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Geschlechterrollen und Eheverständnis in den Fastnachtsspielen des Hans Sachs

Título: Geschlechterrollen und Eheverständnis in den Fastnachtsspielen des Hans Sachs

Tesis (Bachelor) , 2019 , 24 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Chris Zemmel (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Die Würde des Menschen, die freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und die Gleichberechtigung von Mann und Frau bilden die Basis unserer modernen Gesellschaft.
Wir leben in einer Zeit der Freiheit und Autonomie, in der sich der Fokus zunehmend auf das einzelne Subjekt und dessen Lebensqualität gerichtet hat. Das Geschlecht spielt hierbei eine immer unbedeutendere Rolle, sodass sowohl Männer als auch Frauen nahezu sämtliche Möglichkeiten der Selbstverwirklichung besitzen. Es ist schwer vorstellbar, dass eben diese Gleichstellung und Unabhängigkeit eine Errungenschaft ist, die in der menschlichen Entwicklungszeit einen verschwindend geringen Zeitraum einnimmt. Auf Grund dieser Tatsache stellt sich aber auch die Frage, wie die Geschlechterrollen, die in Deutschland jahrhundertelang in beachtlichem Maße durch das Christentum und die Ehe geprägt worden sind, vor dieser Zeit betrachtet wurden.
Das Genre der Fastnachtsspiele kann hierbei interessante Einblicke ermöglichen, da weltliches Schauspiel, implizite Gesellschafts- und Kleruskritik und ein beschränkter öffentlicher Rahmen, beispielsweise die Aufführung in privaten Räumlichkeiten oder Wirtshäusern, aufeinandertreffen. Die zielgerichtete Normverkehrung und drastische Übertreibungen als stilistische Mittel boten den Verfassern die Möglichkeit, das Publikum sowohl zu unterhalten als auch einen moralischen Appell an selbiges zu richten. Nicht selten behandeln die Fastnachtsspiele deshalb auch private Themen wie Eifersucht, Untreue und die Rollenverteilung in der Ehe, die auf höchst humoristische Weise in Szene gesetzt werden. Die Darstellung verschiedenster Schreckensszenarien des alltäglichen Lebens, die bei Nichteinhaltung gewisser Normen und Regeln eintreten könnten, sind hierbei ebenso typisch wie die Wiederherstellung der Ordnung und die Aufforderung zur Geselligkeit am Ende des Schauspiels.
Eine Festlegung auf Hans Sachs als Verfasser der Fastnachtsspiele erscheint vor dem Hintergrund seines Schaffenszeitraums, inmitten des reformatorischen Umbruchs im 16. Jahrhundert, bei dem die Dichtkunst aus ihrer ästhetischen Selbstgenügsamkeit heraustrat und zum Forum aktueller Lebensfragen der Epoche wurde, als sinnvoll.
Hans Sachs, der im Laufe seines Lebens rund 6000 Werke, darunter 85 Fastnachtsspiele, veröffentlichte und bereits früh seine Sympathie für Luther öffentlich bekundete, verbindet damit ein für diese Fragestellung vielversprechendes Genre mit einer breiten Anzahl an möglichen Quelltexten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung und Methodik

2. Eheverständnis und Geschlechterverständnis im Wandel

3. Die private Bedeutung und Wichtigkeit der Ehe

4. Hans Sachs und die Fastnachtsspiele im Kontext

4.1 Gesellschaft, Religion und Ehe in Einklang

4.2 Die stereotypischen Figuren

4.2.1 Die listige und intrigante Ehefrau

4.2.2 Der einfältige und eifersüchtige Ehemann

4.3 Moralische Appelle an die Ehepartner

5. Die Ideale Rollenverteilung in den Fastnachtsspielen

6. Fazit und Deutungsmöglichkeiten

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Ehe- und Geschlechterverständnis in den Fastnachtsspielen von Hans Sachs im 16. Jahrhundert, um die konservative, auf den Mann ausgerichtete Sichtweise des Autors im Kontext der Reformation und städtischer Moralvorstellungen aufzuzeigen.

