Eine angemessene Verbvalenzanalyse bedarf einiger wichtiger Analyseschritte, um zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu gelangen. Zu untersuchen ist eine potentielle Valenzänderung, sowie ein Bedeutungswandel eines Verbes des mittelhochdeutschen zu seiner neuhochdeutschen Entsprechung, falls vorhanden. Im Folgenden wird das mittelhochdeutsche Verb ‚bellen‘ anhand des entsprechenden Artikels aus dem ‚Mittelhochdeutschen Wörterbuch online‘ der Universität Trier auf die zuvor genannten Aspekte untersucht und analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Worte
2. Verbvalenzanalyse
3. Neuer Wörterbuchartikel
4. Fazit
5. Quellen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das mittelhochdeutsche Verb ‚bellen‘ hinsichtlich seiner Valenzstruktur und eines möglichen Bedeutungswandels im Vergleich zum heutigen Sprachgebrauch. Dabei steht die Analyse von Belegsätzen im Zentrum, um Satzbaupläne und Tiefenkasusrahmen für die identifizierten Sememe zu erstellen.
- Analyse der Verbvalenz des mittelhochdeutschen ‚bellen‘
- Differenzierung in semantische Untergruppen (Sememe)
- Erstellung von Satzbauplänen und Tiefenkasusrahmen
- Untersuchung auf Bedeutungswandel zum Neuhochdeutschen
- Dokumentation der Ergebnisse in Form eines Wörterbuchartikels
Auszug aus der Verbvalenzanalyse
2. Verbvalenzanalyse
In einem ersten Schritt wird der Wörterbuchartikel des mittelhochdeutschen Verbes ‚bellen‘ aus dem MWB übernommen und absatzweise in seine Sememe gegliedert. Anschließend erfolgt eine Nummerierung der zugehörigen Belegsätze:
bëllen stV. (IIIb)
1 ‘bellen’
(1) ein hövescher hunt, der spilte gegen sînem herren schône, / wand er sprang ûf in unde bal in süezer stimme dône KVWLD 32,167;
(2) funff hundert hunde, / di machten ungefugen schal: / diser galph, diser pal HVNSTAP 8795;
(3) sam ain hunt, der niht gepellen mag BDN 115,11;
(4) wer aim hund gibt ainen lebentigen frosch in prôt, der verleust sein peiln [d.i. bellen ] ebd. 306,11;
(5) wider die warhæit si [die Ungeheuer] bullen / mit æiterigen zungen SERV 622. – übertr.: der tievel ûz dir belle NEIDH SL 8:5,2;
(6) mit bellender stimme sprach er SEUSE 61,11;
(7) swenne unser mage vor hunger billet, / salz und brôt in schier gestillet REN NER 9533.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Worte: Einführung in die methodische Vorgehensweise und Zielsetzung der Untersuchung des Verbs ‚bellen‘ anhand des mittelhochdeutschen Wörterbuchs.
2. Verbvalenzanalyse: Detaillierte semantische Gliederung und syntaktische Analyse der Belegsätze zur Bestimmung von Satzbauplänen und Tiefenkasusrahmen.
3. Neuer Wörterbuchartikel: Zusammenfassung der Analyseergebnisse in einem strukturierten, neu erstellten Wörterbucheintrag.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Bedeutungswandels vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen bezüglich der Valenz von ‚bellen‘.
5. Quellen: Auflistung der verwendeten Primärquelle für die linguistische Untersuchung.
Schlüsselwörter
Verbvalenzanalyse, Mittelhochdeutsch, bellen, Satzbauplan, Tiefenkasusrahmen, Semantik, Bedeutungswandel, Lexikografie, linguistische Analyse, historische Sprachwissenschaft, Valenz, Beleganalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der sprachwissenschaftlichen Untersuchung des mittelhochdeutschen Verbs ‚bellen‘, insbesondere seiner Valenzstruktur und semantischen Ausprägungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die historische Valenztheorie, die Analyse von Wörterbuchartikeln und die diachrone Betrachtung des Bedeutungswandels eines spezifischen Verbs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung valenztheoretisch fundierter Satzbaupläne für das mittelhochdeutsche Verb und der Vergleich mit dem heutigen Sprachgebrauch.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte Analyse von Wörterbuchbelegen durchgeführt, die in Sememe unterteilt und anschließend formal und syntaktisch kategorisiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt die Gliederung der Belege, die Eliminierung nicht relevanter Kontexte und die detaillierte Bestimmung von Ergänzungen und Tiefenkasus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Verbvalenz, Mittelhochdeutsch, Semem, Satzbauplan sowie der historische Bedeutungswandel des Verbs ‚bellen‘.
Wie unterscheidet sich die Bedeutung des Verbs ‚bellen‘ historisch vom Neuhochdeutschen?
Während ‚bellen‘ im Neuhochdeutschen fast ausschließlich auf das Tiergeräusch bezogen ist, fand es im Mittelhochdeutschen auch Verwendung für menschliche Ausrufe, Schreie oder Schmerzäußerungen.
Welche Rolle spielt die fakultative Ergänzung im zweiten Semem?
Die fakultative Ergänzung (z.B. ein Ursprung oder Resonanzraum) ergänzt die menschliche Instanz bei der Verwendung von ‚bellen‘ im Sinne von ‚brüllen‘ oder ‚schreien‘.
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- Nina Stahlberger (Author), 2018, Verbvalenzanalyse zu 'bellen', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501217