Inwieweit hängt der berufliche Abschluss mit der Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungen zusammen? Dieser Fragestellung soll in der vorliegenden Hausarbeit nachgegangen werden.
Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob und inwieweit ein beruflicher Abschluss mit der Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungen zusammenhängt und welche möglichen Folgen daraus entstehen. Um diese Frage zu beantworten, werden zunächst die betriebliche Weiterbildung und der berufliche Abschluss begrifflich geklärt. Anschließend wird der theoretische Rahmen und der aktuelle Stand der Forschung vorgestellt. Als theoretischer Rahmen wird die Humankapitaltheorie herangezogen. Zum aktuellen Stand der Forschung wird auf die Ergebnisse der Adult Education Survey 2016 eingegangen, insbesondere auf die Weiterbildungsbeteiligung im Sektor der betrieblichen Weiterbildungen.
Anschließend wird auf den Zusammenhang zwischen dem beruflichen Abschluss und der Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungen eingegangen. Es wird zunächst erläutert weshalb Weiterbildung allgemein notwendig ist. Folgend wird auf die Gründe geschaut weshalb Betriebe in Weiterbildungen investieren und Arbeitnehmer an betrieblichen Weiterbildungen teilnehmen. Damit wird der kausale Hintergrund zum Verständnis der Fragestellung und deren Beantwortung geschaffen. Abschließend werden die Gründe des Zusammenhangs diskutiert. Mit dem Fazit werden die wichtigsten Ergebnisse zur Beantwortung der Frage zusammengefasst, sowie ein abschließender Ausblick über die Fragestellung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Klärung
3 Theoretischer Rahmen und aktueller Stand der Forschung
3.1 Humankapitaltheorie
3.2 Weiterbildungsverhalten in Deutschland – Adult Education Survey 2016
4 Der Zusammenhang zwischen dem beruflichen Abschluss und der Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den kausalen Zusammenhang zwischen dem erreichten beruflichen Bildungsabschluss eines Arbeitnehmers und seiner individuellen Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen, um soziale Disparitäten im Zugang zu Qualifizierung aufzuzeigen.
- Analyse der Humankapitaltheorie als ökonomische Begründung
- Auswertung der Daten des Adult Education Survey 2016
- Untersuchung der betrieblichen Investitionslogik in Weiterbildung
- Hintergründe der individuellen Lernmotivation bei Arbeitnehmern
- Diskussion von Chancengleichheit und sozialen Defiziten
Auszug aus dem Buch
Humankapitaltheorie
Warum entscheiden sich Arbeitnehmer zu einer Teilnahme an einer Weiterbildung? Weshalb investieren Betriebe in Weiterbildungen ihrer Arbeitnehmer? Diese und weitere Fragen führen zu der Beantwortung der Problemstellung dieser Hausarbeit. Die Humankapitaltheorie gibt mögliche Antworten darauf. Die Theorie wird im folgenden vorgestellt und erörtert.
Die Humankapitaltheorie, nach Gary Becker, geht davon aus, dass höhere Bildung die Produktivität im gesamten Arbeitsmarkt erhöht (vgl. Feistel 2017, S.211). Ein Individuum geht dabei aus, dass die erhöhte Produktivität auch mit einer höheren Zahlung entlohnt wird. Daraus schlussfolgernd investiert eine Person in Weiterbildung, solange dies mit einem höheren Gehalt entlohnt wird. Ziel der Bildung ist eine Einkommensmaximierung, die somit auch eine Nutzenmaximierung darstellt. Die Entscheidung für oder gegen eine Weiterbildung ist demnach eine rationale Entscheidung (vgl. Yendell 2014, S.55; Schiener, Wolter & Rudolphi 2013, S.559).
Man kann zwischen dem allgemeinen und dem spezifischen Humankapital unterscheiden. Allgemeines Humankapital kann in fast allen Unternehmen eingesetzt werden, da ein Arbeitnehmer eine gesteigerte Fähigkeit und Fertigkeit erwirbt, die nicht firmenspezifisch ist (vgl. Feistel 2017, S.212; Kaufmann 2012, S.104 f.). Spezifisches Humankapital dagegen ist in der Regel eine betriebliche spezifische Weiterbildung, die so nicht in allen Unternehmen eingesetzt werden kann (vgl. Feistel 2017, S. 213; Kaufmann 2012, S.105). Die Humankapitaltheorie gibt auch eine Erklärung darüber, warum Betriebe in Weiterbildungen investieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der betrieblichen Weiterbildung ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und Weiterbildungsbeteiligung.
2 Begriffliche Klärung: In diesem Kapitel werden die zentralen Termini „betriebliche Weiterbildung“ und „beruflicher Abschluss“ für den weiteren Verlauf der Arbeit definiert und abgegrenzt.
3 Theoretischer Rahmen und aktueller Stand der Forschung: Hier werden die Humankapitaltheorie als theoretisches Fundament erläutert und die aktuellen Daten des Adult Education Survey 2016 zur Weiterbildungssituation in Deutschland vorgestellt.
4 Der Zusammenhang zwischen dem beruflichen Abschluss und der Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungen: Das Hauptkapitel analysiert die Gründe für betriebliche Investitionen sowie die Beweggründe von Arbeitnehmern und verknüpft diese mit dem erreichten Bildungsabschluss.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Problematik der potenziellen Verschärfung von Chancenungleichheit durch bestehende Weiterbildungsstrukturen.
Schlüsselwörter
Betriebliche Weiterbildung, Humankapitaltheorie, Adult Education Survey, beruflicher Abschluss, Bildungsniveau, Produktivität, Qualifizierung, Weiterbildungsbeteiligung, soziale Ungleichheit, Arbeitsmarkt, Einkommensmaximierung, Lernmotivation, betriebliche Investition, Fachkräftebedarf, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem formalen beruflichen Bildungsabschluss von Arbeitnehmern und der tatsächlichen Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Humankapitaltheorie, die betriebliche Investitionslogik, das Weiterbildungsverhalten in Deutschland auf Basis des AES 2016 und die Frage der Chancengleichheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, ob und inwiefern ein höherer beruflicher Abschluss die Wahrscheinlichkeit der Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungen positiv beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten des Adult Education Survey 2016 zur Beschreibung der Weiterbildungssituation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden ökonomische Gründe für Weiterbildung, die Rolle der Humankapitaltheorie und die spezifischen Einflüsse von Bildungsabschlüssen auf das betriebliche Weiterbildungsverhalten detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Humankapitaltheorie, berufliche Qualifizierung, Weiterbildungsbeteiligung und soziale Ungleichheit charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Humankapitaltheorie bei der Argumentation?
Sie dient als theoretische Basis, um zu erklären, warum sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber rational in Weiterbildung investieren, um Produktivität und Einkommen zu steigern.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor hinsichtlich der Chancengleichheit?
Der Autor stellt fest, dass höhere Bildungsabschlüsse zu häufigerer Weiterbildung führen, was soziale Defizite verstärken kann, da Geringqualifizierte weniger gefördert werden.
- Citation du texte
- Marie Peto (Auteur), 2018, Die Teilnahme an betrieblichen Weiterbildungen. Inwieweit hängt sie mit dem beruflichen Abschluss zusammen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509662