  • Einfluss der Reformation auf das Eheverständnis in Nürnberg
  • Rollenverteilung und Geschlechterstereotypen im Fastnachtsspiel
  • Funktion der Ehe als gesellschaftlicher Mikrokosmos
  • Nutzung moralischer Appelle in literarischen Werken
  • Spannungsfeld zwischen privater Eheführung und öffentlicher Norm

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Die listige und intrigante Ehefrau

List ist eine der wenigen Möglichkeiten der Frau, durch welche sie Macht auf ihren Mann ausüben kann. "Zwar ist die List ein Spiel mit einigen Unbekannten, doch liegt die Erfolgschance umso höher, je klüger der Listige sich dabei anstellt. List also ist subjektive Leistung."54 Es kann deshalb auch nicht von einer geschlechtsspezifischen Dominanz der Frau durch Listigkeit gesprochen werden, da sie beiden Geschlechtern zur Verfügung steht. Mal gewinnt der Mann die Oberhand, mal ist es die Frau. Eulenspiegel überlistet den Pfaffen und die Haushälterin55 und der fahrende Schüler überlistet sowohl den Pfaffen als auch die Ehefrau. Letztendlich ist Listigkeit aber ein Charakterzug, der im ehelichen Kontext eher der Frau zugesprochen wird und dazu dienen soll, die eheliche Harmonie zu gewährleisten.

Margaretha, der Ehefrau des Eifersüchtigen in Hans Sachs Werk Der Eifersüchtige, gelingt es dadurch beispielsweise, ihren Mann von der Unterstellung der Untreue abzubringen und sich dadurch dessen psychischem Druck zu entziehen. Sie leidet unter dem Verdacht der Untreue und es wird deutlich, dass für sie keine Möglichkeit besteht, ihren Mann nur durch ehrliche und aufrichtige Worte von ihrer Unschuld zu überzeugen. Diese Problematik ergibt sich hierbei aufgrund der Auffassung der Frau als sündige Verführerin und der mangelnden Beweisbarkeit der ehelichen Treue in Abwesenheit des Partners.

Die Dilemmasituation, in der sich die Ehefrau somit befindet, führt schließlich dazu, dass die Lösung des Konflikts großer Gewieftheit und Geschicks bedarf, um weiterhin „in [dem] Ehling stand beharren“56 zu können. Oberstes Gebot soll hierbei die Erhaltung ihrer „Ehr“57 sein, sodass sie auch weiterhin als fromm und ehrlich gilt, ihrem Ehemann sein Fehlverhalten jedoch unmittelbar vor Augen führt. Listigkeit bietet ihr dabei ein Werkzeug, um das Verhalten ihres Ehemannes in eine gewünschte Richtung zu lenken und damit die angespannte Situation aufzulösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung und Methodik: Einleitung in die Thematik der Geschlechterrollen unter Einbezug von Hans Sachs' Fastnachtsspielen und Festlegung der methodischen Vorgehensweise.

2. Eheverständnis und Geschlechterverständnis im Wandel: Analyse der soziopolitischen Veränderungen in Nürnberg durch die Reformation und die Etablierung der Ehe als soziale Norm.

3. Die private Bedeutung und Wichtigkeit der Ehe: Untersuchung der Eheschließung als Übergang in das Erwachsenendasein und der damit verbundenen neuen Verantwortungen sowie der Geschlechterrollen.

4. Hans Sachs und die Fastnachtsspiele im Kontext: Biographische Einordnung von Hans Sachs und Untersuchung der Gattungsmerkmale sowie der Rolle von Zensur und Gesellschaftskritik.

4.1 Gesellschaft, Religion und Ehe in Einklang: Analyse des Werks "Wie Gott, der Herr, Adam und Eva ihre Kinder segnete" hinsichtlich der Darstellung von familiärer Ordnung und göttlichem Segen.

