Exegese von Genesis 9, 1-17. Der Bund Gottes mit Noah


Hausarbeit, 2017
14 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Text
2.1 Ersteindruck
2.2 Übersetzung des Textes/Textvorstellung
2.2.1 Einheitsübersetzung
2.2.2 Zürcher Bibel
2.3 Übersetzungsvergleich
2.4 Literarischer Zusammenhang

3 Zur Analyse des Textes
3.1 Gliederung und Aufbau des Textes
3.2 Textanalytische Beobachtungen
3.3 Sprachliche Analyse

4 Gesamtinterpretation des Textes

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Rahmen der Vorlesung „Einführung in das Alte Testament“ im Bereich „Grundlegung Bibelwissenschaft“ habe ich eine Exegese zu Genesis 9, 1-17 verfasst. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Gottes Bund mit Noach und somit dem Ende der Flutgeschichte im 1. Buch Mose. Dabei habe ich den Text, wie bereits erwähnt, als Abschluss der Flutgeschichte betrachtet und mir die Frage gestellt, welches Verständnis der Schöpfung hier deutlich gemacht wird.

Als Vergleichstexte habe ich zum einen die Einheitsübersetzung und zum anderen die Übersetzung der Zürcher Bibel verwendet. Weiterhin habe ich mich mit dem Biblischen Kommentar zum Alten Testament1, dem Kommentar „Vor uns die Sintflut“ von Erich Bosshard-Nepustil2 und einem Zürcher Bibelkommentar beschäftigt.

An erster Stelle werde ich meinen Ersteindruck zu dem Text aus der Einheitsübersetzung stellen und daraufhin werde ich die Einheitsübersetzung mit der Übersetzung der Zürcher Bibel vergleichen und eine Übersetzungskritik formulieren.

Dann werde ich eine Analyse des Textes mit der Gliederung bzw. dem Aufbau des Textes, textanalytischen Beobachtungen und einer sprachlichen Analyse durchführen, darauffolgenden die Interpretation des Textes. Und zum Schluss werde ich ein Fazit ziehen.

Bei der eigentlichen Exegese von Genesis 9, 1-17 sowie bei meinem Ersteindruck und der Übersetzungskritik werde ich mich ausschließlich auf die Einheitsübersetzung beziehen.

2 Der Text

2.1 Ersteindruck

Gott fordert, dass alle Tiere der Erde, des Himmels und des Meeres Furcht vor dem Menschen haben sollen, da er das Abbild Gottes ist. Alles wird sehr ausführlich beschrieben und akribisch aufgezählt (Vgl. Gen. 9, 2 „...soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres...“, Gen. 9, 10 „...und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind.“). Gott gibt den Menschen sehr viel Macht, sie sind hier sozusagen die Alleinherrscher und -bestimmer. Ich persönlich finde es etwas befremdlich, dass Gott Furcht und Schrecken vor den Menschen über die Tiere legt, schließlich sind sie ebenfalls seiner Schöpfung entsprungen. Zudem fordert Gott für jeden vergossenen Tropfen Menschenblut Rechenschaft sowohl von den Menschen als auch von den Tieren. Er fordert die Menschen mehrfach auf, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern (vgl. Gen. 9, 1 „Seid fruchtbar, vermehrt euch und bevölkert die Erde.“, Gen. 9, 7 „Seid fruchtbar und vermehrt euch; bevölkert die Erde und vermehrt euch auf ihr!“). Außerdem betont Gott immer wieder den Bund, den er mit den Menschen geschlossen hat (vgl. Gen. 9, 9 „Hiermit schließe ich den Bund mit euch und mit euren Nachkommen“, Gen. 9, 11 „Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen“, Gen. 9, 12 „Das ist das Zeichen des Bundes“, Gen. 9, 13, 15-17). Und wie in fast allen Bibeltexten spricht nur Gott ohne eine Antwort von Noach.

2.2 Übersetzung des Textes/Textvorstellung

2.2.1 Einheitsübersetzung

1 Dann segnete Gott Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, vermehrt euch und bevölkert die Erde! 2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. 3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen. 4 Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft ihr nicht essen.

5 Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und zwar für das Blut eines jeden von euch. Von jedem Tier fordere ich Rechenschaft und vom Menschen. Für das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder. 6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen vergossen. Denn: Als Abbild Gottes hat er den Menschen gemacht. 7 Seid fruchtbar und vermehrt euch; bevölkert die Erde und vermehrt euch auf ihr! 8 Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: 9 Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen 10 und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind. 11 Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. 12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: 13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. 14 Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, 15 dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet. 16 Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde. 17 Und Gott sprach zu Noach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde geschlossen habe.

