Ziel der Arbeit ist es, den sogenannten Stablecoin auf seine Tauglichkeit bezüglich des Fremdwährungsrisikomanagement zu untersuchen. Diese Tauglichkeit wird anhand von mehreren Kriterien geprüft. Dabei fallen nicht nur die Vorteile und Chancen ins Gewicht, es müssen auch eventuelle Hemmnisse und Problematiken untersucht werden. Die Grundsatzfrage ist also: Kann die Technologie eine Lösung für das beschriebene Problem sein?
Die vorliegende Bachelorthesis teilt sich wie üblich in verschiedene Teilbereiche auf. Nach der vorangegangenen kurzen Einleitung und der Definition der zu beurteilenden Problematik und Zielsetzungen, werden nachfolgend die aktuellen Vorgehensweisen und Problemlösungen zur Währungsrisikovermeidung wiedergegeben.
Einleitend wird ebenfalls das Thema Kryptowährungen zusammengefasst dargestellt, um im späteren Verlauf exakt auf die Stablecoins und Schwierigkeiten mit volatilen Coins wie dem Bitcoin einzugehen. Im Anschluss daran werden die fallbezogenen theoretischen Grundlagen geklärt. Ein notwendiges Prüfungsschema, um die Fähigkeiten und Eignungen von Stablecoins zu hinterfragen, wird ebenfalls noch in diesem Abschnitt aufgestellt.
Das darauffolgende Kapitel widmet sich im Schwerpunkt dem Stablecoin, die wichtigsten Eigenschaften werden erläutert und hinterfragt, der aktuelle Stand der Technik verglichen und es wird auf die größten zu lösenden Problemen hingewiesen. Im Schwerpunkt werden Informationen ausgewertet und dargestellt, welche im Prüfschema des anschließenden Kapitels zu einem Ergebnis ausgewertet werden.
Mit diesem Prüfungsschema soll abschließend die Eignung von Stablecoins für das unternehmerische Fremdwährungsrisiko beantwortet werden. Das Endresultat wird zusätzlich mit einigen Beispielen unter Zuhilfenahme von historischen Kursdaten, sowie fiktiven Auftragsvolumen im Bereich des Fremdwährungsrisikos und internationaler Transaktionen gestützt. Der Abschluss dieser Arbeit bildet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Potential der eingesetzten Technologie und deren zukünftige Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Währungsrisiko im Unternehmen
2.1 Internationale Finanztransaktionen
2.2 Leistungsindikatoren von Stablecoins im Fremdwährungsrisikomanagement
2.3 Die Blockchain: eine innovative Lösung
3 Stablecoins: Wertstabile Kryptowährungen
3.1 Stablecoins aktuelle Auswahl
3.2 LIBRA – Gerüchte um den Facebook Coin
3.3 Bedienung von Stablecoin-Transaktionen
3.4 Anreizsysteme für Stakeholder
3.5 Vertragsrecht und Identifikation der Teilnehmer
3.6 Steuern und Bilanz
3.7 Eignung des Stablecoins anhand vorher definierter Kriterien
3.7.1 Übersicht: Bewertung und Einsparpotential
3.7.2 Kosten bei Verwendung der Blockchain
3.8 Einsparungen gemessen an gewöhnlichen Finanztransaktionssystemen
3.9 Bewertung anhand fiktiver Auftragsvolumen
3.9.1 Beispiel bei Berechnung exemplarischer Werte
3.9.2 Berechnung unter der Verwendung historischer Kurswerte
3.9.3 Wann rentiert sich der Stablecoins für Unternehmer?
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Eignung von Stablecoins als Instrument zur Optimierung des unternehmerischen Fremdwährungsrisikomanagements. Es wird analysiert, ob diese Technologie durch die Vermeidung von Kursschwankungen und die Reduktion von Transaktionskosten eine effiziente Alternative zu herkömmlichen Sicherungsinstrumenten wie Devisentermingeschäften darstellen kann.
- Analyse aktueller Fremdwährungsrisiken in internationalen Unternehmen.
- Evaluation der Funktionsweise und Stabilität verschiedener Stablecoin-Modelle.
- Untersuchung rechtlicher, steuerlicher und bilanzieller Herausforderungen bei der Implementierung.
- Bewertung des Einsparpotentials durch Vergleiche mit konventionellen Transaktionssystemen.
Auszug aus dem Buch
Eignung des Bitcoins als unternehmensinterne Währung
Angenommen ein Konzern hätte die Blockchain Technologie im Unternehmen implementiert und ist nun bereit all seine Finanztransaktionen per Kryptowährung zu tätigen, es wäre noch immer eine immense Problematik zu bewältigen. Am Beispiel des Bitcoins wird schnell ersichtlich, dass der momentane Einsatz von Kryptowährung, aus finanzieller Perspektive betrachtet, eine völlig irrationale Entscheidung bedeutet. Das Problem ist zum einem das noch fehlende Vertrauen der breiten Masse in Kryptowährungen und die noch größere Problematik, welche auch durch dieses fehlende Vertrauen mit zustande kommt, ist die extreme Volatilität der bekanntesten digitalen Währungen (siehe Abb.4).
