Ist die Berufsschule bereit für die Zukunft? Historische Entwicklung und Ausblick


Hausarbeit, 2019
11 Seiten, Note: 2,8
Anonym

Leseprobe

Gliederung

1. Zielsetzung dieser Hausarbeit

2. Historische Entwicklung der Schulbildung

3. Historische Entwicklung der beruflichen Bildung

4. Ausblick in die Zukunft der beruflichen Bildung

5. Literaturverzeichnis

1. Zielsetzung dieser Hausarbeit

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft verändern. Heute ist Bildung, sowie Weiterbildung so aktuell wie in der vergangenen Zeit. Sich zu bilden bedeutet jedoch nicht stures auswendig zu lernen, viel mehr ist damit der Aneignungsprozess von Wissen und Kenntnissen gemeint (Skript Gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Pädagogik S47). Es ist ein lebenslanger Prozess, welcher auch mit der Berufsausbildung nicht endet. In dieser Hausarbeit setze ich mich mit der historischen Entwicklung der Bildungsinstitutionen sowie dem deutschen Bildungssystem auseinander. Dabei gehe ich auf gesellschaftliche Entwicklungen, Besonderheiten des deutschen Bildungssystems sowohl der Bedeutung von Bildung, Betreuung und Erziehung ein. Des Weiteren werde ich die Berufsschule als Bildungsinstitution kritisch auf politische und rechtliche Rahmenbedingungen, organisatorische und personelle Grundstrukturen sowie aktuelle, gesellschaftliche Entwicklungen und deren Herausforderungen hinterfragen. Zwar tentiert der Ausbildungs­und Weiterbildungsmarkt momentan zum Positiven, jedoch sind 14 % der Arbeitnehmer nicht qualifiziert für ihren Beruf, sprich ungelernt. Die Quote der Ungelernten ist im Jahr 2019 erneut leicht gestiegen. Die Zahl der Ausbildungssuchenden ist mit 610 000 zwar ebenfalls gestiegen, jedoch sind 57700 Ausbildungsplätze nicht besetzt (Bundesinstitution für Berufsbildung). Qualifiziertes Personal wird gebraucht, aber es beginnt mit einer fachlich guten Ausbildung. Des Weiteren ermöglicht eine berufliche Ausbildung einen höheren Bildungsabschluss oder sogar den Zugang zu einer Hochschule. Ich setze mich mit der Thematik auseinander, wie Ausbildungen für Schulabgänger attraktiver gestaltet werden können und wie Unterricht an Berufsschulen gestaltet werden kann. Die letzten Jahre war ein Rückgang von 20% zu vermerken (Bundesinstitut für Berufsbildung). Dieser Rückgang ist vorübergehend gestoppt, aber noch immer stellt sich die Frage woran es liegen könnte. Haben wir in Deutschland genug Fachlehrer und Dozenten? Ist der Unterricht zeitgenössisch? Sind die Berufsschulen für Schüler gut erreichbar und ausreichend ausgestattet? Die ganze Welt ist im Wandel. Zunächst die Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts, aktuell die Modernisierung. Schulen, Berufsschulen sowie Lehrkräfte und Dozenten müssen ebenso mit der Zeit gehen. Nur etwas aus Gewohnheit immer so zu machen ist nicht die Lösung. Denn was ist Deutschland ohne Fachkräfte? Die Wirtschaft würde zusammenbrechen. In dieser Arbeit möchte ich zunächst aufzeigen wie sich die schulische und die berufliche Bildung in Deutschland entwickelt hat. Der historische Hintergrund ist wichtig, um zu verstehen, weshalb es zu der aktuellen Situation gekommen ist. In den folgenden Zeilen befasse ich mich zunächst mit der Metamorphose der Sonntagschulen zu den staatlichen Berufsschulen. Damit verbunden ist ebenso die Evolution des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft. Die Erschließung neuer Berufsfelder führte zu einer Reform der Begriffsbildung. Anschließend reflektiere ich die Lernfeldkonzeptionen und möchte Anreize zur weiteren Entwicklung der beruflichen Schulen in Deutschland geben.

