Die Industrie hat in der jüngsten Vergangenheit erkannt, dass der Entwurf von Mobile Web Services (MWS) offene Standards benötigt. Viele Großakteure arbeiten eng mit OMA sowie anderen Standardisierungsorganisationen zusammen an der Definition von MWS Spezifikationen. Das Ziel ist die Integration der WS-Technologien in die OMA-Architektur sowie die Gewährleistung der Interoperabilität über die offenen und standardisierten Protokolle. Die MWS-Arbeitsgemeinschaft beabsichtigt hierbei nicht, neue Spezifikationen herauszubringen, sondern strebt an, die verfügbaren Standards, welche die MWS-Anforderungen erfüllen, miteinander zu verbinden und zu erweitern.
In der vorliegenden Seminararbeit wird überwiegend die erste Version vom OMA Web Services Enabler (OWSER) behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Motivation
1.2 Historische Entwicklung
1.3 Begriffe
2 GRUNDLAGEN
2.1 Service Oriented Architecture
2.2 Web Services
2.3 OMA Web Services Enabler (OWSER)
3 OWSER MOBILE WEB SERVICES REQUIREMENTS
3.1 Use Cases
3.2 Anforderungen
4 OWSER CORE SPECIFICATIONS
4.1 Architektur des OMA MWS Protokolls
4.2 Spezifikation von allgemeinen Funktionen
5 OWSER BEST PRACTICES: WSDL STYLE GUIDE
6 OWSER NETWORK IDENTITY SPECIFICATIONS
Zielsetzung und Themen der Seminararbeit
Diese Seminararbeit befasst sich mit den Spezifikationen der Mobile Web Services (MWS) der Open Mobile Alliance (OMA), insbesondere mit der ersten Version des OMA Web Services Enabler (OWSER). Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Integration von Web-Service-Technologien in die mobile Architektur zu analysieren und aufzuzeigen, wie durch offene Standards die Interoperabilität und Effizienz bei der Bereitstellung mobiler Datendienste gesteigert werden kann.
- Grundlagen der Service Oriented Architecture (SOA) und Web Services.
- Anforderungen an Mobile Web Services (MWS) und deren praktische Anwendungsfälle.
- Architektonische Details und das Protokoll-Stack-Modell des OWSER.
- Sicherheits- und Service-Management-Funktionen innerhalb der OMA-Architektur.
- Best Practices für den Einsatz der Web Services Description Language (WSDL).
- Spezifikationen zur Netzwerk-Identität und Identity-Federation.
Auszug aus dem Buch
Service Oriented Architecture
Die zugrunde liegende Software-Infrastruktur des OMA-Web-Services-Enablers basiert auf die Service Oriented Architecture (SOA). Eine SOA ist ein Systemarchitektur-Konzept, das die Bereitstellung von Services vorsieht und die dazu benötigten Schnittstellen festlegt, über die die Services via Netzwerk in Anspruch genommen werden können.
Beim Vergleich mit anderen Verteilten Systemen wird es deutlich, warum SOA als Konzept für Web Services besonders geeignet ist:
Die von den traditionellen Verteilten-Systemen verwendeten Techniken wie CORBA, DCOM und Java RMI benutzen die objekt- und methodenorientierten APIs (Application Programming Interface) für die Kommunikation zwischen den Services und Servicekonsumenten. Bei der SOA ist die Interaktion nachrichtenbasiert und ihre Schnittstelle ähnelt eher einem Vertrag als einer beschreibenden Programmierschnittstelle. Die Konversation erfolgt mittels Austausch von Nachrichten durch Verwendung von einem festen Schema.
Bei den früheren Verteilten Systemen wird meistens die synchrone Kommunikation implementiert. Dagegen wird in SOA der asynchrone Nachrichtenaustausch angewandt, der auch Antworten bearbeiten kann, selbst wenn sie erst mit Verspätung oder über andere Transportwege ankommen.
SOA unterstützt eine Anwendungsintegration, in der zwei unabhängige Anwendungen wohl definierte Daten austauschen können. (Peer-to-Peer) Zwingende Abhängigkeiten der monolithischen und bestimmten Client-/Server-Architekturen sind damit aufgelöst.
