Außerschulische Lernorte. Betriebserkundung

Betriebserkundung im Rahmen des Fachseminars "Wirtschaft und Arbeit. Schwerpunkt Ernährungs- und Verbraucherbildung"


Ausarbeitung, 2019

20 Seiten, Note: 1,3

Bianca Pri (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitorisches
2.1. Betrieb
2.2. Betriebserkundung vs. Betriebsbesichtigung

3. Fachspezifische Legitimation
3.1. Rahmenplanbezug
3.2. Lebensweltbezug
3.3. Zentrales Anliegen der Betriebserkundung ,Hotel‘ innerhalb des Fachseminars

4. Themenspezifische Aspekte
4.1. Richtlinie laut Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend (2007)
4.2. Aspekte der Betriebserkundung
4.2.1. Funktionaler Aspekt
4.2.2. Sozialer Aspekt
4.2.3. Berufskundlicher Aspekt
4.3. Phasen einer Betriebserkundung
4.3.1. Vorbereitung der Erkundung
4.3.2. Durchführung der Betriebserkundung
4.3.3. Auswertung der Erkundung
4.4. Fragenkatalog zur Betriebserkundung ,Hotel und Gastronomie‘
4.5. Vor- und Nachteile einer Betriebserkundung

5. Betriebserkundung im Rahmen des Fachseminars ,Wirtschaft und Arbeit - Schwerpunkt Ernährungs- und Verbraucherbildung‘
5.1. Methodische Umsetzung

6. Fazit

7. Quellen

1. Einleitung

Mit Betriebserkundungen soll ganz allgemein die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft im Sinne einer praxisnahen Ausbildung gefördert werden. Alle Beteiligten verfolgen darüber hinaus noch spezielle Ziele, die gleichzeitig auch die wesentlichen Vorteile von Betriebserkundungen sind. Dazu gehören die realitätsnahe Darstellung der betrieblichen Geschehnisse, da durch Betriebserkundungen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die alltäglichen Abläufe und Anforderungen eines Betriebes erhalten. So wird den Lernenden ein erster Einblick in die mögliche zukünftige Berufs- und Arbeitswelt gewährleistet. Gerade in Bezug auf bevorstehende Praktikumsentscheidungen oder auch für die Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen Betriebserkundungen die Entscheidung zu untermauern. Weiterhin bieten Betriebserkundungen einen praktischen und handlungsorientierten Anschauungsunterricht. Denn so kann ein Einblick in die betrieblichen Abläufe, in Arbeitsvorgänge in Produktionsprozesse oder auch dem beruflichen Alltag erhalten werden. Schulwissen ist nämlich oft nur abstrakt, die Veranschaulichung des Ganzen in der Praxis garantiert einen lebendigen, interessanten und einprägsamen Unterricht. Zudem können sich die Schülerinnen und Schüler besser auf Berufswahlverfahren vorbereiten. Die heutige Berufswelt unterliegt nämlich ständigen und raschen Änderungen und Neuerungen. Dies muss den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht werden. Auch für den Lehrenden hat eine Betriebserkundung gute Vorteile, denn so kann die Lehrkraft Neues über bestimmte Berufsfelder lernen, Informationen über Berufe und Tätigkeits- und Anforderungsprofile erhalten und diese auf einer konkreteren Ebene im Unterricht vermitteln. Das Unterrichtsgeschehen wird dadurch immer auf den neusten Stand angepasst. Wie eine Berufserkundung in ihren einzelnen theoretischen Phasen aber auch insbesondere in der praktischen Umsetzung verwirklicht werden kann, wird in den folgenden Kapiteln näher erläutert.

2. Deflatorisches

2.1. Betrieb

Laut Definition des Gabler Wirtschaftslexikons ist ein Betrieb eine „örtliche, technische und organisatorische Einheit zum Zwecke der Erstellung von Gütern und Dienstleistungen, charakterisiert durch einen räumlichen Zusammenhang und eine Organisation, die auf die Regelung des Zusammenwirkens von Menschen und Menschen, Menschen und Sachen sowie von Sachen und Sachen im Hinblick auf gesetzte Ziele gerichtet ist“ [vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, online].

