Die Grammatikarbeit mit den Lernenden ist, neben der Wortschatzarbeit, der wichtigste Aspekt im Unterricht an jeglichen institutionellen Einrichtungen. Deshalb sind unterstützende und begleitende Grammatiken als Lehr- und Lernmaterial für den Lehrenden unerlässlich. Zwei verwendete Grammatiken im Unterricht sind die deskriptive die präskriptive, die auch normative Grammatik genannt wird. Die präskriptiven Grammatiken dienen als Grundlage des Bildungssystems und gelten als Basis für die didaktische Norm. In dieser Arbeit widmet sich die Autorin der Bearbeitung der Frage, inwiefern es sinnvoll ist, auch deskriptive Grammatiken im Unterricht zu verwenden.
Was die Merkmale beider Grammatiken sind und inwiefern diese sich unterscheiden werde ich, nach einer kurzen Einführung in die Pluralbildung aus morphologischer Sicht, erklären. Darauffolgend wird mit Hilfe einiger Beispiele die Pluralbildung in den jeweiligen Grammatiken dargestellt. Letztendlich wird sich der Frage gestellt, welche der oben genannten Grammatiken sich besser als unterstützende Grammatik für den Lehrer im Unterricht eignet und damit dem Lernenden die nicht immer beliebte Grammatikarbeit erleichtert.
Der Plural des Substantives kann im Französischen durch das Anhängen verschiedener Pluralaffixe gebildet werden. Um den Plural auszudrücken wird in den meisten Fällen das Morphem {-s} angehängt. Beispiele dafür können le livre – les livres und le chat – les chats sein. Im code écrit (geschrieben Form) ist somit der Plural deutlich erkennbar, im code parlé (gesprochene Form) ist das Pluralaffix {-z} jedoch nicht immer hörbar. Eine Ausnahme bildet hierbei die Liaison.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Pluralbildung der Substantive im Französischen
3. Präskriptive und deskriptive Grammatiken
3.1 Präskriptive Grammatik
3.2 Deskriptive Grammatik
4. Darstellung der Pluralbildung bei präskriptiven Grammatiken
5. Darstellung der Pluralbildung bei deskriptiven Grammatiken
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Eignung von präskriptiven (normativen) versus deskriptiven (beschreibenden) Grammatiken als Lehrmaterial im Französischunterricht. Dabei wird analysiert, inwieweit die unterschiedlichen Darstellungsmethoden der Pluralbildung von Substantiven den Lernprozess unterstützen oder erschweren können.
- Morphologische Grundlagen der französischen Pluralbildung
- Gegenüberstellung von präskriptiven und deskriptiven grammatischen Ansätzen
- Analyse der didaktischen Aufbereitung in ausgewählten Grammatikwerken
- Evaluierung der Verständlichkeit und Praxistauglichkeit für Lernende
Auszug aus dem Buch
3. Präskriptive und deskriptive Grammatik
Es gibt zwei grundlegende Typen von Grammatiken: die präskriptive und deskriptive Grammatik. Der Unterschied beider Grammatiken ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Dennoch gibt es einige Merkmale, woran zu erkennen ist, ob es sich um eine präskriptive oder deskriptive Grammatik handelt.
3.1 Präskriptive Grammatik
Die präskriptive Grammatik, auch normative Grammatik genannt, folgt, wie auch schon im Namen zu erkennen ist, einer bestimmten Norm. Sie ist eine „auf Belehrung über den richtigen Sprachgebrauch ausgerichtete Form grammatischer Beschreibungen“7. Sie entscheidet, was als Regel gilt und was nicht und welche Normen als richtiger Sprachgebrauch angesehen werden8. Wissenschaftler und Institutionen, zum Beispiel die Académie Française, versuchen zu erfassen, was als „richtiger“ oder „falscher“ Sprachgebrauch zu gelten hat9. Präskriptive Grammatiken sind die Grundlage der Bildungssysteme und gelten als Basis für die didaktische Norm10 und damit für jedes Lehrbuch im Französischunterricht. Beispiele wären Rechtschreibwörterbücher oder Lehrbücher.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Grammatikarbeit im Unterricht und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Nutzens präskriptiver und deskriptiver Grammatiken.
2. Pluralbildung der Substantive im Französischen: Morphologische Erläuterung der Pluralbildung im Französischen, unter Berücksichtigung von code écrit, code parlé und Ausnahmen.
3. Präskriptive und deskriptive Grammatiken: Definition und Abgrenzung der beiden Grammatiktypen sowie Erläuterung ihrer unterschiedlichen Zielsetzungen.
4. Darstellung der Pluralbildung bei präskriptiven Grammatiken: Analyse der tabellarischen und normorientierten Aufbereitung der Pluralregeln in ausgewählten, normativen Werken.
5. Darstellung der Pluralbildung bei deskriptiven Grammatiken: Untersuchung der ausführlicheren, beschreibenden Darstellungsmethoden und deren Umgang mit Sonderfällen und Komposita.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, in der die deskriptive Grammatik aufgrund ihrer didaktischen Aufbereitung und Detailtiefe als besser für den Unterricht geeignet eingestuft wird.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Grammatikwerke.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Pluralbildung, Substantive, Präskriptive Grammatik, Deskriptive Grammatik, Normativität, Lerngrammatik, Didaktik, Morphologie, Sprachgebrauch, Lernmaterial, Fehleranalyse, Sprachwissenschaft, Fremdsprachenerwerb, Bildungssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Unterschied zwischen präskriptiven und deskriptiven Grammatiken im Kontext des Französischunterrichts, speziell anhand der Pluralbildung von Substantiven.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die morphologische Beschreibung der Pluralbildung, die theoretische Abgrenzung von Grammatiktypen und deren didaktische Umsetzung in Lehrbüchern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, welcher Grammatiktyp sich besser als unterstützendes Material für Lehrer und Schüler eignet, um das Erlernen der französischen Grammatik zu erleichtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine vergleichende Analyse von Fachliteratur und Grammatikwerken, kombiniert mit einer theoretischen Einführung in die Morphologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Art und Weise, wie verschiedene Grammatikwerke die Pluralregeln, Ausnahmen und Sonderformen für Lernende aufbereiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Französischunterricht, Pluralbildung, Präskriptive Grammatik, Deskriptive Grammatik und Didaktik.
Warum wird im Fazit die deskriptive Grammatik bevorzugt?
Die Autorin argumentiert, dass deskriptive Werke durch ausführliche Erklärungen und vielfältigere Beispiele verständlicher für Lernende sind als rein regelorientierte, präskriptive Werke.
Was wird unter einem "latenten Konsonanten" bei der Pluralbildung verstanden?
Dies bezieht sich auf den Pluralmarker {-z}, der nur im code parlé bei einer Liaison (Verbindung mit einem folgenden vokalischen Anlaut) hörbar wird.
- Citar trabajo
- Luisa Petatz (Autor), 2016, Die unterschiedliche Darstellung der Pluralbildung der Substantive im Französischen in präskriptiven und deskriptiven Grammatiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508792