Der Einfluss von Medien auf das menschliche Gesundheitsverhalten. Stress als Risikofaktor


Akademische Arbeit, 2016

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Theorie
2.1 Überblick zur Entwicklung der Mediennutzung

3 Fragebogen

4 Erhebungsmethode

5 Deskriptive Beschreibung des Datensatzes

6 Itemanalyse

7 Reliabilitäts-und Validitätsanalyse

8 Diskussion

1 Einleitung

Im Folgenden werde ich kurz und zusammenfassend die Zielrichtung meiner Arbeit, die geplanten Einsatzgebiete und die Relevanz des Testverfahrens beschreiben.

Was wir über die Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir von den Medien.“ ( Philosoph und Soziologe Niklas Luhmann ).

Doch ist das wirklich so? Bestimmen die Medien schon längst unseren Alltag? Haben sie wirklich einen so großen Einfluss auf uns? - Wenn ja, welchen? Bestimmen wir selbst wie groß dieser Einfluss ist? Vermitteln sie aufgrund der Sensationslust ein falsches Realitätsbild? Müssen wir den Umgang mit Medien vielleicht sogar erst neu erlernen? Welche positiven - und welche Risikofaktoren bringt die veränderte Mediennutzung mit sich?

All das sind Fragen mit der sich die moderne Gesellschaft immer wieder bewusst und unbewusst auseinandersetzt und die belegen, dass Diskussionen um und über die Medien nie an Aktualität verlieren.

Die vorliegende Arbeit thematisiert die Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung der Einschätzung von sechzehn bis fünfundzwanzig-jährigen Probanden, ob die Medien ihr Gesundheitsverhalten beeinflussen.

Es handelt sich hierbei um eine Gruppenarbeit, bei der der Fragebogen zusammen entwickelt- die Auswertung, Analyse und Interpretation jedoch einzeln erfolgte. Jedes der fünf Gruppenmitglieder bearbeitete eine der fünf Kategorien des Fragebogens, die ihm nach einem Losverfahren zugeteilt wurde.

Der Fragebogen ist in erster Linie für den Einsatz in Forschungsprojekten zur Ermittlung individueller Mediennutzung und deren Einfluss auf das menschliche Gesundheitsverhalten gedacht.

Das Ziel dieser Arbeit ist somit die Entwicklung und Validierung eines Instrumentes, dass die Einschätzung der Menschen - ob und inwieweit die Medien ihr Gesundheitsverhalten beeinflussen, erfasst.

Auf der Basis der Studienergebnisse sollen Präventions-, Interventions-, Beratungs- und Schulungs-Tools in Bezug auf den Umgang mit Medien entwickelt - und Verständnis für eine nachhaltige und angemessene Mediennutzung geschaffen werden.

Einsatzgebiete sind demnach die Gesundheits- und Sozialpsychologie. Die Relevanz des Testverfahrens besteht darin, dass die Medien einen immer größeren Stellenwert in unserem Alltag einnehmen und neben den positiven Faktoren auch einige Risikofaktoren mit sich bringen. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene nehmen den Einfluss der Medien oft nur unbewusst wahr und unterschätzen deren Auswirkungen auf Körper und Psyche. Es ist wichtig diese darüber aufzuklären, sodass eine bewusste, verantwortungsvolle und vielleicht auch kritische Auseinandersetzung erfolgt.

2 Theorie

Im Folgenden werde ich eine kurze Einführung in das Thema Medien geben und bereits vorhandene Studien zur Mediennutzung aufführen.

Was als ein Strom nützlicher Informationen begann, hat sich inzwischen in eine Sturzflut verwandelt. Medien schaffen Boden für neues Denken, Innovationen und neue Zielbestimmungen, aber haben längst nicht nur die Aufgabe zu vermitteln, zu informieren und zu irritieren Der Alltag menschlichen Zusammenlebens in modernen Gesellschaften ist durch eine tiefgreifende und umfassende Mediatisierung gekennzeichnet. Sie werden quer durch alle Altersklassen, Bildungsschichten und sozialen Milieus genutzt und spielen eine immer gewichtigere Rolle bei der kommunikativen Konstruktion von Wirklichkeit. Sie gestalten Deutungsschemata der Welt mit und üben maßgeblichen Einfluss auf die Kommunikationsinhalte, Kommunikationsformen und das kommunikative und gesellschaftliche Handeln aus. (vgl. Reichertz 2009) Das Leben und die Erfahrungen der Menschen finden zunehmend in und mit Bezug auf mediatisierte Welten statt.