2.2. Betriebserkundung vs. Betriebsbesichtigung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

vgl. Hebein, R. (2001), S.39ff]

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Form der Betriebserkundung die sinnvollere Alternative der beiden Umsetzungsmöglichkeiten ist. Dies begründet sich darin, da durch diese Form mehr inhaltliche und praktische Punkte, im Rahmen der Berufsorientierung, umgesetzt werden können.

3. Fachspezifische Legitimation

3.1. Rahmenplanbezug

Die Thematik der ,Betriebserkundung‘ und ,Betriebsbesichtigung‘ ist ein wichtiger Teil der Berufsorientierung und findet damit seine Legitimation in der Einordnung des Rahmenplans für den Wahlpflichtbereich der Realschule plus speziell im Bereich des Unterrichtsprinzips Berufsorientierung (BO), innerhalb des Wahlpflichtfachs Hauswirtschaft und Sozialwesen. Weitere Aspekte lassen sich mit dem Unterrichtsprinzip der Ökonomischen Bildung verknüpfen, wie beispielsweise das Kennenlernen verschiedener Unternehmensformen in Klassenstufe 8, sowie die Möglichkeiten der Arbeitsteilung oder Arbeitsplatzgestaltung, aber auch verschiedene Arbeitszeitenmodelle in Klassenstufe 10. Mittels der Betriebserkundung und/oder der Betriebsbesichtigung haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit eigene berufliche Alternativen für sich zu entwickeln. Sie nutzen dies um unter anderem begründete Praktikumsentscheidungen zu treffen. Weiterhin bietet dies die Chance, dass die Schülerinnen und Schüler kompetenzorientiert Fragestellungen zu den einzelnen Berufsfeldern entwickeln und zunehmend selbstständig Methoden zur Informationsbeschaffüng anwenden. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler ihre erlangten Erkenntnisse zukünftig für ihre weitere Lebenswegplanung- und -gestaltung nutzen [vgl. Rahmenplan Wahlpflichtfach Realschule plus 2011, S.21-27].

3.2. Lebensweltbezug

Die Schülerinnen und Schüler befinden sich schon ab der Klassenstufe 8 in einer Lebensphase, in der sie konkrete Handlungsmuster über ihre berufliche Zukunft festlegen müssen. Das bedeutet, dass sie sich in der Berufswahlplanung befinden, erste Praktika ausüben oder bereits absolviert haben und vor der Entscheidung stehen welchen Ausbildungsberuf und Werdegang sie anstreben wollen. Diesbezüglich ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler einen vielseitigen Einblick in die unterschiedlichen Betriebe, Branchen und Zweige der Berufswelt erlangen können, sodass sie eine Vielfalt der gebotenen Möglichkeiten erhalten. Durch Betriebserkundungen bekommen sie die Chance in einen eventuellen Traumberuf hineinzuschnuppern und erkennen, ob diese Berufswahlentscheidung das Richtige oder eher eine falsche Wahl darstellt. Dies befähigt die Schülerinnen und Schüler dazu, eigene Entscheidungsmuster zu überdenken. Sie schaffen es an Selbstständigkeit zu gewinnen und reflektierter über einen angestrebten Ausbildungsberuf nachzudenken.

3.3. Zentrales Anliegen der Betriebserkundung ,Hotel‘ innerhalb des Fachseminars

Zentrales Anliegen der Betriebserkundung im Rahmen des Fachseminars Hauswirtschaft und Sozialwesen ist, dass die Seminarteilnehmer einen Einblick in die Hotel- und Gastronomiebrache erlangen und deren Berufsfelder detaillierter kennenlernen, indem sie Informationen beschaffen und Arbeitsfelder der genannten Bereiche innerhalb der Besichtigung ergründen. Diesbezüglich verfahren sie mittels eines selbsterstellten Fragenkatalogs, um eine gezielte Informationsbeschaffung durchführen zu können. Weiterhin führen die Seminarteilnehmer kleinere gastronomietypische Arbeiten selbstständig durch, sodass sie auf der enaktiven Ebene und handlungsorientiert neue Erfahrungen sammeln können.

