In dieser Einsendeaufgabe wird der berühmte Fall des "Wolfgang Keller at Königsbräu-TAK (A)" analysiert. Dabei wird auf das Unternehmen und die Auseinandersetzung zwischen Keller und Brodsky eingegangen. Es wird versucht, die Beziehung zwischen den beiden strukturiert zu untersuchen.
Königsbräu-TAK A.E. ist ein ukrainisches Tochterunternehmen der in Deutschland ansässigen Königsbräu A.G., die bis zum Zeitpunkt der Case Study einen Umsatz von 10,3 Milliarden Euro erwirtschaftete. Die Marke Königsbräu ist weltweit als eine der bestgeführten und profitabelsten Premiumbierbrauereien bekannt. Zu Zeiten vor der Case Study verzeichnet das Tochterunternehmen Königsbräu-TAK einen Verlust von 2,9 Millionen Euro bei einem Umsatz von 166 Millionen Euro, der sich nachdem Wolfgang Keller als Geschäftsführer ins Unternehmen kommt, auf 7 Millionen Euro Gewinn pro Jahr und einen Umsatz von 145 Millionen Euro steigert.
Keller und Brodsky haben ein angespanntes Verhältnis aufgrund ihrer sehr gegensätzlichen Management-Styles: Während Keller eine starke Hands-on-Mentalität pflegt, dabei gegen das Organigramm verstößt, ungeduldig ist, sich schwer damit tut seinen Mitarbeitern zu trauen und Aufgaben gänzlich abzugeben, pflegt Brodsky einen sehr formellen Managementstil und delegiert gerne seine Mitarbeiter.
Inhaltsverzeichnis
1 CASE STUDY IV – WOLFGANG KELLER AT KÖNIGSBRÄU-TAK (A)
1.1 Königsbräu-TAK
1.1.1 Das Unternehmen
1.1.2 Die Hauptakteure
1.1.3 Hierarchien im Unternehmen
1.2 Keller und Brodsky – die Herausforderungen der Case Study
2 ANALYSE DER SITUATION KELLERS BEI DER RÜCKKEHR NACH KIEV
2.1 Kellers Optionen und deren Folgen
3 BEURTEILUNG VON BRODSKYS LEISTUNG
3.1 Die ukrainische Unternehmenskultur und die Hauptakteure bezüglich ihrer Prägung
3.1.1 Brodsky vs Keller bezüglich ihrer Prägung
3.2 Brodskys Leistungen
3.3 Fazit
4 KELLER ALS COACH FÜR BRODSKY
4.1 Definitionen
4.1.1 Definition Coaching
4.1.2 Abgrenzung zu Führung
4.2 Beurteilung von Keller als Coach
4.3 Persönliche Handlungsempfehlung für Keller als Coach
5 GRÜNDE FÜR BRODSKYS LEISTUNGSPROBLEME
6 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR KELLER BEI RÜCKKEHR NACH KIEV
6.1 Mögliche Ziele für Keller
6.2 Maßnahmen
7 EVALUATION KELLERS LEISTUNG ALS LEADER
7.1 Ist Keller ein Leader?
7.1.1 Definition Leader
7.1.2 Einordnung Kellers nach Zalezik (2016)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das konfliktreiche Arbeitsverhältnis zwischen dem Geschäftsführer Wolfgang Keller und dem kaufmännischen Leiter Dimitri Brodsky bei der ukrainischen Tochtergesellschaft Königsbräu-TAK. Ziel ist es, die kulturellen sowie individuellen Ursachen für die bestehenden Leistungsprobleme zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen für Kellers künftige Führungs- und Coachingrolle abzuleiten.
- Kulturelle Prägungen der ukrainischen Geschäftswelt
- Vergleichende Analyse der Management-Styles
- Effektivität von Coaching-Ansätzen in interkulturellen Kontexten
- Führungsevaluation anhand von Leadership-Kriterien
- Strategische Maßnahmen zur Konfliktlösung
Auszug aus dem Buch
1.2 Keller und Brodsky – die Herausforderungen der Case Study
Keller und Brodsky haben ein angespanntes Verhältnis aufgrund ihrer sehr gegensätzlichen Management-Styles: Während Keller eine starke Hands-on-Mentalität pflegt (Gabarro, 2008, S. 1 ), dabei gegen das Organigramm verstößt (vgl. hierzu Gabarro, 2008, S. 4f), ungeduldig ist, sich schwer damit tut seinen Mitarbeitern zu trauen und Aufgaben gänzlich abzugeben, pflegt Brodsky einen sehr formellen Managementstil (vgl. Gabarro, 2008, S. 4) und delegiert gerne seine Mitarbeiter(vgl. Gabarro, 2008, S. 5). Des Weiteren zeichnet sich Brodsky laut der Beschreibung der Case Study durch schwankende Motivation, Unzuverlässigkeit (hält Deadlines nicht ein), Emotionalität bei Kritik und fehlende Selbsterkenntnis und Verhandlungsstärke aus. In wie weit diese Beschreibungen objektiv sind, soll im Weiteren noch betrachtet werden.