2. Historische Entwicklung der Schulbildung

Zunächst ein historischer Rückblick der Schulbildung. Die ersten Aufzeichnungen von Erziehung und Bildung stammen von Kirchenvätern etwa 330-430 n.Chr. Bekannte Vertreter sind Basilius aus Cäsarea, Johannes Chrysostomos und Augustus. Diese sehen in Kindern und Jugendlichen „unfertige Erwachsene“. Angelehnt ist die Erziehung stark an christliches Denken und Handeln. So war es beispielsweise, dass Kinder sich intensiv mit der Bibel beschäftigen und die Geschichten auswendig lernen, um möglichst im Sinne des Glaubens zu Handeln. Augustus wich zwar nicht vom Glauben ab, legte aber seine Schwerpunkte auf pädagogisches Handeln, Eigeninteresse des Kindes und weg vom auswendig lernen. In dieser Zeit existierten klösterliche Schulen, Universitäten für Medizin, Theologie und Rechtswissenschaften. Diese waren jedoch noch kirchlich-theologisch ausgerichtet. Im 13. Jahrhundert gründeten Privatleute Lese-, Schreib- und Rechenschulen. Für die ländliche Bevölkerung war keine Schulbildung vorgesehen, diese sollten sich bei der Arbeit ihrer Eltern beteiligen. Der Unterschied von Stadt und Landbevölkerung war enorm. Zu diesem Zeitalter wurde den Kindern ihre Kindheit geraubt. Erst im 16.Jahrhundert fand eine Trennung zwischen Erwachsenen und Kindern statt. Arié nannte dies :„Weg der Kinder aus der Freiheit und Ungezwungenheit ihrer ganzheitlichen Lebenswelt in die pädagogische Dressur der Gesellschaft mit Schule und Kleinfamilie: Die Leidenszeit der Kinder beginnt mit der Entdeckung der Kindheit, deren Erforschung in den folgenden Jahrhunderten, zu immer mehr Unterdrückung kindlicher Emotionalität und Ursprünglichkeit führt" (Gudjons/Traub 2016, S.81). Lloyd de Maus sah durch die Entdeckung der Kindheit eine Verbesserung der Bedürfnisse der Kinder.

