Unterschiede in der Motivation von Gründerinnen und Gründern im Unternehmertum


Seminararbeit, 2018

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II Abstract

1. Einleitung

2. Literaturüberblick
2.1 Definitionen und Charakteristika
2.2 Die Entwicklung der Erwerbstätigkeit von Frauen

3. Geschlechterunterschiede in der Unternehmensgründung
3.1 Maslowsche Bedürfnispyramide
3.2 Motivation der weiblichen Unternehmensgründung
3.3 Gründungsverhalten und Gründerbesonderheiten von Frauen

4. Diskussion

III Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Verteilung der Unternehmensgründer in Deutschland nach Geschlecht von 2001 bis

Abb. 2: Die Bedürfnispyramide von Maslow

II Abstract

In der vorliegenden Arbeit werden Motivationsunterschiede und die darauf basierenden Entscheidungen von Gründerinnen und Gründern im beruflichen Unternehmertum un- tersucht. Zunächst werden die Begrifflichkeiten Entrepreneurship und Selbstständigkeit definiert. Darauf aufbauend widmet sich die Arbeit zunächst der historischen Entwick- lung der weiblichen Unternehmensgründung. Dabei wird die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt näher beleuchtet. Die darauffolgende theoretisch-konzeptionelle Analyse, die sich auf aktuelle Beiträge etablierter Journals sowie fachspezifische Literatur be- zieht, zeigt auf, dass eine deutliche Geschlechterdisparität auf dem Arbeitsmarkt – insbesondere in der Unternehmensgründung – herrscht. Frauen gründen im Vergleich zum anderen Geschlecht weitaus seltener ein Unternehmen, wobei sie am häufigsten in den Sektoren Dienstleistungen und Handel gründend selbstständig werden. Neben der unabhängigen Entscheidungsfindung, der Selbstverwirklichung sowie der Abenteuerlust als allgemeine Motivationen für Selbstständigkeit, spielen vor allem bei Frauen vielfäl- tige Unsicherheiten und Ängste sowie Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Fami- lie und Kariere eine große Rolle, die die weibliche Unternehmensgründung zu einem Wagnis machen. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, einen Überblick über die grundle- genden genderspezifischen Motivationsunterschiede sowie das daraus folgende Grün- dungsverhalten zu schaffen, um das latente Gründungspotenzial von Entrepreneurinnen aufzuzeigen.

1. Einleitung

„Ich bin normal nicht [...] der Risikotyp [...]. Aber ich dachte, wenn ich mich jetzt nicht traue, dann mach ich es nicht mehr", gesteht Delia Fischer, die mit 26 Jahren ihren si- cheren Job kündigte, um Westwing Home & Living GmbH zu gründen (Croyé 2014). Überzeugt von einer Idee und inspiriert durch eine Vision entwickelte die Gründerin Gedanken in Richtung Selbstständigkeit, die sich im Zeitverlauf immer weiter durch- setzten. Nun ist Fischer eine äußerst erfolgreiche Unternehmerin und verzeichnet mit Westwing im Jahr 2016 einen Umsatz von 250,4 Millionen Euro (Statista 2018).

Es gibt verschiedene Gründe, die Menschen dazu bewegen, den Weg in die Selbststän- digkeit zu suchen und zum Existenzgründer zu werden (Batailard 1994). Oft ist es nicht die geniale Geschäftsidee, sondern allgemeine Motive, die dazu führen, den mit Unsi- cherheiten verbundenen Sprung ins Unternehmertum zu wagen. Neben der unabhängi- gen Entscheidungsfindung, der Selbstverwirklichung sowie der Abenteuerlust, können auch Perspektivlosigkeit und Unzufriedenheit im Angestelltenverhältnis für die Grün- dung von ausschlaggebender Bedeutung sein (Winistörfer 2002: 19f.).

Die Literatur bietet neben einführenden Werken zahlreiche Studien, Forschungspapiere und Diskussionen über die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt, was auf die Aktua- lität des Themas hindeutet. Die (Un-)Gleichberechtigung von Frauen in Führungspositi- onen sowie im Unternehmertum sind gängige Themengebiete in diesem Forschungsbe- reich. Experten, die sich mit der Problematik der Geschlechterdisparität auseinanderset- zen, pflegen unterschiedliche Ansichten über den Ursprung und die Reichweite der Un- terprädestinierung der Frau in vielen Branchen (European Commission 2012).

Gründerinnen und Gründer nehmen eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft ein, in- dem sie mit Innovationen und den damit verbundenen, neu geschaffenen Arbeitsplätzen den Wohlstand der Volkswirtschaft erhöhen (Fueglistaller et. al. 2012). Demnach ist die Auseinandersetzung mit Women Entrepreneurship nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gesellschaftlich relevant.

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Forschungsziel, dieses wissenschaftlich sowie ge- sellschaftlich relevante Thema theoretisch und gleichzeitig gegenstandsnah zu untersu- chen. Vor diesem Hintergrund lässt sich die folgende Forschungsfrage ableiten, die im Verlauf der Arbeit beantwortet wird: Welche Anreize motivieren Frauen zur Unterneh- mensgründung?

Die Arbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Im folgenden zweiten Kapitel werden Entre- preneurship und Selbstständigkeit im Allgemeinen definiert. Da die historische Ent- wicklung der Unternehmensgründung einen hohen Einfluss auf die heutige Situation von Unternehmerinnen hat, wird darauffolgend diese kurz nachgezeichnet. Dabei wird Bezug zur Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt allgemein genommen. Nach einer knappen Erläuterung der Motivationsforschung zu Beginn des dritten Kapitels folgt die Untersuchung der genderspezifischen Motivationsunterschiede in der Unternehmens- gründung. Das Kapitel endet mit der Auseinandersetzung über das Gründungsverhalten von Frauen. Schließlich wird im vierten Kapitel die Arbeit zusammengefasst. Dabei soll deutlich werden, dass Frauen und Männern bei der Unternehmensgründung von unter- schiedlichen Motivationen angetrieben werden, was sich auf jenes Gründungsverhalten auswirkt. Im Anschluss soll ein Ausblick über anschließende Forschungsmöglichkeiten gegeben werden.

