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Strukturelle Gewalt nach Johan Galtung

Titre: Strukturelle Gewalt nach Johan Galtung

Texte Universitaire , 2019 , 11 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Udo Goldstein (Auteur)

Sociologie - Droit et Délinquance
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Die vorliegende Arbeit analysiert den Begriff "strukturelle Gewalt" nach Johan Galtung. Gewalt ist in ihren Erscheinungsformen und den damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Auswirkungen ein hochkomplexes Phänomen. Johan Galtung definiert Gewalt als jede Form der Einschränkung, "wenn Menschen so beeinflußt werden, daß ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung". Sie kann sich im sozialen, politischen und kulturellen Umfeld in unterschiedlichsten Ausprägungen, gegen Personen, Sachen und Tiere, zeigen. Es ist zu klären, was sinnvollerweise unter struktureller Gewalt zu verstehen ist und, soweit diese legitimierbar ist, in welchem Umfang. Wobei zu differenzieren ist, ob es sich um personale Gewalt gegenüber Subjekten, in Form einer Schmerzzufügung, oder Objekten mit den sich daraus ergebenden spezifischen Aktionen handelt.

Gewalt kann auch in struktureller Form ohne direkte Akteure wirksam werden. Es ist dies die abstrakte Form, die das Ziel hat, Menschen zu bedrohen bzw. sie sich zu unterwerfen, was in Form von etablierten Hierarchien und den dazugehörigen Rollenzuweisungen in Form von Sortingprozessen geschieht. Nach Galtung ist diese Art von Gewalt geräuschlos, aber nichtsdestotrotz gewalttätig. Galtung, ein Friedensforscher aus Norwegen, hat sich mit unterschiedlichen Sichtweisen und den daraus gewonnenen Schlussfolgerungen beschäftigt. Er selbst unterscheidet zwischen direkter (oder personaler), kultureller und struktureller Gewalt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Galtungs Konzeption struktureller Gewalt

2.1 Friede und Gewalt

2.2 Die Typologie der Gewaltformen nach Galtung

2.3 Mittel der personalen und der strukturellen Gewalt

2.4 Das Verhältnis von personaler und struktureller Gewalt

3. Ist das Konzept der strukturellen Gewalt plausibel?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Konzept der strukturellen Gewalt nach Johan Galtung, um die Abgrenzung zur personalen Gewalt sowie die Plausibilität des erweiterten Gewaltbegriffs im soziologischen Diskurs kritisch zu untersuchen.

  • Theoretische Grundlagen des Gewalt- und Friedensbegriffs nach Galtung
  • Klassifizierung der Gewaltformen (direkt, strukturell, kulturell)
  • Untersuchung des Verhältnisses von personaler und struktureller Gewalt
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Plausibilität des Konzepts
  • Einordnung in den sozialwissenschaftlichen Diskurs und gesellschaftliche Implikationen

Auszug aus dem Buch

2.1 Friede und Gewalt

Der Friedensbegriff ist für Galtung ein essenzieller Zugang zur Analyse des Begriffes der Gewalt bzw. der dazugehörigen Gewaltformen. „Ich begreife Gewalt als vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist. Die Androhung von Gewalt ist ebenfalls Gewalt“ (Galtung 1993). Er definiert Frieden unter dem Aspekt sozialer Ziele, für die es verbal in der Gesellschaft einen überwiegenden Konsens gebe, die aber komplex und schwierig, wenn auch nicht unerreichbar seien. Wenn der Satz, „Friede ist die Abwesenheit von Gewalt“, seine Gültigkeit behalten solle müsse der Begriff der Gewalt, mit dem Töten als deren extremster Form, in Bezug auf den Friedensbegriff so umfassend sein, dass er die Basis für konkretes Handeln ermögliche, um inakzeptable Gesellschaftsordnungen zu verhindern. Galtung plädiert damit für eine logische Erweiterung des Gewaltbegriffes. (Galtung 1975, S. 9),

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität des Gewaltphänomens ein und definiert das Forschungsziel: die Untersuchung von Galtungs Konzept der strukturellen Gewalt im Vergleich zur personalen Gewalt.