Bischoff Johann Amos Comenius (1592.1670) sollte das Schulwesen revolutionieren. Bildung sollte nicht vom Geschlecht oder gesellschaftlichem Rang abhängig sein. Des Weiteren sollte Lernen mit einer gewissen Leichtigkeit geschehen, dies zeigte Comenius der Vorreiter der Pansophie (Allweisheitslehre). Sein Schulsystem umfasste vier Stufen. Von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr sollten Kinder von daheim aus unterrichtet werden, die sogenannte Mutterschule. Anschließend von 6- 12 war der Besuch einer öffentlichen Schule vorgesehen, je nach Leistung eine handwerkliche, kaufmännische oder die Lateinschule. Von 12-18 eine weitere Vertiefung der Mutterschule und Lateinschule sowie Geschichte, Latein, Physik, Griechisch, Hebräisch, Geografie, Ethik und Theologie. Ab 18-24 die Universität (Skript Gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Pädagogik S.18). nun geht es in das 19. Jahrhundert, genannt die deutsche Klassik (1800-1900). Hier beschäftige man sich mit der Frage, wie man den Bürger mündig, selbstständig und emanzipiert erziehen könnte. Wilhelm von Humboldt spielte hier eine zentrale Rolle. Er übernahm ab 1809 die Leitung der Sektion Kultus und Unterricht im preußischen Innenministerium. Humboldt war davon überzeugt, Bildung sollte geprägt von Individualität, Totalität und Universalität sein. Des Weiteren sprach Humboldt von einem dreistufigen Bildungssystem. Die erste Stufe war der Elementarunterricht für Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten. Auch für alle Schüler war die zweite Stufe die Einheitsschule, hierbei gab es jedoch unterschiedliche Schwierigkeitsstufen. Die letzte Stufe war die Universität. Herbart, ein Mitbewirkender an Humboldts Bildungsreform, vertrat die Grundsätze, die Charakteristiken der Schüler wären durch den Unterricht formbar. Lernen wurde in vier Aspekte gegliedert, welche noch aktuell sind. Aufnehmen, Denken, Verarbeiten und Anwenden des gelernten Inhalts. Dies war die Vorstufe der Reformpädagogik (Skript Gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Pädagogik S.18-22). Wir befinden uns in der Zeit der Revolutionen, die Zeit des Umbruchs und Umdenken. Ab 1900 entwickelte sich alles wahnsinnig schnell. Industrialisierung, Landflucht, Kolonialisierung, Technisierung, Arbeiterbewegungen und das große Wettrüsten der Länder bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs. Es gründeten sich Studentenvereine, Frauenbewegungen sowie Jugendbewegungen. Die Reformpädagogik hatte viele Facetten. Das konkrete Ziel dieser war es sich aus der strengen, fast schon Bevormundenden Erziehung zu lösen. Die Kinder sollten ihren Bedürfnissen nachgehen und die Möglichkeit haben sich frei zu entfalten. So wurden beispielsweise Landeserziehungsheime gegründet, welche auf Naturverbundenheit großen Wert legten. Ein bekannter Vertreter ist Summerhill, von Alexander S. Neill in England gegründet. so war hier der Besuch des Unterrichts freiwillig und Regeln wurden demokratisch bestimmt. Egal wie viel Freiheit die Reformpädagogik hatte, sie war immer politisch orientiert. Somit war diese Bewegung in den Regionen unterschiedlich. 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Die Menschen zeigten sich zunächst kaisertreu und waren voller Begeisterung. Nach dem ersten Weltkrieg dankte Kaiser Wilhelm ab und die Weimarer Republik wurde ausgerufen. Die Volkhochschulbewegung wurde gegründet, um den Menschen eine neutrale Bildung für die Mittelschicht zu bieten. Mit der Machtergreifung Hitlers war diese Bewegung gestoppt. Pädagogisch betrachtet war dies einer der massivsten Einschnitte. Die freie Entfaltung des Menschen war komplett von Gehorsam, Tüchtigkeit und nationalsozialistischen Ideologien unterdrückt worden. Das Schulsystem war wieder vereinfacht, unerwünschte „Rassen" wie Juden vertrieben oder ermordet, Gleichberechtigung komplett und Jugendliche sowie Kinder wurden zum Krieg erzogen. Nach dem Krieg änderte sich nicht viel. Erst 1960 kam Kritik zum Bildungssystem auf. Jedoch war die finanzielle Lage Deutschlands äußerst schlecht. So konnten Reformen kaum umgesetzt da keine Pädagogen mehr eingestellt werden konnten. Auch 1990 war dieser Engpass noch deutlich zu spüren. 1992 wurden einige Thesen aufgestellt, diese erschienen als Buch „Zukunft der Bildung- Schule der Zukunft". Eine zentrale Aussage dieses Buches ist es fachübergreifende Schlüsselqualifikationen zu Vermitteln. Kein starres Fächersystem mehr. 1999 wurde durch den Bologna- Prozess eine europaweite Angleichung von Studienabschlüssen erreicht. Für viel Aufsehen sorgte in den 2000er Jahren der PISA Schock (Skript Gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Pädagogik S.22-24). Viele Reformen und gesellschaftliche Ereignisse durchlebt die Menschheit. Die Pädagogik sowie das Schulsystem reagiert darauf und wird immer im Wandel und auf der Suche nach neuen Ansätzen sein.

