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Kritische Würdigung der Bewertung von Profifußballspielern. Wie kann ihr objektiver Marktwert in der Praxis ermittel werden?

Título: Kritische Würdigung der Bewertung von Profifußballspielern. Wie kann ihr objektiver Marktwert in der Praxis ermittel werden?

Tesis de Máster , 2015 , 110 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Matthias Kräbber (Autor)

Deporte - Economía del deporte, Gestión del deporte
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Als Thema dieser Arbeit stellt sich die Frage, wie es in der Praxis gelingt, einen für Profifußballspieler objektivierten Marktwert zu ermitteln, und welche Relevanz diese Ermittlung hat. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die bestehenden Verfahren zur Spielerbewertung kritisch zu würdigen und gegebenenfalls zu ergänzen, um eine möglichst objektivierte Vorgehensweise bei der Bewertung von Berufsfußballern zu gewährleisten.

Der Lizenzfußball in Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig und entspricht kaum noch dem einstigen Bild des Fußballvereins als nicht-gewinnorientierter, sozial-integrativer Organisation. Denn wenn der deutsche Meister der Fußball Bundesliga im Rahmen des Eröffnungsspiels die neue Spielzeit einleitet, ist dies zugleich ein Zusammentreffen der besten und wertvollsten Spieler der Liga, die dabei nicht nur um drei Punkte und Siegprämien kämpfen, sondern auch für persönliche Erfolge und den eigenen Marktwert. Allein beim Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison 2015/16 sind 22 Spieler mit einem Gesamtwert von über 400 Millionen Euro in der Münchener Allianz Arena aufgelaufen.

In der Saison 2013/14 erreichte die Bilanzsumme der Bundesliga mit 2,29 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Bemerkenswert war der Anstieg beim Spieler-vermögen, welches die Summe der jeweiligen bilanziellen Werte der Fußballprofis abbildet, auf 498,7 Millionen Euro. Der Zuwachs beim Spielervermögen bedeutet eine Steigerung um 47 Prozent innerhalb von drei Jahren. Durchschnittlich beträgt das aktivierte Spielervermögen rund 22 Prozent der Bilanzsumme der Bundesligaclubs und kann im Einzelfall sogar 50 Prozent der Bilanzsumme übersteigen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Gang der Untersuchung

2. Bilanzielle Behandlung von Profifußballspielern

2.1. Abgrenzung des Bilanzierungssubjekts

2.2. Die Bilanzierung von Profifußballspielern als immaterieller Vermögensgegenstand

2.2.1. Historische Entwicklung

2.2.2. Bilanzansatz von Spielerwerten dem Grunde nach

2.2.3. Bilanzansatz von Spielerwerten der Höhe nach

2.2.4. Praxisbeispiel: Bilanzierung von Spielerwerten im Jahresabschluss der FC Bayern München AG

3. Bewertungsanlässe im Lizenzfußball

4. Überblick über die Bewertungsverfahren hinsichtlich einer monetären Spielerbewertung im Profifußball

4.1. Grundlegende Ausführungen

4.2. Kapitalwertorientierte Verfahren

4.3. Kostenorientierte Verfahren

4.4. Marktpreisorientierte Verfahren

5. Kritische Würdigung des Prozesses einer individuellen marktpreisorientierten finanziellen Spielerbewertung

5.1. Identifikation einer repräsentativen Grundgesamtheit

5.2. Entwicklung eines Scoring-Modells für Spielertransfers

5.3. Operationalisierung der Leistungskriterien im Scoring-Modell

5.3.1. Spielstärke

5.3.2. Spielposition

5.3.3. Einsatzzeit

5.3.4. Länderspiele

5.3.5. Alter

5.4. Anpassung der historischen Transferpreise an die Marktentwicklungen bis zum Bewertungsstichtag

5.5. Ableitung der Marktwertkurve

5.6. Anwendung des Scoring-Modells auf den zu bewertenden Spieler

5.7. Kritische Würdigung des vorgestellten Scoring-Modells

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die bestehenden Verfahren zur monetären Bewertung von Profifußballspielern kritisch zu würdigen und eine methodische Vorgehensweise zur Ermittlung eines objektivierten Marktwerts zu entwickeln, um die Unsicherheiten für Abschlussadressaten und Interessenten zu minimieren.

  • Bilanzielle Behandlung von Profifußballspielern (HGB/IFRS)
  • Analyse und Anwendung von Bewertungsverfahren
  • Entwicklung und Operationalisierung eines Scoring-Modells
  • Marktpreisorientierte Bewertung und Marktwertkurven
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Bewertungsmodellen

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Historische Entwicklung

Erste einheitliche Regelungen im Profifußball stammen aus dem häufig auch als Mutterland des Fußballs bezeichneten England und gehen auf die Gründung der Football Association (FA) im Jahre 1863 zurück. Entsprechend hat der Spielertransfer im Berufsfußball eine über 150-jährige Geschichte. Da im deutschen Bundesligafußballgeschäft bis zum Anfang der 1970er Jahre kein verbindlicher rechtlicher Rahmen zur Bilanzierung von Spielervermögen – weder in Form von Verwaltungsanweisungen noch von Gerichtsentscheidungen – existierte, differierten die Bilanzierungspraktiken für die Profifußballspieler in den Bundesligavereinen erheblich. Weitgehend wurden die Transferentschädigungen als gewinnmindernder Aufwand erfasst. Mitunter wurden die Ablösezahlungen im Umlaufvermögen bilanziert oder es wurden Rechnungsabgrenzungsposten gebildet, wobei die Bilanzierung als Rechnungsabgrenzungsposten sicherlich unzutreffend ist, denn die Ablöse soll nur die Freigabe des Spielers durch eine zeitpunktbezogene Zahlung ermöglichen und nicht über die Vertragslaufzeit wirken.

