auf die von den Gewerkschaften geforderten verkürzten Arbeitszeiten in die Tarifverhandlungen mit eingebracht.13

Im Zuge dieser ersten Unternehmungen stand vor allem das Wohl der Mitarbeiter im Vordergrund. Daher ist es nicht überraschend, dass seit einiger Zeit eine Senkung der Wochenarbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten zu verzeichnen ist. So hat die Wochenarbeitszeit in Deutschland von 1991 (38,4 Stunden) um ca. 3 Stunden pro Woche bis heute abgenommen.14

Die flexiblen Arbeitszeitmodelle sind also die Antwort der Arbeitgeber auf die gestiegenen beziehungsweise besser durchgesetzten Arbeitnehmerbedürfnisse. Zudem dienen sie heutzutage auch den Unternehmen, welche ihrerseits an einem flexiblen Einsatz des Faktors Personal interessiert sind.15

2. Flexible Arbeitszeitmodelle

Im Sinne der Arbeitszeit unterscheidet man traditionelle und flexible Systeme. Unter den traditionellen Systemen werden weitestgehend starre Modelle zusammen- gefasst, welche nur geringfügige Abweichungen zulassen. Dazu gehört beispielsweise der klassische Acht-Stunden-Tag zu festgelegten Tageszeiten. Ebenso zugehörig ist die konventionelle Teilzeitarbeit, bei der die betriebsübliche Arbeitszeit um gewisse Anteile reduziert wird. Die verminderte Stundenzahl wird dann nach einem festen Plan, beispielsweise jeden Tag stundenweise oder konzentriert an einigen Tagen in der Woche, geleistet.16

Dem gegenüber stehen flexible Arbeitszeitsysteme. Sie gewähren beiden Vertragsparteien deutliche Abweichungen von den klassischen Strukturen.17 Ergänzt werden diese Modelle durch weitere „Bausteine“, welche in jedem Modell grundsätzlich möglich sind.

2.1. Vertrauensarbeit

Die Vertrauensarbeit ist eine besondere Art der Flexibilisierung, da keine zeitliche Erfassung der Arbeitszeit stattfindet. Sie ist somit als einzige völlig variable Arbeitszeit anzusehen und geht auf das zu Grunde liegende Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und Mitarbeiter zurück. Somit wird unterstellt, dass der Arbeitnehmer die von ihm erwartete Arbeitsleistung ohne fremdes Zutun erbringt.18

Die Vertrauensarbeit ist demnach die Form mit der höchsten Selbstbestimmung durch den Arbeitnehmer und als einzige völlig variable Arbeitszeit anzusehen.

2.2 . Modelle mit flexiblen Arbeitszeitkonten

Bei diesen Modellen erfolgt die Erfassung der Arbeitszeit auf einem sogenannten Arbeitszeitkonto. Der Saldo kann sich hierbei nach oben oder unten entwickeln. Man unterscheidet hinsichtlich des Zeitraums, über den eine Erfassung stattfindet und hinsichtlich festgelegter Sollzeiten.19

- Glei t e nde Arbeitszeit

Die zu leistende Arbeitszeit wird in Kernarbeitszeiten und Gleitzeit unterteilt. Bei der Kernarbeitszeit besteht allgemeine Anwesenheitspflicht. Bei der Gleitzeit können die Mitarbeiter individuell entscheiden, wann und wie lange sie arbeiten. Hiermit wird für das Unternehmen eine Mindestarbeitszeit (bspw. während der Öffnungszeiten eines Büros) sichergestellt. Die notwendige Sachbearbeitung kann der Mitarbeiter je nach Vorlieben dann vor Beginn oder nach Ende der Kernarbeitszeiten erledigen. Zudem gilt meist eine maximale Differenz für einen gewissen Zeitraum (Bspw. max. 20 Stunden pro Monat).20

