Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Gründe für den konsumentenseitigen Widerstand gegen nachhaltige Lebensweisen darzustellen. Dies wird anhand des aktuellen Standes der Forschung durchgeführt. Zunächst werden in der Arbeit theoretische Grundlagen gebildet, die zum Verständnis der Arbeit beitragen. Die darauffolgenden Ergebnisse der Analyse des aktuellen Forschungsstands werden in die drei Determinanten individuelle, soziale und situative Einflüsse unterteilt.
Individuelle Determinanten eines Konsumenten beinhalten Emotionen, Motivation, Einstellungen und demographische Merkmale. Soziale Einflüsse sind durch das nahe und weite soziale Umfeld eines Konsumenten sowie die vorherrschende Kultur gekennzeichnet. Zuletzt sind situative Determinanten dem Einfluss von Unternehmen, wie z.B. Produktinformationen oder der Corporate Social Responsibility, unterstellt. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass besonders individuelle und situative Einflüsse das nachhaltige Verhalten eines Konsumenten steigern können, was folglich den Widerstand gegen Nachhaltigkeit senkt. Soziale Einflüsse sind bisher eher unerforscht und es bedarf dahingehend zusätzlichen Forschungsbedarfs.
Die Absicht dieser Arbeit ist es generell, dem Leser einen Einblick über das Forschungsfeld des konsumentenseitigen Widerstands zu bieten und anhand des aktuellen Forschungsstandes zu erklären, aufgrund welcher Determinanten ein Konsument sich gegen nachhaltige Lebensweisen stellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung der Arbeit
1.2. Zielsetzung der Arbeit
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1. Herkunft und Bedeutung des Begriffs „Nachhaltigkeit“
2.2. Nachhaltigkeitsdreieck
2.2.1. Ökologische Nachhaltigkeit
2.2.2. Ökonomische Nachhaltigkeit
2.2.3. Soziale Nachhaltigkeit
2.3. Innovationen
2.3.1. Grundlegende Begriffe und Definition von Innovationen
2.3.2. Nachhaltige Innovationen
2.4. Verhaltenspsychologische Theorien
2.4.1. Theorie des geplanten Verhaltens
2.4.2. Diffusion of Innovation
2.5. Definition und Beschreibung des Begriffs „Widerstand“
3. Analyse des aktuellen Forschungsstandes
3.1. Selektion der Studienauswahl
3.2. Einteilung des Forschungsstandes
3.3. Individuelle Einflüsse auf konsumentenseitigen Widerstand
3.3.1. Emotionen
3.3.2. Motivation
3.3.3. Einstellung
3.3.4. Demographische Einflüsse
3.4. Soziale und kulturelle Einflüsse auf konsumentenseitigen Widerstand
3.4.1. Soziale Einflüsse
3.4.2. Kulturelle Einflüsse
3.4.3. Nachhaltigkeit als Lifestyle
3.5. Situative Einflüsse auf konsumentenseitigen Widerstand
3.5.1. Produktinformationen (PI)
3.5.2. Platzierung eines Produktes
3.5.3. Corporate Social Responsibility
4. Resultierende Forschungslücken in Bezug auf konsumentenseitigen Widerstand gegen nachhaltige Lebensweisen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Gründe und Determinanten zu identifizieren, die zu einem konsumentenseitigen Widerstand gegen nachhaltige Lebensweisen führen. Durch die Analyse des aktuellen Forschungsstandes werden individuelle, soziale und situative Einflüsse untersucht, um bestehende Forschungslücken aufzuzeigen und Ansätze für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen zu formulieren.
- Analyse individueller Determinanten wie Emotionen, Motivation und Einstellung.
- Untersuchung sozialer und kultureller Einflüsse auf das Konsumentenverhalten.
- Bewertung situativer Faktoren, darunter Produktinformationen und Corporate Social Responsibility.
- Darstellung von Forschungslücken im Bereich des nachhaltigen Konsums.
- Ableitung von Schlussfolgerungen für den weiteren Forschungsbedarf.
Auszug aus dem Buch
2.5. Definition und Beschreibung des Begriffs „Widerstand“
Definiert wird das Wort Widerstand als dynamischen Prozess, bei dem sich Individuen nach einer adversen Erfahrung erfolgreich anpassen (vgl. Cicchetti 2010, S.145; Luthar et al. 2000, S.543). Das bedeutet, dass Widerstand ein dynamischer und interaktiver Prozess ist, der im Balanceakt zwischen Sicherheit und Risiko ausgelöst wird (vgl. Rutter 2012, S.336). Im Widerstand wird zwischen zwei Arten unterschieden: dem aktiven oder passiven Widerstand.
