In der Arbeit soll beantwortet werden, wie eine Angleichung von internem und externem Rechnungswesen im Mittelstand möglich ist, welche Grenzen es gibt und welche organisatorischen Maßnahmen dabei zu beachten sind.
Das Rechnungswesen ist von zentraler Bedeutung für die Erfolgsermittlung, die Entscheidungsfindung und Abbildung von Geschäftsvorfällen in Unternehmen. Traditionell trennt es sich in Deutschland in das interne und externe Rechnungswesen. Sie unterscheiden sich in ihren Instrumenten, Anforderungen, Informationen und Adressaten. In Deutschland wird es, neben den unterschiedlichen Zwecken der Systeme, mit den im HGB festlegten Prinzipien begründet. Die Trennung der Systeme zeigt sich auch in der Organisation der Unternehmen. So ist das Controlling für das interne und die Finanzbuchhaltung für das externe Rechnungswesen zuständig.
Zwei Rechnungswesen in einem Unternehmen führen zu einem personellen, organisatorischen und finanziellen Mehraufwand, einer nicht ganzheitlichen Sichtweise auf Geschäftsvorfälle sowie zu einer Verwirrung und Intransparenz durch verschiedene Erfolgsgrößen und Berechnungen. Dies gilt vor allem für international agierende Unternehmen. Aus diesen Gründen und durch die steigende Internationalisierung sowie Kapitalmarktorientierung wird in Theorie und Praxis eine Angleichung beider Systeme als Lösung diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Abgrenzung des Mittelstands
3 Unterscheidung von internem und externem Rechnungswesen
3.1 Funktionen des internen Rechnungswesens
3.2 Funktionen des externen Rechnungswesens
3.3 Controlling im Mittelstand
4 Angleichung von internem und externem Rechnungswesen
4.1 Dimensionen einer Konvergenz des Rechnungswesens
4.2 Konvergenzbereich von internem und externem Rechnungswesen
4.3 Anpassungsrichtungen und Möglichkeiten
4.4 Konvergenzschritte
4.5 Organisatorische Umsetzung
5 Kritische Würdigung
6 Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen einer Angleichung von internem und externem Rechnungswesen in mittelständischen Unternehmen. Dabei wird analysiert, wie diese Integration gestaltet werden kann, welche organisatorischen Maßnahmen erforderlich sind und wie insbesondere der Mittelstand trotz begrenzter Ressourcen von Synergieeffekten profitieren kann.
- Grundlagen und Funktionen des internen und externen Rechnungswesens
- Herausforderungen des Controllings im Mittelstand
- Dimensionen und Bereiche einer erfolgreichen Rechnungswesen-Konvergenz
- Strategische Vorgehensmodelle und Konvergenzschritte
- Organisatorische Umsetzungsformen wie der „Biltroller“-Ansatz
Auszug aus dem Buch
3.3 Controlling im Mittelstand
Das Controlling im Mittelstand soll die Unternehmensführung unterstützen und entlasten. Im Mittelpunkt stehen die Sammlung und Aufbereitung von entscheidungsrelevanten Informationen, die Darstellung von Entscheidungsmöglichkeiten, dessen Bewertung sowie ggfs. das Treffen einer Entscheidung. Weitere wichtige Aufgaben sind die betriebsinterne Planung, das Bereitstellen von Kennzahlen und das Aufdecken von Schwachstellen.
In Kleinstunternehmen wird entweder ganz auf ein internes Rechnungswesen verzichtet oder es wird als Nebenaufgabe der Unternehmensleitung durchgeführt. In kleineren Unternehmen wird das interne Rechnungswesen i.d.R. von einer einzelnen Person besetzt. Nach einer Studie des WHU-Controllerpanels arbeiten in Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern im Durchschnitt nur zwei Controller. In größeren mittelständischen Unternehmen (ab 200 Mitarbeiten) werden verstärkt Controllingabteilungen gebildet. Ein Grund für den Personalmangel im Controlling ist der Mangel an finanziellen Ressourcen für eine eigene Abteilung oder Stelle. Ein anderer Grund wird z.T. auch in der geringeren Attraktivität von mittelständischen Unternehmen gegenüber Großunternehmer für Nachwuchsführungskräfte gesehen. Das kann zu Qualifikationsmangel führen, da Controller aus diesen Gründen aus internen Personalressourcen ausgebildet werden (müssen).
Der Personal-, Qualifikations- und Finanzmangel kann zu einem ungenügenden Controlling-Instrumentarium führen. Ein weiteres Ergebnis können eine unbefriedigende Datenqualität oder Missverständnisse zwischen internem Rechnungswesen und Entscheidungsträger sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen und Ineffizienzen der traditionellen Trennung von internem und externem Rechnungswesen und diskutiert die Notwendigkeit einer Angleichung.
2 Abgrenzung des Mittelstands: Dieses Kapitel definiert den Mittelstand anhand quantitativer und qualitativer Merkmale, um den Anwendungsbereich der Untersuchung einzugrenzen.
3 Unterscheidung von internem und externem Rechnungswesen: Die Funktionen, Instrumente und Zielsetzungen beider Systeme werden gegenübergestellt und die spezifische Situation des Controllings im Mittelstand erläutert.
4 Angleichung von internem und externem Rechnungswesen: Es werden Dimensionen, Konvergenzbereiche, strategische Wege sowie konkrete Schritte und organisatorische Umsetzungen für die Integration der Systeme aufgezeigt.
5 Kritische Würdigung: Hier werden die Vorteile der Integration gegen die Herausforderungen und Grenzen im Mittelstand abgewogen.
6 Thesenförmige Zusammenfassung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit in prägnanten Thesen zusammen.
Schlüsselwörter
Rechnungswesen, Mittelstand, Controlling, Finanzbuchhaltung, Harmonisierung, Konvergenz, Biltroller, Informationsfunktion, Entscheidungsunterstützung, Unternehmensführung, Datenbasis, IT-Infrastruktur, Changemanagement, Effizienz, Unternehmenssteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Durchführbarkeit einer Zusammenführung von internem (Controlling) und externem Rechnungswesen innerhalb mittelständischer Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition des Mittelstands, die Funktionsunterscheidung der Rechnungswesen-Systeme, Dimensionen einer Konvergenz sowie organisatorische Lösungsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine Angleichung der Systeme trotz der spezifischen Ressourcenknappheit im Mittelstand realisiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte und empirischer Studien zur Gestaltung des Rechnungswesens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Konvergenzschritte, die technische Harmonisierung der IT-Infrastruktur sowie organisatorische Maßnahmen wie die Etablierung integrierter Abteilungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Rechnungswesen, Mittelstand, Harmonisierung, Biltroller, Entscheidungsunterstützung und Datenqualität.
Was genau ist ein „Biltroller“ im Kontext der Arbeit?
Ein „Biltroller“ ist eine Person, die Aufgaben sowohl aus der Buchhaltung als auch aus dem Controlling in Personalunion wahrnimmt, was im Mittelstand aufgrund begrenzter Kapazitäten häufiger vorkommt.
Warum ist eine vollständige Harmonisierung oft nicht zielführend?
Aufgrund grundlegend unterschiedlicher gesetzlicher Anforderungen und der Notwendigkeit kalkulatorischer Daten für interne Entscheidungen ist eine vollständige Angleichung meist weder zweckmäßig noch praktikabel.
- Citation du texte
- Dominik Bachschneider (Auteur), 2019, Angleichung von internem und externem Rechnungswesen in mittelständischen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498956