Der Lebensraum Wald im Heimat- und Sachunterricht der Grundschule. Eine Analyse pädagogischer Theorien


Hausarbeit, 2019

14 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Verschiedene Theorien der Pädagogik in Bezug auf den Lebensraum Wald
Waldpädagogik
Definition
Funktionen
Pädagogische Konzepte
Waldpädagogik mit Kindern in der Grundschule

Erlebnispädagogik
Definition
Funktionen
Pädagogisches Konzept
Erlebnispädagogik mit Kindern in der Grundschule

Der Grünwalder Forst
Geschichte
Der „Grüne Wald“ um Grünwald
Der Wald im Wandel
Das Walderlebniszentrum Sauschütt
Waldpädagogik und Erlebnispädagogik in Bezug auf das Walderlebniszentrum Grünwald

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Ich bin der Wald,

ich bin uralt.

Ich hege den Hirsch,

ich hege das Reh.

Ich schütz euch vor Sturm,

ich schütz euch vor Schnee,

ich wehre dem Frost,

ich wahre die Quelle,

ich hüte die Scholle,

ich bin immer zur Stelle.

Ich bau euch das Haus,

ich heiz euch den Herd,

darum, ihr Menschen,

haltet mich wert!“

(Inschrift an einem niedersächsischen Forsthaus aus dem 17.Jahrhundert)“1

Dieses Zitat zeigt, wie wichtig der Wald und dessen Funktionen für den Menschen ist. Bereits in der Grundschule sollte man deshalb den Kindern einen Bezug zu dem Lebensraum Wald geben und die Umweltbildung der Kinder zu fördern und so eine Basis für den Zukunftsgedanke mit dem Thema Wald und Umwelt bilden. Denn der Wald ist nicht nur Lebensraum für Flora und Fauna, sondern auch für den Menschen, denn der Wald hat für den Menschen eine Schutz-, Nutz-, und Erholungsfunktion.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Allgemeinen mit dem Lebensraum Wald im Heimat- und Sachunterricht der Grundschule. Dabei wird im ersten Teil der Arbeit auf die pädagogischen Theorien der Waldpädagogik sowie der Erlebnispädagogik eingegangen. Die Waldpädagogik wird zunächst definiert und auf dessen Funktionen eingegangen. Anschließend wird das pädagogische Konzept dieser Pädagogik erklärt und abschließend die Waldpädagogik im Umgang mit Kindern in der Grundschule geklärt.

Im weiteren Verlauf des ersten Teiles wird dann auf die Erlebnispädagogik, dessen Definition und Funktionen geklärt sowie auf das pädagogische Konzept und dem Umgang mit Kindern in der Grundschule eingegangen.

Im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit wird näher auf den Grünwalder Forst eingegangen. Zunächst wird die Geschichte des Waldes und dessen Wandel in den letzten Jahren beschrieben. Darauf hin wird dann näher das Walderlebniszentrum Sauschütt beschrieben.

Dann folgt der dritte Teil der Arbeit mit einem Beispiel der praktischen Umsetzung mit einer Grundschulklasse mit dem Lebensraum Wald.

Abschließend folgen die Diskussion und das Fazit der Arbeit.

Verschiedene Theorien der Pädagogik in Bezug auf den Lebensraum Wald

Waldpädagogik

Definition

Die Waldpädagogik bezieht sich auf das ganzheitliche Lernen im Lebensraum Wald.2 Sie wird verstanden als eine Ausrichtung der Pädagogik, die den Wald sowohl als Lernort als auch als Lernobjekt versteht und anknüpft an den weiteren Lernprozessen mit dem Hintergrund Wald. „Leben, Erleben, Erfahren, Begreifen und Empfinden im Wald verbindet die unterschiedlich ausgerichteten waldpädagogischen Angebote.“3 Somit ist die Waldpädagogik eine Form der Naturpädagogik. Es soll ökologisches Verständnis für Natur und Wald aufgebaut und die Vielfalt des Lebensraumes Wald nähergebracht werden. Besonders in unserer heutigen medial-geprägten Gesellschaft sollte den Kindern die Natur und dessen Funktionen aufgezeigt werden, da Naturgeräusche oft ein seelisches Ruhegefühl auslösen.

