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Der Hindunationalismus und die BJP. Bedrohungen für die indische Demokratie?

Title: Der Hindunationalismus und die BJP. Bedrohungen für die indische Demokratie?

Seminar Paper , 2012 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bajram Dibrani (Author)

Politics - Region: South Asia
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Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit lautet: Sind der Hindunationalismus in seiner gegenwärtigen Ausprägung und die BJP ernstzunehmende Gefahren für die säkulare indische Demokratie? Indien ist der Einwohnerzahl nach die größte Demokratie der Welt. Angesichts der heterogenen Zersplitterung nach Ethnien, Religionen, Kasten und Sprachen, des fortwährend geringen Entwicklungsniveaus des Landes, welches an sozialen Gegensätzen und einer in der Bevölkerung weit verbreiteten Armut leidet, sowie der territorialen Größe und hohen Bevölkerungszahl, ist die fortwährende Funktionalität und Konsolidierung der indischen Demokratie seit nunmehr über 60 Jahren, trotz etwaiger und potentieller Defizite und Störfaktoren sowie ungünstiger Kontextvoraussetzungen, eine nahezu beispiellose Erfolgsgeschichte.

Der größte und möglicherweise gefährlichste Störfaktor zeigte sich jedoch zu Beginn der 1990er Jahre, als sich ein militanter Hindunationalismus als politische Kraft und Bewegung neu etablierte und in mehreren radikalen Ausschreitungen, darunter insbesondere in der nordindischen Pilgerstadt Ayodhya (1992) und zehn Jahre später im indischen Bundesstaat Gujarat (2002), zerstörerisch entlud.

Bis in die 1970er Jahre hinein galt der in der indischen Verfassung festgeschriebene Grundsatz der ökonomischen und sozialen Gleichbehandlung aller Religionsgemeinschaften und sprachlichen sowie regionalen Minderheiten jahrzehntelang als unumstößlicher Konsens innerhalb der säkularen und demokratischen indischen Staatsdoktrin. Erst ab der Mitte der 1970er Jahre erlangte der Kommunalismus zunehmend Einfluss und Legitimation und erfuhr insgesamt eine Renaissance. Die sich zunehmend verstärkenden Tendenzen des indischen Kommunalismus, in seiner politischen Gestalt als Hindunationalismus, wurden in der Form eines aggressiven Nationalismus der Mehrheit spätestens 1998, als die Bharatiya Janata Party (BJP, Indische Volkspartei) erstmals dauerhaft die Regierungsgewalt übernahm, zur Hauptgefahr für den Fortbestand der indischen Demokratie.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische und ideologische Rahmenbedingungen

2.1 Kommunalismus – Entstehung und gegenwärtige Gestalt

2.2 Heutiger Hindunationalismus und seine Ursprünge

2.3 Trägerorganisationen, Netzwerk und Ideologie des Hindunationalismus

2.4 Die Tradition des indischen Säkularismus und die indische Verfassung

3. Kulminationspunkte des militanten indischen Hindunationalismus: Ayodhya (1992) und Gujarat (2002)

3.1 Die Ayodhya-Kampagne

3.2 Muslim-Pogrome in Gujarat

4. Indische Demokratie in Gefahr? Eine kontroverse Bewertung rezenter Entwicklungen

4.1 Die Wahlen 2009: Bedeutung für die indische Demokratie

4.2 Der Hindunationalismus und das Problem der heterogenen Gesellschaft

4.3 Die Bewegungsirritation des heutigen Hindunationalismus

4.4 Generationswechsel in der BJP und die Zukunft des Hindunationalismus

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Hindunationalismus in seiner heutigen Ausprägung sowie die Bharatiya Janata Party (BJP) eine ernstzunehmende Gefahr für die säkulare indische Demokratie darstellen. Dabei wird analysiert, wie politische Akteure religiöse Identitäten instrumentalisieren und wie dies im Kontrast zu den verfassungsrechtlich verankerten Prinzipien von Säkularismus und Minderheitenschutz steht.

  • Historische Entstehung und ideologische Grundlagen des Hindunationalismus
  • Die Rolle der Sangh Parivar als Netzwerk für hindunationalistische Agitation
  • Analyse der gewaltsamen Konflikte in Ayodhya (1992) und Gujarat (2002)
  • Bewertung der parlamentarischen Machtausübung der BJP
  • Zusammenhang zwischen gesellschaftlicher Heterogenität und dem Scheitern extremistischer politischer Visionen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Ayodhya‐Kampagne

Die Renaissance des Hindunationalismus in den letzten beiden Dekaden des 20. Jahrhunderts verlief nicht nur in kontrollierten parlamentarischen Bahnen durch den Aufstieg der BJP, sondern wurde seit Beginn der 1980er Jahre zudem begleitet von landesweiten explosiven hindunationalen Agitationen. Die geführten hindunationalistischen Kampagnen hatten die nordindische Pilgerstadt Ayodhya zum Ziel (vgl. Jürgenmeyer 1998: 46), die gleichsam den „Mittel- und Brennpunkt auf der politischen Landkarte des unabhängigen Indiens“ darstellt (Wolf 2008: 29).

