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Transgenerationale Traumatisierung, Narzissmus und destruktive Symbiose am Beispiel von Aelrun Goettes Dokumentarfilm "Die Kinder sind tot"

Título: Transgenerationale Traumatisierung, Narzissmus und destruktive Symbiose am Beispiel von Aelrun Goettes Dokumentarfilm "Die Kinder sind tot"

Trabajo Escrito , 2019 , 28 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anne Georgi (Autor)

Psicología - Psicología social
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Die Arbeit beschäftigt sich mit transgenerationaler Traumatisierung, Narzissmus und destruktiver Symbiose. Grundlage dafür bildet der Dokumentarfilm "Die Kinder sind tot" von Aelrun Goette über den Fall zweier in Frankfurt/Oder verdursteten Kinder. Im Fokus steht die auffällige Beziehung der Großmutter Rosemarie zu ihrer Tochter Daniela. Gerade Rosemaries Person lässt eine Vielzahl an Hinweisen auf verschiedene innerpsychische Prozesse und familiensystemische Dynamiken erkennbar werden, die ohne genaue Betrachtung leicht übersehen werden könnten.

"Die Kinder sind tot" ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2004 über den Fall der Daniela Jesse, deren beide Söhne Tobias (2 Jahre alt) und Kevin (3 Jahre alt) im Sommer 1999 in der mütterlichen Wohnung verdursteten. Der Film selbst kommt ohne Kommentare Außenstehender aus, sondern sieht hin und hört zu. Neben Bekannten, Nachbarn und Personen beteiligter Behörden kommen vor allem Daniela Jesse selbst und ihre Mutter, Rosemarie Jesse, zu Wort. Die Widersprüchlichkeit der unterschiedlichen Perspektiven lässt die Zuschauer*innen allein zurück mit dem Gehörten und Gesehenen und macht klar, dass es keine einfachen Erklärungen gibt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hintergründe

1.2. Vorgehensweise

2. Rosemarie

2.2. (mögliche) Ursachen und deren Wirkung

2.3. Weiterführende Gedanken

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Hintergründe und die komplexe Mutter-Tochter-Beziehung im Fall der Daniela Jesse, deren Kinder im Jahr 1999 verstarben. Ziel ist es, durch eine tiefenpsychologische Analyse des Verhaltens und der Aussagen der Großmutter, Rosemarie Jesse, unbewusste familiensystemische Dynamiken und transgenerationale Traumatisierungsprozesse offenzulegen, die zu dieser tragischen Eskalation beigetragen haben könnten.

  • Analyse der narzisstischen Persönlichkeitstendenzen der Großmutter
  • Untersuchung destruktiver symbiotischer Beziehungsmuster
  • Betrachtung der Auswirkungen transgenerationaler Traumatisierung
  • Reflektion der Bedeutung staatlicher Erziehungspraktiken und deren Auswirkungen
  • Bewertung der elterlichen Rollenwahrnehmung und deren negativer Einfluss auf die Tochter

Auszug aus dem Buch

2.2. (mögliche) Ursachen und deren Wirkung

Ihre eigene Kindheit und ihr eigenes Aufwachsen erwähnt Rosemarie an keiner Stelle während des gesamten Interviews. Auch ihre Tochter Daniela erwähnt mit keinem Wort ihre Großeltern. Gerade das Fehlen dieser könnte bereits ein erster Hinweis auf die Ursachen von Rosemaries psychischer Verfasstheit sein.

Rosemarie muss etwa in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre in der DDR geboren worden sein. Ihre eigenen Eltern wuchsen daher wahrscheinlich in einer äußerst schwierigen, möglicher Weise traumatischen, mindestens sehr unsicheren Zeit auf, die sie geprägt haben dürfte: Während des 2. Weltkrieges und der Zeit großer existentieller Nöte und politischer Umbrüche in den Folgejahren.

Der Zeitraum, in welchem die Eltern aufgewachsen sein müssen, könnte mit ursächlich für Rosemaries Blick auf sich und die Welt sein, denn „[t]raumatische Erfahrungen, die von Betroffenen nicht verarbeitet und integriert werden können, bleiben nicht nur für diese selbst eine lebenslange Belastung. Sie zeigen sich auch in den Träumen, Phantasien, im Selbstbild, emotionalen Erleben und unbewussten Agieren ihrer Nachkommen.“ (Moré: 2013; 1.; S.2). Das bedeutet, dass auch die Kinder traumatisierter Eltern dieselben Reaktionen auf das Erlebte zeigen, als hätten sie es selbst erlebt. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass das auch Rosemarie betrifft.

Hinzu kommt, dass Rosemaries Eltern vermutlich in einer Umgebung aufwuchsen, die Erziehung dahingehend definierte, „daß [sic.] schon beim ganz kleinen Kind die Gewohnheiten ausgebildet werden müßten [sic.], die „später […] die Erziehungsarbeit [in staatlichen Einrichtungen] in ungeahntem Maß erleichtern würden.““ (Haarer zitiert von Chamberlain: 2000; S.8).