Aktiver Widerstand zeigt eine negative Haltung, ausgelöst durch psychologische oder funktionale Barrieren. Ein Beispiel hierfür ist Fahrrad fahren bei regnerischem Wetter. Angenommen, das Individuum hat die Wahl zwischen Auto und Fahrrad fahren, entscheidet er sich aus der Situation heraus für das Auto, da es nicht nass werden möchte. Somit widersetzt es sich in diesem Beispiel der Situation.
Aktiver Widerstand wird in drei Eigenschaften eingeteilt: Ablehnung, Verschiebung und Widerspruch. Diese Merkmale lassen sich erneut am Beispiel des Fahrradfahrens erläutern.
Ablehnung geschieht dann, wenn die aktive und situative Evaluation des Produktes, hier des Fahrrads, stattfindet. Das Individuum entscheidet situativ, ob es nun sinnvoll bzw. für seine jetzige Lebensstation passend ist, das Produkt zu nutzen, oder nicht. Eine Verschiebung findet dann statt, wenn das Individuum für sich selbst entscheidet, ob das Produkt zurzeit zu ihm passt. Im Beispiel wäre das der Kauf eines eBikes eine mögliche Alternative, um damit längere Distanzen bequemer zu bewältigen, z.B. den Weg zur Arbeit. Demnach entsteht durch Verschiebung ein Widerspruch, der letzten Eigenschaft aktiven Widerstandes. Widerspruch entsteht durch Sabotage von der Umwelt oder von anderen Individuen. Im Beispiel wäre es eine negative Mund-zu-Mund-Propaganda eines Arbeitskollegen, der schlecht über eBikes redet, weil das Preis-Leistungsverhältnis in seinen Augen nicht stimmt (vgl. Kleijnen et al. 2009, S.345).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Nachhaltigkeit ein, formuliert die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt deren Aufbau.
2. Begriffliche und theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Konzepte wie Nachhaltigkeit, Innovationen und relevante verhaltenspsychologische Theorien erläutert, um ein theoretisches Fundament für die Analyse zu schaffen.
3. Analyse des aktuellen Forschungsstandes: Dieses Kapitel untersucht detailliert die verschiedenen Determinanten (individuell, sozial, situativ), die einen konsumentenseitigen Widerstand gegen nachhaltige Lebensweisen auslösen oder beeinflussen können.
4. Resultierende Forschungslücken in Bezug auf konsumentenseitigen Widerstand gegen nachhaltige Lebensweisen: Basierend auf der Analyse werden bestehende Wissenslücken identifiziert, die für künftige Forschungsarbeiten von Bedeutung sind.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Konsumentenverhalten, Widerstand, Innovation, Nachhaltigkeitsdreieck, Emotionen, Motivation, Einstellung, Soziale Einflüsse, Situative Einflüsse, Corporate Social Responsibility, Kaufbereitschaft, Forschungslücken, Psychologie, Konsum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Gründen, warum Konsumenten einen Widerstand gegen nachhaltige Lebensweisen zeigen, und analysiert den aktuellen Forschungsstand zu diesem Thema.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf individuelle, soziale und situative Determinanten, die das nachhaltige Konsumverhalten von Konsumenten beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Faktoren zu definieren, die den Widerstand gegen Nachhaltigkeit auslösen, und daraus bestehende Forschungslücken abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse und Auswertung existierender Fachliteratur und Journalartikel im Bereich des Konsumentenverhaltens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2) und die detaillierte Analyse der Einflussfaktoren auf den Widerstand sowie die Identifikation von Forschungslücken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Nachhaltigkeit, konsumentenseitiger Widerstand, Konsumentenverhalten, Innovation und verschiedene verhaltenspsychologische Einflussgrößen.
Welche Rolle spielen "individuelle Einflüsse" im Kontext von Widerstand?
Individuelle Einflüsse wie Emotionen, Motivation und Einstellungen dienen als interne Mediatoren, die entscheiden, ob ein Konsument ein nachhaltiges Produkt als sinnvoll oder belastend empfindet.
Wie unterscheiden sich aktiver und passiver Widerstand?
Aktiver Widerstand äußert sich in bewussten Entscheidungen gegen eine nachhaltige Option, oft aufgrund von Barrieren, während passiver Widerstand eher eine allgemein gehaltene, über Zeit entwickelte Empfindung ist, die durch Umfeld und Traditionen geprägt wird.
Warum ist das "Nachhaltigkeitsdreieck" relevant für die Arbeit?
Es dient als theoretische Basis, um die Komplexität nachhaltiger Entwicklung durch die drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft zu veranschaulichen und so die Zielkonflikte für den Konsumenten besser zu verstehen.
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- Niklas Schöllhorn (Author), 2018, Konsumentenseitiger Widerstand gegen nachhaltige Lebensweisen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499802