Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Erstarken von Nationalismus, sowie der rechten Parteien und dem Zugehörigkeitsgefühl zu Europa gibt. Zur Beantwortung dieser Frage auf statistischer Basis wurde das Programm R Studio verwendet. Als Datensatz ist der European Social Survey (ESS) des European Research Infrastructure Consortium von 2016 herangezogen worden. Die Ergebnisse weisen auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen den Variablen hin. Dabei wurde deutlich, dass ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu Europa auch mit einem starken Nationalgefühl einhergehen kann und dieses nicht nur bei den Poltisch-rechtsgesinnten, mit anti-europäischen Einstellungen vorliegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
3. Datenanalyse und Methode
A. Datensatz: ESS8e02
B. Variablen
a. Abhängige Variable: Gefühlsmäßige Verbundenheit zu Europa
b. Unabhängige Variable: Nationalismus bzw. gefühlsmäßige Verbundenheit zu Deutschland
c. Unabhängige Variable: Politische Ausrichtung
C. Kontrollvariablen: Geschlecht und Wohngebiet
4. Analyse der Variablen
A. Korrelation
B. Regression
5. Resultate und Interpretation
6. Anmerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den statistischen Zusammenhang zwischen nationalen Identifikationsmerkmalen, politischer Rechtsorientierung und dem Zugehörigkeitsgefühl zur Europäischen Union unter Verwendung von Daten des European Social Survey (ESS) 2016.
- Analyse von Nationalismus und Europabezug
- Einfluss der politischen Ausrichtung auf die Europa-Identifikation
- Statistische Auswertung mittels R Studio
- Überprüfung von Hypothesen zu Nationalgefühl und EU-Bindung
- Berücksichtigung demografischer Kontrollvariablen
Auszug aus dem Buch
2. Theorie
Die Zunahme des Nationalismus ist in nahezu allen europäischen Ländern erkennbar. Bevor weitere Zusammenhänge analysiert werden, soll im Folgenden der Begriff „Nationalismus“ erklärt werden:
Nationalismus ist nach Lemberg „ein System von Vorstellungen, Wertungen, und Normen, ein Welt- und Gesellschaftsbild, und das bedeutet: eine Ideologie, die eine durch irgendeines der erwähnten Merkmale (Sprache, Kultur etc.) gekennzeichnete Großgruppe ihre Zusammengehörigkeit bewusst macht und dieser Zusammengehörigkeit einen besonderen Wert zuschriebt, mit anderen Worten: diese Großgruppe integriert und gegen ihre Umwelt abgrenzt.“
Das Wiederaufkommen dieser Vorstellung der eigenen, besseren Nation ist eine der „Erscheinungen und Konsequenzen der Moderne.“ „Die Modernisierung, und damit einhergehend die Globalisierung bzw. Denationalisierung werden übereinstimmend als Ursache gesehen.“ „Die, der bürgerlichen Gesellschaft durch ihr Streben nach wirtschaftlichem Wachstum und materiellem Wohlstand „aufgezwungenen“ Kennzeichen – Mobilität und Wachstum – „verpflichten ihre sozialen Einheiten zur Größe und gleichzeitig zu kultureller Homogenität.“ Die Idee, dass die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung von Kulturen nicht nur eine innere Ordnung, sondern auch den Schutz des Staates nach Außen benötigt, wird immer populärer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Erstarken nationalistischer und anti-europäischer Tendenzen in Europa und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Nationalgefühl und europäischer Identifikation.
2. Theorie: Dieses Kapitel definiert den Begriff Nationalismus im Kontext der Moderne und Globalisierung und leitet daraus die Hypothesen der Arbeit ab.
3. Datenanalyse und Methode: Hier werden der Datensatz ESS8e02 beschrieben sowie die Variablen operationalisiert und für die statistische Analyse aufbereitet.
4. Analyse der Variablen: Das Kapitel widmet sich der explorativen Datenanalyse mittels Korrelations- und Regressionsanalysen, um die Hypothesen auf statistische Signifikanz zu prüfen.
5. Resultate und Interpretation: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei sich zeigt, dass die erste Hypothese widerlegt, die zweite jedoch bestätigt werden konnte.
6. Anmerkung: Ein kurzer Ausblick auf die Notwendigkeit zukünftiger Analysen unter Einbeziehung aktueller gesellschaftlicher Ereignisse wie der Migrationsdebatte.
Schlüsselwörter
Nationalismus, Europa, Europäische Union, Politische Einstellung, ESS, R Studio, Regression, Korrelation, Identität, Globalisierung, Deutschland, Rechtsorientierung, Statistik, Sozialwissenschaften, Europäische Identifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen einem ausgeprägten Nationalgefühl, der politischen Ausrichtung nach rechts und dem Zugehörigkeitsgefühl der Bürger zu Europa besteht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie des Nationalismus, der Analyse politischer Einstellungen im europäischen Vergleich und der empirischen Überprüfung der Bindung an den Nationalstaat versus Europa.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob ein Wiedererstarken von Nationalismus und rechten Bewegungen mit einer Abnahme der Identifikation mit Europa einhergeht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative Datenanalyse durchgeführt, wobei die statistische Software R Studio genutzt wird, um lineare Regressionsanalysen basierend auf den ESS 2016 Datensätzen zu berechnen.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen definiert, dann der Datensatz und die Variablen aufbereitet und schließlich Korrelationen sowie Regressionsmodelle zur Hypothesenprüfung erstellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nationalismus, politische Rechtsorientierung, European Social Survey (ESS), Europa-Identifikation, Regressionsanalyse und statistische Signifikanz.
Was ergab die Analyse zur ersten Hypothese über den Nationalismus?
Die erste Hypothese, dass ein starkes Nationalgefühl zu einer geringeren Europa-Identifikation führt, konnte nicht bestätigt werden; stattdessen korrelieren diese Gefühle positiv miteinander.
Wurde die zweite Hypothese bezüglich der politischen Ausrichtung bestätigt?
Ja, die Analyse bestätigt, dass Menschen, die sich politisch weiter rechts einordnen, eine geringere gefühlsmäßige Verbundenheit zu Europa aufweisen.
Welche Rolle spielen die Kontrollvariablen?
Kontrollvariablen wie das Geschlecht und das Wohngebiet wurden einbezogen, um sicherzustellen, dass die gefundenen Zusammenhänge nicht auf Scheinkorrelationen basieren.
Welche Limitationen nennt die Autorin in der Anmerkung?
Die Autorin weist darauf hin, dass die Analyse auf den Daten von 2016 basiert und aktuelle Entwicklungen wie die Migrationspolitik in weiteren Studien ergänzend betrachtet werden sollten.
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- Charlotte Hüser (Autor), 2018, Zusammenhang zwischen Nationalismus, politischen Einstellung und dem europäischen Zugehörigkeitsgefühl, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510258