Funktionen

Die Waldpädagogik soll den Kindern und Jugendlichen den Wald erlebbar und begreifbar machen. Sie sollen den Wald und die Natur nach Pestalozzis Konzept „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ kennen lernen.

Auch das Problembewusstsein, welches die Jugendliche heute vor allem nur durch die Medien kenne, sollte auch in der direkten Naturbegegnung klar gemacht werden. Waldsterben sowie Waldschäden sind fast nur vor Ort erkennbar.

Die Kinder sollen erkennen, dass das Ökosystem Wald zu der Lebensgrundlage auf der Erde ebenso dazu gehört wie Wasser oder Sauerstoff. Aus diesem Grund sollten sie dieses Ökosystem schützen und die weitere Zerstörung abwenden.4

Durch die Waldpädagogik werden den Kindern zahlreiche und intensive Naturbegegnungen und Naturerfahrungen vermittelt.5

Die Waldpädagogik soll auch die Funktionen des Waldes näherbringen.

Die Schutzfunktion umfasst die gesamten ökologischen Aufgaben des Waldes und dessen Bedeutungen für den Menschen. Denn der Wald speichert und reinigt Wasser und schützt durch die Vegetation den Boden vor Erosionen oder anderen Gefahren. Auch die Tier- und Pflanzenwelt sind an die Bäume angepasst und somit bietet der Wald auch der Flora und Fauna Schutz.

Die Nutzfunktion umfasst in erster Linie die Produktion des Rohstoffes Holz für Produktionszwecke der Wirtschaft. Der nachwachsende Rohstoff wird unter anderem zum Heizen oder für andere alltägliche Dinge verwendet.

Auch die Erholungsfunktion spielt in der Nutzung des Waldes eine Rolle. Der Wald wird als Freizeitnutzung und zur Erholung der Bevölkerung genutzt. Laut Umfragen ist der Erholungsraum Wald das am häufigsten genutzte Freiraumelement in der Freizeit.6

Pädagogische Konzepte

Für die Vermittlung der Waldpädagogik gibt es mehrere pädagogische Konzepte. Unter anderem das Wahrnehmen, das Bewegen und die Gesundheit sowie das pädagogische Modell nach Pestalozzi.

Das Wahrnehmen mit allen Sinnen bedeutet, dass man mittels der verschiedenen Sinne, Informationen aus der aktuellen Umwelt und dem eigenen Körper gewinnt.

Auch das Walderleben sollte daher mit allen Sinnen als Wahrnehmungsschulung angesetzt werden.7 Waldpädagogische Aktivitäten schulen aber nicht nur die Wahrnehmung der Natur, sondern auch die Wahrnehmung der Mitmenschen.

In der heutigen, von Medien geprägten, Lebenswelt ist meist der Fernseher oder Computer interessanter als die Natur und der Wald. Aber diese Medien werden größtenteils sitzend erlebt, so dass selbst bei Kindern körperliche Aktivitäten zu kurz kommen. Die Waldpädagogik kann durchaus auch Bewegungspädagogik beinhalten. Spiele und Übungen können einzeln, in Paaren oder Gruppen auch im Wald durchgeführt werden. Bewegungsaktivitäten sollten als Entwicklungschancen bei Kindern angesehen werden.8 Durch Bewegung der Kinder an der frischen Luft, wie zum Beispiel im Wald, fördert sowohl die Leistungsfähigkeit als auch Konzentrationsfähigkeit, weswegen auch durchaus während der Unterrichtszeit die Waldpädagogik eingegliedert werden sollte.

Das pädagogische Prinzip nach Pestalozzi „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ ist auch in der waldpädagogischen Praxis weit verbreitet. Das Konzept bezieht sich auf die drei Dimensionen Körper, Geist und Seele, die alle eine große Bedeutung für das Lernen von Kindern haben.9 Vor allem bei Kindern in der Grundschule, besonders Kinder der ersten und zweiten Jahrgangsstufe, sollte man waldpädagogische Veranstaltungen anbieten. Auch mathematische Ziele können gut im Wald spielerisch umgesetzt werden, wie zum Beispiel Sammeln, Sortieren, Zählen und Vergleichen. Auch die Faszination der Lebewesen des Waldes bei solch jungen Kindern sollte ausgenutzt werden.