2.2.2 Zürcher Bibel

1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde. 2 Furcht und Schrecken vor euch komme über alle Tiere der Erde und über alle Vögel des Himmels. Mit allem, was auf dem Erdboden kriecht, und mit allen Fischen des Meeres sind sie in eure Hand gegeben. 3 Alles, was sich regt und lebt, soll eure Nahrung sein. Wie das grüne Kraut übergebe ich euch alles. 4 Nur das Fleisch, in dem noch Blut und Leben ist, dürft ihr nicht essen. 5 Euer eigenes Blut aber will ich einfordern. Von allen Tieren will ich es einfordern, und von den Menschen untereinander will ich es einfordern. 6 Wer das Blut eines Menschen vergiesst, dessen Blut soll für den Wert des getöteten Menschen vergossen werden. Denn als Bild Gottes hat er den Menschen gemacht. 7 Ihr aber, seid fruchtbar und mehrt euch, wimmelt auf der Erde und mehrt euch auf ihr. 8 Dann sprach Gott zu Noah und zu seinen Söhnen, die bei ihm waren: 9 Ich aber, ich richte meinen Bund auf mit euch und mit euren Nachkommen 10 und mit allen Lebewesen, die bei euch sind, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Wildtieren bei euch, mit allem, was aus der Arche gekommen ist, mit allen Tieren der Erde. 11 Ich will meinen Bund mit euch aufrichten: Nie wieder soll alles Fleisch vom Wasser der Sintflut ausgerottet werden, und nie wieder soll eine Sintflut kommen, um die Erde zu verderben. 12 Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und allen Lebewesen, die bei euch sind, für alle kommenden Generationen: 13 Meinen Bogen stelle ich in die Wolken. Der soll ein Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde sein. 14 Wenn ich nun Wolken heraufziehen lasse über der Erde und der Bogen in den Wolken erscheint, 15 dann will ich mich meines Bundes erinnern, der zwischen mir und euch besteht und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und nie wieder wird das Wasser zur Sintflut werden, um alles Fleisch zu verderben. 16 Und wenn der Bogen in den Wolken steht, will ich ihn ansehen, um mich des ewigen Bundes zu erinnern zwischen Gott und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, die auf Erden sind. 17 Und Gott sprach zu Noah: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich aufrichte zwischen mir und allem Fleisch, das auf Erden ist.

2.3 Übersetzungsvergleich

Gleich vorweg sollte erwähnt werden, dass es sich bei wahrscheinlich allen Geschichten im Alten Testament erst um mündlich tradierte Geschichten handelte, die oftmals erst nach einer langen mündlichen Überlieferungszeit niedergeschrieben wurden. Weitere Gründe für verschiedenen Übersetzungsvarianten sind zum Einen, dass die Texte im Laufe der Zeit oft abgeschrieben wurden und dabei Übertragungsfehler unterlaufen konnten und zum Anderen wurden an einigen Stellen bewusst Ergänzungen und Auslassungen vorgenommen.

In der Einheitsübersetzung von Gen. 9, 1 sagt Gott zu Noach und seinen Söhnen, sie sollen die Erde „bevölkern“, sie sollen also eine Zivilisation schaffen. In der Zürcher Übersetzung hingegen sagt Gott, dass sie die Erde „füllen“ sollen. Es klingt also so, als wären sie nur da, damit die Erde gefüllt ist. Weiterhin gibt Gott in der Einheitsübersetzung vor, dass die Menschen nur das Fleisch essen dürfen, das ohne Blut ist. In der Zürcher Übersetzung wird explizit erwähnt, dass die Nahrung tot sein muss. (vgl. Gen. 9, 4)

[...]


1 Begründet von Martin Noth und herausgegeben von Siegfried Herrmann und Hans Walter Wolff

2 Aus „Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament Neunte Folge“

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Exegese von Genesis 9, 1-17. Der Bund Gottes mit Noah
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V501309
ISBN (eBook)
9783346029263
ISBN (Buch)
9783346029270
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exegese, genesis, bund, gottes, noah
Arbeit zitieren
Sarah Tresselt (Autor), 2017, Exegese von Genesis 9, 1-17. Der Bund Gottes mit Noah, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501309

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