Mit Hilfe der vorliegenden Seminararbeit soll zunächst eine Auseinandersetzung mit dem Thema des Handelsmarkenmanagements ermöglicht werden. Im ersten Schritt wird dafür der Begriff der Handelsmarke definiert und abgegrenzt. Welche Funktionen und Ziele eine Handelsmarke hat und wie die Einführung einer solchen funktioniert, wird in den folgenden Kapiteln herausgearbeitet. Anschließend setzt sich die Arbeit mit Fast Fashion auseinander, um am Endes beide Themenblöcke miteinander zu verbinden. Dabei werden auch die Chancen und Risiken der Einführung von Fast Fashion-Handelsmarken untersucht.
Handelsmarken und Fast Fashion haben eine hervorstechende Gemeinsamkeit: Beide Phänomene prägen seit mehreren Jahren und Jahrzehnten den Wandel im Handel – und beide profitieren von der sich ändernden Einstellung der Konsument*innen zu Herstellermarken. Mit der Einführung einer (Fast Fashion) Handelsmarke nimmt ein Handelsunternehmen eine duale Rolle ein: Es ist nicht mehr nur Kunde von Herstellermarken, sondern gleichzeitig auch Konkurrent des Herstellers. Neben diesem Konflikt gilt es für die Handelsunternehmen eine gute Positionierung der eigenen Marke zu erreichen, wobei ein gut funktionierender Marketing-Mix im Mittelpunkt steht.
Die Risiken, die Fast Fashion mit sich bringt, sind groß. Kaum ein Thema befindet sich in der Modebranche unter derart starken Beobachtung wie dieses. Das stetig weiter wachsende Geschäftsfeld, das den Konsument*innen immer die neusten Trends günstig zur Verfügung stellt, steht spätestens seit dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit Tausenden Toten und Verletzten in der Kritik.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Handelsmarke
2.1 Definition und Erscheinungsformen
2.2 Funktionen und Ziele
2.3 Einführung einer Handelsmarke
2.3.1 Situationsanalyse
2.3.2 Beschaffung
2.3.3 Marketing-Mix
2.3.3.1 Sortimentspolitik
2.3.3.2 Kommunikationspolitik
2.3.3.3 Preispolitik
2.3.3.4 Vertriebspolitik
3 Fast Fashion
3.1 Begriffsherkunft
3.2 Ethik
3.2.1 Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken
3.2.2 Gegenbewegung „Slow Fashion“
4 Chancen und Risiken bei der Einführung einer Fast Fashion Handelsmarke
4.1 Ökonomischer Ansatz
4.2 Sozialpolitischer Ansatz
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Entscheidungskriterien, die für Handelsunternehmen bei der Einführung von Fast Fashion-Handelsmarken relevant sind, und beleuchtet dabei das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Rentabilität und ethischer Verantwortung.
- Grundlagen des Handelsmarkenmanagements und deren Ziele
- Prozess der Handelsmarkeneinführung (Situationsanalyse, Beschaffung, Marketing-Mix)
- Definition und ethische Problematik von Fast Fashion
- Chancen und Risiken für Unternehmen durch Fast Fashion-Handelsmarken
- Bedeutung der Gegenbewegung „Slow Fashion“
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsherkunft
Für „Fast Fashion“ gibt es keine klare Definition, denn es gibt zwei Bedeutungen, die zwar eng miteinander verknüpft, aber dennoch unterschiedlich sind: Zum einen wird darunter ein Geschäftsmodell in der Textilbranche verstanden, was es – insbesondere durch deutlich verkürzte Beschaffungszeiten – den heute großen Textilunternehmen wie ZARA, Asos.com und Primark möglich gemacht hat, in den letzten Jahren und Jahrzehnten rasant zu wachsen.70 Aber nicht nur die günstigen Anbieter, selbst namhafte Herstellermarken wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein bis hin zu Luxusmarken wie Louis Vuitton schließen sich mittlerweile dem Trend an.71 Zum anderen versteht man unter „Fast Fashion“ das schnelle Kopieren von Modetrends, ebenfalls durch große Handelsmarken. Diese können dank der stark verkürzten Beschaffungsdauer innerhalb weniger Wochen die neusten Modelle der angesagten Designermarken kopieren und zu deutlich günstigeren Preisen anbieten.72 Früher hat es Monate gedauert, ein neues Produkt in den Handel zu bringen. Heute hingegen „sind es laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zwischen 15 und 12 Tagen.“73
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von Handelsmarken und Fast Fashion ein und definiert die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Handelsmarke: Es werden die begrifflichen Grundlagen, Erscheinungsformen sowie die Ziele und der Einführungsprozess (inkl. Marketing-Mix) von Handelsmarken erläutert.
3 Fast Fashion: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsherkunft von Fast Fashion sowie den ethischen Auswirkungen auf Textilarbeiter und stellt mit „Slow Fashion“ einen Gegenentwurf vor.
4 Chancen und Risiken bei der Einführung einer Fast Fashion Handelsmarke: Die Arbeit analysiert ökonomische Faktoren und sozialpolitische Konsequenzen, die sich aus der Einführung einer Fast Fashion-Handelsmarke ergeben.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit eines verantwortungsbewussten Umgangs mit den Problematiken von Fast Fashion.
Schlüsselwörter
Handelsmarke, Fast Fashion, Marketing-Mix, Handelsmarketing, Beschaffungspolitik, Sortimentspolitik, Preispolitik, Ethik, Textilindustrie, Slow Fashion, Konsumverhalten, Handelsunternehmen, Markenführung, Rentabilität, Arbeitsbedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategischen Aspekte und Entscheidungskriterien bei der Einführung von Handelsmarken im Bereich Fast Fashion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Handelsmarkenmanagement, die Besonderheiten des Fast Fashion-Modells sowie die damit einhergehende ethische Verantwortung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Einführungsprozess einer Handelsmarke zu analysieren und die Chancen sowie Risiken der Fast Fashion-Strategie für ein Handelsunternehmen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie einer Analyse von Strategien und Modellen aus dem Bereich des Handelsmarketings.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Handelsmarkenbegriffs, die Details des Marketing-Mix, eine Analyse der Fast Fashion-Problematik und die Untersuchung ökonomischer sowie sozialpolitischer Entscheidungskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Handelsmarkenmanagement, Fast Fashion, Marketing-Mix, soziale Verantwortung und Konsumentenverhalten geprägt.
Welche Bedeutung kommt dem "Branding-Dreieck" zu?
Das Branding-Dreieck besteht aus Markenzeichen, Markenname und Produkt-/Verpackungsgestaltung und dient dazu, die Handelsmarke im Sortiment konsistent zu positionieren.
Warum wird "Slow Fashion" als Gegenbewegung angeführt?
Slow Fashion dient als ethischer Kontrapunkt zu Fast Fashion, der auf langlebige und bewusste Konsummuster setzt, um ökologische und soziale Missstände in der Textilbranche zu mindern.
Welches Konfliktpotenzial entsteht durch die Einführung einer eigenen Handelsmarke?
Das Handelsunternehmen wandelt sich vom Kunden des Herstellers zum direkten Konkurrenten, was Preisverhandlungen erschweren und die Geschäftsbeziehung belasten kann.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Entscheidungskriterien bei der Einführung von Fast Fashion-Handelsmarken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501211