Die Arbeit thematisiert, wie der Einsatz von sprachlichen Elementen im Sportunterricht zur Förderung der Inklusion beitragen kann. Der Schwerpunkt liegt auf der Lehrersprache als Instrument und ihrer Möglichkeiten für den Sportunterricht. Es werden Chancen und Möglichkeiten skizziert, um Schüler und Schülerinnen am Sportunterricht zu beteiligen und deren Teilhabe an eben diesem zu fördern. Dazu werden die verschiedenen Instrumente der Lehrersprache und deren Einsatz im Sinne eines inklusionsorientierten Sportunterrichts untersucht.
Internationale Vergleichsstudien wie PISA oder TIMSS sowie Schulleistungsvergleichsstudien wie IGLU und DESI haben bei Kindern und Jugendlichen mehr als einmal einen Förderbedarf im Bereich der deutschen Sprache belegt. Eine gezielte Förderung im sprachlichen Bereich wird zudem als Teilaufgabe eines inklusionsorientierten Unterrichts angesehen. Für den institutionellen Rahmen Schule existieren bereits unterschiedlichste Sprachförderprogramme und -konzepte, doch gerade Lehrkräfte, die keine sprachwissenschaftlichen Fächer unterrichten, sehen sich mit der für sie neuen Thematik überfordert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Rahmung
2.1 Inklusion
2.2 Sprachsensibler (Sport)Unterricht
2.3 Lehrersprache
2.4 Instrumente der Lehrersprache
3. Fragestellung & Hypothesen
4. Methodisches Vorgehen
5. Forschungsergebnisse
5.1 Forschungsergebnisse der gesamten Stichprobe
5.2 Forschungsergebnisse der Klasse 18IK1
5.3 Forschungsergebnisse der Klasse 18BFB
6. Interpretation der Ergebnisse
6.1 Die gesamte Stichprobe
6.2 Der Klassenvergleich
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche sprachlichen Instrumente von Lehrpersonen eingesetzt werden, um die Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler (SuS) mit Migrationshintergrund im Sportunterricht eines Berufskollegs zu fördern, mit dem Ziel, die Lehrersprache als zentrales Instrument für inklusionsorientierten Fachunterricht zu analysieren.
- Analyse der Rolle der Lehrersprache als sprachförderliches Instrument.
- Untersuchung der Bedeutung nonverbaler und paraverbaler Kommunikationsmittel im Sportunterricht.
- Vergleich der Anwendung sprachlicher Instrumente in Klassen mit unterschiedlichem Sprachniveau.
- Reflexion über die Möglichkeiten der Lehrperson zur aktiven Sprachbildung im Sport.
Auszug aus dem Buch
2.3 Lehrersprache
Die Sprache ist ein allgegenwärtiges Medium eines jeden Individuums, um Kontakt mit anderen aufzunehmen, sich mit ihnen auszutauschen, etwas zu präsentieren oder um Informationen verarbeiten zu können. Es stellt sich nun die Frage, ob es eine spezielle Lehrersprache gibt, wie diese definiert werden kann und was sie von Alltagssprache unterscheidet.
Nach Westdörp (2010) gehören zur Lehrersprache grundsätzlich sowohl das Sprachverhalten als auch der Sprachgebrauch von Lehrkräften im Unterricht. Dabei beinhaltet der Begriff Lehrersprache „alle Elemente kommunikativen Verhaltens (…), die von der Lehrkraft (…) mit dem Ziel der Vermittlung eines ausgewählten Unterrichtsgegenstandes und der Erweiterung der sprachlichen Handlungskompetenz eingesetzt werden“ (Westdörp, 2010, S. 2). Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Kommunikation im Unterricht viel Raum einnimmt und Voraussetzung für den Lernzuwachs der SuS sowie Grundlage guten Unterrichts ist. Da die Tätigkeit des Lehrens und Lernens primär über die Sprache stattfindet, wird sie oftmals als selbstverständliches Medium betrachtet, das in den Unterricht integriert wird. Doch die Lehrersprache verlangt anderes als die Sprache, die im Alltag und außerhalb der Schule verwendet wird. Dies wird deutlich, wenn man sich die diversen Aufgaben vor Augen führt, denen sich Lehrerinnen & Lehrer in ihrem Berufsalltag stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sprachlichen Herausforderungen heterogener Schülerschaften in Schulen und definiert das Interesse an der Lehrersprache als Förderinstrument für den inklusiven Sportunterricht.
