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Langeweile zwischen Sozialkritik und Mitgefühl im Werk Georg Büchners

Título: Langeweile zwischen Sozialkritik und Mitgefühl im Werk Georg Büchners

Tesis de Máster , 2019 , 64 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Lisa Katnawatos (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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In dieser Arbeit wird untersucht, wie die Langeweile in Büchners Werken dargestellt ist. Dabei soll auch entschieden werden, ob in diesem Zusammenhang von einem Mitgefühl Büchners für seine sich langweilenden Figuren gesprochen werden kann, wie es in der Forschung gelegentlich anklingt. Im Fokus stehen dafür das Drama Dantons Tod, das Erzählfragment Lenz, das Lustspiel Leonce und Lena und das Dramenfragment Woyzeck, wobei die Figuren Danton, Lenz, Leonce und der Hauptmann jeweils näher untersucht werden. Zudem wird auch auf briefliche Äußerungen Büchners über die Langeweile eingegangen.

Es steht die These im Mittelpunkt, dass Büchner in seinen Werken die Langeweile als Zeitkrankheit abbildet und gesellschaftskritisch auslegt: Er weist sie der privilegierten Gesellschaftsschicht zu und stellt sie im Kontrast zu den elenden Zuständen im Volk dar. Des Weiteren wird die These überprüft, dass Büchner neben der sozialkritischen Darstellung auch die psychische Dimension der Langeweile abbildet, wobei jedoch lediglich die Gestaltung von Dantons Langeweile noch nicht frei von Mitgefühl ist. Tritt die Langeweile nicht als Daseinsgefühl der Figuren auf, dann wird ihre negative Konnotation genutzt, um Personen, Gegenstände und Abstraktes abzuwerten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretische und historische Grundlagen

1.1 Arten von Langeweile und wichtige Vertreter

1.2 Langeweile im 19. Jahrhundert

2. Die unter Langeweile Leidenden

2.1 Das Drama Dantons Tod

2.1.1 Der Revolutionsführer Danton

2.1.1.1 Genuss, Leiden am Immergleichen und existentielle Langeweile

2.1.1.2 Geschichtsfatalismus als Ursache der Langeweile?

2.1.2 Langeweile als Umschreibung für Wiederholung und Monotonie

2.2 Das Lustspiel Leonce und Lena

2.2.1 Langeweile als Merkmal von Aristokratie und Bourgeoisie

2.2.2 Prinz Leonce: Blasierte Langeweile, Lebensüberdruss und Zeitvertreib

2.2.3 Persiflage der Zeitkrankheit und Sinnlosigkeit der abgelebten Gesellschaft

2.3 Das Dramenfragment Woyzeck

2.3.1 Der Hauptmann als Angehöriger der privilegierten Gesellschaftsschicht

2.3.2 Der sich langweilende Hauptmann – eine Lustspielfigur?

2.4 Das Erzählfragment Lenz

2.4.1 Leidet Büchners Lenz an Langeweile?

2.4.2 Die Passage über Langeweile in Büchners Lenz

3. Langeweile – ein metaphysisches Leiden oder ein sozialbedingtes Problem?

Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Langeweile in den Werken von Georg Büchner, um zu klären, ob es sich dabei um ein metaphysisches Leiden oder ein sozialbedingtes Phänomen handelt. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit das Motiv der Langeweile zur Gesellschaftskritik genutzt wird und ob der Autor ein Mitgefühl für seine gelangweilten Figuren aufbringt.

  • Analyse der Langeweile in Dantons Tod, Leonce und Lena, Woyzeck und Lenz.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen aristokratischem/bürgerlichem Lebensstil und Langeweile.
  • Kontrastierung der Langeweile der privilegierten Schicht mit dem Leid des Volkes.
  • Einordnung der Langeweile-Diskurses in den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts.
  • Prüfung der psychischen Dimension und der Sinnlosigkeit menschlichen Handelns.

