Diese Dissertation setzt sich mit der Bedeutung kommunikativer Grammatik im DaF-Unterricht mit fortgeschrittenen Deutschlernenden an der algerischen Germanistikabteilung einer Universität auseinander. Es scheint deutlich, dass die Grammatik als schwer gilt. Diesbezüglich kann der kommunikativen Grammatik eine dominante Stellung und sogar eine gewichtiger Platz im DaF-Unterricht mit fortgeschrittenen Deutschlernenden an der oben zitierten Germanistikabteilung zukommen.
Es lässt sich feststellen, dass die fortgeschrittenen Lerner an der oben zitierten Germanistikabteilung den Grammatikunterricht ziemlich langweilig, uninteressant, humorvoll, trocken, schwierig, kompliziert und sogar nicht kommunikativ finden. Probleme haben Germanistikstudenten vor allem mit den Bewegungsverben. Sie haben Angst immer vor den schlechten Noten. Niemand fühlt sich besonders wohl.
Das trägt aber zum Image von Grammatik bei. Sie ist immer schwer, sie ist wichtiger als alles anders im Fremdsprachunterricht. In diesem Zusammenhang wird die Kommunikationsfähigkeit nicht erreicht, wenn der Germanistiklernende gravierende Fehler beim spontanen Sprechen macht. Trotz all dieser negativen Einschätzungen bedeutet Grammatik für die meisten Germanistiklernende Hilfe für das Sprechen und das Schreiben. Die neuere fachdidaktische Diskussion zeigt, dass der Grammatik als Teilbereich der Zielfertigkeit eine Bedeutung zukommt.
Im Zentrum des kommunikativen Fremdsprachenunterrichts steht die Förderung der vier Grundfertigkeiten Hören, Sprechen, Schreiben und Lesen. Zwar spielt die Grammatik neben den sprachlichen Fähigkeiten eine wichtige Rolle, aber sie gilt noch als Stiefkind des kommunikativen Fremdsprachenunterrichts. In der Geschichte des FUs ist die Bedeutung der Grammatik für das Lehren und Lernen von Sprachen ein kontrovers diskutiertes Thema. Sie gilt einerseits als zentrales unverzichtbares Element von Sprachlehrmethoden, andererseits wird deren Wert vernachlässigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Theoretische Grundlagen der „kommunikativen Grammatik“
1.1 Begriffliches zur „Kommunikation“
1.1.1 Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen
1.1.2 Kommunikative Kompetenz
1.1.2.1 Zum Kompetenzbegriff
1.1.2.2 Linguistische Kompetenz
1.1.2.3 Soziolinguistische Kompetenz
1.1.2.4 Pragmatische Kompetenz
1.1.2.5 Interkulturelle Kompetenz
1.2 Allgemeines über Grammatik
1.2.1 Zum Begriff der Grammatik
1.2.2 Grammatik und die sprachlichen Fähigkeiten
1.2.2.1 Aussprache
1.2.2.2 Wortschatz
1.2.2.3 Wortbildung
1.2.3 Grammatik und Sozialformen
1.2.3.1 Frontalunterricht
1.2.3.2 Einzelarbeit
1.2.3.3 Partnerarbeit
1.2.3.4 Gruppenarbeit
1.3 Zur Gewichtung der Grammatik in den Methoden des Fremdsprachenunterrichts
1.3.1 Zum Methodenbegriff
1.3.2 Grammatikübersetzungsmethode (GÜM)
1.3.3 Direkte Methode (DM)
1.3.4 Audiolinguale und audiovisuelle Methode (ALM/ AVM)
1.3.5 Vermittelnde Methode (VM)
1.3.6 Kommunikative Methode (KM) und das pragmatisch-funktionale Konzept
1.3.7 Der Interkulturelle Ansatz (IA)
1.4 Zum Einsatz der neuen Unterrichtsmedien
1.4.1 Auditive Medien
1.4.2 Visuelle Medien
1.4.3 Audiovisuelle Medien
