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Perspektiven und Differenzierungsversuche von Polizeiforschung und Polizeiwissenschaften

Ein Überblick unter besonderer Berücksichtigung der Diskurse um Interdisziplinarität, Unabhängigkeit und Reflexivität

Title: Perspektiven und Differenzierungsversuche von Polizeiforschung und Polizeiwissenschaften

Academic Paper , 2019 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Joy Baruna (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die sozialwissenschaftliche Polizeiforschung wird in Deutschland selbst innerhalb der Sozialwissenschaften noch immer mit Skepsis betrachtet und ihren Repräsentant/innen wird im Bereich polizeilicher Tätigkeiten die Dominanz des Erfahrungswissens vorgehalten, welches nicht das erforderliche Abstraktionsniveau aufweise. Das wird bereits an der Definition des Wortes "Problem" deutlich: Die Sozialwissenschaft betrachtet Probleme als Phänomene, deren Beobachtung interessant erscheint, die Polizei wiederum kategorisiert sie als Tatbestände, die bereinigt werden müssen.

Noch immer gibt es Debatten um die Definition des Gegenstandes, der Aufgaben und Perspektiven der Polizeiforschung und der Polizeiwissenschaft, die bislang noch in übergeordneten Fachdisziplinen unterzugehen drohen. Unter der Berücksichtigung historischer Eckpunkte sozialwissenschaftlicher Polizeiforschung in den 1960er und 1970er Jahren und im Hinblick auf aktuelle Diskurse um Interdisziplinarität, Eigenständigkeit und reflexive Kritikfähigkeit wird im Rahmen der vorliegenden Ausführungen insbesondere die Entwicklung sozialwissenschaftlich fundierter, empirischer Forschung in den Blick genommen, welche auf die Institution der Polizei abzielt. Kategorisierungen und Ausrichtungen sollen beleuchtet werden, um den Versuch zu unternehmen, die Entwicklung der Polizeiforschung zu skizzieren, Prozesse und Positionen zu verstehen sowie die Notwendigkeit einer im konstruktivistischen Sinne (selbst-)reflexiven Polizeiforschung als Teilbereich einer eigenständigen Polizeiwissenschaft zu begründen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen – (Polizei-)Forschung und (Polizei-)Praxis

2. Überblick zu Definitions- und Kategorisierungsdiskursen unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen

3. Kernthemen im Diskurs um Polizeiforschung im Kontext von Polizeiwissenschaft

3.1 Interdisziplinarität, (Un-)Abhängigkeit und Eigenständigkeit

3.2 (Selbstreflexive) Kritikfähigkeit

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert das komplexe und spannungsreiche Verhältnis zwischen sozialwissenschaftlicher Polizeiforschung und polizeilicher Praxis. Ziel ist es, die Entwicklungslinien und Ausdifferenzierungsversuche der Polizeiwissenschaft unter Einbeziehung aktueller Debatten kritisch zu beleuchten, um die Notwendigkeit einer konstruktivistischen und selbstreflexiven Forschungsperspektive zu begründen.

  • Historische Entwicklung der Polizeiforschung seit den 1960er Jahren
  • Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis sowie unterschiedliche Forschungslogiken
  • Diskurs um Interdisziplinarität, Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Polizeiwissenschaft
  • Reflexivität und Fehlerkultur als zentrale Herausforderungen für die Polizeiarbeit
  • Positionierung der Polizeiforschung im Kontext staatlicher Institutionen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitende Bemerkungen – (Polizei-)Forschung und (Polizei-)Praxis

„‘Theorie und Praxis‘ sind (in Deutschland) seit jeher in einem Verhältnis der Spannung, wenn nicht gar Abstoßung, gesehen worden“ (Lautmann 2010: 101). So seien die jeweiligen beforschten Praktiker*innen nicht immer offen für theoriegeleitete Aufklärung im Sinne einer Korrektur von Wissensbeständen beziehungsweise Überzeugungen, da eine Aufdeckung unter Umständen nicht dem Interesse des Individuums oder der jeweils beforschten Gruppe entspräche (vgl. Opp 2014: 249). Übertragen auf den Bereich polizeilicher Praxis und Polizeiforschung sei analog dazu festzustellen, dass auch die „sich entwickelnde aber immer noch gut überschaubare sozialwissenschaftliche Polizeiforschung in Deutschland […] aus ihrem Forschungsfeld selbst immer wieder mit Skepsis betrachtet worden“ (Ullrich 2019: 155) sei und den Repräsentant*innen im Bereich polizeilicher Tätigkeiten wiederum die „Dominanz des Erfahrungswissens vorgehalten [werde], das nicht das erforderliche Abstraktionsniveau aufweise“ (Lange und Wendekamm 2017: 163). Mit Mokros ließe sich dieses gespannte Verhältnis durch folgenden Umstand begründen: „Polizeipraxis und Polizeiforschung sprechen verschiedene Sprachen und folgen unterschiedlichen Logiken“ (2010: 205). Das werde bereits an der Definition des Wortes ‚Problem‘ deutlich: Die Sozialwissenschaft betrachte Probleme als Phänomene, deren Beobachtung interessant erscheine, die Polizei wiederum kategorisiere sie als Tatbestände, die bereinigt werden müssen (vgl. Mokros 2010: 205).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen – (Polizei-)Forschung und (Polizei-)Praxis: Das Kapitel führt in das Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlicher Theorie und polizeilicher Praxis ein und verdeutlicht die unterschiedlichen Logiken, die beide Bereiche prägen.

