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Zum Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung

Title: Zum Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung

Master's Thesis , 2017 , 79 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maximilian von Westerheide (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Diese Thesis wird deduktiv aufzeigen, welche Verfahren sich zur Preisgenerierung eignen und welchem Zweck die einzelnen Verfahren dienen. Im Fokus stehen dabei die Errungenschaften der funktionalen Unternehmensbewertung und ihrer drei Hauptfunktionen: die Entscheidungsfunktion, die Vermittlungsfunktion sowie die Argumentationsfunktion. Diese Arbeit wird aufzeigen, wie man den Königsweg Börsengang ohne einen Klumpfuß beschreiten kann.

Zu Beginn der Arbeit werden in Kapitel 2 die Rahmenbedingungen, die bei einem Börsengang zu erfüllen sind, dargestellt. Im Zentrum dieses Abschnitts stehen sowohl die rechtlichen als auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen, die nötig sind, um eine Platzierung an der Börse zu vollziehen. Daneben werden die Marktakteure und deren Motive in ihren Grundzügen erläutert. In Kapitel 3.1 und 3.2 werden die Grundlagen zu den einzelnen Bewertungsschulen beschrieben, um so ein detailliertes Bild über den Forschungsstand und die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zu erlangen. Dabei soll besonders die Untragbarkeit einer rein objektiven Bewertungslehre gegenüber der Evolution der subjektiven sowie der funktionalen Wertschule gezeigt werden. Kapitel 3.3 stellt die Fachinhalte zu den einzelnen Bewertungsfunktionen vor und zeigt, welche Aufgabe die Funktionen im Konstrukt einer teleologischen Gesamtbewertung erfüllen.

Im Zentrum dieser Arbeit steht das 4. Kapitel, in welchem die Bewertungsfunktionen dargestellt werden und deduktiv analysiert wird, mit welchem Verfahren in der jeweiligen Hauptfunktion eine Preisbestimmung zu erzielen ist – oder auch nicht. Dabei werden sowohl die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Verfahren als auch deren Grenzen aufgezeigt. Da je nach Form des gewählten Börsengangs eine Emissionsbank, wie bspw. das Bankhaus Lampe, die Citigroup, die BNP Paribas und andere, an der Platzierung beteiligt sind, wird Kapitel 4.4 deren Risikoübernahme und den damit verbundenen Einfluss auf den Emissionspreis beschreiben. Im Zentrum jeder Funktion steht die Ermittlung eines Emissionspreises zwischen Emittenten und Investoren. Dabei dienen einige ausgewählte Börsengänge der letzten Jahre als Beispiele, um zu veranschaulichen, wie sich die Anwendung einzelner Verfahren auf den Erfolg oder Misserfolg einer Emission auswirkten. Den Schluss dieser Arbeit bildet das Kapitel 5, in dem die zuvor aufgezeigten Inhalte rezipiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die gegenwärtige Situation am deutschen Kapitalmarkt