2. Literaturüberblick

Im folgenden Kapitel werden die Begriffe Entrepreneurship und Selbstständigkeit defi- niert, wodurch ihre Unterscheidung deutlich werden soll. Auch wenn der Begriff des Entrepreneurs1 in den vergangenen Jahren besondere Aufmerksamkeit der Betriebswirt- schaft auf sich zieht, so ist das Nachdenken über das Unternehmertum keineswegs neu. Deshalb wird anschließend ein Einblick in die historische Entwicklung der Erwerbstä- tigkeit von Frauen gegeben. Dabei sollen Möglichkeiten der Unternehmensgründung unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Situation seit dem 18. Jahrhundert sowie der späteren Gleichstellungspolitik vorgestellt werden. Denn jene Betrachtung deutet auf die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt bis heute hin, woraus wiederum die Motivation zur Unternehmensgründung geschlossen werden kann.

2.1 Definitionen und Charakteristika

In der Literatur existiert für den Begriff Entrepreneurship eine kaum zu überblickende Vielfalt an Definitionen. Die unterschiedlichen Begriffserläuterungen variieren je nach Zweck und Ausrichtung der Unternehmung (Gricknik et. al. 2017: 5f.). Semantisch be- zieht Entrepreneurship seine Wurzeln aus dem französischen Wort entreprendre, was so viel wie in die eigenen Hände als auch unternehmen bedeutet (ebd.). Unter Entrepre- neurship versteht man im Allgemeinen „einen Prozess, der von Individuen initiiert und durchgeführt wird und der dazu dient, unternehmerische Gelegenheiten zu identifizie- ren, zu evaluieren und zu nutzen“ (ebd.: 1).

Entrepreneurship stellt ein eigenständiges betriebswirtschaftliches Gebiet dar, welches vor allem durch die US-amerikanische Forschung geprägt ist. Die Gründung eines Un- ternehmens sowie unternehmerisches Handeln werden als Kernelemente der wirtschaft- licher Leistungsfähigkeit verstanden (Fallgatter 2007: 16). Das Subjekt ist der Entrepre- neur, der als Unternehmer übersetzt wird. Dabei muss auf eine wichtige Unterscheidung hingedeutet werden: Jener Unternehmer, der als Entrepreneur bezeichnet wird, muss ein Unternehmen gegründet haben. Der Besitz bzw. die Unternehmensführung reichen zwar aus, um als Unternehmer bezeichnet zu werden, jedoch nicht als Entrepreneur (Fueg- listaller et. al. 2012: 22).

Die Selbständigkeit2 wird als ein unabhängiges und eigenverantwortliches Handeln de- finiert, welches im 18. Jahrhundert im Zuge der Emanzipationsbewegung entstand und bis heute in den Wirtschaftsbereich einzuordnen ist (Döbler 1998). In der Ökonomie können Selbstständige von Erwerbstätigen im Arbeitnehmerverhältnis anhand verschie- dener Faktoren unterschieden werden. Ein Erwerbstätiger, der den Einstieg in die Selbstständigkeit oft durch eine Existenzgründung verzeichnet, koordiniert die Unter- nehmenstätigkeit, besitzt die Entscheidungsfreiheit über sein Aufgabengebiet, die Ar- beitszeiten, die Arbeitsdauer sowie den Arbeitsort. Dabei handelt er entsprechend nicht weisungsgebunden, da er für sein eigenes Handeln das alleinige Unternehmensrisiko trägt. Daneben gibt es jedoch auch Selbstständige, die freiberuflich tätig sind, ohne ein Unternehmen zu gründen – beispielsweise niedergelassene Ärzte. Der Selbstständige

arbeiten auf eigene Rechnung. Damit ist der Anteil der Selbstständigen in den Vereinigten Staaten von Amerika im Vergleich zu anderen OECD-Staaten besonders gering. In Deutschland liegt die Quote der Selbstständigen bei 10,8%. Überraschenderweise trägt Kolumbien mit 51,3% den Titel mit der größten Selbstständigkeitsrate. Dabei sind mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen des südamerikanischen Staates selbstständig (Manager Magazin 2017). kann ein Unternehmer sein, ein Unternehmer ist in jedem Fall selbstständig. Die vorlie- gende Arbeit betrachtet selbstständige Personen als Unternehmer.

[...]


1 Aus Gründen der vereinfachten und angenehmeren Lesbarkeit wird an einigen Stellen auf die geschlech- terspezifische Differenzierung verzichtet. Alle entsprechenden Begriffe gelten im Sinne der Gleichbe- handlung beider Geschlechter nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG vom 18. August 2006.

2 Die weitverbreitete Annahme, dass die USA als Land der unbegrenzten Möglichkeiten den größten prozentualen Anteil der Selbstständigkeit halten, entspricht einem Irrtum. Nur 6,4% der Erwerbstätigen

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Unterschiede in der Motivation von Gründerinnen und Gründern im Unternehmertum
Hochschule
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V504194
ISBN (eBook)
9783346047663
ISBN (Buch)
9783346047670
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterschiede, motivation, gründerinnen, gründern, unternehmertum
Arbeit zitieren
Aline Schmidt (Autor), 2018, Unterschiede in der Motivation von Gründerinnen und Gründern im Unternehmertum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504194

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