Die Bedeutung des Strategieentwicklungsprozesses in deutschen KMU


Hausarbeit, 2012

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Definition Strategie
2.2. Definition Strategieentwicklungsprozess
2.3. Methodische Ansätze

3. Ausarbeitung
3.1. Strategieprozess in deutschen KMU
3.2. Bedeutung für den Erfolg
3.3. Zusammenfassung

4. Fazit und Ausblick
4.1. Relevanz für die Zukunft

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Entwicklung des Strategieprozessmodells

Abb. 2: Entwicklung des strategischen Managements

Abb. 3: absichtliche und sich bildende Strategien

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: 10 Denkschulen nach Mintzberg

1. Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit ist die Bedeutung von Strategieentwicklungsprozes- sen in deutschen KMU.

Das Ziel der Arbeit ist zu beschreiben, was Strategie ist und wie sich der Strategie- entwicklungsprozess entwickelt hat. Danach folgt eine Darstellung inwieweit deut- sche KMU einen Strategieentwicklungsprozess durchführen und wie relevant ein Strategieentwicklungsprozess für den Unternehmenserfolg ist.

Die Hausarbeit wird erstellt anhand der Recherche aktueller Literatur sowie der Auswertung aktueller Studien zum Thema. Die Literaturauswertung beschränkt sich nur auf einen kleinen Teil der vorhandenen Literatur. Der Umfang an Literatur und damit verbundenen geistigen Strömungen seit Entstehung der strategischen Dis- ziplin in den 50er Jahren ist so groß, dass für einen tieferen Einblick weitere Arbei- ten herangezogen werden müssen. Einen umfassenden Überblick zu der vorhan- denen Literatur liefert beispielsweise zu Knyphausen-Aufsess in der 1995 erschie- nen Habilitationsschrift "Theorie der strategischen Unternehmensführung: state of the art und neue Perspektiven".

Im ersten Teil dieser Arbeit erfolgen eine Beschreibung des Strategiebegriffes in der BWL sowie ein grober Überblick über die Entwicklung der strategischen Diszip- lin. Darauf aufbauend folgt eine Beschreibung der Entwicklung des klassischen Strategieentwicklungsprozesses. Danach werden einige methodische Ansätze zur Strategieentwicklung vorgestellt. Hier bewegt sich der Verfasser in einem klar ab- gegrenzten Rahmen. Er beschränkt sich auf eine auszugsweise Beschreibung der 10, von Henry Mintzberg definierten, strategischen Denkschulen.

Im zweiten Teil wird anhand aktueller Studien untersucht, ob es einen Strategie- entwicklungsprozess in deutschen KMU gibt und wie die praktische Wirklichkeit tatsächlich mit strategischen Fragestellungen umgeht. Im Anschluss wird die Be- deutsamkeit eines Strategieentwicklungsprozesses untersucht.

Im letzten Teil folgen ein Fazit des Verfassers und ein Ausblick in die Zukunft in Anlehnung an die gewonnen Erkenntnisse.

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Definition Strategie

Der Ursprung des Strategiebegriffes liegt im alten Griechenland und bezeichnete dort die Kunst des Heerführens (Stratos: Heer, Agos: Führer). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zieht Carl v. Clausewitz erste Parallelen zwischen dem Militär und dem Handel1, was den Beginn der Übertragung militärstrategischer Überlegungen auf wirtschaftliche Problemstellungen darstellt. Während im militärischen Kontext die Strategie als Wahl der Mittel zur Zielerreichung benutzt wird, befassen sich ökonomische Strategien mit der Schaffung von Zielen und der entsprechenden Ausrichtung der Unternehmenspolitik.2

Einzug in die wirtschaftliche Lehre findet der Strategiebegriff in den 40er Jahren durch die Arbeit von John von Neumann und Oskar Morgenstern. Sie beschreiben, warum sich ein Individuum bei einer begrenzten Anzahl von Entscheidungsmög- lichkeiten nutzenmaximierend verhält und nutzen dafür die Theorie der "Spiele mit Strategie".3