Eine besonders ausgeprägte Form der gleitenden Arbeitszeit ist die variable gleitende Arbeitszeit. Hier werden die Kernarbeitszeiten insofern aufgeweicht, als dass innerhalb dieser Zeit keine Anwesenheitspflicht besteht. Dennoch werden sogenannte funktionelle Kernarbeitszeiten festgelegt (bspw. Öffnungszeiten), in denen die Hauptbeschäftigungszeit des Arbeitnehmers stattfinden soll.21

- Jahresarbeit

Bei der Vereinbarung einer Jahresarbeitszeit wird versucht, den betrieblichen Auslastungsschwankungen Rechnung zu tragen. Der Ressourceneinsatz erfolgt hierbei über den Zeitraum von einem Jahr und erlaubt damit mehr zeitliche Flexibilität insbesondere bei saisonalen Schwankungen. Sie stellt in dem Maße eine noch höhere Flexibilität als andere Zeitmodelle dar.22

- Lebensarbeitszeit

Der Begriff Lebensarbeitszeit beschreibt die „maximale Länge eines Arbeitslebens und deren Verteilung der Arbeitsstunden auf der Zeitachse“23. Im Rahmen der Lebensarbeitszeit können die o.g. Modelle zum Einsatz kommen. Eine vollkommene Flexibilisierung der über das gesamte Leben zur Verfügung stehenden Arbeitszeit findet in der Praxis aber nur sehr vereinzelt statt.24

2.3 . Modelle mit flexiblen Arbeitszeitblöcken

Bei den bisher genannten Modellen kann der Arbeitnehmer seine Zeit innerhalb gewisser Grenzen in Teilen auch spontan steuern. Bei den nachfolgenden Modellen ist dies nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, da feste Kernarbeitszeiten eingehalten werden müssen.25 Die Abstimmung von einzuhaltenden Anwesenheitsblöcken erfolgt in der Regel mit einem gewissen Vorlauf mit dem direkten Vorgesetzen.26

[...]


1 Vgl. Bretag (2007), S. 1f.

2 Vgl. Bundesamt, destatis.de => Arbeitsmarkt => Dimension 3: Arbeitszeit, 10.04.2017

3 Altreiter (2016), S. 22

4 Vgl. Mülder (2002), S. 6f.

5 Vgl. Marr (1979), S. 379

6 Vgl. Bretag (2007), S. 7

7 Vgl. Gutenberg (1969), S. 354ff.

8 Vgl. Volberg (1981), S. 46ff.

9 Hess (1998), S. 55

10 Vgl. Bundesamt, destatis.de => Arbeitsmarkt => flexible Arbeitszeiten, 10.04.2017

11 Vgl. Blum (1999), S. 34

12 Vgl. Teriet (1976), S. 10f.

13 Vgl. Beyer (1990), S. 30

14 Vgl. Bundesamt, destatis.de => Arbeitsmarkt => wöchentliche Arbeitszeit 2017, 10.04.2017

15 Vgl. Kirschten (2014), S. 70ff

16 Vgl. Blum (1999), S. 36f.

17 Vgl. Heyn (2003), S. 7

18 Vgl. Hoff (2002), S. 76

19 Vgl. Gerner (2009), S. 46f.

20 Vgl. Wildemann (1992), S. 121ff.

21 Vgl. Baillod (1993), S. 77

22 Vgl. Holenweger (2001), S. 90

23 Baltes (2000), S. 4

24 Vgl. Baltes (2000), S. 4ff.

25 Vgl. Wildemann (1992), S. 121ff.

26 Vgl. Kelm (2008), S. 63

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Flexible Arbeitszeitmodelle. Überblick sowie Beitrag zur Attraktivität des Arbeitgebers
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V498288
ISBN (eBook)
9783346016287
ISBN (Buch)
9783346016294
Sprache
Deutsch
Schlagworte
flexible, arbeitszeitmodelle, überblick, beitrag, attraktivität, arbeitgebers
Arbeit zitieren
Bachelor of Science Christian Blankenstein (Autor), 2017, Flexible Arbeitszeitmodelle. Überblick sowie Beitrag zur Attraktivität des Arbeitgebers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498288

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