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Der Antikebezug des "Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo" von Lope de Vega

Title: Der Antikebezug des "Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo" von Lope de Vega

Seminar Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefanie Müller (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Es mag unbestritten sein, dass Lope de Vega der wohl erfolgreichste spanische Theaterdichter seiner Zeit war. Durch „kleine Abänderungen“ der klassischen Form des Dramas ist es ihm gelungen, das spanische Publikum für das Theater zu begeistern und das Drama zur dominanten Gattung im Siglo de Oro zu etablieren. In seiner Poetik, dem „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“ (1609) - auch als einer „der am häufigsten missverstandenen Texte der spanischen Literatur“ bezeichnet - nimmt Lope Stellung zu seiner „comedia nueva“.
In meiner Hausarbeit werde ich mich diesen „kleinen Abwandlungen“ Lope de Vegas in seinem „ Arte nuevo“ widmen und diesen hinsichtlich seines Antikebezuges untersuchen.
Als antike Gattungslehre soll dafür die „Poetik“ des Aristoteles (ca. 335 v. Chr.) herangezogen werden.
Für diese Betrachtung habe ich folgende Vorgehensweise gewählt:
Zunächst einmal werde ich auf Allgemeines zu sprechen kommen, d.h. ich werde auf Lope de Vega selbst eingehen. Danach soll die Theorie vorgestellt werden, d.h. ich widme mich dem „Arte nuevo“ hinsichtlich seines Antikebezuges. Schließlich soll die Praxis betrachtet werden, d.h. ich werde die Kernpunkte des „Arte nuevo“ noch einmal herausfiltern und am Drama des „Peribañez y el Comendador de Ocaña“ von Lope de Vega veranschaulichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Lope de Vega

2. Der „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“

2.1. Was ist der „Arte nuevo“

2.2. Der Antikebezug des „Arte nuevo“

2.3. Die Kernpunkte des „Arte nuevo“ veranschaulicht am Beispiel des „Peribáñez y el Comendador de Ocaña“

2.3.1. Die Einheit der Handlung

2.3.2. Die Einheit der Zeit

2.3.3. Die Mischung von Tragischem und Komischem

2.3.4. Die Mischung der Stände

2.3.5. Die Akteinteilung

2.3.6. Die Polymetrie

3. Auswertung und Bewertung des untersuchten „Arte nuevo“ hinsichtlich seines Antikebezuges

4. Die Gliederung des „Arte nuevo“ nach Juan Manuel Rozas

5. Die inhaltliche Zusammenfassung zu „Peribáñez y el Comendador de Ocaña“

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Antikebezug in Lope de Vegas Poetologie „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“ von 1609. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Lope die klassische aristotelische Doktrin als Rechtfertigung für seine eigene, populär ausgerichtete Dramenpraxis und die „comedia nueva“ nutzt.

  • Analyse der theoretischen Auseinandersetzung Lope de Vegas mit der aristotelischen Poetik.
  • Untersuchung der Spannungsfelder zwischen traditioneller Doktrin und Publikumsorientierung („gusto“).
  • Veranschaulichung der theoretischen Konzepte anhand des Dramas „Peribáñez y el Comendador de Ocaña“.
  • Bewertung der Originalität von Lopes poetologischen Ansätzen im Kontext seiner Zeit.
  • Diskussion der Bedeutung des „Arte nuevo“ als Vermittlung zwischen normativer Regelbefolgung und moderner Theaterpraxis.

Auszug aus dem Buch

2.2. Der Antikebezug des „Arte nuevo“

Nach Arturo Farinelli hat Lope de Vega beim Verfassen seines „Arte nuevo“ lediglich zwei Quellen verwendet: den Terenzkommentar von Donat (Aelius Donatus (Spätantike)) und die italienische Renaissancepoetik (Aristoteleskommentar) des Francesco Robortello (1516- 1567). Weder die wichtige, neueste Poetik des Ludovico Castelvetro oder die des Julius Caesar Scaliger sind von Lope berücksichtigt worden. Die daraus resultierende Behauptung Farinellis, Lope sei, was das antike Fachwissen im „Arte nuevo“ anbelangt, nicht auf „dem neuesten Stand der Forschung“ gewesen, ist meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt.

Ein weitere Quelle, der sich Lope indirekt bedient, ist die „Ars Poetica“ von Horaz. Lope versuchte sich in seiner Abhandlung an den Schreibstil, der „Ars Poetica“, anzunähern. Es handelt sich dabei um den Epistelstil, dem Schema mit reimlosen Elfsilbern. Der ganze „Arte nuevo“ ist in diesem Stil verfasst, bis auf die 10 Verszeilen am Ende. Mit Sicherheit wollte Lope damit seine Versiertheit und klassische Bildung vor dem kritischen Publikum unter Beweis stellen.

Im folgenden werde ich den „Arte nuevo“ durchgehen und im einzelnen nach konkreten Antikebezügen untersuchen. Als Richtschnur bediene ich mich der Gliederung des Juan Manuel Rozas (siehe Anhang).

