Mündliche Fehlerkorrektur im Unterricht Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Die Effektivität von direkter und indirekter Fehlerkorrektur


Hausarbeit, 2019

13 Seiten, Note: 2,0

Jan Filip (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Theorie

3. Arten der mündlichen Fehlerkorrektur
3.1. Fremdkorrektur durch die Lehrkraft
3.1.1. Direkte Lehrerkorrektur
3.1.2 Indirekte Lehrerkorrektur
3.2. Selbstkorrektur
3.3. Wie sieht eine effektive mündliche Fehlerkorrektur aus?

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit thematisiert die Auseinandersetzung mit der Thematik “Effiziente mündliche Fehlerkorrektur im DaZ/DaF - Unterricht”. Ziel dieser Hausarbeit ist die grundlegende Darstellung der Theorie und der Arten der mündlichen Fehlerkorrektur. Außerdem werde ich versuchen auf die Frage einzugehen, welche Arten der mündlichen Fehlerkorrektur am effektivsten für den DaZ/DaF Unterricht sind.

Korrekturen und Fehler sind ein sehr wichtiger Bestandteil eines DaZ – Unterrichtes. Wenn SuS Fehler in der Zweitsprache machen, merkt die Lehrkraft, dass die SuS die Sprache so gut wie es geht nutzen. Mündliche Fehlerkorrektur (im DaZ – Unterricht) gehört zu den neueren Themen der Germanistik, da durch die starke Einwanderung in Deutschland die Summe der Seiteneinsteigerklassen pro Jahr immer weiterwächst. Somit ist auch die Heterogenität viel größer geworden, als im Vergleich vor 20 Jahren. Folglich müssen die Lehrkräfte eine größere Aufgabe in den Schulklassen bewältigen.

Jeder Schüler in einer Seiteneinsteigerklasse soll die Chance bekommen die Zielsprache korrekt und vernünftig zu erwerben, um sich in der Zielsprache verständigen zu können. Die mündliche Fehlerkorrektur hilft somit beim Erwerb der Zielsprache, dadurch die SuS eine Rückmeldung zu ihrem Lernfortschritt erhalten können.

Die Arbeit beginnt mit einem Theorieteil, welcher grundlegende Informationen zu Fehlern, Korrekturen und Bedingungen für eine Korrektur darstellt. Im weiteren Verlauf werden jeweils zwei Arten der Lehrerkorrektur und die Selbstkorrektur dargestellt. Dann wird auf die Effektivität einer guten Korrektur eingegangen und die Schlussfolgerung stellt nochmal die wichtigsten Informationen zusammen. Am Ende finden wir das Literaturverzeichnis.

2. Theorie

Um sich mit dem Hausarbeitsthema zu befassen, braucht man ein grundlegendes Verständnis wie der Begriff des Fehlers definiert ist und welche Bedingungen für eine mündliche Fehlerkorrektur notwendig sind. Fehler sind im allgemeinen Sinne eine Abweichung von einer Norm. Dazu kommt, dass Fehler im Deutschunterricht als ein Verstoß gegen das Regelsystem der deutschen Sprache dargestellt werden(Duden: 2019). Im DaZ Unterricht treten die verschiedensten Arten von Fehlern wie zum Beispiel Aussprachefehler oder morphosyntaktische Fehler sehr häufig auf. Deshalb ist es wichtig den Schüler und Schülerinnen (SuS) einen guten Umgang mit Fehlern zu vermitteln. Fehler dürfen diesbezüglich keine negative Assoziationen mitbringen. Sie sollen eher als eine Lernchance angesehen werden, welche bewusst die Hemmschwelle der SuS verringert, Fehler im DaZ/DaF – Unterricht zu machen (Cerny 2013: 31)

Als Lehrkraft sollte man sich als Ziel setzen, jeden SuS individuell in seinen Fehlern zu stärken und zur weiteren Lernmotivation anregen. Ein falscher Umgang mit Fehlern würde stark die Lernmotivation und das Selbstbewusstsein der einzelnen SuS negativ gefährden (Cerny. 2013: 32). SuS sollen ein starkes Selbstbewusstsein entwickeln und so gut wie möglich Frustration beim „Fehler machen“ zu vermeiden. Natürlich werden die ganzen Ziele nicht direkt erreicht. Dieser Lernprozess mit dem Umgang von Fehlern wird sich über einen längeren Zeitraum verteilen. Die Lehrkraft muss versuchen nach und nach die einzelnen Bausteine zusammenzusetzen und Geduld haben.

Wa s ist eigentlich mit dem Begriff „Korrektur“ gemeint? „ Korrektur wird als das Signalisieren des mangelnden Einverständnisses mit Teilen der Lerneräußerung verstanden.“ Mit eigenen Worten lässt sich Korrektur als eine Verbesserung eines Objekts, welches Fehler aufweist, definieren. Bei der mündlichen Fehlerkorrektur sollen vor allem die Performanzfehler untersucht werden. Performanzfehler sind nämlich definiert als Fehler, welche teilweise von den SuS selbst erkannt und korrigiert werden können. Dabei muss dieser Fehler durch die Lehrkraft oder die Mitschüler aufmerksam gemacht werden (Kleppin.1997: 41). Kompetenzfehler werden hier demnach nicht berücksichtigt.