Im Jahre 1974 wurde erstmals im Rahmen einer Verwaltungsanweisung des Finanzministeriums Nordrhein-Westfalen zur Frage der bilanziellen Behandlung von Transferzahlungen Stellung genommen und gleichzeitig Rechtssicherheit geschaffen. Der Rechtsauffassung des Finanzministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen folgend wurde die Transferentschädigung als Gegenleistung für den Erwerb des Rechts, einen Spieler einzusetzen, angesehen. Infolgedessen wurde die Transferentschädigung faktisch zum Kaufpreis und im Einkommensteuerrecht als Anschaffungskosten für ein abnutzbares immaterielles Wirtschaftsgut des Anlagevermögens qualifiziert. Zur Ermittlung der Abschreibung nach § 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist grundsätzlich die Laufzeit des Vertrags maßgeblich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Profifußballs und begründet die Notwendigkeit einer objektivierten Bewertung von Spielervermögen.

2. Bilanzielle Behandlung von Profifußballspielern: Untersucht die bilanzielle Erfassung von Spielern als immaterielle Vermögensgegenstände nach HGB und IFRS sowie die historische Entwicklung dieser Praxis.

3. Bewertungsanlässe im Lizenzfußball: Differenziert zwischen profifußball-unspezifischen und -spezifischen Bewertungsanlässen, etwa im Rahmen von Lizenzierungsverfahren oder Finanzierungsfragen.

4. Überblick über die Bewertungsverfahren hinsichtlich einer monetären Spielerbewertung im Profifußball: Analysiert kapitalwert-, kosten- und marktpreisorientierte Verfahren und bewertet deren Eignung für die Spielerbewertung.

5. Kritische Würdigung des Prozesses einer individuellen marktpreisorientierten finanziellen Spielerbewertung: Detaillierte Darstellung des Scoring-Modells inklusive Operationalisierung der Kriterien, Marktwertkurven und Anwendung am Fallbeispiel Bastian Schweinsteiger.

6. Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert konzeptionelle Schwächen und gibt einen Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen der Bewertungsmethodik.

Schlüsselwörter

Profifußball, Spielervermögen, Spielerbewertung, Scoring-Modell, Transferentschädigung, Marktwert, Bilanzierung, Immaterielle Vermögensgegenstände, Marktwertkurve, Humankapital, IFRS, HGB, Transfermarkt, Spielstärke, Leistungsbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse und der Entwicklung von Verfahren zur monetären Bewertung von Profifußballspielern im Rahmen der bilanziellen und wirtschaftlichen Anforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die bilanzielle Behandlung von Spielern, die Eignung verschiedener Bewertungsansätze sowie die praktische Anwendung eines Scoring-Modells zur Bestimmung von Marktwerten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, bestehende Verfahren zur Spielerbewertung kritisch zu würdigen und eine möglichst objektivierte Vorgehensweise zur Bestimmung von Spielerwerten in der Praxis zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine marktpreisorientierte Analogiemethode in Form eines Scoring-Modells entwickelt, die auf historischen Transferdaten basiert und durch eine Regressionsanalyse zur Erstellung von Marktwertkurven ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die rechtlichen Grundlagen der Bilanzierung, einen Überblick über Bewertungsverfahren und die detaillierte Konstruktion sowie Anwendung des Scoring-Modells zur Ermittlung des Marktwerts von Profifußballern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Profifußball, Spielerbewertung, Spielervermögen, Marktwert und Scoring-Modell geprägt.

Wie wird die "Spielstärke" im Modell operationalisiert?

Die Spielstärke wird primär durch die vom kicker-Sportmagazin vergebenen Jahresdurchschnittsnoten der letzten zwei Spielzeiten operationalisiert, ergänzt durch positionsspezifische Kriterien.

Welche Schwachstellen weist das Modell auf?

Das Modell ist abhängig von der Qualität und Quantität der Vergleichstransaktionen, lässt schwer messbare Faktoren wie psychische Verfassung außer Acht und erfordert subjektive Annahmen bei der Gewichtung der Kriterien.

Final del extracto de 110 páginas  - subir

Detalles

Título
Kritische Würdigung der Bewertung von Profifußballspielern. Wie kann ihr objektiver Marktwert in der Praxis ermittel werden?
Universidad
Leuphana Universität Lüneburg
Calificación
2,0
Autor
Matthias Kräbber (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
110
No. de catálogo
V501672
ISBN (Ebook)
9783346041869
ISBN (Libro)
9783346041876
Idioma
Alemán
Etiqueta
kritische würdigung bewertung profifußballspielern marktwert praxis
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Matthias Kräbber (Autor), 2015, Kritische Würdigung der Bewertung von Profifußballspielern. Wie kann ihr objektiver Marktwert in der Praxis ermittel werden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501672
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