Jenseitsvorstellungen in 'The Others' (Spanien/USA 2001)


Seminararbeit, 2005
15 Seiten, Note: 1-2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Regisseur Alejandro Amenábar

3. Handlung

4. Jenseitsvorstellungen

5. Zusammenfassung

6. Bibliographie

1. Einleitung

Himmel und Hölle haben sich in unserer Kultur zu einer Bilderwelt mit hohem symbolischen Gehalt entwickelt, die vom Film gerne aufgenommen wird. Auch „The Others“ spielt mit den etablierten Vorstellungswelten, die das Jenseits entfacht. Der Regisseur Alejandro Amenábar schlägt diese scheinbar sicheren Wege ein - die Grenze zwischen Leben und Jenseits scheint zunächst klar – um den Zuschauer schließlich doch in die Irre zu führen. Er macht klar: Den Bildern kann man nicht trauen.

Gleichzeitig erleben die Hauptfiguren ihre ganze persönlichen Höllen: Die Kinder leiden unter dem maternalistischen Regime ihrer Mutter und Grace an ihrer Überforderung.

Die Kritiken heben vor allem die elliptische Erzählweise Amenábars hervor.[1] Volker Hummel zitiert den Regisseur: „Etwas der Fantasie überlassen, darin liegt für mich die Essenz der Angst, von Besessenheit, selbst von Paranoia, die allesamt latent im kollektiven Bewusstsein verborgen liegen. Erwecke sie, und du wirst den Zuschauer zurück in die finstersten Ecken seiner Kindheit transportieren, hin zu seinen Urängsten.“[2]

Philipp Bühler schreibt: „Die Gespenster bleiben wie in jedem guten Horrorfilm hinter der Tür. Das Grauen dem inneren Auge zu überlassen, ist noch immer der wirkungsvollste Trick.“[3]

„The Others“ ist nicht nur ein meisterhafter Thriller in der Tradition Hitchcocks, sondern auch eine philosophische Studie über die Macht der Bilder, die der Zuschauer am eigenen Leib erfährt.

Auf welche Weise der Film mit Höllenvorstellungen arbeitet, soll in der vorliegenden Arbeit nach einführenden Kapiteln zum Regisseur und der Handlung untersucht werden.

2. Der Regisseur Alejandro Amenábar

Seinen ersten Kurzfilm „La cabeza“[4] - in den meisten Filmographien wird fälschlicherweise der später entstandene Film „Himenóptero“ (1992) genannt - drehte Alejandro Amenábar (geb. am 31. März 1972 in Santiago de Chile) mit 19 Jahren. 1991 erhielt er dafür den Kurzfilmpreis der Asociación Independiente de Cineastas Amateurs (AICA).[5] Amenábars erster Kinofilm, der Thriller „Tésis“, war nicht nur ein großer Publikumserfolg, sondern begeisterte auch die Kritiker. Der Film lief auf der Berlinale und wurde in Spanien mit sieben Goyas ausgezeichnet.

Einen noch größeren Erfolg erzielte Amenábar mit seinem zweiten Kinofilm „Abre los ojos“ („Open Your Eyes“/“Öffne deine Augen“) 1997. Schon hier zeigte sich Amenábars Interesse an der Grenze zwischen Realität und Fiktion: Beide Seiten verwischen, sind für den Zuschauer nicht mehr auseinander zuhalten. Ein Thema, das er auch in seinem dritten, in der vorliegenden Arbeit behandelten Kinofilm „Los Otros“ („The Others“) wieder aufgreift.

„Abre los ojos“ war auch der Startpunkt für die Zusammenarbeit mit Tom Cruise. Der Hollywood-Star produzierte ein Remake des Films mit dem Titel „Vanilla Sky“ und übernahm selbst die Hauptrolle. Cruise co-produzierte schließlich auch Amenábars Film „The Others“. Auch hier übernahm der Spanier wieder Regie, Drehbuch und Filmmusik. Der Film wurde ein Erfolg bei Publikum und Filmkritik und mit acht Goya-Filmpreisen ausgezeichnet. „The Others“ festigte Amenábars Ruf als neues Filmtalent. Vergleiche mit Alfred Hitchcock und Luis Buñuel wurden laut.

Mit einem Oscar in der Kategorie „bester ausländischer Film“ hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences 2005 seinen bislang letzten Film „Mare adentro“ („Das Meer in mir“) ausgezeichnet. Er erhielt für diesen Film außerdem den großen Preis der Jury beim 61. Filmfestival von Venedig, den Europäischen Filmpreis als bester Regisseur und 14 Goyas der spanischen Filmakademie.

[...]


[1] Vgl. Kilb, Andreas: Wenn wir Toten erwachen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2002, Nr. 8, S. 39; Sterneborg, Anke: Auf der anderen Seite. In: Süddeutsche Zeitung, 10.01.2002, S. 14; Hanck, Frauke: Die Hölle, das sind Nicole und die anderen. In: Süddeutsche Zeitung, 10.01.2002, S. 5.

[2] Hummel, Volker: Die Kraft der Andeutung. In: Financial Times Deutschland, 10.01.2002, S. 31.

[3] Bühler, Philipp: Landhaus der toten Seelen. In: taz, 10.01.2002, S. 16.

[4] Vgl. ClubCultura.com: Biografía/Biography, http://www.clubcultura.com/clubcine/clubcineastas/amenabar/bio.htm, 03.01.2006.

[5] Vgl. zu diesem Kapitel: Munzinger Online: Alejandro Amenábar, http://www.munzinger.de [Anmeldung], 04.07.2005; IMDb: Biography for Alejandro Amenábar, http://www.imdb.com/name/nm002462/bio, 04.07.2005.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Jenseitsvorstellungen in 'The Others' (Spanien/USA 2001)
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien/Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart)
Veranstaltung
MS: 'Religion im Film: Himmel und Hölle'
Note
1-2
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V50905
ISBN (eBook)
9783638470209
ISBN (Buch)
9783638802475
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jenseitsvorstellungen, Others, Film, Himmel, Hölle“
Arbeit zitieren
Lutz Benseler (Autor), 2005, Jenseitsvorstellungen in 'The Others' (Spanien/USA 2001), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50905

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