Für Betriebserkundungen im schulischen und unterrichtlichen Kontext ergibt sich ein annähernd gleiches zentrales Anliegen, sowie vielfältige Lernziele, welche wie folgt definiert werden können:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

vgl. LJS Sachsen (2016), online]

4. Themenspezifische Aspekte

Schulgänge, wie beispielsweise eine Betriebserkundung fördern als wichtiger Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags das Zusammenleben und das gegenseitige Verständnis aller am Schulleben beteiligten Personen. Solche Schulgänge tragen des Weiteren dazu bei, dass außerschulische Lernorte besucht werden, wodurch sich Schülerinnen und Schüler handlungsorientiert mit einem Unterrichtsthema auseinandersetzen. Weiterhin werden Betriebserkundungen nach bestimmten Aspekten durchgeführt, wodurch die Vielfalt von möglichen Fragestellungen und Erfahrungen erweitert werden kann. Diese Schulgänge obliegen jedoch wichtigen gesetzlichen Richtlinien, welche eingehalten werden müssen [vgl. Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend (2007), S.1].

In den folgenden Unterkapiteln wird zunächst auf die Richtlinien eingegangen, welche eine Betriebserkundung rechtlich legitimieren und absichern. Danach werden die einzelnen Aspekte einer Betriebserkundung erläutert. Das Kapitel schließt mit der Darstellung der einzelnen Phasen einer Betriebserkundung ab.

4.1. Richtlinie laut Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend (2007)

„Die Schulen stellen Grundsätze für die Durchführung von Schulfahrten auf (Schulfahrtenkonzept). Nach § 40 Abs. 6 Satz 1 Nr. 5 SchulG stimmt der Schulelternbeirat der Aufstellung von Grundsätzen für die Durchführung von Schulfahrten zu. Alle Schulfahrten haben sich an diesen Grundsätzen zu orientieren. Die Vertretung für Schülerinnen und Schüler ist nach § 33 Abs.1 SchulG ebenfalls zu beteiligen“ [siehe: ebd.].1

- Beförderungsunternehmens müssen die neusten Sicherheitsstandards vorweisen können. Die Schulleitung muss das ausgewählte Beförderungsunternehmen genehmigen [vgl. ebd.].
- Unterrichtsgänge dürfen höchstens einen Unterrichtstag dauern [vgl. ebd.].
- Die Leitung der Schulfahrt übernimmt eine Lehrkraft, mit Einverständnis der Schulleitung wird eine weitere Aufsichtsperson beauftragt. Insgesamt müssen zwei Lehrkräfte (Mann/ Frau) die Schulfahrt begleiten [vgl. ebd.]. Eine aktive Aufsicht muss gewährleistet sein [vgl. ebd.].
- Die Schulfahrt muss bei der Schulleitung angemeldet und von ihr genehmigt werden [vgl. ebd.].
- Schulfahrten müssen wirtschaftlich und nachhaltig geplant werden. Niemand darf aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten ausgeschlossen werden [vgl. ebd.].
- Schülerinnen und Schüler müssen weitestgehend in die Vorbereitung, Durchführung und Planung miteinbezogen werden [vgl. ebd.].
- Eltern müssen rechtzeitig informiert werden. Das Elterneinverständnis ist zeitnah einzuholen [vgl. ebd.].
- Erste Hilfe Utensilien sind mitzuführen [vgl. ebd.].

[...]


1 Die hier aufgelisteten gesetzlichen Regelungen entsprechen lediglich einer Auswahl.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Außerschulische Lernorte. Betriebserkundung
Untertitel
Betriebserkundung im Rahmen des Fachseminars "Wirtschaft und Arbeit. Schwerpunkt Ernährungs- und Verbraucherbildung"
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Allgemeine Didaktik
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V510570
ISBN (eBook)
9783346084200
ISBN (Buch)
9783346084217
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebserkundung, Betriebsbesichtigung, Unterrichtsgang, Außerschulische Lernorte, Lernorte, Didaktik, Methoden
Arbeit zitieren
Bianca Pri (Autor), 2019, Außerschulische Lernorte. Betriebserkundung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510570

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