Der Begriff ‚ Mediatisierung‘ bezeichnet die „[…] zunehmende Prägung von Gesellschaft und Kultur durch Medienkommunikation“ (Krotz 2008)

Dies bedeutet, dass sowohl Kultur, der Alltag als auch alle Teile der Gesellschaft durch die Materialität und die Inhalte der Medien wesentlich beeinflusst werden.

(Krotz 2007:‚Abgrenzung zur Mediatisierung‘).

2.1 Überblick zur Entwicklung der Mediennutzung

Die deutsche Gesellschaft befindet sich auf dem Hochpunkt der täglichen Mediennutzung. Besonders das Internet erfreut sich immer höherer Beliebtheit.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die veränderte Mediennutzung 2012 zu 2002 auf:

Mediennutzung 2012

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus der Langzeit Onlinestudie über die Mediennutzung vom ARD und ZDF geht hervor das besonders die 14-29-Jährigen, Onlinemedien zu fast 100% nutzen. Dies bestätigt auch eine Studie der Universität Bielefeld, die besagt, dass vor allem junge Menschen im Alter zwischen vierzehn und neunundzwanzig Jahren ihr Smartphone täglich nutzen und viele Eindrücke aus ihrem Leben in sozialen Netzwerken ( Facebook, Instagram, Twitter etc.) mit der ganzen Welt teilen. Der oft schon zwanghafte Drang durchgehend „online“ zu sein, also mit Menschen in Verbindung zu stehen, hat so durchaus eine große Auswirkung auf die reale zwischenmenschliche Interaktion. Laut einer Studie der Universität in Bielefeld gaben 72,1 % der Befragten an Mitglied in einem sozialen Netzwerk zu sein und dort auch enge Freundschaften zu pflegen. Die durchgehende Mediennutzung hat bei vielen Jugendlichen teils suchtartige Ausmaße angenommen weswegen die LVR-Klinik in Bonn hierzu bereits Selbsttests anbietet und auf verschiedene Beratungs- und Therapieeinrichtungen verweist. Ein weiterer Aspekt ist der, dass der erhöhte Medienkonsum zu Lasten wichtiger Aufgaben und der nötigen Erholung geht, was bei einigen Menschen Schuldgefühle hervorrufen kann. (Vgl.: Quelle 3; Reinecke 2014 ) Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse sagt nach einer Studie des Meinungsforschungsinstitut Forsa „Jugend 3.0 –Jeder Zweite ist zu viel im Internet“, dass „ wenn wir über Gesundheitsförderung sprechen es in der Regel um die drei Handlungsfelder Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung geht und man diesen Begriff in der digitalen Gesellschaft um den Begriff Medienkompetenz erweitern muss“. Auch der Psychologe Heiko Schultz der TK sieht die Folgen ungesunden Medienkonsums durch die Studie bestätigt: „Die Umfragedaten zeigen, dass Kinder, die laut ihrer Eltern deutlich zu viel online sind, auch stärker von gesundheitlichen Belastungen betroffen sind. Der Anteil der Jugendlichen, die unter Stress, Konzentrations- und Schlafstörungen leiden, ist bei den Extremsurfern deutlich höher." Die Studie zeigt zudem, dass die Jugendlichen mit auffälligem Netzverhalten auch häufiger von körperlichen Beschwerden betroffen sind. Fast ein Fünftel von ihnen leidet an Rückenschmerzen, bei den anderen Jugendlichen ist es nur jeder Zehnte.

