Aktuelle Marketingkonzepte der Weinbauländer Chile und Argentinien

Konzeptempfehlungen für die Zukunft


Diplomarbeit, 2018
31 Seiten, Note: 2.5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
Struktur der chilenischen Weinindustrie
Struktur der argentinischen Weinindustrie
Vision und Strategieplan der chilenischen Weinindustrie
Vision und Strategieplan der argentinischen Weinindustrie
Wein und Tourismus

Präsentation und Analyse der Marketing-Praxisbeispiele
Chile
Argentinien
Beide Länder
Icon wines
Joint Ventures

Fazit und Zukunftsempfehlung
Chile
Argentinien
Beide Länder
Dank

Anhänge

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Als ich bis 2009 in Südamerika lebte, begleiteten mich die Weinbauländer Chile und Argentinien regelmäßig. Ich bereiste die beiden Lände r, besuchte Weingüter und nahm an Workshops teil. Die Weine, Kultur, Menschen und Natur begeistern mich heute noch. Durch mein Engagement in der Weinwelt stehe ich im regelmäßigen Kontakt mit südamerikanischen Winzern und Weininstituten. In über zwei Dekaden ist Beachtliches in Sachen Qualität, Enoturismus und Marketing geschehen. Auch die Strategien und der Ausblick für die nächste Dekade sind spannend.

Ziel dieser Diploma -A rbeit ist es, durch Vergleiche verschiedener Konzepte aufzuzeigen , wie diese beiden südamerikanischen Wein bau länder, welche für Laien auf den ersten Blick ähnliche Bedingungen haben, bei genauerem Hinschauen jedoch in allen wichtigen Belangen, völlig unterschiedliche Voraussetzungen haben , ihre in den Strategieplänen gesteckten Ziele erreichen . Relevante Faktoren sind: Logistik , Handelswege, Absatzmärkte, Marketingkonzepte, Qualität, wirtschaftliche Stabilität etc. Chile und Argentinien unterlagen in den letzten drei Dekaden zahlreichen Transformationen durch die technische Innovation im Weinbau, den Expor tb oom in den 90ern, neue n Terroirentwicklungen, eine r junge n Generation von Önologen und verschiedene "emotionale" Vermarktungskonzepte auf unterschiedlichen Märkten. Diese Entwicklungen sind eine hervorragende Basis für Weinmarketingkonzepte zur F örderung des Exports , der internationalen Reputation, zur Entwicklung eines Eno-Gastronomie-Tourismuskonzepts und zum Aufbau von Icon Wine s . In dieser Arbeit werden folgende Beispiele aus den jeweiligen Ländern präsentiert und analysiert : Dia del Malbec, Great Wine Capitals, It takes two to tango, Berlin-Tasting, Gusto f estival, Weinbau Joint Ventures

Beziehungen zu Weinproduzenten, Interviews bei meiner Chile-Argentinienreise 2016 und Mitarbeit bei Projekten ergaben einen aufschlußreichen Einblick. Die gewonnenen Erkenntnisse führten zu meinen Zukunftsempfehlungen für ein erfolgreiches Länder- oder Weingut bezogenes Marketing.

Hauptteil

Struktur der chilenischen Weinindustrie

Chile - Mit einer Ausdehnung von 4.300 km und einer Breite von 177 km ist es das längste und schmälste Land der Welt. Chile baut auf über 214.000 ha und bis in eine Höhe von 2.200 m Wein1 an und ist mit einer Produktionsmenge von 10.1 Mio hl Wein (2016) gem. OIV und FAO das achtgrößte Weinbauland der Welt.

Wein ist ein gewichtiges Exportprodukt für Chile, denn von den 10.1 Mio hl gingen 9.1 Mio hl in den Export, Tendenz steigend. Das entspricht 2016 einem Exportwert von 1.7 Mrd. Euro. Auch hier zeichnet sich ein Wertanstieg ab. Im Vgl. zu 2012: + 20.2% oder 1.4 Mrd. Euro.2 Chile importiert kaum Wein aus anderen Ländern: Protektionismus und ein niedriger Pro-Kopf-Verbrauch (ca. 19.6 Liter) sind die Ursache.

