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Jenseitsvorstellungen in 'The Others' (Spanien/USA 2001)

Title: Jenseitsvorstellungen in 'The Others' (Spanien/USA 2001)

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Lutz Benseler (Author)

Communications - Movies and Television
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Himmel und Hölle haben sich in unserer Kultur zu einer Bilderwelt mit hohem symbolischen Gehalt entwickelt, die vom Film gerne aufgenommen wird. Auch „The Others“ spielt mit den etablierten Vorstellungswelten, die das Jenseits entfacht. Der Regisseur Alejandro Amenábar schlägt diese scheinbar sicheren Wege ein - die Grenze zwischen Leben und Jenseits scheint zunächst klar – um den Zuschauer schließlich doch in die Irre zu führen. Er macht klar: Den Bildern kann man nicht trauen. Gleichzeitig erleben die Hauptfiguren ihre ganze persönlichen Höllen: Die Kinder leiden unter dem maternalistischen Regime ihrer Mutter und Grace an ihrer Überforderung. Die Kritiken heben vor allem die elliptische Erzählweise Amenábars hervor. Volker Hummel zitiert den Regisseur: „Etwas der Fantasie überlassen, darin liegt für mich die Essenz der Angst, von Besessenheit, selbst von Paranoia, die allesamt latent im kollektiven Bewusstsein verborgen liegen. Erwecke sie, und du wirst den Zuschauer zurück in die finstersten Ecken seiner Kindheit transportieren, hin zu seinen Urängsten.“ Philipp Bühler schreibt: „Die Gespenster bleiben wie in jedem guten Horrorfilm hinter der Tür. Das Grauen dem inneren Auge zu überlassen, ist noch immer der wirkungsvollste Trick.“ „The Others“ ist nicht nur ein meisterhafter Thriller in der Tradition Hitchcocks, sondern auch eine philosophische Studie über die Macht der Bilder, die der Zuschauer am eigenen Leib erfährt. Auf welche Weise der Film mit Höllenvorstellungen arbeitet, soll in der vorliegenden Arbeit nach einführenden Kapiteln zum Regisseur und der Handlung untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Regisseur Alejandro Amenábar

3. Handlung

4. Jenseitsvorstellungen

5. Zusammenfassung

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Film "The Others" (2001) von Alejandro Amenábar hinsichtlich seiner filmischen Darstellung von Jenseits- und Höllenvorstellungen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, auf welche Weise der Regisseur religiöse sowie metaphysische Konzepte nutzt, um den Zuschauer gezielt über die Natur von Realität und Wahrnehmung zu täuschen.

  • Die Macht der filmischen Bilder und die bewusste Irreführung des Zuschauers.
  • Die psychologische Bedeutung von Schuld und die Metaphorik des "Schattenreichs".
  • Der Vergleich zwischen traditionellen religiösen Jenseitskonzepten und deren filmischer Adaption.
  • Die Untersuchung der narrativen Struktur als philosophische Studie über das Sein.
  • Die Analyse des Regiestils von Alejandro Amenábar im Kontext internationaler Thriller-Traditionen.

Auszug aus dem Buch

4. Jenseitsvorstellungen

Der Film beginnt damit, dass Grace ihren Kindern die Schöpfungsgeschichte erzählt: „Es gab nur Gott. Und deswegen kann nur er alles erschaffen haben.“ Ein erster Verweis auf ein religiöses Bezugssystem. Im Kerzenlicht flackernde Zeichnungen deuten das spätere Geschehen im Haus an.

Artur Tyniors Analyse dieser Sequenz in epd Film als Schlüsselszene für die komplette Erzählung beruht allerdings auf einer falschen Beobachtung. Tynior schreibt: „Kerzenschein streift über gezeichnete Bildergeschichten, unterlegt von einer Stimme, die eine Gespenstergeschichte erzählt. Amenábar führt hier sehr glaubhaft die natürliche Evolution des Unheimlichen vor Augen: Von den Höhlenmenschen, die ihre Ängste in Form von Bildern an die Wand gemalt haben, über Gruselgeschichten, wie sie Edgar Allen Poe verfasst hat, bis hin zum Film, der am vorläufigen Ende der medialen Geschichte des Grauens steht.“ Erzählt wird tatsächlich keine Gespenstergeschichte, sondern die Schöpfungsgeschichte, untermalt von Bildern, die nahtlos übergehen in einen schlaglichtartigen gezeichneten und kommentarlosen Vorausblick auf den folgenden Film: Die Kinder sind zu sehen, Mrs. Mills am Kamin, eine verschlossene Tür – aber auch eine Marionette, der ohne dinglichen Bezug auf den Film eine metaphorische Bedeutung zu kommen zu scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die filmische Thematik der Bildmacht und der persönlichen Höllen der Protagonisten ein, wobei der Film als philosophische Studie über die Täuschung wahrgenommen wird.