Auszug aus dem Buch

2.1.1.1 Genuss, Leiden am Immergleichen und existentielle Langeweile

Schon in der ersten Szene des Dramas klingt die Thematik der Langeweile unterschwellig an: Danton und seine Anhänger werden im Rahmen eines Kartenspiels eingeführt, das in aristokratischen Kreisen ein beliebtes Mittel darstellt, um gegen den ‚Ennui‘ bzw. die Langeweile vorzugehen. Hier werden bereits die aristokratisch anmutenden Lebensbedingungen der Gruppe um Danton vorgeführt, an denen sich Robespierre, seine Anhänger und später auch das Volk stören und die den Untergang der Dantonisten mitbedingen. Sie leben nach der Genussphilosophie Epikurs, die die Glückseligkeit als höchstes Gut betrachtet, und richten ihre politischen Ziele an dieser aus: „Der göttliche Epicur und die Venus mit dem schönen Hintern müssen […] die Thürsteher der Republik werden.“ (S. 68). Statt die Revolution weiter voranzutreiben, die Dantons eigener Aussage nach noch nicht an ihrem Ziel angekommen ist (vgl. S. 69), ist er bei den Grisetten des Palais Royal zu finden. Büchner überträgt in dieser Darstellung die alleinige Beschäftigung mit erotischen Eroberungen als ab dem 18. Jahrhundert geltendes Merkmal der ausschweifenden, zunehmend von der Macht ausgeschlossenen Aristokratie auf seinen Protagonisten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Zeitumstände Georg Büchners sowie in den literarischen Diskurs über die Langeweile und die Forschungsfrage der Arbeit.

1. Theoretische und historische Grundlagen: Definition von Symptomen und Arten der Langeweile im 19. Jahrhundert sowie die Auffassungen bedeutender Philosophen und Dichter.

2. Die unter Langeweile Leidenden: Analyse der Darstellung von Langeweile in Büchners Hauptwerken anhand ausgewählter Protagonisten.

3. Langeweile – ein metaphysisches Leiden oder ein sozialbedingtes Problem?: Zusammenführende Diskussion der Forschungskontroversen und Einordnung der Langeweile als sozialbedingtes Problem.

Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Vorschläge für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Langeweile, Dantons Tod, Leonce und Lena, Woyzeck, Lenz, Vormärz, Gesellschaftskritik, Aristokratie, Bourgeoisie, Zeitkrankheit, Melancholie, Lebensüberdruss, Zeitvertreib, Existentialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung der Langeweile in den Werken von Georg Büchner und analysiert diese im Kontext der gesellschaftlichen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen der Zusammenhang zwischen sozialem Status und Langeweile, die Funktion von Arbeit und Müßiggang sowie die Rolle des Zeitvertreibs bei den Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu ergründen, ob die Langeweile bei Büchner eine existentiell-metaphysische Gegebenheit darstellt oder ob sie als Resultat gesellschaftlicher Entfremdung und materieller Privilegien zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit folgt einer hermeneutischen Methodik und verfährt methodenpluralistisch, indem sie literarische Diskursanalyse mit historischem Kontextwissen verbindet.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Figuren Danton, Leonce, den Hauptmann und Lenz hinsichtlich ihres Verhältnisses zur Zeit, ihrer Beschäftigungen und ihrer Reflexionsfähigkeit.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch die These aus, dass die Langeweile bei Büchner primär ein sozialbedingtes Problem der privilegierten Schichten ist, das gesellschaftskritisch entlarvt wird.

Wie unterscheidet sich die Langeweile bei Danton von der des Hauptmanns?

Während Danton seine Langeweile als existenziell reflektiert und mit der Sinnlosigkeit der Geschichte verknüpft, ist der Hauptmann eine geistesleere Karikatur, die unfähig ist, ihr Leiden begrifflich zu fassen.

Welche Rolle spielt die Figur des Lenz im Vergleich zu den anderen männlichen Protagonisten?

Im Gegensatz zu Danton oder Leonce leidet Lenz nicht primär unter Langeweile, sondern unter einer pathologischen religiösen Melancholie; sein Sprechen über Langeweile ist als phrasenhaftes Zitat zu verstehen.

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Detalles

Título
Langeweile zwischen Sozialkritik und Mitgefühl im Werk Georg Büchners
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz
Calificación
1,0
Autor
Lisa Katnawatos (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
64
No. de catálogo
V500585
ISBN (Ebook)
9783346030498
ISBN (Libro)
9783346030504
Idioma
Alemán
Etiqueta
Langeweile Georg Büchner Büchner Woyzeck Dantons Tod Leonce und Lena Lenz Hauptmann Leonce Danton Sozialkritik Mitgefühl
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lisa Katnawatos (Autor), 2019, Langeweile zwischen Sozialkritik und Mitgefühl im Werk Georg Büchners, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500585
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