Der wichtigste Absatzmarkt ist die USA, gefolgt von Großbritannien3 und Brasilien. Deutschland ist derzeit (noch) der zwölfwichtigste Absatzmarkt (bei Fassweinen der zweitwichtigste Importeur4 ). Von der gesamten Exportmenge werden ca. 66% als Flaschen- und 33% als Fasswein ausgeführt. Die chilenische Weinindustrie entwickelte 2010 ein Strategiepapier namens "Strategic Plan 2020 International Market" zur beachtlichen Steigerung der Weinexporte. Dieser Plan wurde 2016 adaptiert und in "Strategic Plan 2025"5 umbenannt. Ziel Chiles ist, Exporteur Nummer Eins in der neuen Welt zu werden und international Australien zu überholen. Chile möchte sich als führender Produzent von Premiumweinen, nachhaltigen Weinen und mit großer Vielfalt positionieren.

Chiles Rebfläche wächst jährlich um ca. 2.400 ha (entgegen zur Weinweltfläche: seit 2000 sinkend um ca. 1%). Die Winzer wollen hoch hinaus. "Cool climate" heißt der neue Trend, mit dem alkohol­ärmere, elegantere ("europäische") Weine aus Höhenlagen von bis zu 2.200m erzeugt werden.

Neuanpflanzungen wie z.B. im Colchagua-Tal befinden sich auf über 900 m oder in Küstennähe, um von der Kühle des Pazifiks zu profitieren. Die Winzer gehen mit möglichen Frösten ein Risiko ein, doch erreichen sie dort bessere Qualitäten und Preise. Die Neuanpflanzungen und das teil­weise sehr trockene Klima bedingen Bewässerung der jungen Reben. Das zugeteilte Wasser wird jedoch von Jahr zu Jahr knapper und teurer.6 Denn neben Weinplantagen benötigen auch die Oli­ven- und Avocadoplantagen große Wassermengen, vor allem über den regenfreien Sommer.

Chile arbeitet gemäss dem Motto "weniger ist mehr" daran sein Image als Massenwein- und "Fruchtbombenerzeuger" loszuwerden. Erfolgreiche Marketing- und Qualitätsbeispiele sind: Seña, Clos Apalta (Lapostolle), Aconcagua Costa und Wild Ferment von Viña Errázuriz und Amayna (Garces Silva).

Aufgrund natürlicher Landesgrenzen (Atacamawüste, Antarktis, Anden und Pazifik) verfügt Chile über ideale Voraussetzungen für biologischen Weinbau7 (keine Phyloxera, dadurch viele Direktträ­gerpflanzen).

Chile ist bestrebt, eines der nachhaltigsten Weinbauländer zu werden und fördert dies durch sein Nachhaltigkeitsprojekt.8 Heute sind 70 Weingüter mit dem Siegel zertifiziert und 70% der exportierten Flaschenweine tragen diesen Siegel und werben mit dem Slogan "Wines of Chile - The Natural Choice".9 Zertifizierte Weingüter sind z.B. Montes, Tarapaca, Santa Rita, Garces Silva, Caliterra, Carmen uvm. Bei der Zertifizierung steht nicht die Erhöhung der Produkt- sondern der Prozeßqualität10 im Vordergrund. Bewertet werden z.B. Boden- und Wassermanagement, Biodiversi­tät, Arbeitsbedingungen, ethische Aspekte, Recyling etc. Mit dem Nachhaltigkeitssiegel, welches Chile bei entsprechender Produktionsweise verleiht, liegt das Land voll im Trend, denn immer mehr Konsumenten achten auf diese Siegel.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Chiles Nachhaltigkeitssiegel mit Auszeichnung und seine drei Bereiche 12

Chile bietet aufgrund seiner 23 Klimazonen vielfältige Bedingungen für den Weinbau, die es zu nutzen weiß. Die heutigen Winzer (ca. 8.000 Betriebe) sind meist international top ausgebildet und produzieren sehr gute Qualitätsweine von unterschiedlichen Stilen. Viele Bodegas sind archi­tektonische Meisterwerke und laden zum Weintourismus ein. Häuser deren Weine und Gastrono­mie, aber auch deren Architektur beeindrucken, sind u.a.: Almaviva, Viña Errázuriz, Santa Rita, Montes.