Waldpädagogik mit Kindern in der Grundschule

Kinder im Grundschulalter sind oft wissbegierig und wollen die Welt um sie herum verstehen. Deswegen sollte man den Kindern bereits in der Grundschule die Natur und die Umwelt ihnen näherbringen, dafür eignet sich die Waldpädagogik sehr gut.

Mit Kindern aus der Grundschule kann man viele Themen durcharbeiten und diese durch spielerisches Lernen näherbringen. Unter anderem eigenen sich Themen wie Pflanzen, Bäume oder Tiere vor allem für Grundschulkinder.

Erlebnispädagogik

Definition

Eine eindeutige Definition von Erlebnispädagogik hat sich nicht wirklich durchgesetzt. Im Laufe der Zeit ist die Erlebnispädagogik aber ein wichtiger Bestandteil vieler pädagogischer Praxisfelder geworden. Heckmair und Michl (2004) haben versucht eine Definition über die gesamte Bandbreite des Begriffes zu erstellen. Laut Heckmair und Michl (2004) wird die Erlebnispädagogik als eine handlungsorientierte Methode definiert, die „aufgrund ihrer Ortsbeschränkung auf den Naturraum, die Elemente Natur und Erlebnis zielgerichtet miteinander verbindet.“10 Denn erst durch die aktive und selbst bestimmte Auseinandersetzung mit der Natur werden pädagogische Lernzwecke erfüllt.

Die Erlebnispädagogik zielt also nicht auf die Vermittlung von Wissen ab, sondern es sollen Haltungen und Einstellungen aufgezeigt und entwickelt werden.

Funktionen

Eine der wichtigsten Funktionen der Erlebnispädagogik ist die Stärkung der Selbstwirklichkeit. Bei der Erlebnispädagogik gibt es Herausforderungen und Prüfungen, die den gewohnten Alltag durchbricht und so als Abenteuer angesehen werden, die es zu bestehen gilt. Wenn diese Herausforderungen und Prüfungen gemeistert werden, gehen die Kinder gestärkt aus dem Abenteuer wieder in den Alltag zurück.

Pädagogisches Konzept

Die Arbeit in der Erlebnispädagogik beruft sich auf verschiedene pädagogische Konzepte, die als Instrumente für die Fachkraft dienen, um zu hinterfragen, ob die geplante Aktion sinnvoll ist und Lerneffekte erzielen kann. Das wichtigste du bekannteste Lernmodell ist das Komfortzonenmodell.

Das Komfortzonenmodell wurde von Luckner und Nadler entwickelt und unterscheidet die drei Zonen Komfortzone, Lernzone sowie Panikzone. Die Komfortzone ist enthalten in der Lernzone, die Lernzone in der Panikzone.

[...]


1 Vgl: Pleschberger, W., Staat und Wirtschaft, S.29.

2 Vgl.: Bolay, E./ Reichle, B., Waldpädagogik 2, S.1.

3 Vgl.: Friedrich, A./ Schuiling, H., Inspiration Wald, S.9.

4 Waldhauser, H., Grünwald Chronik III, S.133.

5 Vgl. Bolay, E./ Reichle, B., Waldpädagogik 1, S.35.

6 Vgl. Bolay, E./ Reichle, B., Waldpädagogik 1, S.12.

7 Vgl. Bolay, E./ Reichle, B., Waldpädagogik 1, S. 64.

8 Vgl. Bolay, E./ Reichle, B., Waldpädagogik 1, S.100.

9 Vgl. Bolay, E./ Reichle, B., Waldpädagogik 1, S. 122.

10 Heckmair, B./ Michl, W., Erleben und Lernen, S.101.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Lebensraum Wald im Heimat- und Sachunterricht der Grundschule. Eine Analyse pädagogischer Theorien
Hochschule
Universität Passau
Note
2,3
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V501712
ISBN (eBook)
9783346043665
ISBN (Buch)
9783346043672
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lebensraum, wald, heimat-, sachunterricht, grundschule, eine, analyse, theorien
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Der Lebensraum Wald im Heimat- und Sachunterricht der Grundschule. Eine Analyse pädagogischer Theorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501712

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