In meiner Hausarbeit möchte ich das Buch "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann sowie den gleichnamigen Film von Detlev Buck auf ihre Erzählweise hin untersuchen. Der Medientransfer vom Roman zur Romanverfilmung wird hinsichtlich intermedialen Bezügen betrachtet. Ob es filmische Erzählmuster im Roman und literarische Verfahren im Film gibt, ist Kernfrage dieser Arbeit.
Zunächst beschäftigt sich die Arbeit mit Aussagen vom Autoren sowie dem Regisseur zur Herangehensweise an den Stoff, wodurch Einblicke in den konkreten Medientransfer gewonnen werden. "Der Medienwechsel, der mit jeder Literaturverfilmung realisiert ist, wird als Chance betrachtet, den medialen Differenzen auf die Spur zu kommen und den 'Mehrwert' eines solchen Transfers zu erkennen und zu beschreiben." Zudem werden die Theorien von Irina O. Rajewsky zu Intermedialen Bezügen sowie Anne Bohnenkamps Äußerungen zu Literaturverfilmungen herangezogen und besprochen, um theoretische Grundlagen zu legen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Medienwechsel: Vom Buch zum Film
3 Intermedialität: Film und Literatur
3.1 Intermediale Bezüge n. Rajewsky
3.2 Literaturverfilmung n. Bohnenkamp
4 Erzählweise im Film und Roman
4.1 Filmisches Erzählen im Roman
4.2 Literarisches Erzählen im Film
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Medientransfer vom Roman zur Romanverfilmung am Beispiel von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ und der gleichnamigen Verfilmung von Detlev Buck, mit dem Ziel, intermediale Bezüge und die filmische Umsetzung literarischer Erzählstrukturen zu analysieren.
- Intermediale Theoriebildung nach Irina O. Rajewsky und Anne Bohnenkamp
- Analyse der Erzählstrukturen und des Medientransfers
- Vergleich von filmischen und literarischen Erzählmitteln
- Untersuchung der Transformation von Romanvorlage zum Film
Auszug aus dem Buch
4.1 Filmisches Erzählen im Roman
Eine der auffälligsten Eigenschaften des Romantextes von „Vermessung der Welt“ ist die bereits erwähnte Doppelstruktur, die teilweise in alternierenden Kapiteln realisiert wird. Wie oben zitiert, findet Regisseur Detlev Buck, dass sein Film ohne Showdown auskommt. Ich möchte aber argumentieren, dass im Roman doch eine Art Showdown simuliert wird, der mit den von Rajewsky angesprochenen schnelleren Rhythmen erzählt wird.
Beginnend mit der gemeinsamen Begegnung im hohen Alter wird in Rückblenden abwechselnd die Lebensgeschichte der beiden Protagonisten erzählt. Die ersten Kapitel überbrücken einen großen Zeitraum. Die Zeitraffung nimmt dann tendenziell zur Mitte des Buches immer mehr ab, die Kapitellänge sinkt nach dem Höhepunkt zur Mitte des Buches ebenfalls, sodass der Eindruck von immer schnelleren Schnitten entsteht (– ein filmisches Mittel?) bis die Erzählung wieder in der erzählten Gegenwart einsetzt, in der die beiden Protagonisten in Berlin vereint sind. In den folgenden Kapiteln agieren sie gemeinsam und auch, wenn sie nicht mehr gemeinsam in Berlin sind, werden die parallelen Erzählstränge, die Gauß und Humboldt verfolgen, nicht mehr kapitelweise getrennt. Der Wechsel der Protagonisten erfolgt gegen Ende des Buches immer schneller innerhalb der Kapitel bis die Übergänge fließend wirken. Der Leser findet eine Vermischung bzw. Ergänzung der Dialoge trotz getrennter Räumlichkeit vor, was an die im Film typische Montage erinnert, eventuell auch an eine Traumsequenz.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Medientransfers ein und stellt die theoretische Grundlage durch die Bezugnahme auf Fachliteratur zu Literaturverfilmungen dar.
2 Medienwechsel: Vom Buch zum Film: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen und Aussagen der Beteiligten zur Verfilmung, insbesondere die Unterschiede zwischen literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung.
3 Intermedialität: Film und Literatur: Hier werden theoretische Ansätze von Irina O. Rajewsky und Anne Bohnenkamp dargelegt, um das Verhältnis von Intermedialität und Literaturverfilmung zu definieren.
4 Erzählweise im Film und Roman: In diesem Hauptteil werden spezifische Erzählstrukturen analysiert, wobei der Fokus auf dem filmischen Erzählen im Roman und dem literarischen Erzählen im Film liegt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert die intermedialen Bezüge der untersuchten Werke.
Schlüsselwörter
Intermedialität, Medientransfer, Romanverfilmung, Erzählweise, Die Vermessung der Welt, Daniel Kehlmann, Detlev Buck, Literaturverfilmung, Filmisches Erzählen, Literarisches Erzählen, Medientheorie, Narratologie, Zeichensysteme, Transformation, Adaption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Medientransfer vom literarischen Roman zur filmischen Adaption am Beispiel von Daniel Kehlmanns Werk „Die Vermessung der Welt“ und der Regiearbeit von Detlev Buck.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Intermedialität, der Vergleich zwischen filmischen und literarischen Zeichensystemen sowie die Untersuchung von Erzählstrukturen in beiden Medien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erforschung intermedialer Bezüge und die Beantwortung der Frage, wie filmische Erzählmuster im Roman bzw. literarische Strukturen im Film umgesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden film- und literaturwissenschaftliche Theorien, insbesondere von Irina O. Rajewsky und Anne Bohnenkamp, auf die konkreten Werke angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Arbeitsweise beim Dreh, der theoretischen Einordnung von Intermedialität sowie der detaillierten Analyse von Erzählweisen wie Doppelstrukturen, Zeitsprüngen und der Rolle des Erzählers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Intermedialität, Medientransfer, Literaturverfilmung, Erzählweise und Adaption geprägt.
Wie unterscheidet sich die Erzählstruktur im Roman von der im Film laut der Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet unter anderem, dass der Roman durch alternierende Kapitel und spezifische Zeitraffungen arbeitet, während der Film eigene visuelle Mittel wie 3D-Technik oder Voice-Over nutzt, um ähnliche Effekte zu erzielen.
Welche Bedeutung hat die Person des Autors Daniel Kehlmann für die Verfilmung?
Die Arbeit stellt heraus, dass Kehlmann aktiv am Drehbuch mitgewirkt hat, was zu einer besonderen Dynamik und spezifischen Entscheidungen bei der filmischen Umsetzung der Doppelbiografie von Gauß und Humboldt führte.
- Citation du texte
- Marie-Luise Kutzer (Auteur), 2015, Erzählen und Intermedialität. Daniel Kehlmanns "Vermessung der Welt" und Detlev Bucks Verfilmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499048