Instanzen in SOA agieren auf wohl definierte und erweiterbare Nachrichten. Es muss nur sichergestellt werden, dass die Anwendungen an beiden Verbindungsenden die Semantik und Syntax dieser Nachricht verstehen können. Für SOA ist es irrelevant, ob die Portabilität der Programme über unterschiedliche Programmiersprachen und Plattformen hinweg garantiert ist.
Gewöhnlich erlaubt SOA die dynamische Suche nach nützlichen und kompatiblen Services. Die Geschäftsbeziehungen zwischen SOA-Instanzen müssen nicht vorher deklariert werden.
SOA beschränkt sich nicht nur auf Anwendungen, die im Intranet laufen. Dank der Anpassbarkeit kann sie ohne Schwierigkeiten (z.B. Firewall) Geschäftsprozesse über das Internet anbieten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die Motivation für MWS-Standards aufgrund komplexer proprietärer Schnittstellen und gibt einen Überblick über die historische Entwicklung sowie relevante Fachbegriffe.
2 GRUNDLAGEN: Hier werden die konzeptionellen Fundamente der Arbeit, insbesondere die Service Oriented Architecture (SOA), Web Services und die Rolle des OMA Web Services Enabler (OWSER), detailliert beschrieben.
3 OWSER MOBILE WEB SERVICES REQUIREMENTS: Dieses Kapitel definiert die Anforderungen an das OWSER-Framework und veranschaulicht diese anhand konkreter Use Cases, wie dem Download eines Computerspiels.
4 OWSER CORE SPECIFICATIONS: Hier wird die Architektur des OMA MWS Protokolls im Detail analysiert und die Spezifikationen für allgemeine Funktionen wie Sicherheit und Service-Management dargelegt.
5 OWSER BEST PRACTICES: WSDL STYLE GUIDE: Dieses Kapitel bietet Richtlinien für die Anwendung von WSDL in der OWSER-Umgebung, um eine konsistente und leserliche Service-Definition zu gewährleisten.
6 OWSER NETWORK IDENTITY SPECIFICATIONS: Dieses Kapitel befasst sich mit der Identitätsverwaltung und Identity-Federation, um nahtlosen Zugriff auf mobile Services über verschiedene Sicherheitsdomänen hinweg zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
OMA, Mobile Web Services, MWS, OWSER, SOA, Web Services, WSDL, Sicherheit, Interoperabilität, Identity-Federation, SOAP, XML, Service-Management, Standardisierung, Mobile Anwendungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Standardisierung von Mobile Web Services (MWS) durch die Open Mobile Alliance (OMA) mit Fokus auf den OMA Web Services Enabler (OWSER).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Service Oriented Architecture (SOA), die architektonische Integration von Web Services im mobilen Netz sowie Sicherheits- und Identitätslösungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse der MWS-Spezifikationen, um durch offene Standards eine interoperable und effiziente Kommunikation mobiler Dienste zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender technischer Spezifikationen und Standards der OMA, W3C, OASIS und der Liberty Alliance.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Anforderungsanalyse, die Protokollarchitektur sowie praktische Best Practices für WSDL und Identitätsmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind OMA, OWSER, Mobile Web Services, SOA, Sicherheit, Identitätsmanagement und Interoperabilität.
Wie unterscheidet sich das direkte vom indirekten Interaktionsmodell im OWSER?
Im direkten Modell unterstützen sowohl der Requester als auch der Service das volle WS-Stack, während im indirekten Modell ein Proxy-Vermittler eingesetzt wird, falls der Requester das Stack nicht vollständig unterstützt.
Warum ist die Identity-Federation für mobile Services so wichtig?
Sie ermöglicht es einem Konsumenten, mehrere mobile Services zu nutzen, die verschiedenen Sicherheitsdomänen angehören, ohne sich bei jedem Dienst separat authentifizieren zu müssen (Single Sign-On).
Warum ist das OMA-Standardisierungsvorhaben notwendig?
Weil die Industrie lange Zeit unter proprietären Schnittstellen und inkompatiblen Standards litt, was die Entwicklungskosten für mobile Anwendungen unnötig in die Höhe trieb.
- Citar trabajo
- Ke Zhang (Autor), 2005, Mobile Web Services der OMA, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49943