Chiles Flagship Rebsorten sind Carmenère13 und Sauvignon Blanc. Cabernet Sauvignon ist die meistangebaute Rebsorte. Kein anderes Land der Welt verfügt über eine so große Cabernet Sauvignon Rebfläche. Syrah und Pinot Noir von kühleren Lagen resultieren oft in hervorragende Weine. Auch Chile kultiviert auf über 6.000 ha Malbec und erhielt bereits einige internationale Auszeichnungen dafür.14

Aktuell teilt sich Chiles Rebfläche wie folgt auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 15

Rebsortenspiegel Chile

Chiles Terroir wird stark vom kühlen Pazifik, der Andenkette16 und dem Humboldtstrom geprägt. Aufgrund der langen Pazifikküste und den Verladehäfen besitzt Chile einen großen Logistikvorteil gegenüber Argentinien: deutlich kürzere und günstigere Verladewege.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten17

Terroireinflüsse Chile

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Struktur der argentinischen Weinindustrie

Im Osten von Chile, schmiegt sich der Nachbar an die Andenkordillere: Argentinien. Seine vier Weinbaugebiete: Norte, Cuyo, Patagonia und Atlantic, erstrecken sich entlang des 22° und 42° Längengrades meist am Fuße der Anden (700 - ca. 3100 m), bis in die Pampa und die Nie­derungen der Provinz Buenos Aires. Hoch im Norden, angrenzend an Bolivien, kultiviert man zwi­schen Jujuy und Salta Weine auf bis über 3.100 m. Dort oben befindet sich der höchste Weinberg der Welt mit 3.111 m von Bodega Colomé18 (Vgl. Zugspitze 2.962 m).

Argentiniens bekanntestes und größtes Weinbaugebiet ist Mendoza (ca. 161.000 ha). Namhafte und architektonisch spektakuläre Bodegas wie Catena, Norton uvm. bauen dort Weine von bester Qualität an. Weinbautechnisch sind diese Bodegas State of the Art. Auch der Weintourismus und die "Enogastronomia" sind sehr entwickelt und nicht nur eine Reise wert, sie haben sehr viel dazu beigetragen, Argentiniens Image und ihrer Weine in die Welt zu tragen. Pro­jekte wie Great Wine Capitals of the World und die nationale Marketingstrategie "Förderung des Weintourismus", tragen nun Früchte.

Die großen Herausforderungen der argentinischen Weinindustrie sind die Inflation, hohe Lohn- sowie Transportkosten. Diese Situation erschwert den Erfolg vieler Winzer. Der Geschäftsführer eines renommierten argentinischen Weingutes beklagte, es sei doppelt so teuer den Wein von Mendoza in den Hafen nach Buenos Aires zu bringen, als von dort nach Europa. Ein weiteres Problem sind die von der Regierung verhängten Restriktionen beim Import. So wetterte der Star unter den "Flying wine makers", Michel Rolland, unlängst über die unmögliche Situation im Land: Barriques und Korken kämen nicht rechtzeitig ins Land. Zusätzlich wird argentinischer Export mit 5% Exportsteuer belastet - das behindert die Wettbewerbssituation.

Rund die Hälfte des argentinischen Weinexportes geht nach Nordamerika, dem erklärten Ziel­markt Argentiniens (einige Weingüter vermarkten ihre Erzeugnisse nur dort und setzen im Land keinen Wein ab). Abgefüllte Weine gehen in erster Linie an die USA (633.439 hl; 290 Mio. USD), Kanada, Brasilien, Vereintes Königreich und die Niederlande. Deutschland liegt an 14. Stelle mit 24.800 hl, 11.6 Mio. USD. Die Ausfuhr von argentinischem Flaschenwein nach Deutschland stieg 2013 mengenmäßig um 21% und wertmäßig um 26%.19

Die Zukunftsperspektiven hängen stark von den Entscheidungen von Präsident Macri, der Ent­wicklung der Inflation und dem Pesokurs ab. Die Regierung hat in ihrem 10-Punkte-Plan für die Entwicklung der Agrarwirtschaft dem Weinsektor ein internationales Ziel gewidmet: Beibehaltung des Weinexporterlöses von 900 Mio. USD.20 21

In Argentinien findet gerade eine Evolution statt, bei der sich die Weingüter zunehmend auf das Terroir und Mikroklima konzentrieren22, um Weine mit unverwechselbarem Ausdruck von Lage und Qualität herzvorzubringen. Früher sprach man von Mendoza, heute spricht man von Tupungato, Gualtallary, etc. bis sogar zu single vineyard Namen wie Adrianna von Catena. Ent­sprechend hat sich auch die Vermarktung und das dazu gehörige Kartenmaterial verbessert, um der Ursprungsbezeichnung Rechnung zu tragen. Die folgenden Catena-Abbildungen verdeutlichen dies.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Detailkarte des Weinbergs Adrianna (Catena) mit den Einzellagen