4.2 Die stereotypischen Figuren: Untersuchung der vereinfachten Charakterzeichnungen und der Funktion von Klischees wie dem sündhaften Pfaffen.

4.2.1 Die listige und intrigante Ehefrau: Erörterung der List als Überlebens- und Machtstrategie der Ehefrau innerhalb restriktiver gesellschaftlicher Rollen.

4.2.2 Der einfältige und eifersüchtige Ehemann: Analyse der Figur des Ehemanns, der an der Erfüllung seiner häuslichen oder moralischen Aufgaben scheitert.

4.3 Moralische Appelle an die Ehepartner: Diskussion über die direkte und indirekte Vermittlung von Verhaltensnormen an das Publikum durch das Fastnachtsspiel.

5. Die Ideale Rollenverteilung in den Fastnachtsspielen: Zusammenfassende Betrachtung der komplementären Geschlechterrollen als Voraussetzung für die Stabilität der Ehe.

6. Fazit und Deutungsmöglichkeiten: Zusammenführung der Ergebnisse und Bewertung des Einflusses der Sachs'schen Auffassung auf das zeitgenössische Rollenbild.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Hans Sachs, Fastnachtsspiele, Eheverständnis, Reformation, Geschlechterrollen, Nürnberg, Rollenverteilung, Moral, Hausherrin, Eifersucht, Familienoberhaupt, Sittlichkeit, Gesellschaftsordnung, Literaturgeschichte, 16. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Ehe und Geschlechterrollen in den Fastnachtsspielen des Nürnberger Autors Hans Sachs im Kontext der Reformation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der Wandel des Eheverständnisses im 16. Jahrhundert, die gesellschaftlichen Erwartungen an Ehemann und Ehefrau sowie die literarische Umsetzung dieser Normen in der Fastnachtstradition.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die konservative, auf den Mann ausgerichtete Sichtweise von Hans Sachs exemplarisch herauszuarbeiten und zu belegen, wie die Ehe als Ideal in seinen Werken festgeschrieben wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse gewählt, die biographische Kontexte, zeitgenössische religiöse Strömungen (Reformation) und historische soziale Strukturen der Stadt Nürnberg kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Etablierung der Ehe als städtisches Ideal, der Charakterisierung stereotypischer Figuren wie der listigen Ehefrau oder dem einfältigen Ehemann und der Funktion moralischer Appelle in den Fastnachtsspielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschlechterrollen, Reformation, Hausherrin, Familienoberhaupt, Sittlichkeit und Rollenverteilung charakterisiert.

Warum spielt die Rolle der "listigen Ehefrau" eine so zentrale Rolle?

Die Liste zeigt, dass die Frau innerhalb des patriarchalischen Systems nur über indirekte Strategien (List) Einfluss auf ihr Leben und ihre Beziehung ausüben konnte, um beispielsweise Konflikte oder moralische Verdächtigungen zu bewältigen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Ehemanns?

Der Ehemann wird als das Familienoberhaupt dargestellt, das die Pflicht hat, für Ordnung und finanzielle Sicherheit zu sorgen; er wird jedoch oft als manipulierbar oder einfältig gezeichnet, wenn er seinen Pflichten nicht nachkommt.

Welche Rolle spielt die Religion in den Fastnachtsspielen von Hans Sachs?

Die Religion dient als moralischer Kompass; die Fastnachtsspiele transportieren reformatorische Ideale, indem sie ein tugendhaftes Leben innerhalb einer christlich legitimierten Ehe propagieren.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Geschlechterrollen und Eheverständnis in den Fastnachtsspielen des Hans Sachs
Universidad
University of Tubingen
Calificación
2,3
Autor
Chris Zemmel (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
24
No. de catálogo
V511651
ISBN (Ebook)
9783346084750
ISBN (Libro)
9783346084767
Idioma
Alemán
Etiqueta
geschlechterrollen eheverständnis fastnachtsspielen hans sachs
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Chris Zemmel (Autor), 2019, Geschlechterrollen und Eheverständnis in den Fastnachtsspielen des Hans Sachs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511651
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