3 Fragebogen

Im Folgenden werde ich eine kurze Beschreibung des mit unserem Fragebogen zu erfassenden Merkmals geben. Der Fragebogen soll per Selbstbericht Aufschluss über die subjektive Einschätzung junger Erwachsener bezüglich ihrer Mediennutzung geben und Klarheit darüber bringen wie die Bevölkerung den Einfluss der Medien beurteilt. Der Fokus liegt hierbei auf den sechzehn- bis fünfundzwanzigjährigen jungen Erwachsenen, da diese laut mehrerer Studien aus dem Jahre 2014 die Hauptnutzer sind. Entsprechend wurden Instruktion und Items des Fragebogens an diese Alters- und Bildungsgruppe angepasst. Dabei haben wir besonders auf die interne Konsistenz der Fragen geachtet und versucht Störfaktoren wie die Tendenz zur sozialen Erwünschtheit durch eine sorgfältige Formulierung auszuschließen.

Um den Einfluss der Medien auf das menschliche Gesundheitsverhalten möglichst weitreichend erfassen zu können wurden zunächst fünf Unterkategorien mit jeweils 6 Items festgelegt. Der erstellte Fragebogen enthält somit 30 Beurteilungsaufgaben aus den Bereichen: Ernährung und Sport, Soziale Einflüsse, Drogen, Stress und Verhaltensstörungen in Bezug auf den medialen Einfluss. Die Antwortmöglichkeiten sind hierbei gut voneinander abgrenzbar und decken möglichst alle Bereiche der Kategorie ab. Er wurde intuitiv konstruiert, da es zum interessierenden Merkmal kaum theoretische Konstrukte gibt, weswegen es schwer gefallen ist die Operationalisierungen theoretisch einzubetten.Die jeweiligen Kategorien werden durch verschiedene Items erfasst, welche jeweils in einer bipolaren, diskret gestuften Fünf-Punkte-Skala zu beantworten sind. Die Skalen haben teils auch ein itemspezifisches Antwortformat oder eine „ Weiss nicht –Kategorie“. Die Skalierung geht hierbei meistens vom negativen Pol zum positiven - dh. von wenig medialem Einfluss zu starkem medialen Einfluss- um eine einheitliche Auswertung zu ermöglichen. Die Items bei denen das nicht der Fall war, wurden für die Auswertung umgepolt. An soziodemographischen Daten empfanden wir lediglich Geschlecht und Alter für relevant. Den Befragten wurde versichert dass die Daten ausschließlich zu Hochschulzwecken der H:G für Gesundheit & Kunst Technik & Sport verwendet werden. Zudem sind sie anonymisiert und die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Die Bearbeitungsdauer betrug circa zehn bis zwanzig Minuten.

Um einen Überblick zu verschaffen folgt eine kurze Beschreibung der Kategorien:

Ernährung und Sport:

Hier liegt der Fokus besonders auf dem durch die Medien als angemessen vermittelten Ernährungs- und Sportverhalten, sowohl durch Filme und Serien als auch durch moderne Ernährungsapps.

Sozialer Einfluss:

Diese Kategorie beschäftigt sich mit der Nutzung sozialer Netzwerke und Nachrichtendiensten sowie dessen Einfluss auf die soziale Interaktion als auch auf die reale Kommunikation zwischen Individuen.

Drogen:

Diese Kategorie beschäftigt sich mit der medialen Vermittlung zur Aufklärung und Propaganda von Drogen, sowie mit deren Darstellungsweise.

Stress:

Die Rubrik Stress stellt Fragen zur Häufigkeit der Nutzung von digitalen Medien in verschiedenen Lebensbereichen sowie zum subjektiven Empfinden des durch sie ausgelösten Drucks.

Verhaltensstörungen:

In dieser Rubrik werden die Auswirkungen des Medienkonsums auf das Verhalten erfasst, wobei der Fokus auf der eingeschätzten Prädisponierung für bestimmte Verhaltensmuster liegt.

Im Folgenden werde ich die Durchführung unserer Fragebogenevaluation beschreiben und dabei auf die Rekrutierung der Probanden, das Vorgehen bei der Bearbeitung des Fragebogens sowie auf die Rücklaufquote eingehen. Anschließend folgt eine Stichprobenbeschreibung mit den von uns erhobenen demographischen Merkmalen.