2. Theoretische Rahmung: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Inklusion, sprachsensiblen Unterricht und die Definition sowie Aufgaben der Lehrersprache in verschiedenen Handlungsfeldern.
3. Fragestellung & Hypothesen: Hier wird die Forschungsfrage konkretisiert und die Annahme aufgestellt, dass nonverbale Instrumente im Sportunterricht dominieren und Unterschiede zwischen Klassen je nach Sprachniveau bestehen.
4. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel begründet die Wahl der offenen, systematischen Beobachtung als Forschungsmethode und beschreibt die Entwicklung des Beobachtungsbogens sowie das methodische Vorgehen.
5. Forschungsergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten der gesamten Stichprobe sowie getrennt für die Klassen 18IK1 und 18BFB quantitativ dargestellt und ausgewertet.
6. Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden in diesem Kapitel diskutiert, wobei insbesondere die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation hervorgehoben und ein Klassenvergleich angestellt wird.
7. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Lehrersprache für die Teilhabe im Unterricht und betont die Notwendigkeit einer bewussten und selbstreflektierten Anwendung sprachlicher Instrumente durch Lehrkräfte.
Schlüsselwörter
Lehrersprache, Sportunterricht, Inklusion, Sprachförderung, Sprachsensibler Unterricht, Migrationsklassen, Nonverbale Kommunikation, Sprachbildung, Teilhabe, Berufskolleg, Fachunterricht, Sprachliches Vorbild, Bildungssprache, Unterrichtsbeobachtung, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den bewussten Einsatz der Lehrersprache und deren verschiedene Instrumente, um die Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im Sportunterricht zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themenfelder sind die Bedeutung von Inklusion im Bildungskontext, die Konzepte des sprachsensiblen Unterrichts sowie die Analyse der professionellen Lehrersprache als Mittel der Sprachförderung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Welche sprachlichen Instrumente werden von Lehrpersonen eingesetzt, um die Teilhabe aller SuS im Sportunterricht in Migrationsklassen zu fördern?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählte die Form der offenen, systematischen und nicht teilnehmenden Beobachtung als Forschungsmethode, um den Einsatz der Lehrersprache realitätsnah zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Fundierung die Ergebnisse der Beobachtungen an einem Berufskolleg präsentiert, interpretiert und die Wirksamkeit verschiedener sprachlicher Instrumente bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Lehrersprache, Sprachförderung, Inklusion, Sportunterricht, nonverbale Kommunikation und Teilhabe charakterisieren.
Warum spielt die nonverbale Kommunikation im Sportunterricht eine so große Rolle?
Die Untersuchung zeigt, dass nonverbale Instrumente wie Gestik und Mimik besonders stark zur Verständlichkeit beitragen, da sie dem Gesprochenen visuelle Bedeutung verleihen und somit auch bei Sprachbarrieren das Verständnis von Spielregeln und Bewegungsabläufen erleichtern.
Gibt es signifikante Unterschiede im Sprachgebrauch zwischen den untersuchten Klassen?
Überraschenderweise zeigte sich, dass in der Klasse mit dem besseren allgemeinen Sprachniveau (18BFB) mehr sprachliche Instrumente eingesetzt wurden als in der Klasse mit dem niedrigeren Niveau (18IK1), was vermutlich auf die Komplexität der gewählten Spielformen zurückzuführen ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Inklusionsförderung durch den Einsatz von sprachlichen Instrumenten im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502445