1.4.4 Elektronische Medien
2 Kommunikative Grammatik oder Grammatik der Kommunikation im Fremdsprachenunterricht
2.1 Gegenstand der kommunikativen Grammatik
2.2 Zum Verhältnis zwischen kommunikativer Grammatik und der Grammatik
2.2.1 Zur Beziehung von Grammatik und Kommunikation in der so genannten kommunikativen Grammatik
2.2.2 Aufgaben der kommunikativen Grammatik
2.2.3 Hauptmerkmale der Vermittlung von kommunikativer Grammatik
2.3 Kommunikative Grammatik und Sprechen als sprachliche Fertigkeit
2.4 Kommunikative Grammatik und Fehler
2.5 Kommunikative Grammatik und Übungsformen
3. Zur Bedeutung der kommunikativen Grammatik mit fortgeschrittenen Deutschlernern im zweiten Studienjahr an der Germanistikabteilung Djilali Liabés in Sidi Bel Abbés (LMD-System)
3.1 Begriffliches zum DaF-Unterricht, Lehrwerk, Lehrplan und Curriculum
3.1.1 Zum Begriff Unterricht und DaF-Unterricht
3.1.2 Zur Lehrwerkforschung im DaF-Unterricht
3.1.3 Zum Lehrplanwesen im DaF-Unterricht
3.1.4 Zum Begriff Curriculum
3.1.5 Rahmenrichtlinien
3.2 Zur Analyse der geltenden Lehrpläne an der algerischen Germanistikabteilung Djilali Liabbés in Sidi Bel Abbés
3.2.1 Zur Stellung des Deutschen an der Germanistikabteilung Djilali Liabbés in Sidi Bel Abbés
3.2.2 Analyse und Ergebnisse der aktuell- geltenden Germanistikhochschullehrpläne an der Germanistikabteilung der Universität Djilali Liabbés in Sidi Bel Abbés
3.2.2.1 Zur Vorstellung und Bewertung der geltenden Lehrpläne (im klassischen Lehrprogramm Licence)
3.2.2.2 Analyse und Ergebnisse der geltenden Lehrpläne (im neuen LMD-System)
3.3 Zur Analyse und zur Bewertung des Grammatikunterrichts bzw. Grammatikmoduls an der Germanistikabteilung Djilali Liabbés im zweiten Studienjahr
3.3.1 Allgemeines über den Grammatikunterricht
3.3.2 Zur Analyse- und zur Bewertung des Grammatikunterrichts
3.3.3 Zur Dominanz der kommunikativen Grammatik im DaF-Unterricht mit algerischen fortgeschrittenen Deutschlernenden im zweiten Studienjahr
3.4 Die Lernerbefragung
3.4.1 Zur Durchführung der Lernerbefragung
3.4.2 Ergebnisse und Auswertung der Lernerbefragung
3.5 Die Lehrerbefragung
3.5.1 Zur Durchführung der Lehrerbefragung
3.5.2 Ergebnisse und Auswertung der Lehrerbefragung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Stellenwert der kommunikativen Grammatik im DaF-Unterricht für fortgeschrittene Deutschlernende an der algerischen Germanistikabteilung der Universität Djilali Liabés in Sidi Bel Abbés, um die Effektivität der Sprachvermittlung im LMD-System zu evaluieren.
- Theoretische Fundierung der kommunikativen Grammatik
- Analyse geltender Germanistik-Lehrpläne im algerischen Kontext
- Evaluation des Grammatikunterrichts durch Lerner- und Lehrerbefragungen
- Einsatz von Unterrichtsmedien und Sozialformen zur Förderung der Sprachfertigkeiten
- Vergleich zwischen traditionellen und kommunikativen Ansätzen in der Grammatikvermittlung
Auszug aus dem Buch
1.2.3.1 Frontalunterricht
Der Frontalunterricht oder lehrerzentrierter Unterricht ist die bekannteste Sozialform bis heute. Im Frontalenunterricht sind die Lerner rezeptiv in dieser Sozialform. Er legt keinen Wert auf das spontane Sprechen.