2. Galtungs Konzeption struktureller Gewalt: In diesem Kapitel wird Galtungs erweiterter Gewaltbegriff sowie seine Typologie, bestehend aus direkter, struktureller und kultureller Gewalt, systematisch dargelegt.

2.1 Friede und Gewalt: Das Kapitel erläutert den engen Zusammenhang zwischen dem Friedensbegriff und einer umfassenden Definition von Gewalt als Einschränkung menschlicher Potenziale.

2.2 Die Typologie der Gewaltformen nach Galtung: Hier werden die verschiedenen Gewaltformen definiert und die Unterscheidung zwischen direkt-personalen und strukturell-indirekten Gewaltverhältnissen verdeutlicht.

2.3 Mittel der personalen und der strukturellen Gewalt: Dieses Kapitel analysiert die Instrumente und Mechanismen, durch die personale sowie strukturelle Gewalt in sozialen Systemen ausgeübt werden.

2.4 Das Verhältnis von personaler und struktureller Gewalt: Die Wechselwirkungen zwischen den beiden Gewaltformen werden untersucht, wobei Galtung insbesondere deren Abhängigkeit und wechselseitige Erzeugung thematisiert.

3. Ist das Konzept der strukturellen Gewalt plausibel?: Das Kapitel setzt sich kritisch mit Einwänden aus der Wissenschaft auseinander, die Galtungs Begriff als unscharf oder überdehnt bezeichnen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Galtungs Theorien in den historischen und soziologischen Kontext ein, wobei auch alternative Gewaltkonzepte kurz angerissen werden.

Schlüsselwörter

Strukturelle Gewalt, personale Gewalt, Johan Galtung, Gewaltbegriff, Frieden, soziale Ungleichheit, Machtverhältnisse, kulturelle Gewalt, Gewaltforschung, Soziologie, Ressourcenverteilung, Macht, Herrschaft, manifeste Gewalt, latente Gewalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der strukturellen Gewalt, wie es der Friedensforscher Johan Galtung definiert hat, und untersucht dessen wissenschaftliche Relevanz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Typologie der Gewalt (personal vs. strukturell), das Verhältnis von Frieden und Gewalt sowie die Plausibilität des erweiterten Gewaltbegriffs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Galtungs Gewaltbegriff zu explizieren und kritisch zu prüfen, ob dieser für eine soziologische Analyse von gesellschaftlichen Missständen tauglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale Werke Galtungs sowie kritische Rezensionen und weitere soziologische Perspektiven vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Frieden, der Typologie der Gewalt, den Mitteln der Gewaltausübung und der Frage nach der Plausibilität des Konzepts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie strukturelle Gewalt, personale Gewalt, Machtverhältnisse, soziale Ungleichheit und Friedensforschung charakterisiert.

Wie unterscheidet Galtung zwischen personaler und struktureller Gewalt?

Die Unterscheidung beruht auf der Anwesenheit eines Akteurs: Personale Gewalt wird von Personen ausgeübt, während strukturelle Gewalt in gesellschaftliche Hierarchien und Prozesse eingebettet ist.

Warum wird Galtungs Konzept in der Fachwelt kritisiert?

Kritiker wie Rieckenberg oder Nunner-Winkler bemängeln eine wissenschaftliche Unschärfe des Begriffs, da dieser Gefahr laufe, soziologische Gewaltforschung in eine bloße Skandalisierung sozialer Ungerechtigkeiten zu verwandeln.

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Résumé des informations

Titre
Strukturelle Gewalt nach Johan Galtung
Université
University of Münster  (Philosophisches Seminar)
Cours
Bachelorseminar Gewalt
Note
2,0
Auteur
Udo Goldstein (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
11
N° de catalogue
V501293
ISBN (ebook)
9783346035851
ISBN (Livre)
9783346035868
Langue
allemand
mots-clé
Galtung Strukturelle Gewalt Friedensforschung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Udo Goldstein (Auteur), 2019, Strukturelle Gewalt nach Johan Galtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501293
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Extrait de  11  pages
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