Keller legt sehr viel Wert auf persönliche Beziehungen zu den Kunden und vermisst die dazugehörigen Eigenschaften bei Brodsky, was sich in der ersten von Keller ausgestellten jährlichen Leistungsbeurteilung von Brodsky wiederspiegelt (Gabarro, 2008, S. 10f).
Dagegen mischt sich Keller aus Brodskys Sicht in dessen Geschäftsbereich ein (Gabarro, 2008, S. 4 & 7).
Diese Punkte führen zu einer ungünstigen Beziehung zwischen Brodsky und Keller, die Keller belastet und auch negativ auf ihn zurückfällt (siehe hierzu Brief von Häussler an Keller in Gabarro, 2008, S. 12).
Zusammenfassung der Kapitel
1 CASE STUDY IV – WOLFGANG KELLER AT KÖNIGSBRÄU-TAK (A): Einführung in die Fallstudie, Vorstellung der Hauptakteure und Analyse der hierarchischen sowie kommunikativen Rahmenbedingungen.
2 ANALYSE DER SITUATION KELLERS BEI DER RÜCKKEHR NACH KIEV: Untersuchung der Handlungsoptionen für Keller nach einer längeren Abwesenheit, um das belastete Verhältnis zu Brodsky konstruktiv zu adressieren.
3 BEURTEILUNG VON BRODSKYS LEISTUNG: Kritische Einschätzung von Brodskys Performance unter Berücksichtigung ukrainischer Unternehmenskultur und persönlicher Diskrepanzen zu Keller.
4 KELLER ALS COACH FÜR BRODSKY: Theoretische Herleitung von Coaching-Definitionen und Evaluierung von Kellers Verhalten als Coach auf Basis von Management-Modellen.
5 GRÜNDE FÜR BRODSKYS LEISTUNGSPROBLEME: Synthese der Faktoren, die zu den Leistungsdefiziten führen, insbesondere unter Berücksichtigung kultureller Unterschiede und psychologischer Barrieren.
6 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR KELLER BEI RÜCKKEHR NACH KIEV: Konkretisierung von Zielen und Maßnahmen, um die Arbeitsbeziehung zu professionalisieren und die Performance zu steigern.
7 EVALUATION KELLERS LEISTUNG ALS LEADER: Überprüfung von Kellers Rolle als Leader im Vergleich zu einer reinen Managerpersönlichkeit anhand spezifischer Führungskriterien.
Schlüsselwörter
Königsbräu-TAK, Wolfgang Keller, Dimitri Brodsky, Interkulturelles Management, Unternehmenskultur, Coaching, Führungsinstrument, Konfliktmanagement, Hands-on-Mentalität, Leistungsbeurteilung, Führungspersönlichkeit, Ukraine, Strategisches Management, Delegation, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallstudie grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Spannungen zwischen einem deutschen Geschäftsführer und seinem ukrainischen kaufmännischen Leiter in einer Tochtergesellschaft, um Lösungsansätze zu entwickeln.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind interkulturelle Missverständnisse, Unterschiede im Führungsstil, Coaching am Arbeitsplatz sowie die Differenzierung zwischen Management und Leadership.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Keller, um die berufliche Beziehung zu Brodsky zu verbessern und die Leistungsblockaden des Unternehmens zu lösen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fallstudienanalyse, ergänzt durch Literaturvergleiche zu Führungstheorien und interkulturellen Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Rollen- und Konfliktprofil der Akteure, bewertet Kellers Coaching-Fähigkeiten und evaluiert dessen Führungspotenzial.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Interkulturelle Kompetenz, Führungsstile, Konfliktlösung, Coaching und Strategische Unternehmensführung sind die maßgeblichen Begriffe.
Warum wird Kellers Rolle als Coach kritisch hinterfragt?
Da Keller Coaching lediglich als Korrekturinstrument für Schwächen und nicht als partnerschaftliche Entwicklungsarbeit einsetzt, wird seine Effektivität als Coach in Zweifel gezogen.
Welchen Einfluss hat die ukrainische Unternehmenskultur auf den Konflikt?
Die Arbeit verdeutlicht, dass unterschiedliche Auffassungen von Hierarchie, direkter Kritik und Zeitmanagement maßgeblich zu den Missverständnissen zwischen den Akteuren beitragen.
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- Franziska Scherer (Author), 2017, Der Fall des "Wolfgang Keller at Königsbräu-TAK (A)". Eine Analyse gegensätzlicher Management-Styles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501232