3. Historische Entwicklung der beruflichen Bildung

Nun möchte ich an die berufliche Bildung anschließen. Wir schreiben das 11.Jahrhundert. Der stark wachsende, überregionale Handel fordert mehr qualifizierte Arbeitskräfte. Die ersten beruflich orientierten Schulen werden von der Kirche, dem Staat, Städten, Vereinen und auch Privatleuten gegründet. Dies hat Uneinigkeit unter den deutschen Schulen zur Folge. So hatten, als Beispiel, die Schulen mit kirchlichen Trägern zusätzlich die Vermittlung des Glaubens als Aufgabe. Den beruflich orientierten Schulen fehlte es schon damals an Lehrern. So wurde der Unterricht von Pfarrern, Angehörigen des Arbeitsmarktes oder auch den Behörden abgehalten. Etwa im 16.Jahrhundert entstanden die Sonntagsschulen, welche ihren Namen erhielten, weil der Unterricht sonntags stattfand. In vielen Familien wurde die Sonntagsschule als willkommener Ersatz zur den Werktagsschulen gesehen. Die Eltern konnten ihre Kinder unter der Woche nicht für die Schule freistellen, sie mussten daheim mit anpacken, so gingen die Kinder in die Sonntagsschulen. So entstand das Sonntagsschulwesen mit der Kirche als Träger. Diese machte es sich zur Aufgabe Lesen, Rechnen, Schreiben sowie den Glauben zu vermitteln. Ende des 18. Jahrhunderts, Anfang der 19. Jahrhunderts gründeten Privatpersonen und Vereine (später auch Länder und Städte) eigene Schulen. Diese sollten beruflich, praxisbezogen und lebensnahe Inhalte vermitteln. Der Unterricht fand immer noch sonntags statt- jedoch wurden keine religiösen Inhalte vermittelt und der Zugang war nur für Lehrlinge oder Meister eines Handwerks. Somit nannte man diese „Gewerbliche Sonntagsschulen". Zeitlich lässt sich die Gründung der „Gewerblichen Sonntagsschule" nicht genauer bestimmen, aber sicher ist diese Schulform als Vorgänger der heutigen Berufsschule zu sehen. Als Begründer der Fortbildungsschule wird Ernst der Fromme bezeichnet. Er hatte 1642 die Schulpflicht nicht nur für Kinder, sondern auch Erwachsene eingeführt. Dieser Versuch von Ernst dem Frommen hatte jedoch keinen Einfluss auf die Entstehung oder Entwicklung des deutschen Schulsystems. Nun springen wir in das 19.Jahrhundert. Diese Zeitepoche wird auch die Gründungszeit genannt. In der Gründungsphase bilden sich erste Vorläufer der Berufsschulen. Viele Berufe werden erst erschlossen und die ersten größeren Firmen und Organisationen gründen sich. Besonders stark war die Entwicklung in den Bereichen Handel, Schifffahrt, Kunst, Bergbau und Bau. Die ersten gewerblichen Schulen, sowie erste Genossenschaften werden gegründet. Simon Thyssen beschreibt in seinem Buch „die geschichtliche Entwicklung der Gewerblichen Berufsschule" zwei Gründungsphasen. Zunächst die erste Phase. Wie schon beschrieben meinte er die gewerblichen Sonntagsschulen, welche von Privatpersonen oder Vereinen zwischen 1790 und 1825 gegründet worden sind. Ein wichtiges Merkmal, hier ist die Kirche kein Träger mehr, somit keine Glaubensvermittlung. Das Ziel des Unterrichts war es Handwerker mit Fähigkeiten und Kenntnissen des Berufes auszustatten. Ab 1825 begann die zweite Gründungsphase. Die Bildung in örtlichen Schulen reichte nicht mehr aus, nun nahmen es die Länder in die Hand. Die Bezeichnung der Sonntagsschule änderte sich in Fortbildungsschule. Der Unterricht fand nun auch an Werktagen statt. Ab 1830 wurden „reichsweit“ Realschulen (betitelt als „niedere Gewerbeschulen“) und zahlreiche Fortbildungsschulen gegründet. Ein Ministererlass der preußischen Regierung sorgte für eine stärkere gewerbliche Ausrichtung der Schulen. Durch die Verstaatlichung der Schulen lenkte die Regierung die Ausrichtungen der Schulen und legte die Rahmenbedingungen fest. So ordnete diese 1853 den Gemeinden an mehr Schulen zu gründen. Noch war der Schulbesuch freiwillig jedoch war ein Schulgeld zu bezahlen. Die ersten Schulen bildeten sich in größeren Städten wie Stuttgart 1854. Es entstanden zwei Typen von Berufsbildungsschulen, die gewerblichen und die kaufmännischen. Die Schüler