Vorliegende Arbeit behandelt den Aufsatz „Valuation of the Debt Tax Shield” von Deen Kemsley und Doron Nissim. Im Wesentlichen wird dessen Argumentation nachvollzogen und ihr gefolgt. Darüberhinaus werden wir auch, wo nötig, auf andere Literatur zu diesem Thema kurz eingehen.
Im Zentrum des Aufsatzes von Kemsley und Nissim steht eine empirische (statistische) Untersuchung zum Wert des so genannten Tax-Shields. Dadurch verstehen wir die steuersparende Wirkung von Verschuldung, die unternehmenswertsteigernd wirkt. Die Verschuldung eines Unternehmens wirkt auf seinen Unternehmenswert nicht nur über steuerliche Dimension. Daher werden wir in einem ersten Schritt, unterschiedliche theoretische Standpunkte zum Thema Verschuldung und Unternehmenswert besprechen. Gleichsam werden wir Resultate von bisher durchgeführten einschlägigen Studien zu diesem Thema besprechen.
In einem zweiten Schritt werden wir dann, die Stichprobe für die empirische Untersuchung von Kemsley und Nissim besprechen, und das verwendete Datenmaterial vorstellen.
Nachdem wir die theoretischen Grundlagen für das Modell von Kemsley und Nissim in einem nächsten Schritt kurz herleiten, werden wir einen etwas anderen Weg wählen als diese: Wir werden das weitere Modell jeweils Formel für Formel entwickeln und zu jeder Formen gleich die empirische Ergebnisse von Kemsley und Nissim vorstellen und diskutieren. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen werden gewisse Teile des besprochenen Aufsatzes wie etwa die von den Autoren durchgeführten Robustheitstests nur überblicksweise besprochen werden.
Insgesamt werden wir zu dem Ergebnis von Kemsley und Nissim kommen, dass der Firmenwert streng positiv vom Verschuldungsgrad abhängig ist. Zu diesem Ergebnis kommen wir durch das Nachvollzeihen der branchenübergreifenden statistischen Tests von Kemsley und Nissim. Dieses Ergebnis wird mit der am Anfang dieser Arbeit vorgestellten Theorie von Miller und Modigliani entsprechen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A. Theoretische Einführung
1. Tax – Shield Theorien im Überblick
2. Überblick: Empirische Untersuchungen – Firmenwert
B. Stichprobe und statistischen Datenmaterial
1. Stichprobe
2. Datenmaterial
C. Theoretische Grundlagen
1. MM Modell
2. Forward – Ansatz
3. Reverse - Ansatz
D. Ansatz und empirische Untersuchung
1. Lineare Ansätze
2. Nichtlineare empirische Beschreibung
3. Abschließende Tests
4. Zusammenfassung und Konklusion
Anhang A: Spezifikation der verwendeten Compustat - Daten
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Herleitung sowie die empirische Nachvollziehung der Ergebnisse aus dem Aufsatz „Valuation of the Debt Tax Shield“ von Kemsley und Nissim. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob und in welchem Ausmaß die steuersparende Wirkung von Fremdkapital (Tax-Shields) tatsächlich zu einer Steigerung des Unternehmenswertes führt, unter Berücksichtigung theoretischer Modelle von Miller und Modigliani sowie konkurrierender empirischer Ansätze.
- Analyse der theoretischen Grundlagen von Verschuldung und Unternehmenswert
- Empirische Untersuchung des Wertes von Tax-Shields anhand von Compustat-Daten
- Vergleichende Analyse von Forward- und Reverse-Ansätzen zur Parameterbestimmung
- Überprüfung der Robustheit empirischer Ergebnisse durch verschiedene statistische Tests
- Evaluierung des Einflusses von Finanzierungsentscheidungen auf den Firmenwert
Auszug aus dem Buch
3. Reverse - Ansatz
Wir werden nun Kemsley und Nissim folgend aus iv. den Reverse-Ansatz entwickeln und analysieren, welche Vorteile und Nachteile er uns im Vergleich zum Forward-Ansatz bietet. Aus iv. ergibt sich durch Verallgemeinerung:
vi. E(FOI) = α1 + α2 ρ * (VL – βD) + ε (aus iv.)