Ayodhya gilt als die Geburtsstätte des Gottes Rama und ist ein „klassischer Wallfahrtsort der Hindus“. Eine Pilgerreise nach Ayodhya ist einer der wichtigsten Bestandteile des Hinduismus (vgl. Jürgenmeyer 1995: 83). Ayodhya birgt dadurch ein historisches Konfliktpotential. Trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer mehr mythologisch (vgl. Hardgrave/Kochanek 2008: 208) als historisch belegbaren Bedeutung, verkörpert sie die „Synthese von Religion, Geschichte und Politik“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die indische Demokratie als erfolgreiches, aber durch den Aufstieg eines militanten Hindunationalismus gefährdetes System und leitet die zentrale Fragestellung ab.

2. Theoretische und ideologische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel definiert den Kommunalismus und den Hindunationalismus, erläutert die Hindutva-Ideologie und stellt die verfassungsrechtlichen Grundlagen Indiens dar.

3. Kulminationspunkte des militanten indischen Hindunationalismus: Ayodhya (1992) und Gujarat (2002): Das Kapitel analysiert zwei zentrale gewaltsame Ereignisse, die als Instrumente der hindunationalistischen Bewegung zur Mobilisierung und Identitätsstiftung dienten.

4. Indische Demokratie in Gefahr? Eine kontroverse Bewertung rezenter Entwicklungen: Es folgt eine kritische Untersuchung der politischen Rolle der BJP, ihrer Wahlergebnisse sowie der internen Zerrissenheit zwischen moderaten und radikalen Strömungen.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Gefahrenpotential des Hindunationalismus für die indische Demokratie als punktuell gegeben, eine allgemeine Systemgefährdung jedoch als unwahrscheinlich.

Schlüsselwörter

Hindunationalismus, BJP, Indien, Demokratie, Hindutva, Sangh Parivar, Kommunalismus, Säkularismus, Ayodhya, Gujarat, Religion, Politik, Minderheitenschutz, Identität, Parlamentarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Hindunationalismus als politische Kraft in Indien und dessen Auswirkungen auf das demokratische System des Landes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Ideologie der Hindutva, die Rolle der BJP und ihrer Trägerorganisationen sowie die Auswirkungen von religiös motivierter Gewalt auf die säkulare Verfassungsordnung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob der gegenwärtige Hindunationalismus und die BJP eine ernstzunehmende Gefahr für die säkulare indische Demokratie darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse von historischen Entwicklungen, ideologischen Fundamenten und der Auswertung politischer Ereignisse anhand der vorhandenen Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen, die gewaltsamen Ereignisse in Ayodhya und Gujarat sowie die parlamentarische Performance und interne Konflikte der BJP.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hindunationalismus, Säkularismus, BJP, Hindutva und Demokratiegefährdung charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Ayodhya-Kampagne zu?

Sie dient in der Arbeit als Beispiel für die gezielte Instrumentalisierung religiöser Gefühle durch die BJP und den Sangh Parivar zur politischen Mobilisierung.

Wie bewertet der Autor die Zukunft der BJP?

Der Autor sieht die Partei durch interne Generationskonflikte und die ideologische Bindung an radikale Kräfte vor einer Zerreißprobe, die ihre Machtperspektive in einer heterogenen Gesellschaft erschwert.

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Details

Title
Der Hindunationalismus und die BJP. Bedrohungen für die indische Demokratie?
College
University of Trier
Course
Master Spezialisierungsmodul: Demokratieentwicklung in Indien und Indonesien
Grade
1,7
Author
Bajram Dibrani (Author)
Publication Year
2012
Pages
26
Catalog Number
V502983
ISBN (eBook)
9783346045263
ISBN (Book)
9783346045270
Language
German
Tags
Indien Hindunationalismus Demokratie BJP indische Demokratie Ayodhya Gujarat Bharatiya Janata Party Modi Narendra Modi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bajram Dibrani (Author), 2012, Der Hindunationalismus und die BJP. Bedrohungen für die indische Demokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502983
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