Mit ca. 224.000 ha Weinbaufläche ist Argentinien siebt größter Weinproduzent weltweit (nach Italien, Frankreich, Spanien, USA, Australien, China, Südafrika und Chile).23 Die produzierte Menge Wein betrug 2016 9.4 Mio. hl.24 Exportiert wird überwiegend Rotwein (mengenmäßig 75%, wertmäßig 82%). Die wichtigste Reb­sorte ist Malbec, auf den 51.1% des Exporterlöses fallen. Es folgen Cabernet Sauvig­non, Chardonnay, Syrah und Torrontés (3,5%).25 Exportiert wurden im Jahr 2016 2.6 Mio. hl, also eine gleichbleibende Menge seit 2014. Auch hier zeichnet sich der Trend "Klasse statt Masse" ab. Schaut man sich die Ausfuhrzahlen in Euro an, so exportiert Argentinien seit 2012 bis 2016 jährlich Wein im Wert von 0.7 Mrd. Euro - Tendenz gleichbleibend.

Intensiver Sonnenschein (300 Sonnentage, starke Sonneneinstrahlung) mit relativ kühler Luft pro­duziert gesunde Trauben: das Traubengut erzielt eine exzellente physiologische Reife, größere Aromenintensität, bei nicht zu hohen Zuckerwerten.

Die meisten Weinberge befinden sich in hoch gelegenen Wüsten mit warmen Sommertagen und kühlen Nächten. Das gleichmäßige Reifen führt zu weichen Tanninen ohne die Säure zu verlieren, die es für harmonische Rotweine braucht.

Hagel ist eine permanente Bedrohung, ausgelöst durch die extremen Klimabedingungen. Die Su­che nach kühleren Terroirs in höheren Lagen oder Richtung Atlantikküste ist Argentiniens Heraus­forderung. Die meisten Rebberge müssen mittels traditionellem Flut- oder Computer gesteuertem Tröpfchensystem bewässert werden.

Rebsortenspiegel:

Malbec: Argentiniens "Flagship" Rebsorte für den Export. Schaut man sich den Rebsortenspiegel an, sieht man, daß der Malbecanteil gar nicht so groß ist. Heute sind nur 17% der Gesamtrebfläche mit Malbec bepflanzt, jedoch sind 51.1%26 der exportierten Weine Malbec. Es ist einer von Argentiniens USP, neben der Torrontés Riojano. Chardonnay ist bei den weißen Rebsor­ten gleich nach dem Torrontés die Nummer 2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Rebsortenspiegel Argentinien

Vision und Strategieplan der chilenischen Weinindustrie

Der 2007 gegründete chilenische Weinbauverband „Wines of Chile“ (WoC) stellte 2010 den ehr­geizigen „Strategieplan 2020“ vor. Er wurde 2016 für 2025 adaptiert. Bis 2025 will man die Num­mer Eins der Neuen Welt27 sein und mit jährlichen Wachstumsraten von 9,2% alleine im Flaschen­weinexport einen Erlös von 3 Mrd. USD erzielen (2009: 1,14 Mrd. USD).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wachstumsraten durchschnittlicher jährlicher Flaschenweinumsatz

Die vier Pfeiler des Strategieplanes:

28

- Diversifizierung und Qualität;
- Nachhaltigkeit;
- Länderimage;
- Innovation.

In einer konzertierten Aktion sollen natürliche Standortvorteile genutzt, die Varitätenvielfalt aus­geschöpft, ein Nachhaltigkeitssiegel gefördert und das Länderprofil geschärft werden. Der Wein­tourismus soll mittels einem neuen Programm noch stärker ausgebaut werden.29 Die allgemeine Nachfrage nach chilenischem Wein soll wachsen. Als Zielmärkte sind vorgesehen: USA, Kanada, Vereinigtes Königreich, Brasilien und Asien (China, Japan, Korea). Leider berücksichtigt dieses Stra­tegiepapier nicht den deutschsprachigen Raum für diese generische Strategie, obwohl vor allem der DACH-Markt nicht unbedeutend ist (vor allem im Premiumsegment).

