„Leben heißt kommunizieren“. Der Mensch ist ein kommunikatives Wesen, das sich durch Sprache von anderen Lebewesen abgrenzt. Sprache und Sprechen sind grundlegende notwendige Bedingungen des kommunikativen Handelns zwischen den Menschen. Jedes Individuum empfindet Freude beim Sprechen, die sich zuletzt auch dadurch ausdrückt, dass sich immer mehr und neuere Formen der Kommunikation im Alltagsleben durchsetzen, sei es die Nutzung einer Telefon-Flatrate oder der zunehmende Handygebrauch, der mit Inklusivminuten immer attraktiver wird. Obwohl die meisten Menschen das Sprechen fehlerfrei produzieren, gibt es dennoch Störungen der Redefähigkeit, die das Sprachvermögen einschränken und die Kommunikation belasten. Dadurch kann es vorkommen, das die motivatorische Freude an Sprechaktionen vermindert wird, der Betroffene sich selbst zurückzieht und die Störung somit bestehen bleibt. Besonders Kinder benötigen die zwischenmenschliche Interaktion für den Spracherwerb und sind durch Redestörungen, falls sie sich manifestieren, stark beeinträchtigt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Redestörungen
1.1 Definition des Begriffes Redeunflüssigkeit
1.2 Sprechangst
1.3 Mutismus
1.4 Poltern
1.5 Stottern
2. Stottern im Schulalter
2.1 Bedingungshintergründe
2.2 Spezifizierung des Erscheinungsbildes bzw. Formen der Redeunflüssigkeit
2.2.1 entwicklungsbedingte, normale Redeunflüssigkeit
2.2.2 auffällige Redeunflüssigkeit
2.2.3 beginnendes Stottern
2.2.4 manifestes Stottern
2.3 Besonderheiten des Stotterns im Jugendalter
3. Zum Umgang mit Redeunflüssigkeiten im Schulalltag
III. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht verschiedene Formen von Redestörungen mit einem besonderen Fokus auf das Phänomen Stottern im Schulalter. Ziel ist es, die Symptomatik und den Verlauf der Störung bei Kindern und Jugendlichen zu differenzieren sowie pädagogische Handlungsmöglichkeiten für den Regelschulalltag aufzuzeigen, um betroffene Schüler angemessen zu unterstützen.
- Differenzierung zwischen verschiedenen Redestörungen (Poltern, Sprechangst, Mutismus, Stottern).
- Analyse der Bedingungshintergründe und Stadien der Redeunflüssigkeit.
- Besonderheiten des Stotterns während der Adoleszenz und Pubertät.
- Förderliche Maßnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrkräfte an Regelschulen.
- Umgang mit Störungsbewusstsein und präventive Strategien gegen Chronifizierung.
Auszug aus dem Buch
1.2 Sprechangst
„Sprechangst bezeichnet Ängste, die beim Sprechen in Publikumssituationen auftreten, d. h. in Situationen, in denen das Sprechen mit anderen auch immer vor anderen stattfindet.“7
Sprechängste sind ein weitverbreitetes Problem, das jeder sicherlich vorübergehend auch von sich selbst kennt, ob man nun vom Lampenfieber vor einem öffentlichen Auftritt spricht, sei es eine Rede oder ein anderer sprachlicher Vortrag vor einem größeren Publikum. Unter klinischer Terminologie sind aufgrund von starkem, „insbesondere antizipatorische[m] Angsterleben im Zusammenhang mit öffentlichem Sprechen und konsequente[m] Vermeiden von Sprechsituationen“ 8, diese Ängste als Phobie zu bezeichnen. Hier spricht man von einer Logophobie.
Logophobie kann als eigenständiges Störungsbild auftreten, nicht selten ist sie aber auch Teil anderer Redestörungen und tritt als Komponente des Mutismus oder Stotterns auf.9
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Kommunikation ein, definiert das grundlegende Problem von Redestörungen und umreißt die Zielsetzung der Arbeit hinsichtlich der Untersuchung von Stottern bei Kindern und Jugendlichen.
II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Redestörungen, die detaillierte Betrachtung des Stotterns im Schulalter anhand seiner Entwicklungsstadien und die Analyse von Interventionsmöglichkeiten im Unterricht.
III. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Fortbildungen für Lehrkräfte sowie einer integrativen Förderung zur Vermeidung von Chronifizierungen.
Schlüsselwörter
Stottern, Redestörung, Redeunflüssigkeit, Sprechangst, Mutismus, Poltern, Schule, Sprachförderung, Adoleszenz, Störungsbild, Symptomatik, Regelschule, Pädagogik, Sprachheilpädagogik, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Formen von Redestörungen, wobei der Schwerpunkt auf der Redeunflüssigkeit Stottern bei Kindern und Jugendlichen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die Differenzierung von Störungsbildern, die Ursachen und den Entwicklungsverlauf von Stottern sowie praktische Ansätze für den Umgang mit betroffenen Schülern im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Symptomatik und den Verlauf des Stotterns bei Kindern und Jugendlichen verständlich darzulegen und Lehrkräfte für den richtigen Umgang im Unterricht zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Aufarbeitung des Themas auf Basis fachwissenschaftlicher Literatur zu den Bereichen Sprachheilpädagogik, Logopädie und Schulpädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil differenziert zwischen Störungsbildern wie Sprechangst, Mutismus, Poltern und Stottern und untersucht vertieft die Stufen des Stotterns bis hin zu pädagogischen Fördermaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Stottern, Redestörung, Sprachförderung, Adoleszenz, Störungsbewusstsein und integrativer Unterricht.
Was kennzeichnet das manifeste Stottern im Vergleich zum beginnenden Stottern?
Beim manifesten Stottern sind zusätzlich zu den primären Kernsymptomen oft eine stark ausgeprägte Sekundärsymptomatik sowie ein deutliches Vermeidungsverhalten und Störungsbewusstsein erkennbar.
Wie wirkt sich die Schulsituation auf Jugendliche mit Stotterproblematik aus?
Durch den sozialen Druck, die Orientierung an der Peer-Group und die geforderten mündlichen Beiträge wird die Schulzeit oft als belastendes und negatives Erlebnis wahrgenommen, das Hilflosigkeitsgefühle verstärken kann.
Warum ist die Rolle der Lehrperson im Unterricht so entscheidend?
Die Lehrperson fungiert als sprachliches Vorbild und muss durch eine ruhige, verlangsamte Sprechweise sowie die bewusste Schaffung symptomfreier Sprechsituationen zur Stärkung des Selbstwertgefühls beitragen.
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- Annette Ernst (Author), 2005, Redestörungen - unter besonderer Berücksichtigung des Stotterns bei Kindern und Jugendlichen in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50224