2 Der Börsengang als Mittel der Unternehmensfinanzierung

2.1 Der Börsengang und die Bedeutung des Eigenkapitals für das Unternehmen

2.2 Die Motive des Börsengangs

2.3 Die juristischen Voraussetzungen des Börsengangs

2.4 Die betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen

2.5 Die Akteure am deutschen Kapitalmarkt

3 Die Grundlagen der Unternehmensbewertung

3.1 Die Unternehmensbewertung als interne Rechnung

3.2 Die Schulen der Unternehmensbewertung

3.2.1 Die objektive Unternehmensbewertung

3.2.2 Die subjektive Unternehmensbewertung

3.2.3 Die funktionale Unternehmensbewertung

3.3 Die Funktionen der Unternehmensbewertung

3.3.1 Die Entscheidungsfunktion

3.3.2 Die Vermittlungsfunktion

3.3.3 Die Argumentationsfunktion

4 Der Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung

4.1 Die Charakterisierung der Konfliktsituation

4.2 Die Entscheidungswertermittlung im Rahmen eines Börsengangs

4.2.1 Das Zustands-Grenzpreismodell – ein Totalmodell

4.2.2 Das Zukunftserfolgswertverfahren – ein Partialmodell

4.3 Die Ermittlung von Argumentationswerten im Rahmen von Preisfindungsprozessen

4.3.1 Die Multiplikatorverfahren

4.3.2 Das „discounted cash flow“-Verfahren

4.3.3 Der objektivierte Wert nach IDW S 1

4.4 Der Emissionspreis als Arbitriumwert

4.4.1 Die Auswahl des Emissionsverfahrens

4.4.1.1 Die Selbstemission

4.4.1.2 Die Fremdemission

4.4.2 Die Verfahren der Emissionspreisfindung

4.4.2.1 Das Festpreisverfahren

4.4.2.2 Das Preisspannenverfahren

4.4.2.3 Die Auktionsverfahren

4.5 Die kritische Würdigung der Bewertungspraxis im Rahmen des Börsengangs

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Unternehmensbewertung im Kontext eines Börsengangs, insbesondere im Hinblick auf die Preisfindung zwischen Emittenten, Investoren und emissionsbegleitenden Banken. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie funktionale Bewertungsmodelle genutzt werden können, um eine ökonomisch rationale Entscheidungsgrundlage zu schaffen und welche Rolle dabei Argumentationswerte in komplexen Verhandlungssituationen spielen.

  • Grundlagen und Motive des Börsengangs als Finanzierungsinstrument.
  • Vergleich der verschiedenen Schulen der Unternehmensbewertung (objektiv, subjektiv, funktional).
  • Analyse der Bewertungsfunktionen bei Neuemissionen (Entscheidungs-, Vermittlungs- und Argumentationsfunktion).
  • Kritische Würdigung gängiger Verfahren zur Preisfindung wie Multiplikator- und DCF-Methoden.
  • Untersuchung von Emissionsverfahren wie Festpreis- und Preisspannenverfahren sowie deren Auswirkungen auf den Erfolg der Emission.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Das Zustands-Grenzpreismodell – ein Totalmodell

Im Rahmen der Entscheidungsfunktion liefert dieses Modell die individuelle Grenze der Konzessionsbereitschaft in Form des Entscheidungswerts. Dieser Wert gibt an, welchen Emissionspreis der Emittent mindestens erzielen muss bzw. welchen Kaufpreis der potentielle Investor höchstens zahlen sollte, um kein nachteiliges Geschäft zu tätigen. Zugleich liefert die Entscheidungswertermittlung auf Basis des Zustands-Grenzpreismodells (ZGPM) damit das Intervall, zwischen dem eine Einigung der beiden Konfliktparteien gefunden werden kann.

Die Konsortialbank als Vermittler und Schiedsinstanz wird eine Lösung zwischen den Grenzwerten des Emittenten und des Anlegers anstreben. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch, dass die Investmentbank eigene Preisvorstellungen bzgl. der Erstzeichnung verfolgt und eine Konfliktlösung eher zu Lasten des Verkäufers gehen könnte (weitere Anmerkungen hierzu in Kapitel 4.4). Das ZGPM ist ein Totalmodell im Rahmen der investitionstheoretischen Bewertung und betrachtet das Unternehmen als Ganzes. Im Totalmodell kann der Nutzen des Käufers – bei Börsennotierung in Form von Ausschüttung – dargestellt werden. Aber auch eine Zerschlagung des Betriebes wäre finanzmathematisch abbildbar.

Die Ergebnisse des ZGPM fassen die zu erwartenden Zahlungsströme auf und liefern dem Käufer oder dem Verkäufer seine persönliche Konzessionsgrenze in Form des Entscheidungswertes. Das hier angeführte ZGPM basiert auf den weiterführenden Ausformulierungen von HERING. Sein Modell geht von der Prämisse der Marktunvollkommenheit aus und entspricht somit der realen Geschäftswelt, in welcher sich börsennotierte Unternehmungen bewegen. Das ZGPM ist eine elegante Möglichkeit der subjektiven Grenzpreisermittlung der Bewertungssubjekte. Als Nebenprodukt ergibt sich aus der Totalmodellbetrachtung der Diskontierungszinssatz, der in späteren Partialmodellen (Kapitel 4.2.2) Anwendung findet. HERING entwickelt mit der Fixierung der besten Alternative als Grenzzins die Basis zum Zukunftserfolgswertverfahren. HERING geht bei seinen Annahmen davon aus, dass ein Käufer mit dem Erwerb von Aktien einen zukünftigen und unsicheren Zahlungsstrom erwirbt. Im Falle eines emittierenden Unternehmens wird der Verkäufer eines Unternehmensanteils einen möglichst hohen Preis favorisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die gegenwärtige Situation am deutschen Kapitalmarkt: Einführung in die aktuelle Lage des deutschen Aktienmarktes und Darstellung der zentralen Problematik der Unternehmensbewertung im Zuge eines Börsengangs.

