Ausarbeitung zum Thema "Träume"


Referat (Ausarbeitung), 2005

10 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Selbst-Organisations-Theorie des Traumes
2.1 Physiologische Korrelate
2.2 Hypothesen
2.2.1 Studie von Williams et al. 1990/`91

3. Studien
3.1 Veränderungen von Kognitionsprozessen
3.2 Träume und Persönlichkeit
3.2.1 Untersuchung

4. Zusammenfassung

Literatur

1. Einleitung

Es existiert keine einheitlich akzeptierte Definition für Träume. Aufgrund des breiten Spektrums und der Vielfalt an Studien, ist keine generell akzeptable Definition für Träume möglich. Aus dem Psychologischen Wörterbuch „Dorsch“ lässt sich eine allgemeine Definition für Träume entnehmen: „Traum lässt sich charakterisieren als besondere Form des Erlebens im Schlaf, häufig von lebhaften Bildern begleitet und oft mit intensiven Gefühlen verbunden, an die sich der Betroffene nach dem Erwachen meist nur teilweise erinnern kann.“

Nach Pagel, Blagrove, Levin, States, Stickgold und White (2001) sollten spezifische Definitionen in der Forschung verschiedene Achsen der Traumdefinition ansprechen: Wach-/Schlaf-Zustand, Traum-Abruf und Inhalt des Traumes. Solch ein Ansatz sei wichtig, um den Vergleich zwischen verschiedenen Disziplinen und Studien zu ermöglichen.

Es gibt weitere interessante Definitionen, die sich je nach Disziplin unterscheiden. In der Psychiatrie gibt es eine Definition von Stickgold (2001), die Träume als „bizarre oder halluzinatorische mentale Aktivität (…)“ beschreibt, „(...) die während eines Kontinuums an Schlaf- und Wachstadien einsetzt“. Krippner et al. (1994) beschreiben den Traum in der Psychologie als „(…) eine Serie von Bildern, die während des Schlafes auftritt und oft verbal berichtet wird“. Hobson, ein bekannter Vertreter der Neuropsychologie, beschreibt den Traum als „(…) a form of madness“ (1998).

2. Selbst-Organisations-Theorie

Die Autoren Kahn und Hobson (1993) untersuchten die Frage, ob das träumende Gehirn ein Selbst-Organisations-System ist. Die Essenz dieses Konzeptes ist, dass angeordnete Interaktionen zwischen Neuronen im Gehirn sich ohne eine übergeordnete Kontrolle formen, wenn das System sich nicht in Balance befindet. Dabei ist die Fähigkeit eines Systems zur Selbstorganisation proportional zur Balance eines Neuronennetzwerks.

Eine Bedingung ist, wenn sich ein oder zwei neuromodulatorische Einflüsse ändern, kann dies das Gleichgewicht eines neuronalen Netzwerks verändern. Die Störung geschieht dabei in Form cholinerger Ausschüttung, d.h. das Verhältnis von cholinergem zu aminergem Input verändert sich. Wenn eine bestimmte Schwelle überschritten wird, also ein kritischer Wert erreicht wird, organisiert sich das Netzwerk selbständig. Es bildet sich also ein Muster heraus, das vorher nicht existierte. Wenn das Gehirn eine Veränderung im Schlafzustand durchmacht, z.B. beim Übergang vom NREM-Stadium zum REM-Stadium, kann es sich in einer radikal neuen Weise selbst organisieren. Träume sind also im REM-Stadium natürliche Bestandteile, die durch diese Selbst-Organisation hervorgerufen werden.

2.1 Physiologische Korrelate:

Mamelak und Hobson (1989b) nehmen an, dass das PGO-System (Ponto-Genikulo-Occipital) verantwortlich ist für unregelmäßige Sprünge in Traumerzählungen. Beim Träumen sind neuronale Aktivierungsmuster durch phasische Ausschüttung von Acetylcholin unregelmäßig geschaltet. Bezogen auf die Theorie von Mamelak & Hobson bezieht sich das Schalten der neuronalen Aktivierungsmuster auf die unregelmäßigen Sprünge zwischen den Traumereignissen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 PGO-waves: P ontine- G eniculate- O ccipital waves closely related to rapid eye

movements (mit freundlicher Genehmigung von Dr. C. Kaufmann).

PGO-Wellen sind phasische Hirnpotentiale, die im Pons generiert werden und sich aus Wellen aus dem Nucleus Geniculatus und aus dem Occipital Kortex zusammensetzen. Sie werden 20-120 ms vor Einsetzen des REM-Stadiums oder der EEG-Desynchronisation erfasst. Die PGO-Wellen entstehen im Pontinen Retikulärformations-System, dem dorsalen Teil des Subcoeruleus Nucleus. Die Wellen weisen eine Amplitude von 100 mV auf, treten 60-mal pro Minute auf, haben eine positive Wellenform und die Dauer beträgt ca. 100 ms.

2.2 Hypothesen

Die Autoren haben einige Hypothesen zu ihrem Konzept aufgestellt, die im Weiteren alle dargestellt werden. Sie sagen, dass hohe PGO-Amplituden zu Selbst-Organisations-Prozessen führen und dass solche PGO-induzierten Selbst-Organisations-Prozesse mit Traumbildern gleichzusetzen sind. Die Strukturen dieser Prozesse ergäben die Traumhandlung oder die übergreifende Selbst-Organisation des träumenden Gehirns. Trauminhalte seien Resultat von top-down getriebenen kognitiven Prozessen, die zufällig entstehende bottom-up Bilder einbeziehen. Diese zufällig generierten Bilder kommen wiederum gehäuft im REM-Schlaf vor. Dieser Prozess erzeuge einen mangelnden Zusammenhang in der ablaufenden Traumhandlung (Hobson, 1988).

Folglich haben Träume zwei komplementäre Aspekte:

Zusammenhangloses oder verbindendes Leitmotiv über den Traum oder den längsten Abschnitt des Traumes hinweg.

Dennoch beinhalten Träume auch Inkohärenzen oder Abschweifungen vom Hauptmotiv

Kahn und Hobson sind daher der Meinung, dass in jeder Traumtheorie dieses Paradoxon berücksichtigt werden sollte.

Bei optimalem Funktionieren der Selbst-Organisation (wie im Wachzustand) seien kohärente Aspekte des Träumens vorhanden. Bei inkohärenten bzw. bizarren Aspekten schläge das Gehirn-Verstand-System fehl, alle Merkmale der intern erzeugten Signale in einer zusammenhängenden Erzählung zu organisieren. Dies wiederum passiere, wenn PGO-induzierte selbst-organisierte neuronale Prozesse von anderen Prozessen des Gehirns abgeschirmt sind, wenn also PGO-erzeugte neuronale Muster sich nicht kohärent in das restliches neuronale Muster einfügt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Ausarbeitung zum Thema "Träume"
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Psychologie)
Veranstaltung
SE Schlaf & Kognition
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V50656
ISBN (eBook)
9783638468381
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Träume, Schlaf, Kognition
Arbeit zitieren
Hülya Bayram (Autor), 2005, Ausarbeitung zum Thema "Träume", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50656

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