2. Der Regisseur Alejandro Amenábar: Dieses Kapitel skizziert die filmische Laufbahn Amenábars und hebt seine wiederkehrende künstlerische Auseinandersetzung mit der Auflösung von Grenzen zwischen Realität und Fiktion hervor.

3. Handlung: Hier erfolgt eine chronologische Zusammenfassung der Ereignisse des Films, beginnend mit der Ankunft der Dienstboten bis hin zur finalen Enthüllung über den Tod der Hauptfiguren.

4. Jenseitsvorstellungen: Dieser Abschnitt analysiert die religiösen und mythologischen Referenzen, wie den Limbus oder die Lehre der Höllenkreise, und setzt diese in Bezug zur psychologischen Verfassung der Protagonistin Grace.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Amenábar die Bilderwelt als repressives Mittel entlarvt, um den Zuschauer am Ende in eine anhaltende Skepsis über das Gesehene zu entlassen.

6. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen, Sekundärliteratur und Online-Datenbanken.

Schlüsselwörter

The Others, Alejandro Amenábar, Jenseitsvorstellungen, Filmtheorie, Hölle, Limbus, Realität und Fiktion, religiöser Mythos, Psychologie, Schuld, Täuschungskraft, Genrekonstruktion, Horrorfilm, Wahrnehmung, symbolische Bildsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht die Darstellung von Jenseitsvorstellungen und die Verwendung religiöser sowie psychologischer Symbole im Thriller "The Others" von Alejandro Amenábar.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Macht der Bilder, die Täuschung des Zuschauers, die Auseinandersetzung mit religiösen Konzepten wie dem Limbus und die psychologische Verarbeitung von Schuld.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie der Film die Erwartungshaltung des Publikums manipuliert und die Grenze zwischen Leben und Tod, Realität und Schein, für den Zuschauer verschwimmen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer filmwissenschaftlichen Analyse, die den Film in den Kontext der Mediengeschichte und kulturwissenschaftlicher Höllenvorstellungen einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die erzählerischen Spuren, die der Regisseur legt, sowie die spezifische Bedeutung von religiösen Texten und psychologischen Deutungen im Kontext der Filmhandlung.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Bildmacht, Limbus, psychologische Verdrängung, Schuld, Realitätskonstruktion und Genre-Struktur.

Warum wird der Name "Grace" im Film als bedeutungsvoll hervorgehoben?

Der Autor argumentiert, dass der Name (deutsch: Gnade) eine bewusste Wahl ist, da Grace durch ihre kühle, religiöse Strenge das Gegenteil einer gnädigen oder barmherzigen Mutterfigur verkörpert.

Wie interpretiert der Text das Ende von "The Others"?

Das Ende wird als Moment der Befreiung gedeutet, in dem der Tod nicht als Ende, sondern als Neuanfang für Grace fungiert, um ihre verdrängte Schuld zu verarbeiten.

Inwiefern spielt der "Limbus" eine Rolle für die Charakterentwicklung der Kinder?

Der Limbus wird von Grace als Droh- und Erziehungsmittel genutzt; durch die kindliche Infragestellung dieses Konzepts wird jedoch die Autorität der Mutter und ihr Weltbild am Ende des Films untergraben.

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Details

Title
Jenseitsvorstellungen in 'The Others' (Spanien/USA 2001)
College
University of Marburg  (Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien/Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart)
Course
MS: 'Religion im Film: Himmel und Hölle'
Grade
1-2
Author
Lutz Benseler (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V50905
ISBN (eBook)
9783638470209
ISBN (Book)
9783638802475
Language
German
Tags
Jenseitsvorstellungen Others Film Himmel Hölle“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lutz Benseler (Author), 2005, Jenseitsvorstellungen in 'The Others' (Spanien/USA 2001), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50905
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