Rein technisch gesehen ist die Blockchain-Technologie dank ihrer Programmierung absolut vertrauenswürdig. Vertrauen ist dank Algorithmus und Programmierung noch nicht einmal mehr nötig. Aber es gibt keinerlei Physische Sicherheiten für Währungen nach dem Prinzip des Bitcoins, kein Edelmetall und keine Devisen stützen ihn. Und er wird auch nicht durch eine Zentralbank oder ähnliche Institution geschöpft, sondern von privaten „Minern“. Diese Tatsache lässt den konventionell denkenden Menschen scheinbar skeptisch werden. Die extremen Volatilitäten lassen den Bitcoin somit für den internationalen Einkauf/Verkauf zu einem völlig ineffektiven Instrument verkommen. Das Währungsrisiko wäre für jeden Konzern um ein Vielfaches höher. Ganz nüchtern betrachtet ist der Bitcoin aber dennoch ein weiters Zahlungsmittel, nur eben vollständig digital und instabil und könnte, rein technisch gesehen, durchaus im Unternehmen implementiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Blockchain-Technologie und deren Potential zur Neugestaltung des Finanzsystems, sowie Definition der Problemstellung und Zielsetzung.
2 Währungsrisiko im Unternehmen: Analyse der Risiken durch internationale Finanztransaktionen und Reflexion über traditionelle Hedging-Strategien.
3 Stablecoins: Wertstabile Kryptowährungen: Detaillierte Untersuchung von Stablecoins, ihrer Funktionsweisen (Fiat-gestützt, Krypto-gestützt, Seigniorage Shares), rechtlicher Rahmenbedingungen, steuerlicher Aspekte und deren ökonomischer Eignung.
4 Fazit: Kritische Würdigung des Potentials von Stablecoins zur Risikominimierung und ein Ausblick auf die zukünftige Massenadoption durch große Unternehmen.
Schlüsselwörter
Blockchain, Stablecoin, Fremdwährungsrisikomanagement, Finanztransaktionen, Kursschwankungen, Hedging, Smart Contracts, Libra, Bitcoin, Kryptowährungen, Liquiditätsrisiko, Bilanzierung, Finanzrisiken, Unternehmensfinanzierung, digitale Währung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob Stablecoins als technologische Lösung geeignet sind, um die mit internationalen Finanztransaktionen verbundenen Fremdwährungsrisiken für Unternehmen zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Blockchain-Technologie, verschiedene Arten von Stablecoins, das klassische Fremdwährungsrisikomanagement, sowie rechtliche und bilanzielle Anforderungen an Krypto-Assets im Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung der Praxistauglichkeit von Stablecoins als Instrument zur Kostenersparnis und Risikokompensation im unternehmerischen Treasury-Bereich.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine qualitative Analyse der aktuellen Literatur und technischer Standards, unterstützt durch fiktive Fallbeispiele und historische Kursdaten, um die Effizienz der Technologie zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Risiken, die Vorstellung der Funktionsweise verschiedener Stablecoin-Modelle (z. B. Libra, TrueUSD), eine detaillierte Prüfung anhand vordefinierter Kriterien und eine Kosten-Nutzen-Analyse im Vergleich zu klassischen Bankensystemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Blockchain, Stablecoin, Fremdwährungsrisikomanagement und Smart Contracts definieren.
Warum wird Bitcoin als instabil für Unternehmen bewertet?
Aufgrund seiner hohen Volatilität und fehlender staatlicher oder physischer Besicherung ist Bitcoin als Zahlungsmittel für den internationalen Handel zu riskant und ineffektiv.
Welche Rolle spielt die Libra Association in diesem Kontext?
Libra wird als ein Beispiel für ein groß angelegtes Stablecoin-Projekt angeführt, das durch seine institutionelle Unterstützung und geplante Reservehaltung Potential zur Massenadoption und Veränderung des Finanzsektors besitzt.
Wie könnten Smart Contracts das Vertragsrecht im Unternehmen beeinflussen?
Smart Contracts ermöglichen eine automatisierte Abwicklung von Transaktionen und Eigentumsübertragungen, stellen jedoch aufgrund ihrer binären Natur und fehlenden Flexibilität bei Rechtsstreitigkeiten eine Herausforderung für das aktuelle Zivilrecht dar.
Wann ist eine Umstellung auf Stablecoins nach Ansicht des Autors sinnvoll?
Eine Umstellung ist erst dann ökonomisch sinnvoll, wenn die Nachteile der bisherigen Finanzsysteme vollständig kompensiert werden und nach einer initialen Investitionsphase langfristige Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen nachweisbar sind.
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- Christopher Schütze (Autor), 2019, Eignung von Stablecoins für das unternehmerische Fremdwährungsrisikomanagement, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503109