Folgende charakteristischen Punkte von vi. sollten leicht zu erkennen sein:
1.) Der Wert des Tax-Shields wird durch β dargestellt.
2.) Die Gleichung ist nicht linear.
3.) Der große Vorteil des Reverse-Ansatzes gegenüber dem Forward-Ansatz, ist, dass man beim Reverse-Ansatz Marktinformationen (wie eben die Market-to-book Ratio) nutzen kann, um ρ zu bestimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung skizziert die methodische Nachvollziehung der Untersuchung von Kemsley und Nissim zur Bewertung des Tax-Shields.
A. Theoretische Einführung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über zentrale Theorien wie das Modell von Miller/Modigliani sowie frühere empirische Ansätze zur Bewertung der steuerlichen Vorteile von Fremdkapital.
B. Stichprobe und statistischen Datenmaterial: Hier werden die Auswahlkriterien für die Datengrundlage aus Compustat sowie die Berechnung der verwendeten Variablen detailliert erläutert.
C. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel widmet sich der mathematischen Herleitung des MM-Modells sowie der Differenzierung zwischen Forward- und Reverse-Ansätzen zur Modellierung des Unternehmenswerts.
D. Ansatz und empirische Untersuchung: Hier werden verschiedene Regressionsmodelle linearer und nichtlinearer Natur angewendet, um den Wert des Tax-Shields empirisch zu schätzen und durch Robustheitstests abzusichern.
Anhang A: Spezifikation der verwendeten Compustat - Daten: Diese Übersicht dokumentiert die verwendeten Datensätze, deren Einheiten und Verfügbarkeitszeiträume.
Schlüsselwörter
Unternehmenswert, Verschuldung, Tax-Shield, Miller-Modigliani-Modell, Empirische Untersuchung, Forward-Ansatz, Reverse-Ansatz, Finanzierung, Steuerersparnis, Fremdkapital, Eigenkapital, Compustat, Kapitalstruktur, Unternehmensbewertung, Regression
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die empirische Untersuchung von Deen Kemsley und Doron Nissim zum Wert des sogenannten "Debt Tax Shield", also der steuersparenden Wirkung von Fremdkapital auf den Unternehmenswert.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt die theoretische Diskussion über Verschuldung und Unternehmenswert, die methodische Aufarbeitung statistischer Daten aus Compustat sowie die empirische Modellierung und Überprüfung von Steuervorteilen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem Verschuldungsgrad eines Unternehmens und dessen Marktwert nachzuweisen, um die theoretische Vorhersage zu stützen, dass Fremdkapital durch Steuervorteile den Unternehmenswert steigert.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin/der Autor verwendet statistische Regressionsanalysen, leitet mathematische Modelle (Forward- und Reverse-Ansätze) her und führt zur Validierung verschiedene Robustheitstests durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einführung die Stichprobe und Daten aufbereitet, die mathematischen Modelle hergeleitet und anschließend durch verschiedene Regressionsgleichungen empirisch getestet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Tax-Shield, Verschuldungsgrad, Unternehmenswert, Modigliani-Miller-Theorie, empirische Analyse, Markt-zu-Buch-Verhältnis und Kapitalisierungsrate.
Worin unterscheiden sich Forward- und Reverse-Ansatz in der Analyse?
Der Reverse-Ansatz bietet gegenüber dem Forward-Ansatz den Vorteil, dass Marktinformationen wie die Market-to-book Ratio direkt genutzt werden können, um die Kapitalisierungsrate besser zu bestimmen und Verzerrungen zu minimieren.
Warum spielt die Unterscheidung von homogenen Segmenten eine Rolle?
Da die Kapitalisierungsrate nicht sektorenübergreifend konstant ist, hilft die Unterteilung in homogene Segmente dabei, Messfehler zu reduzieren und eine intuitiv plausiblere Schätzung des Steuervorteils zu erhalten.
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- Mag. rer. soc. oec. et phil. Paul Swoboda (Author), 2005, Empirische Untersuchungen zu Unternehmenswert und Schulden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50957