Insbesondere fünf Autoren gehen in der Folgezeit hervor, deren Arbeiten die For- schung in der strategischen Disziplin maßgeblich prägten. Edith Penrose (1959) vertritt als erstes den Ansatz der Einzigartigkeit von Unternehmen, basierend auf der Qualität seiner Ressourcen.4 Alfred Chandler (1962) untersucht den Wachs- tumsprozess verschiedener Unternehmen und vertritt die These, dass die Entwick- lung der Organisationsstruktur abhängt von der Wachstumsstrategie des Unter- nehmens.5 Kenneth Andrews (1971) baut auf Chandlers These auf und erweitert sie um die Unterscheidung zwischen der Strategieformulierung und – implementierung. Weiterhin unterstellt er, dass jedes Unternehmen strategisch vor- geht, und sei es nur implizit.6 Igor Ansoff (1965) behandelt in seiner Arbeit die Grundzüge des strategischen Managements und stärkt dessen Praxisbezug. Er beschreibt die Problemerkennung und effektive Lösung als primäre Aufgabe des strategischen Managements.7 Michael Porter (1980, 1985) überträgt eine Reihe von Konstrukten aus der Industrieökonomie in die Strategielehre und erklärt damit in differenzierter Form, worin Wettbewerbsvorteile und damit Erfolgsunterschiede zwischen Unternehmen begründet sind.8

Bis heute gibt es trotz oder gerade aufgrund der vielen Erklärungsversuche keine allgemeine Definition des Strategiebegriffes in der wirtschaftlichen Lehre. Mintzberg versucht 1995 eine Definition zu entwickeln, die den unterschiedlichen Perspekti- ven der Literatur gerecht wird. Also teilt er den Strategiebegriff in 5 Ebenen auf. Er nennt diese Ebenen position, ploy, plan, pattern und perspective. Ins Deutsche übersetzt wird dies mit den 5 Eckpunkten der Strategie, Pläne und Muster (plan & pattern); Intention und Entwicklung; Positionen und Perspektive (position & per- spective) sowie List (ploy).9

Ebenfalls Mintzberg begründet die kontroverse Diskussion damit, dass niemand in der Lage sei, Strategie zu sehen oder anzufassen. Er verwendet zur Verdeutli- chung die Fabel "Die Blinden und der Elefant" von John Godfrey Saxe. Es geht dabei um 6 blinde Männer, die alle das Ziel verfolgen herauszufinden, was ein Ele- fant ist (Metapher für Strategie). Alle berühren andere Teile des Elefanten und be- kommen durch ihre Interpretation sogleich ein jeweils individuelles Bild von diesem Tier. Das führt in der folgenden Diskussion der 6 dazu, dass jeder seinen Stand- punkt verteidigt, ohne dabei tatsächlich Recht oder Unrecht zu haben. In Mintz- bergs Auffassung verhält es sich mit Strategie genauso. In der Literatur wird die Existenz von Strategie implizit angenommen, so wie die 6 blinden Männer die Exis- tenz des Elefanten annehmen. Es wird in der Literatur ebenfalls wie in der Fabel versucht, durch das betrachten verschiedener strategischer Teilbereiche ein Bild von dem zu entwickeln, was Strategie ist. Dadurch ist mit den Jahren eine sehr umfangreiche Literatur entstanden, in der sehr kontrovers diskutiert wird, ab wann von einer Unternehmensstrategie gesprochen werden kann. 10

zu Knyphausen-Aufsess bezeichnet diese Kontroverse 1995 als Paradigmenkrise, zu deren Lösung es notwendig sei, die vorhandene Literatur systematisch zu sich- ten und auszuwerten.11 Auch Müller-Stewens und Lechner sind einer ähnlichen Auffassung. Um einen Überblick über die Literatur und den damit verbundenen Paradigmen zu bekommen, sollte das vorhandene Material möglichst homogen und überschneidungsfrei geordnet und ausgewertet werden.12 Kirsch hat zum Zweck der Systematisierung drei maßgebliche Einflussgrößen auf die unternehme- rische Performance herausgearbeitet und einen Bezugsrahmen entwickelt, in dem er die Wechselbeziehungen zwischen den drei Größen Strategische Manöver, Sys- teme und Methoden sowie Strategien und deren Einfluss auf die unternehmerische Performance darstellt.13

2.2. Definition Strategieentwicklungsprozess

Zu Beginn ist die strategische Disziplin geprägt von einer rein deskriptiven Per- spektive. Diese versteht die Strategie eines Unternehmens als Folge ihrer Organi- sation. Sie gibt gleichzeitig einen strikten Handlungsrahmen vor, um zu einer er- folgreichen Strategie zu kommen. So formuliert Chandler 1962 in seiner Arbeit "strategy and structure" die These strategy follows structure.14 D.h., dass die Stra- tegie eines Unternehmens immer automatisch dessen Zweck und Aufbau folgt.