Die Wachstumsraten beim Absatz chilenischer Qualitätsweine betrugen in den 90er Jahren über 30%. Seit dem Jahr 2000 liegen sie um die 10%. Einen besonders guten Start hatte der Strategie­plan nicht: bis zum Stichtag im September hätte man Qualitätsweine für 1.352 Mrd. USD exportie­ren müssen, stattdessen kam man nur auf 975 Mio. USD.

Vision und Strategieplan der argentinischen Weinindustrie

Der argentinische Weinmarketingverband "Wines of Argentina" (WofA) repräsentiert einige hun­dert Weingüter und betreibt international Argentiniens Weinmarketing. 2003 entwickelte WofA den ersten Masterplan für die argentinische Weinindustrie, den "Plan Estratégico Vitivinícola 2020". WofAs Mission ist es, zum Erfolg der argentinischen Weinindustrie weltweit beizutragen und zugleich eine "Ursprungsmarke" für hochwertige Produkte zu etablieren. Seine Vision ist, Ar­gentinien als eines der wichtigsten Weinexportländer der Welt zu etablieren. In den Marketing­kampagnen wird Wein als Synonym argentinischer Kultur promotet. Schlagwörter wie Genuss, Trinkvergnügen, Vielfältikeit, ideales Ökosystem und hohe Qualität sollen in den Texten vorkom­men. WofA arbeitet mit großartigen Aufnahmen, die international mit Argentinien assoziiert wer­den und die vielfältige, schöne Landschaft zur Geltung bringen; dies in Kombination mit Tango, Gauchos, Polo-Sport, Angusrindern, Parrilla-Grill uvm. Großes Marketingvorbild ist nicht der Nach­bar Chile, sondern Wines of Australia.

Rebsortenmarketing: Desweiteren setzt Argentinien den Fokus auf zwei wichtige „Botschafter-Rebsorten“: Malbec und Torrontés: Malbec gilt als die emblematischste argentinische rote Reb­sorte. Sie eignet sich zum Ausbau als Schaumwein, Rosé, junger oder komplexer Rotweine mit Al­terungspotenzial bis sogar zum aufgespritteten Wein. Der aromatische, muskatartige Torrontés gilt als 100%ig argentinischer Weißwein. Torrontés wird vom Norden, Salta, bis im Süden im Rio Negro angebaut. Der Wein hat ein unverkennbar florales und würziges Aroma.

Die Strategie 2020 soll die Marke WofA stärken und die Anerkennung in den internationalen Märkten fördern. Die Ziele sind ein jährliches Verkaufsvolumen von USD 2 Milliarden und einen 10%igen Anteil der globalen Exporte von Wein und Most bis zu 2020 zu erreichen. Augenmerk liegt auch auf der Premiumisation: mehr Klasse statt Masse durch verbesserte Qualität und Ver­lässlichkeit.

Der Plan30 sieht fünf strategische Aktionen vor:

- Promotion der emblematischen Rebsorten und Assoziation mit argentinischen Kulturikonen
- Schaffung eines Rebsortenportfolios mit konsistenter Qualität
- Entwicklung des Weintourismus
- Promotion der Einzigartigkeit und der Besonderheit einzelner Regionen
- Kommunikation des WofA Markenkonzepts

Diese Strategie priorisiert die Märkte von USA, Brasilien, Vereinigtes Königreich, Kanada und Russland. Zusätzlich werden China, Deutschland und die Schweiz berücksichtigt. Die Umsetzung wird von Marktforschung und Marketingkommunikation (Werbekampagnen, Messen, WofA Events) unterstützt. Internationale Printkampagnen werden in gewichtigen Zeitschriften im Be­reich Wein (Decanter, Vinum), Gastronomie (Gula, Feinschmecker) und Tourismus (abenteuer rei­sen) geschaltet.

[...]


1 In Andennähe, zu Füssen des mächtigen Aconcagua

2 www.oiv.int/public/medias/5479/oiv-en-bilan-2017.pdf (20.11.17)

3 Vgl. Interview mit Aurélio Montes im Meininger's Wine Business International Magazin, May 2018, S. 30-33: Bis zum Brexit ja, danach wird es politisch schwierig. UK sei ein Albtraum und die Briten möchten nur Tiefstpreise zahlen.

