Die Bestimmung dessen, was unter Philosophie zu verstehen sei, kann aus mindestens zwei Positionen vorgenommen werden: aus der ihr gegenüberstehenden oder aus ihrer Mitte selbst. Interpretiert sich Philosophie in ihrem Selbstbezug als eine von gesellschaftlichen Prozessen unabhängige Wissenschaft, sieht sie als in sich verstiegene die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Rechtfertigung nicht mehr ein. Diese Philosophen könnte man, Heraklit variierend, anwesend abwesende Luxusgeschöpfe nennen. Symptomatisch könnte dafür Wilhelm Dilthey stehen. Eine ihrer gesellschaftlichen Bedeutung bewusste Philosophie dagegen weiß um die Alternative einer aufklärerischen Funktion oder einer mystifizierenden Verschleierung realer Herrschaftsverhältnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Revolution und Philosophie
1.1 Zum Studium der Philosophie
Zielsetzung & Themen
Das Werk verfolgt das Ziel, das Verhältnis von Philosophie und Revolution kritisch zu beleuchten, indem es die Rolle der Philosophie als Ideologie hinterfragt und ihre notwendige Aufhebung in der revolutionären Praxis der Arbeiterklasse postuliert. Dabei wird untersucht, wie philosophische Denksysteme – insbesondere der deutsche Idealismus – zur Legitimation gesellschaftlicher Herrschaft beitragen und wie der Marxismus diesen Anspruch durch eine materialistische Betrachtungsweise transzendiert.
- Die gesellschaftliche Funktion und Entfremdung der Philosophie
- Die kritische Auseinandersetzung mit dem hegelschen Idealismus
- Der Marxismus als Wissenschaft der revolutionären Arbeiterklasse
- Das Verhältnis von Theorie, Praxis und gesellschaftlicher Veränderung
- Die Bedeutung der Ökonomie als Schlüssel zur historischen Analyse
Auszug aus dem Buch
Revolution und Philosophie
„…daß nicht die Kritik, sondern die Revolution die treibende Kraft der Geschichte auch der Religion, Philosophie und sonstigen Theorie ist.“ 1
Die Bestimmung dessen, was unter Philosophie zu verstehen sei, kann aus mindestens zwei Positionen vorgenommen werden: aus der ihr gegenüberstehenden oder aus ihrer Mitte selbst. Interpretiert sich Philosophie in ihrem Selbstbezug als eine von gesellschaftlichen Prozessen unabhängige Wissenschaft, 2 sieht sie als in sich verstiegene die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Rechtfertigung nicht mehr ein. Diese Philosophen könnte man, Heraklit variierend, anwesend abwesende Luxusgeschöpfe nennen. Symptomatisch könnte dafür Wilhelm Dilthey stehen. 3 Eine ihrer gesellschaftlichen Bedeutung bewusste Philosophie dagegen weiß um die Alternative einer aufklärerischen Funktion oder einer mystifizierenden Verschleierung realer Herrschaftsverhältnisse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Revolution und Philosophie: Das Kapitel analysiert die Philosophie als gesellschaftliche Form des Bewusstseins, die Gefahr läuft, in ideologische Abstraktion zu verfallen, und setzt diese in Gegensatz zur revolutionären Praxis.
1.1 Zum Studium der Philosophie: Dieser Abschnitt erörtert die notwendige Distanzierung von überlieferten Denksystemen wie dem Idealismus und unterstreicht die Bedeutung des Marxismus für eine praxisorientierte, gesellschaftsverändernde Analyse.
Schlüsselwörter
Philosophie, Revolution, Marxismus, Ideologiekritik, Hegel, Idealismus, Materialismus, Arbeiterklasse, Gesellschaftsveränderung, Entfremdung, Dialektik, ökonomische Verhältnisse, Praxis, Klassenkampf, Weltgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen philosophischer Theorie und revolutionärer Praxis, insbesondere vor dem Hintergrund des marxistischen Denkens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Ideologiekritik, die Aufhebung des hegelschen Idealismus durch den Materialismus sowie die Rolle der Philosophie in der Arbeiterbewegung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Philosophie als Hilfswissenschaft der revolutionären Arbeiterklasse zu legitimieren und ihre Rolle als bloße „Interpretationswissenschaft“ zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-materialistische Analysemethode angewandt, die Denksysteme in den Kontext ökonomischer und gesellschaftlicher Verhältnisse stellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die philosophischen Ansätze von Hegel, Marx, Engels und Lenin kontrastiert, um die Wandlung von der bloßen „Weltinterpretation“ zur „Weltveränderung“ darzustellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Revolution, Marxismus, Ideologie, Klassenkampf und die Aufhebung der Philosophie definiert.
Warum wird Hegel im Text so kritisch betrachtet?
Hegel wird kritisiert, weil sein Idealismus die Philosophie zu einem in sich geschlossenen System macht, das die praktische Einmischung in gesellschaftliche Umwälzungen eher verhindert als fördert.
Was bedeutet die „Aufhebung“ der Philosophie im marxistischen Kontext?
Sie bedeutet, dass die Philosophie nicht einfach verschwindet, sondern ihre theoretische Selbständigkeit verliert, indem sie in die praktische revolutionäre Tätigkeit der Arbeiterklasse übergeht.
- Quote paper
- Magister artium Heinz Ahlreip (Author), 2020, Revolution und Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511811