sollten rationales Arbeiten verstehen und einen Vorgang in verschiedene Schritte gliedern können. Ein Problem waren die unterschiedlichen Voraussetzungen der heterogenen Schüler. Sie stammten zu dem aus verschiedenen Gewerben. Aller Anfang ist schwer, so zeichneten sich weitere Probleme ab, wie Lehrkräftemangel, Mangel an geeigneten Gebäuden und schlechte Ausstattung. Erst die Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 setzte neue Maßstäbe. Die Aufzeichnungen von Simon Thyssen beschreibt in seinem Buch „die geschichtliche Entwicklung der Gewerblichen Berufsschule“ teilen diese Evolution in drei Phasen ein. Die erste Phase bezeichnet er als Protophase (1870- 1920), die Zweite „Konsolidierungsphase (1923­1933) und die Ausbauphase ab 1969. Diese fällt mit der Zeit der Industrialisierung zusammen. Immer mehr ausgebildete Arbeitskräfte werden benötigt. Die Ausbildung von Berufen fand meist in einer Art Lehrgang statt. Somit wurde praktisch im Betrieb oder der Industrie gelernt und die Theorie wurde in Lehrgängen vermittelt. Die Trennung in zwei Phasen war ein Vorreiter der dualen Ausbildung, wie noch heute Ausbildungsberufe erlernt werden. Der deutsche Kaiser stellte mit seinem Gesetz des „deutschen Systems der Berufsausbildung“ die Weichen für die Festlegung der Ausbildungsinhalte sowie Qualifikationen in Nachweisen. 1901 wurde der Grundstein für die deutschen Berufsschulen von Georg Kerschensteiner (gilt als Urvater der beruflichen Bildung in Deutschland) gelegt. Seine Schrift „staatsbürgerliche Erziehung deutscher Jugend“ sorgte für eine Revolution der Fortbildungsschulen. Zwischen 1895 und 1914 entwickelten sich Fortbildungsschulen zu didaktischen und beruflich orientierten Schulen. Die Berufsschule wurde, neben dem Ausbildungsbetrieb, der Zweite Ort zum Lernen. So entstand das „duale System“. „Die Berufsschule steht an der Pforte zur Menschenbildung (Georg Kerschensteiner, Schelten Andreas: Allgemeinbildung und Berufsbildung; Bezüge zwischen Reformpädagogik und handlungsorientierten Lernen; Implizites Wissen; Telekommunikatives Lernen. Lehrstuhl für Pädagogik, Technische Universität München 2002) Georg Kerschensteiner war der Überzeugung durch seine beruflich orientierte Bildung den Menschen zusätzlich das Tor zur Allgemeinbildung zu öffnen. Dies führte zu einem langwierigen Konflikt zwischen allgemeiner Schulbildung und der beruflichen Bildung. Die berufliche Bildung weite ihre Lernfelder aus, so wurden allgemeinere Fähigkeiten hinzugefügt. Auf diese hatte jedoch die allgemeinbildende Schule ein „Monopol“. Dies war ein Versuch die berufliche Bildung als eigenständige Schulform zu etablieren. Alle drei Begründer der Berufsbildungstheorie sind sich einig, über Berufsschulen soll Allgemeinbildung erschlossen werden. Eine Theorie war die „drei- Stufen-Theorie“ nach Aloys Fischer. Es beginnt mit der ersten Stufe die allgemeine Schulbildung. Auf der zweiten sollte der Mensch sich schon spezialisieren, es kann schon von beruflicher Bildung gesprochen werden. Auf der letzten Stufe erreicht der Mensch die allgemeine Bildung (A. Fischer, Drei Stufen Theorie). Der Ausbruch des Krieges 1914 änderte alles. Die Ausbildungszahlen sanken deutlich. Die Industrie, besonders der Maschinenbau und die Elektroindustrie, welche für den Krieg benötigt wurde, blühte und lockte Auszubildende mit besserer Entlohnung.

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Ist die Berufsschule bereit für die Zukunft? Historische Entwicklung und Ausblick
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,8
Jahr
2019
Seiten
11
Katalognummer
V511517
ISBN (eBook)
9783346097422
ISBN (Buch)
9783346097439
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berufsschule, zukunft, historische, entwicklung, ausblick
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Ist die Berufsschule bereit für die Zukunft? Historische Entwicklung und Ausblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511517

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