Diese Erziehungspraxis war in Deutschland weitverbreitet: „Regeln wie, das weinende Baby nicht durch Herumtragen zu verwöhnen, nicht nachzugeben, wenn es außerhalb des 4-Stunden Rhythmus die Brust oder Flasche verlangt, sich von Trennungsängsten nicht irritieren zu lassen, weil das Baby nur zu schnell begreife, wie es seine Eltern tyrannisieren könne.“ (Israel: 2015; S.8).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieser Abschnitt führt in den Dokumentarfilm ein, erläutert den tragischen Fall und stellt die zentrale Fragestellung zur Mutter-Tochter-Beziehung dar.

1.1. Hintergründe: Hier werden die biografischen und sozialen Rahmenbedingungen der Familie Jesse beleuchtet.

1.2. Vorgehensweise: Dieser Teil beschreibt die methodische Herangehensweise der Arbeit basierend auf Interviewtranskripten.

2. Rosemarie: Das Kapitel analysiert das Verhalten der Großmutter im Film und identifiziert zentrale Merkmale ihres Auftretens.

2.2. (mögliche) Ursachen und deren Wirkung: Hier werden potenzielle Ursachen für die psychische Verfassung Rosemaries, wie transgenerationale Traumata und Erziehungsideologien, untersucht.

2.3. Weiterführende Gedanken: Dieser Abschnitt thematisiert den Einfluss politischer und gesellschaftlicher Faktoren auf die Lebensgeschichte.

3. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflektion über die Bedeutung professioneller sozialarbeiterischer Diagnostik im familiären Kontext.

Schlüsselwörter

Narzissmus, Destruktive Symbiose, Transgenerationale Traumatisierung, Mutter-Tochter-Beziehung, Bindungsstörung, Psychische Verfasstheit, Soziale Arbeit, Familiensystem, Kindesvernachlässigung, Bindungstrauma, DDR-Erziehungspraxis, Abwehrprozesse, Selbstbild, Persönlichkeitsstörung, Identitätsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die komplexe und schädigende Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Rosemarie Jesse und ihrer Tochter Daniela, die als ein zentraler Faktor für das tragische Verhungern Danielas Söhne angesehen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Untersuchung konzentriert sich auf narzisstische Persönlichkeitsstrukturen, das Konzept der destruktiven Symbiose, die unbewusste Weitergabe von Traumata über Generationen hinweg sowie die Auswirkungen autoritärer Erziehungsideologien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unbewusste innerpsychische Prozesse der Großmutter Rosemarie das Familiensystem so beeinflussten, dass eine lebensbedrohliche Eskalation für die Kinder begünstigt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine tiefenpsychologisch fundierte Einzelfallanalyse, wobei sie die Interviewmitschnitte der Großmutter aus dem Dokumentarfilm „Die Kinder sind tot“ als primäre Quelle für eine psychologische Deutung heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Rosemaries Verhalten im Interview, ihre mangelnde Empathiefähigkeit, ihre Abwehr von Schuld und die historisch-politischen Hintergründe, die ihre Erziehungsmuster und ihre Persönlichkeitsentwicklung geprägt haben könnten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Narzissmus, destruktive Symbiose, transgenerationale Traumatisierung, Bindungstrauma und die psychische Dynamik einer narzisstisch akzentuierten Mutterrolle.

Wie bewertet die Autorin Rosemaries Rolle bezüglich ihrer Enkelin Katharina?

Die Autorin äußert tiefe Besorgnis darüber, dass nach der Katastrophe Rosemarie erneut die Hauptbezugsperson für ihre Enkeltochter Katharina wurde, ohne dass diese familiäre Konstellation von Behördenseite kritisch hinterfragt wurde.

Inwiefern beeinflusste die DDR-Erziehungspraxis Rosemaries Bild von ihrer Tochter?

Die Autorin postuliert, dass die in der DDR verbreiteten Erziehungsmaximen, die auf Gehorsam und Ignoranz gegenüber kindlichen Grundbedürfnissen basierten, Rosemaries emotionale Distanz und ihr Unverständnis für Danielas Bedürfnisse maßgeblich mitgeformt haben.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Transgenerationale Traumatisierung, Narzissmus und destruktive Symbiose am Beispiel von Aelrun Goettes Dokumentarfilm "Die Kinder sind tot"
Universidad
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Calificación
1,0
Autor
Anne Georgi (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
28
No. de catálogo
V506885
ISBN (Ebook)
9783346054258
ISBN (Libro)
9783346054265
Idioma
Alemán
Etiqueta
Die Kinder sind tot Transgenerationale Traumata Symbiosebeziehung Narzissmus Bindungsstörung Bindungsverhalten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anne Georgi (Autor), 2019, Transgenerationale Traumatisierung, Narzissmus und destruktive Symbiose am Beispiel von Aelrun Goettes Dokumentarfilm "Die Kinder sind tot", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506885
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