Einen ersten konkreten Bezug auf die Antike nimmt Lope de Vega im Prolog (Vers 1-146). In der „Captatio benevolentiae“ (Vers1-48), „einer Loyalitätserklärung an die klassische oder klassizistische Poetik durch demonstratives Zitieren“, nennt er die Namen von Terenz (185- 159 v. Chr.) und dessen Rivalen Plautus (250-184 v.Chr.), welche beide lateinischen Komödiendichter waren. Lope verwendet diesen Antikebezug, die Namen Terenz und Plautus, symbolisch für die Doktrin. Wenn er – so Lope - ein Stück verfasse, so lege er [die Bücher von] Terenz und Plautus vorsichtshalber „in Ketten mit sechs Schlüsseln“ (41).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung etabliert Lope de Vega als prägende Figur des spanischen Theaters und skizziert die methodische Untersuchung seines „Arte nuevo“ im Hinblick auf den Antikebezug.

1. Lope de Vega: Dieses Kapitel zeichnet das biographische und künstlerische Profil des Autors sowie seinen immensen Einfluss auf das goldene Zeitalter der spanischen Literatur nach.

2. Der „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“: Hier wird der Poetologie-Text definiert, seine Entstehungsgeschichte beleuchtet und die ambivalente Haltung des Autors zwischen Tradition und Innovation analysiert.

3. Auswertung und Bewertung des untersuchten „Arte nuevo“ hinsichtlich seines Antikebezuges: Dieses Fazit resümiert, dass Lope den Antikebezug primär als taktisches Mittel einsetzt, um seine eigenen Regelverstöße vor zeitgenössischen Kritikern zu legitimieren.

4. Die Gliederung des „Arte nuevo“ nach Juan Manuel Rozas: Ein strukturierter Anhang, der den Aufbau der poetologischen Abhandlung übersichtlich gliedert.

5. Die inhaltliche Zusammenfassung zu „Peribáñez y el Comendador de Ocaña“: Eine kurze narrative Zusammenfassung der Handlung des exemplarisch untersuchten Dramas.

Schlüsselwörter

Lope de Vega, Arte nuevo, spanisches Theater, Siglo de Oro, Aristoteles, Antikebezug, Peribáñez, Comedia nueva, Dramentheorie, Poetik, Tragikomödie, Regeltreue, Publikumsorientierung, Literaturwissenschaft, spanische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie der spanische Dramatiker Lope de Vega in seiner Poetik „Arte nuevo“ den Bezug zu antiken theoretischen Vorbildern, wie Aristoteles und Horaz, nutzt, um sein eigenes, von den klassischen Regeln abweichendes Theaterkonzept zu rechtfertigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die poetologische Abhandlung „Arte nuevo“, das Spannungsverhältnis zwischen aristotelischer Doktrin und praktischer Dramaturgie sowie die Gattungsmerkmale der „comedia nueva“.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwieweit Lope de Vegas Antikebezug eine ernsthafte wissenschaftliche Auslegung darstellt oder ob es sich primär um eine taktische Strategie handelt, um die moderne, publikumsorientierte Theaterpraxis gegenüber konservativen Kritikern zu verteidigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologisch-literaturwissenschaftlichen Analyse des Quellentextes „Arte nuevo“, ergänzt durch eine komparative Untersuchung der Anwendung dieser Prinzipien im Drama „Peribáñez y el Comendador de Ocaña“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert strukturiert die theoretischen Aspekte des „Arte nuevo“ – wie Einheiten, Ständemischung und Polymetrie – und vergleicht diese mit der praktischen Umsetzung im genannten Drama von Lope de Vega.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lope de Vega, Arte nuevo, Siglo de Oro, Comedia, Antikebezug, aristotelische Poetik, Tragikomödie und Publikumsorientierung.

Wie bewertet der Autor den „Arte nuevo“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es sich um einen der am häufigsten missverstandenen Texte handelt, der eine geschickte „Balance-Leistung“ zwischen dem normativen Anspruch der Antike und dem Vergnügungsanspruch des zeitgenössischen Publikums darstellt.

Warum ist die Analyse des „Peribáñez“ wichtig?

Das Drama „Peribáñez“ dient als Praxisbeispiel, um zu demonstrieren, wie Lope abstrakte poetologische Regeln wie die Einheit der Handlung oder die Ständemischung für seine dramaturgischen Zwecke modifiziert hat.

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Details

Title
Der Antikebezug des "Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo" von Lope de Vega
College
University of Leipzig  (Hispanistik)
Course
Das spanische Drama im Siglo de Oro
Grade
1,7
Author
Stefanie Müller (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V51220
ISBN (eBook)
9783638472487
ISBN (Book)
9783640196258
Language
German
Tags
Antikebezug Arte Lope Vega Drama Siglo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Müller (Author), 2002, Der Antikebezug des "Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo" von Lope de Vega, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51220
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