4 Bericht von Landwirtschaftsattaché der Deutschen Botschaft Chile und Argentinien, Dr. A. Viereck vom (2016)

5 www.winesofchile.org/en/news/12-2016/wines-chile-presents-its-2025-strategy (Stand 21.05.2018)

6 Sven Bruchfeld, Besitzer der Bodega Polkura, berichtet von einer Verzehnfachung des Wasserpreises in den letzten fünf Jahren. (2018)

7 Dieses Klima begünstigt eine naturnahe Kultivierung der Reben, die nur minimale Eingriffe erfordert und weitgehend auf chemische Schutzmassnahmen verzichten kann.

8 Manche Weingüter arbeiten biologisch oder biodynamisch, verzichten aber aus Kostengründe auf die Zertifizierung.

9 Für Export orientierte Weingüter ist dieses Siegel die Eintrittskarte in Bio-orientierte Märkte/Geschäfte

10 Vgl. S. 51 Wines of Chile Strategieplan 2020: a. The Chilean Code for Sustainable Wine Production; b. Projects related to key topics of the Code; i. Energy Efficiency, Climate Change, and the Carbon Footprint; ii. Corporate Social Responsibility; 1. Vinos de Chile Guide for Preparing Sustainability Reports; 2. Vinos de Chile member winery Sustainability Reports

11 www.winesofchile.org/en/sustentabilidad/sustentabilidad-eng-producci%C3%B3n-responsable-con-el-entorno (Stand 22.05.2018)

12 www.sustentavid.org (Stand 14.05.2018)

13 Offizielle Entdeckung 1994 in Chile gem. J-M Boursiquot, Vgl. S. 191, Wine Grapes, Jancis Robinson, Julia Harding, José Vouillamoz (2012) Harper Collins

14 www.vinosdechile.cl/en/news/01-2017/chile-takes-malbec-masters (Stand 21.05.2018)

15 www.winesofchile.org (Stand 02.01.2018)

16 mit zahlreichen Vulkanen wie z.B. Aconcagua

17 www.winesofchile.org (Stand 02.01.2018)

18 www.bodegacolome.com (Stand 04.11.2017)

19 Gespräch mit Dr. Achim Viereck, Agrarattaché der Deutschen Botschaft in Buenos Aires (regelm. Austausch zwischen 2015 und heute)

20 Vgl. Aussagen von Dr. Achim Viereck, Landwirtschaftsattaché Deutsche Botschaft in Buenos Aires

21 www.winesofargentina.org

22 Gespräch mit Winemaker von Colomé Thibaut Delmotte (März 2016) und Susana Balbo (März 2016)

23 www.oiv.int/public/medias/5479/oiv-en-bilan-2017.pdf (Stand 04.02.2018)

24 www.grapecheck.de/weinproduktion-2015-nach-laendern [24] : www.oiv.int/public/medias/5479/oiv-en-bilan-2017.pdf Stand 04.02.2018)

25 Länderbericht Argentinien, Stand Juni 2015, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Deutschland, www.bmel.de

26 Vgl. Tim Atkin Argentina 2016 Special Report

27 Vgl. Struktur der chilenischen Weinindustrie

28 Wines of Chile Plan 2020, S. 45.:Vision: To become the number one producer of sustainable and diverse premium wines from the New World by 2020, reaching exports of bottled wines of US$3 billion. Mission: To strengthen the image and recognition of Chilean wines in international markets by increasing the value of the “Wines of Chile” brand, thus elevating the average price, sales, and added value for all Chilean wine industry stakeholders, including small and large growers, suppliers, wineries, and exporters.

29 http://winesofchile.org/en/news/03-2018/defined-team-wine-tourist-program; http://chile.travel/en/what-to-do/wine-and-good-food/wine-tourism (Stand 21.05.2018)

30 Strategieplan erhalten von der Argentinischen Botschaft in Berlin.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Aktuelle Marketingkonzepte der Weinbauländer Chile und Argentinien
Untertitel
Konzeptempfehlungen für die Zukunft
Note
2.5
Autor
Jahr
2018
Seiten
31
Katalognummer
V504139
ISBN (eBook)
9783346051936
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weinmarketing, Export, Marketing, Argentinien, Chile, Aussenhandel, Aussenwirtschaft, Weinindustrie, Weintourismus, Weinwirtschaft, Strategie, Exportstrategie, Konzeptempfehlung
Arbeit zitieren
Silke Klein-Tischendorf (Autor), 2018, Aktuelle Marketingkonzepte der Weinbauländer Chile und Argentinien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504139

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