2 Der Börsengang als Mittel der Unternehmensfinanzierung: Analyse der Rahmenbedingungen, Motive, juristischen und betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen sowie der Marktakteure bei einem Börsengang.

3 Die Grundlagen der Unternehmensbewertung: Detaillierte Beschreibung der verschiedenen Bewertungsschulen sowie der drei Hauptfunktionen der funktionalen Unternehmensbewertung.

4 Der Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung: Deduktive Analyse der Bewertungsfunktionen im praktischen Preisfindungsprozess, inklusive einer kritischen Würdigung gängiger Emissionsverfahren und -methoden.

5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Plädoyer für die funktionale Unternehmensbewertung als ausgereiftes Instrumentarium zur Lösung der komplexen Bewertungsproblematik.

Schlüsselwörter

Börsengang, Unternehmensbewertung, Emissionspreis, Entscheidungswert, Argumentationswert, Arbitriumwert, Zustands-Grenzpreismodell, Zukunftserfolgswertverfahren, Multiplikatorverfahren, DCF-Verfahren, Preisspannenverfahren, Kapitalmarkt, Eigenkapital, Funktionale Unternehmensbewertung, Konfliktmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Unternehmensbewertung im Kontext eines Börsengangs und untersucht, wie verschiedene Bewertungsverfahren in den unterschiedlichen Phasen der Preisfindung eingesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, die spezifischen Konfliktsituationen zwischen Emittenten und Investoren sowie die praktische Anwendung verschiedener Preisfindungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Eignung verschiedener Bewertungsverfahren (wie ZGPM, ZEWV oder Multiplikatorverfahren) für die Preisfindung bei Börsengängen zu bewerten und deren Rolle als Entscheidungsgrundlage oder taktisches Instrument aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen deduktiven Forschungsansatz, um die theoretischen Modelle der funktionalen Unternehmensbewertung auf die spezifischen Probleme des Börsengangs anzuwenden und deren praktische Anwendbarkeit zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den drei Funktionen der Bewertung (Entscheidung, Vermittlung, Argumentation) und analysiert kritisch, wie Verfahren wie das DCF-Modell oder Multiplikatoransätze in der Praxis genutzt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Börsengang", "Unternehmensbewertung", "funktionale Bewertung", "Entscheidungswert" und "Argumentationswert" charakterisiert.

Welche Bedeutung haben die "Funktionen der Unternehmensbewertung" in diesem Kontext?

Die Funktionen (Entscheidungs-, Vermittlungs- und Argumentationsfunktion) sind essenziell, da sie dem Bewertungssubjekt erlauben, das Bewertungsmodell an den spezifischen Zweck und die jeweilige Phase des Preisfindungsprozesses anzupassen.

Warum ist das "Zustands-Grenzpreismodell" (ZGPM) laut Autor besonders wichtig?

Das ZGPM wird als ausgereiftes Totalmodell hervorgehoben, da es Marktunvollkommenheiten und individuelle Interessen der Akteure explizit berücksichtigt und somit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Grenzpreisbestimmungen liefert.

Wie bewertet der Autor den Einsatz von Multiplikatorverfahren?

Der Autor ordnet diese primär der Argumentationsfunktion zu und warnt davor, sie für eine objektive Entscheidungswertermittlung zu nutzen, da sie anfällig für Manipulationen sind und die Einzigartigkeit von Unternehmen oft vernachlässigen.

Was ist das Fazit zur Praxis der Preisfindung bei Börsengängen?

Der Autor plädiert für die funktionale Unternehmensbewertung und betont, dass der Erfolg einer Emission maßgeblich von einer rationalen Bestimmung der Konzessionsgrenzen und einem durchdachten Einsatz der Preisfindungsverfahren abhängt.

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Details

Title
Zum Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung
College
Saarland University  (Lehrstuhl Rechnungswesen Prof. Dr. Olbrich)
Grade
2,0
Author
Maximilian von Westerheide (Author)
Publication Year
2017
Pages
79
Catalog Number
V502936
ISBN (eBook)
9783346052742
ISBN (Book)
9783346052759
Language
German
Tags
Börsengang Bewertung Aktien Analyse Bewertungsverfahren Emission Unternehmensbewertung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maximilian von Westerheide (Author), 2017, Zum Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502936
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