2. Überblick zu Definitions- und Kategorisierungsdiskursen unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen: Es wird die historische Genese der Polizeiforschung seit den 1970er Jahren nachgezeichnet und die Entwicklung von kritischer hin zu einer eher anwendungsorientierten Forschung ("Forschung für die Polizei") thematisiert.

3. Kernthemen im Diskurs um Polizeiforschung im Kontext von Polizeiwissenschaft: Dieses Kapitel widmet sich den zentralen Herausforderungen wie Interdisziplinarität, institutioneller Abhängigkeit und der Forderung nach einer eigenständigen Polizeiwissenschaft sowie der Bedeutung von Selbstreflexion.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Stagnationstendenzen zusammen und plädiert für ein konstruktives Zusammenspiel von Forschung und Praxis, um eine eigenständige und kritische Polizeiwissenschaft zu etablieren.

Schlüsselwörter

Polizeiwissenschaft, Polizeiforschung, Interdisziplinarität, Sozialwissenschaften, Theorie-Praxis-Verhältnis, Reflexivität, Kritikfähigkeit, Innere Sicherheit, polizeiliche Fehlerkultur, empirische Forschung, Machtverhältnisse, Wissenschaftstheorie, institutionelle Abhängigkeit, Konstruktivismus, Sicherheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den aktuellen Status und die wissenschaftliche Entwicklung der Polizeiwissenschaft sowie das schwierige Verhältnis zwischen Polizeiforschung und polizeilicher Institution.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die historische Entwicklung der Forschung, die Frage nach der Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Polizeiwissenschaft sowie der Umgang mit Kritik und Fehlern in der Polizei.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer reflexiven Polizeiforschung aufzuzeigen und die Gründe für die stagnierende Etablierung einer eigenständigen Polizeiwissenschaft zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener Diskurse, Perspektiven und Studien zur Polizeiwissenschaft unter Berücksichtigung konstruktivistischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Debatte um Interdisziplinarität, institutionelle Abhängigkeiten der Forschung von polizeilichen Auftraggebern und die Bedeutung von Reflexivität als notwendige Arbeitshaltung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Polizeiwissenschaft, Reflexivität, Theorie-Praxis-Verhältnis und institutionelle Unabhängigkeit charakterisieren.

Warum wird die Bezeichnung "freundliche Schließung" im Text verwendet?

Der Begriff beschreibt den Wandel der Polizei im Umgang mit der Wissenschaft: Anstatt offener Ablehnung herrscht heute eine Art kooperatives, aber potenziell einseitiges Verhältnis, in dem Forschung für die Polizei oft unter deren Kontrolle bleibt.

Welche Rolle spielt die Fehlerkultur innerhalb der Polizei laut der Autorin?

Eine positive Fehlerkultur wird als entscheidend für die Bewältigung gesellschaftlicher Veränderungen angesehen; bisher hemmen jedoch bürokratische Strukturen und der unmittelbare Handlungsdruck die nötige Reflexion über Fehler.

Warum fordern Feltes und Reichertz einen theoretischen Überbau?

Sie argumentieren, dass die Polizeiforschung eine eigenständige Theoriebasis benötigt, um nicht in anderen Disziplinen wie der Soziologie oder Verwaltungswissenschaft vollständig aufzugehen und ihre Identität zu verlieren.

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Details

Title
Perspektiven und Differenzierungsversuche von Polizeiforschung und Polizeiwissenschaften
Subtitle
Ein Überblick unter besonderer Berücksichtigung der Diskurse um Interdisziplinarität, Unabhängigkeit und Reflexivität
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,0
Author
Joy Baruna (Author)
Publication Year
2019
Pages
22
Catalog Number
V500474
ISBN (eBook)
9783346035141
ISBN (Book)
9783346035158
Language
German
Tags
Polizei Sozialwissenschaften Soziologie Polizeiforschung Polizeiwissenschaft Fehlerkultur Reflexivität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joy Baruna (Author), 2019, Perspektiven und Differenzierungsversuche von Polizeiforschung und Polizeiwissenschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500474
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