Die mündliche Fehlerkorrektur stellt im Vergleich zur schriftlichen Korrektur einen komplexeren Bereich dar. Bei der Durchführung der schriftlichen Korrektur hat die Lehrkraft einen längeren Zeitraum, um die vorhandenen Fehler zu korrigieren und zu überdenken. Dies ist bei der mündlichen Fehlerkorrektur nicht möglich. Dadurch, dass die Lehrkraft sich im Laufe einer Arbeits- bzw. Unterrichtsphase auf die verschiedenen Dinge in der Klasse konzentrieren muss und dabei die Fehler erkennen muss, hat die Lehrkraft ein viel geringeres Zeitspektrum zur Fehlerkorrektur(Kleppin.1997: 55). Folglich entwickelt die Lehrkraft eine gewisse Routine in ihrer Fehlerkorrektur.

Fritz Oser, ein schweizer Pädagoge entwickelte 1999 ein drei Stufen Modell zum Umgang mit Fehlern. Der erste Schritt besteht darin, dass man die Fehler auffindet. Den SuS soll man genügend Raum und Zeit zur Verfügung stellen, damit sie Fehler begehen können. Ziel des ersten Schrittes ist es eine aktive Suche nach potenziellen Fehlern durchzuführen, indem man teilweise auf ein hohes Unterrichtstempo verzichtet. Der zweite Schritt handelt von der Ermittlung der Ursache des Fehlers. Man notiert sich wie der vorliegende Fehler entstanden ist und entwickelt folglich eine Strategie zur Lösung des Fehlers. Dabei muss eine Fehlerforschung erfolgen, um herauszufinden wo die Wurzeln des Fehlers liegen können. Der letzte Schritt besteht darin, eine Fehlerbehebung und Fehlerbewertung auszuüben. Die Lehrkraft muss ein konstruktives und positives Feedback formulieren. Maßgeblich bei der Fehlerbewertung ist der positiver Umgang mit dem Fehler, eine ruhige Stimme sowie der Verzicht auf eine Bloßstellung (Oser, F. ,Hascher, T. & Spychinger, M. 1999: 11-41).

Die Durchführung dieses theoretischen Modells muss um Effekte zu erhalten, langsam in das Unterrichtsgeschehen eingeführt werden, sodass aus einem reinen theoretischen Modell ein effektives praktisches Modell zum Umgang mit Fehlern entstehen kann. Ein negative Korrektur bleibt den jeweiligen SuS oft in Erinnerung. Karin Kleppin fasst in ihrem Buch die wichtigsten mündlichen Fehlerkorrekturarten so zusammen:

1. Fremdinitiierte Fremdkorrektur, bei der der Lehrer/Mitschüler eine Aussage eines SuS direkt korrigiert.
2. Fremdinitiierte Selbstkorrektur, bei der ein Mitschüler oder Lehrer den jeweiligen SuS auf den Fehler hinweist und der Schüler sich selber korrigiert.
3. Selbstinitiierte Fremdkorrektur, bei der der Schüler seinen Fehler gefunden hat, ihn aber nicht korrigieren kann und ein Schüler oder der Lehrer ihn korrigiert.
4. Selbstinitiierte Selbstkorrektur, bei der der Schüler seinen Fehler gefunden hat und ihn selbst verbessert (Kleppin. 1997: 87)

3. Arten der mündlichen Fehlerkorrektur

Um eine effektive mündliche Fehlerkorrektur durchzuführen muss man sich als nächstes die Arten der mündlichen Fehlerkorrektur anschauen. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich in der Fragestellung „Wer korrigiert den Fehler?“ und „Wie wird der Fehler korrigiert?“ voneinander. Zu Beachten dabei wäre, dass ein Bezug zum DaZ/DaF – Unterricht hergestellt wird, weil es sich hierbei um hauptsächliche Performanzfehler handelt. In der Regel unterscheidet man zwischen den Fremdkorrekturarten durch den Lehrer/Mitschüler und den Selbstkorrekturarten. Der Bezug zu Kleppins (1999: 87) Korrekturarten wird auch hergestellt.

Der Abschnitt zu den Arten der mündlichen Fehlerkorrektur hinterfragt die einzelnen Korrekturweisen auf den Inhalt und auf ihre Effektivität.

3.1 Fremdkorrektur durch den Lehrer

Dieser Abschnitt umfasst die Fehlerkorrekturarten, welche von der Lehrkraft durchgeführt werden. Mitschüler können dies in besonderen Fällen auch durchführen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Mündliche Fehlerkorrektur im Unterricht Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Die Effektivität von direkter und indirekter Fehlerkorrektur
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V501874
ISBN (eBook)
9783346043146
ISBN (Buch)
9783346043153
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mündliche, fehlerkorrektur, unterricht, deutsch, fremd-, zweitsprache, effektivität
Arbeit zitieren
Jan Filip (Autor), 2019, Mündliche Fehlerkorrektur im Unterricht Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Die Effektivität von direkter und indirekter Fehlerkorrektur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501874

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