4 Erhebungsmethode

Im Folgenden werde ich die Durchführung unserer Fragebogenevaluation beschreiben und dabei auf die Rekrutierung der Probanden, das Vorgehen bei der Bearbeitung des Fragebogens sowie auf die Rücklaufquote eingehen. Anschließend folgt eine Stichprobenbeschreibung mit den von uns erhobenen demographischen Merkmalen.

Der Fragebogen zur Erfassung subjektiver Einschätzungen junger Erwachsener bezüglich ihrer Mediennutzung wurde unter Verwendung des Tools Sosci.de erstellt und online gestellt. Der Link, der zum Online-Fragebogen führte wurde sowohl über dieses Tool als auch über diverse Psychologieforen verbreitet. So wurde die Befragung vollständig über das Internet durchgeführt. Wir entschieden uns nicht nur aus ökonomischen Gründen für diese Variante der Befragung sondern auch, weil so davon ausgegangen werden konnte, dass die Probanden mit dem Medium Internet vertraut sind und wir so die anvisierte Zielgruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen am ehesten erreichen. Die Teilnahme der Befragung war freiwillig und anonym. In der Einleitung des Fragebogens wiesen wir noch einmal darauf hin, dass die Untersuchung lediglich zu Hochschulzwecken der „H:G Gesundheit & Sport, Technik & Kunst“ dient. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 09.06.2015 bis zum 27.06.2015. Bevor die Erhebung durchgeführt wurde erfolgten 3 Pretests in denen es den ausgewählten Versuchspersonen möglich war Anmerkungen zum Fragebogen zu machen. Daraufhin wurde dieser in Bezug u.a. auf semantische und syntaktische Fehler verändert.

Der Rücklaufstatistik ist zu entnehmen, dass der Fragebogen insgesamt 278 mal angeklickt wurde aber nur 158 Fragebögen beantwortet wurden. Verwendbar waren hiervon 141 Datensätze, da 17 Interviews nicht den Rahmenbedingungen entsprachen. (Die Probanden sind zwischen 16 und 25 Jahren alt und haben wenigstens Angaben zu Alter und Geschlecht gemacht). Um keine wertvollen Daten brachliegen zu lassen, wurden auch unvollständig ausgefüllte Fragebögen in die Auswertung mit einbezogen. Aus diesem Grunde variiert das n in den verschiedenen Berechnungen. An demographischen Daten empfanden wir für unseren Zweck lediglich das Geschlecht und das Alter für relevant. Anhand der Tabellen 1 und 2 lässt sich ablesen, dass unser Fragebogen mit 58,2% von Frauen und demnach mit 41,8% von Männern deutlich weniger beantwortet wurde. (siehe Tabelle 1)

Das Durchschnittsalter liegt bei 19,82 Jahren. (siehe Tabelle 2a)

Die meisten Befragten sind mit 63,1% die 1 9 bis 22- jährigen. Mit insgesamt nur 10,6 % beantworteten die 23- 25-Jährigen den Fragebogen am seltensten. (siehe Tabelle 2b)

Tabelle 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Folgenden werde ich die Durchführung unserer Fragebogenevaluation beschreiben und dabei auf die Rekrutierung der Probanden, das Vorgehen bei der Bearbeitung des Fragebogens sowie auf die Rücklaufquote eingehen. Anschließend folgt eine Stichprobenbeschreibung mit den von uns erhobenen demographischen Merkmalen.

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Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss von Medien auf das menschliche Gesundheitsverhalten. Stress als Risikofaktor
Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
31
Katalognummer
V503735
ISBN (eBook)
9783346041388
ISBN (Buch)
9783346041395
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss, medialer Einfluss, Medien, Gesundheit, Gesundheitsverhalten, Medienkonsum
Arbeit zitieren
Josefine Rother (Autor), 2016, Der Einfluss von Medien auf das menschliche Gesundheitsverhalten. Stress als Risikofaktor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503735

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