Andrews führt 1971 das klassische Strategieprozessmodell als konzeptionellen Rahmen zur Strategieentwicklung ein, welches im Wesentlichen zwei Teilbereiche umfasst. Zum einen die Planung und zum anderen die Implementierung. Im weite- ren Verlauf der Diskussion wurde dieses Modell in die vier Phasen Agendabildung, Entscheidung, Umsetzung und Kontrolle ausdifferenziert. Dieses 4-Phasenmodell folgt fünf von Ansoff 1965 formulierten Annahmen:

- Eine sequenzielle Abfolge der klar definierten Phasen: Agendabildung, Ent- scheidungsbildung, Implementierung und Kontrolle
- Entscheidungen sind das relevante Untersuchungsobjekt
- Die Formulierung und Implementierung ist ein aktiver und zielgerichteter Prozess
- Der Prozess geht vom Top-Management aus
-Es wird implizit davon ausgegangen, dass Strategien vorhanden sind15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entwicklung des Strategieprozessmodells16

Während ihrer weiteren Entwicklung erlebt die strategische Disziplin, insbesondere im Übergang von den 70er auf die 80er Jahre, einen enormen Sprung. Es entste- hen Strömungen, die die klassische strategische Planung und damit das klassische Prozessmodell kritisieren. Diese Kritik besteht daraus, dass es durch die rein pla- nerische Perspektive, die alle nachgelagerten Unternehmensbereiche als ausfüh- rende Organe der geplanten Strategie betrachtet, zu massiven Problemen bei der Implementierung käme. Daher stieg das Interesse an einem vermehrt ganzheitlich ausgerichteten Strategieprozess. Aus dieser gedanklichen Strömung entstand ne- ben der klassischen strategischen Planung die Idee des strategischen Manage- ments.17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Entwicklung des strategischen Managements18

[...]


1 vgl. von Clausewitz 1915, S.9

2 vgl. Müller-Stewens et al. 2005, S.8f.

3 vgl. Neumann 1944, S.1ff.

4 vgl. Penrose 1959 zitiert nach Müller-Stewens et al. 2005, S.10

5 vgl. Chandler 1962 zitiert nach Müller-Stewens et al. 2005, S.11

6 vgl. Andrews 1971 zitiert nach Müller-Stewens et al. 2005, S.11

7 vgl. Ansoff 1965 zitiert nach Müller-Stewens et al. 2005, S.11

8 vgl. Porter 1980/1985 zitiert nach Müller-Stewens et al. 2005, S.11f.

9 vgl. Mintzberg 1995, S.13-19; Mintzberg 1998 S.25-31

10 vgl. Mintzberg 1998, S.16-17

11 vgl. zu Knyphausen-Aufsess 1995, S.V

12 vgl. Müller-Stewens et al. 2005, S.44

13 vgl. Kirsch 1997, S.26-29

14 vgl. Chandler 1962 zitiert nach Müller-Stewens et al. 2005, S.11; Müller-Stewens et al. 2003, S.47

15 vgl. Ansoff 1965 zitiert nach Müller-Stewens et al. 2003, S.46f.; Schreyögg in die Unterneh- mung 1999, S.390

16 eigene Darstellung

17 vgl. Schreyögg in die Unternehmung 1999, S.387ff.

18 entnommen aus Schreyögg in die Unternehmung 1999, S.389

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Strategieentwicklungsprozesses in deutschen KMU
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V510913
ISBN (eBook)
9783346085320
ISBN (Buch)
9783346085337
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, strategieentwicklungsprozesses
Arbeit zitieren
Michael Beu (Autor:in), 2012, Die Bedeutung des Strategieentwicklungsprozesses in deutschen KMU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510913

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