Der Frontalunterricht stößt zum Denken an und vermittelt aber auch Informationen. Dabei wird die Autonomie favorisiert, wenn die Lerner in die Lage versetzen, ihre Lernprozesse zu reflektieren.
Im Frontalunterricht steht das Darbietungskonzept im Vordergrund. Im Fremdsprachenunterricht eignet sich der lehrerzentrierte Unterricht für die Rezeption der grammatischen Strukturen. Der Lehrer erklärt und korrigiert gleichzeitig die Grammatikübungen der Lernenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theoretische Grundlagen der „kommunikativen Grammatik“: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kommunikation, Grammatik und kommunikative Kompetenz und beleuchtet deren Rolle im Fremdsprachenunterricht.
2 Kommunikative Grammatik oder Grammatik der Kommunikation im Fremdsprachenunterricht: Hier wird das Konzept der kommunikativen Grammatik sowie deren Verhältnis zum allgemeinen Grammatikbegriff und zu Sprechfertigkeiten detailliert analysiert.
3. Zur Bedeutung der kommunikativen Grammatik mit fortgeschrittenen Deutschlernenden im zweiten Studienjahr an der Germanistikabteilung Djilali Liabés in Sidi Bel Abbés (LMD-System): Dieser empirische Teil untersucht konkret die algerische Situation, analysiert Lehrpläne und präsentiert Ergebnisse aus Lerner- und Lehrerbefragungen.
Schlüsselwörter
Kommunikative Grammatik, DaF-Unterricht, Fremdsprachendidaktik, Germanistik, LMD-System, Algerien, Sprechfertigkeit, Sprachkompetenz, Lehrpläne, Unterrichtsmedien, Fehleranalyse, Lernstrategien, Grammatikvermittlung, Sozialformen, Sprachhandeln
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Doktorarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der kommunikativen Grammatik im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht (DaF) für fortgeschrittene Studierende an der algerischen Universität Djilali Liabés.
Welche zentralen Themenbereiche werden untersucht?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der kommunikativen Grammatik, die Analyse von algerischen Lehrplänen im LMD-System sowie die empirische Auswertung von Lehrer- und Lernerbefragungen zur Grammatikvermittlung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern der kommunikativen Grammatik im DaF-Unterricht an der genannten algerischen Germanistikabteilung ein bedeutender Stellenwert zukommt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt einen Methodenpluralismus, der eine theoretische Literaturanalyse mit einer praktischen empirischen Untersuchung durch Fragebögen an Studenten und Dozenten kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine analytische Untersuchung von Lehrkonzepten und eine empirische Erhebung zum Status quo der Grammatikvermittlung vor Ort.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie "kommunikative Grammatik", "DaF-Unterricht", "Algerien", "Germanistikstudium" und "Lehrplananalyse" geprägt.
Wie unterscheidet sich das LMD-System vom klassischen System in Algerien?
Das LMD-System (Licence, Master, Doctorat) führt eine Harmonisierung der Studiengänge ein und setzt verstärkt auf Credits sowie eine stärkere Lernzentrierung im Vergleich zum klassischen Programm.
Welchen Stellenwert nehmen neue Medien in der Untersuchung ein?
Die Autorin untersucht, inwieweit moderne Medien wie Computer und Internet zur Verbesserung der grammatischen Kompetenz beitragen und stellt fest, dass ihr Einsatz in Algerien bisher eher begrenzt ist.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Fehlerkorrektur?
Die Autorin plädiert dafür, dass Fehler in kommunikativen Situationen nicht übermäßig korrigiert werden sollten, wenn sie die Kommunikation nicht behindern, um die Motivation der Lernenden nicht zu hemmen.
- Citar trabajo
- Dr. Malika El Kebir (Autor), 2015, Zur Bedeutung der kommunikativen Grammatik im DaF-Unterricht mit fortgeschrittenen Deutschlernenden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507572